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Autor Thema: 3 Fadenwürmer- 1 Vergleich  (Gelesen 1277 mal)
Michael Plewka
Member

Beiträge: 1163


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« am: Oktober 30, 2011, 14:32:09 »

liebe Tümplerinnen und Tümpler,

obwohl Fadenwürmer (Nematoden) auch in aquatischen Ökosystemen eine wichtige ökologische Funktion innehaben, tauchen sie in mikroskopischen Präparaten eher als unwillkommene Störenfriede auf: mit ihren peitschenden Bewegungen  zerschlagen sie schon mal ein filigranes Sonnentierchen; die Alge, die gerade optimal in der Schärfeebene zum Fotografieren liegt, wird mit dem Schwanz weggewischt, und die Rädertiere werden beim Sex gestört (alles schon erlebt).

Mit ihrem langen, spindelförmigen Körper sehen  die meisen Nematoden für den Laien (also auch für mich) ziemlich ähnlich aus (es gibt Ausnahmen, z.B. Bunonema). Umso erstaunlicher ist somit die Gesamtzahl der Nematodenarten, (> 100 000, was aber auch terrestrische, parasitische und marine Arten beinhaltet) und damit die Tatsache, dass es offenbar Experten gibt, die diese Arten kennen und sie somit auseinander.halten können. Mir jedenfalls ist das nur ansatzweise gelungen. dennoch gibt es einige interessante Beobachtungen zu machen.

Das folgende Bild wollte ich eigentlich schon vor einigen Jahren ins Forum stellen, zeigt es doch sehr schön anhand der Färbung die kontinuierliche Wirkung der Verdauungsenzyme auf den Darminhalt:




Im Vergleich dazu ist der Darminhalt des folgenden Nematoden, den ich als Neoactinolaimus sp. bestimmt habe, homogen gefärbt: 




Neoactinolaimus besitz ein Stilett (Odontostyl), mit welchem Algenzellen angestochen werden, um dann ausgesaugt zu werden. Offenbar werden dabei auch Reservestillette angelegt (Od1 und Od2):




Hier noch einmal ein Detail der Mundregion:




Das Ende dieses Fadenwurms ist abgerundet. Man sieht die Spikula, die als Kopulationshilfe dienen:




Hier noch ein Blick auf die Spermien:





Der folgende Nematode unterscheidet sich von Neoactinolaimus in einigen Merkmalen. Er besitzt eine  lang ausgezogene Schwanzspitze und andere Mundwerkzeuge:




Die Mundwerkzeuge bestehen aus mehreren Zähnen, die  synchron zur Peristaltik der Speiseröhre bewegt werden. Ein Odontostyl fehlt:



Die Kutikula ist (im Gegensatz zu Neoactinolaimus) mit Reihen aus kleine Körnchen versehen:




Viel Spaß beim Anschauen & beste Grüße Michael Plewka
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Joost van de Sande
Member

Beiträge: 147


« Antworten #1 am: Oktober 30, 2011, 19:59:52 »

Hallo Michael,

Vielen Dank für diese fabelhaften Bilder. Die regen Interesse zu den Nematoden an.

Herzliche Grüße

Joost
« Letzte Änderung: Oktober 31, 2011, 14:05:52 von Joost van de Sande » Gespeichert
arturoag75
Member

Beiträge: 168


« Antworten #2 am: Oktober 31, 2011, 11:06:16 »

Details of last pic are incredible! Zwinkernd
arturo
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Michael Plewka
Member

Beiträge: 1163


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« Antworten #3 am: November 01, 2011, 22:46:36 »

hallo Joost, hi Arturo,

thank you for your comments!
best regards Michael Plewka
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biokai
Member

Beiträge: 37


« Antworten #4 am: November 01, 2011, 23:07:11 »

hallo michael,

sehr interessante bilder. ich hatte leider noch nie nematoden unter dem deckglas.
ich frage mich bei so kleinen tieren immer, wie gros deren zellen eigentlich sind, bzw. wieviele in so ein kleines volumen überhaupt reinpassen.
die spermien scheinen ja schon gar nicht so klein zu sein. ist es möglich bei diesen farblosen würmchen einzelne zellen zu sehen?
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herzliche grüse,
kai
Michael Plewka
Member

Beiträge: 1163


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« Antworten #5 am: November 02, 2011, 13:57:58 »

hallo Kai,

Nematoden finden sich eigentlich in jeder Gewässerprobe, vor allem mit sich zersetzenden Blättern, aber auch in Moosauswaschungen...
Bestimmt gibt es Färbemethoden, mittels derer man zumindest die Zellkerne sichtbar machen kann.  Da ich nur lebende Organismen mikroskopiere,  kenne ich mich damit nicht aus. Die Zellen zu sehen ist  vor allem deshalb schwierig, da die Nematoden im wesentlichen  aus einem Hautmuskelschlauch aufgebaut sind, wobei das Ektoderm syncytial ist, d.h. die Zellgrenzen sind verschwunden. Ebenso sind die Grenzen der Muskelzellen nicht zu erkennen. Insgesamt bleiben deshalb nur wenig Gewebe (z.B. Keimdrüsen und deren Produkte ), bei denen man Zellen erkennen kann.
beste Grüße Michael Plewka
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