Autor Thema: Leitz (Ortholux-) Tubuslinsen  (Gelesen 4167 mal)

ortholux

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Leitz (Ortholux-) Tubuslinsen
« am: August 22, 2011, 18:31:23 Nachmittag »
Liebes Forum,

eine aktuelle Diskussion brachte mich auf die Idee, einige allgemeine und hoffentlich klärende Worte zu Leitz-Tubuslinsen anzubringen. Da dies nicht unbedingt eine direkte Antwort auf Eckhards Frage ist, hab ich mich für ein neues Thema entschieden.

Grundsätzlich gilt natürlich auch bei Leitz: Gesamtvergrößerung = Objektivvergrößerung x Tubusfaktor x Okularvergrößerung

Die mechanische Tubuslänge eines Leitz Ortholux beträgt mit Durchlicht-Objektivrevolvern, aber auch anderen Objektivaufnahmen, 223 mm. Da Leitz-Objektive aus dieser Zeit für 170 mm Tubuslänge gerechnet waren, mußte ein Linsensystem in den Tubus eingebaut werden, das diese Differenz ausgleicht und das Zwischenbild 53 mm nach oben schiebt. Ein solches System muß also effektiv ein konkaves, also eins mit negativer Brennweite sein. Hieraus resultiert ein Tubusfaktor >1.

Andere Objektiv-Aufnahmen hatten andere Maße und bedingten andere Tubuslinsen. So hatte das Ploemopak-Sytem 232,5 mm Tubuslänge, nutzte aber auch 170er Objektive.



Umgekehrt mußten Objektive, die für andere Tubuslängen gerechnet waren, an die 223 mm des Ortholux adaptiert werden. Z.B. Unendlich-Objektive oder Ultropak-Objektive (185 mm TL). Hierfür gab es eine kleine Auswahl an Tubuslinsen:



Die Bezeichnung erklärt sich so:
- Tubuslänge für die das Objektiv gerechnet ist
- Mechanische Tubuslänge des Systems
- 1,25x oder 0,8x: Tubusfaktor, (bei Unendlich-Tubuslinsen ist der Faktor 1x, sofern nichts anders angegeben)
- "W": hier bin ich mir nicht sicher. Ich gehe davon aus, daß es so etwas wie "Weitfeld" heißt und für NPL und PL-Objektive gedacht ist. Für Hinweise bin ich dankbar.

1) - 4) für Objektivaufnahmen mit resultierender TL von 223 mm
Das sind alle Durchlichtrevolver aber auch manche Zangenwechsler und Einzelaufnahmen
1) Frühe Linse ohne Gravur
2) Frühe Linse mit Gravur "L 170"
3) und 4) 170/223 1,25x W in verschiedenen Bauformen. Beide auch als spannungsfreie "P"-Version erhältlich

5) - 6) für Fluoreszenz-Opak nach Ploem mit resultierender TL von 232,5 mm
Frühe und späte Bauform

7) - 10) für Auflicht-Objektive, die für unendlich gerechnet sind
7) - 9) Chronologische Entwicklung der Bauformen
10) "W" und Tubusfaktor 0,8x

11) für Ultropak
Müßte eigentlich mit 185/223 graviert sein

12) für Pol-Opak
Müßte eigentlich mit 215/223 graviert sein, da für "215er"-Objektive gerechnet

Leider kann ich die Bauformen zeitlich nicht eingrenzen. Hierfür müßte ich nochmal etwas forschen, was ich für heute aber sein lassen werde. Das Linsenpotpourie kann übrigens durch "Rechtsklick -> Grafik anzeigen" vergrößert werden

Viele Grüße
Wolfgang








« Letzte Änderung: Dezember 01, 2014, 17:55:55 Nachmittag von ortholux »

Eckhard F. H. Nowack

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Re: Leitz (Ortholux-) Tubuslinsen
« Antwort #1 am: August 22, 2011, 19:14:00 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,
Dein Beitrag lichtet meinen Leitz-Tubuslinsennebel gewaltig. Herzlichen Dank.
Gruß - EFH