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Die Mikrofibel von Klaus Henkel
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Autor Thema: Pilzmikroskopie - erster Stackingversuch mit Picolay  (Gelesen 2746 mal)
Jürgen
Member

Beiträge: 258


Pilzmikroskopie


« am: Oktober 05, 2012, 21:59:42 »

Guten Abend zusammen,

nachdem ich gestern das von Rolf (reblaus) erworbene Axiostar-Stativ in Betrieb genommen habe, kam mir heute beim Pilzmikroskopieren die Idee, es mal mit Stacken zu probieren. Wir Pilzler arbeiten ja meistens mit dem 100er Öl-Objektiv und sehen dann natürlich immer nur bestimmte Schärfeebenen und müssen die Sporen, Zystiden etc. durchfokussieren, um uns einen Gesamteindruck zu verschaffen.

Das Axiostar hat keinen Fototubus. Also baue ich mit meiner schweren Pilzliteratur eine Türmchen und platziere darauf meine Powershot A620 direkt durch das Okular. Per Zeitauslösung und 10er Serienaufnahme entstehen die Bilder der einzelnen Schärfeebenen. Nachfolgend der Versuchsaufbau (gestellt mit einer defekten Powershot A520):



Das nachfolgende Bild entstand aus 9 Einzelaufnahmen mit dem Programm Picolay und einem CP-Achromat 100x Öl am Axiostar. Zur Orientierung: die braunen höckerigen Sporen haben eine Größe von 7,5 - 9,5 µm. Die Sporen und die mit Kristallen beschopften Cheilozystiden gehören zu Inocybe mixtilis (Gerandetknolliger Risspilz):



Wenn ich den Versuchsaufbau berücksichtige, bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Was meinen die Fachleute, besonders die wenigen Pilzler unter uns?

Viele Grüße
Jürgen

P.S.:

Zum Vergleich mal das 4. Einzelbild aus dem Stapel: 


« Letzte Änderung: Oktober 05, 2012, 22:08:15 von Jürgen » Gespeichert

Pilzsachverständiger - Arbeitsmikroskop: Zeiss Jena Jenamed 2
Safari
Member

Beiträge: 2635



« Antworten #1 am: Oktober 05, 2012, 22:13:18 »

Hallo Jürgen,

ich habe auch ein Axiostar, ein sehr schönes Mikroskop, aber die fehlende Möglichkeiten für Fotos stört mich schon sehr. Ich hoffe in dem Thread noch ein paar Möglichkeiten für zu finden.
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Grüße Safari

Intelligenz ist das am gerechtesten verteilte Gut - jeder glaubt, genügend davon zu besitzen!
Jürgen
Member

Beiträge: 258


Pilzmikroskopie


« Antworten #2 am: Oktober 05, 2012, 22:18:52 »

Geht halt nur direkt duchs Okular. Mit der alten Powershot A620 kann ich praktisch vignettierungsfrei reinzoomen. Das mit dem Bücherstapel ist natürlich ziemlich umständlich.

Gruß
Jürgen
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Pilzsachverständiger - Arbeitsmikroskop: Zeiss Jena Jenamed 2
Herbert Dietrich
Member

Beiträge: 1154


« Antworten #3 am: Oktober 05, 2012, 22:48:27 »

Ja, ja, da hat man die "Pilze der Schweiz" und keinen Fotoausgang und ich hab sechs (i.W. sex) Fotoausgänge
und keine "Pilze der Schweiz" ! die Welt ist doch ungerecht verteilt, oddrr??.
Isch idd so?

Gruß
Hebbi
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Safari
Member

Beiträge: 2635



« Antworten #4 am: Oktober 05, 2012, 23:01:07 »

Hebbi,

haben bei Dir nicht sogar die Okulare Pilze?
Gespeichert

Grüße Safari

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Jürgen
Member

Beiträge: 258


Pilzmikroskopie


« Antworten #5 am: Oktober 05, 2012, 23:03:14 »

Jaja, hätte ich mir anstatt meiner Pilzliteratur eine neues Mikroskop gekauft, würde hier jetzt eine neues Axiolab mit Fotoausgang stehen (ein ganz wenig übertrieben  Zunge)...

Noch ein Versuch mit Sporen von Russula puellaris (Milder Wachstäubling). Bei  der Bestimmung von Täublingen kommt es u. a. auf die Beurteilung der Sporenornamentation an. Die werden zur besseren Sichtbarmachung mit Baumwollblau in Milchsäure Melzers Reagenz angefärbt und anschließend in Chloralhydrat mikroskopiert.

Zur Orientierung wieder die Größe der Sporen: durchschnittlich ca. 8x6,5 µm.

Gestackt aus 7 Einzelbildern:



4. Bild aus dem Stapel:


« Letzte Änderung: Oktober 08, 2012, 07:58:43 von Jürgen » Gespeichert

Pilzsachverständiger - Arbeitsmikroskop: Zeiss Jena Jenamed 2
Rolf-Dieter Müller
Member

Beiträge: 844



« Antworten #6 am: Oktober 06, 2012, 02:39:29 »

Hallo Jürgen,

meinen Glückwunsch zu dem erworbenen Axiostar, ein wirklich praktisches Mikroskop, welches der von Ihnen vorgesehen Verwendung sicher gerecht wird.

Das Axiostar lässt sich wirklich universell einsetzen, vom stationären Arbeits- bis zum Reisemikroskop. Für letzters gibt es sogar Transportkoffer und eine dem System angepasste LED-Beleuchtung.

Die Adaption mittels einer Canon A620 haben Sie ja auch gelöst, was gerade bei dieser Kamera wegen der tief liegenden Eintrittspupille etwas schwierig ist. Mit den Canon A5XX geht es bedeutend einfacher, denn die Eintrittspupille liegt hierbei adaptionsfreundlicher mehr zur Außenlinse des Objektivs. Weniger Probleme gibt es mit dem Zeiss Digitalkamera-Adapter, der ja nichts anderes als ein Okluar mit extrem hoch liegender Austrittspupille ist. Damit lässt sich fast jede digitale Kompaktkamera adaptieren.

... Ich hoffe in dem Thread noch ein paar Möglichkeiten für zu finden.
...

Hallo Safari,

für die Adaption von Digitalkameras am Axiostar haben Sie verschiedene Möglichkeiten, die ich in diesem Beitrag beschrieben habe: http://www.mikroskopie.de...p?2,51978,51978#msg-51978

Darüber hinaus können Sie natürlich auch eine geeignete Kompaktkamera (mit nicht zu tief liegender Eintrittspupille) an ein für das Axiostar vorgesehene Beobachtungsokular adaptieren. Hierfür hatte ich mir einmal ein drittes Zeiss-Okluar besorgt und darauf einen 28 mm Adapterring geklebt. Mit Zweikomponentenkleber ist die Verbindung hinreichend stabil. Wie es von dem 28 mm Adapterring weiter gehen könnte (zum Beispiel mit dem Adapterring vom Herrmann'schen Kameraadapter), habe ich hier beschrieben: http://www.mikroskopie-fo...c=10915.msg79390#msg79390 .

Wenn es aber kostenlos und umsonst sein soll, ist natürlich die von Jürgen vorgeschlagene Bücherstabel-Adaption eine gute und mögliche Lösung.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter Müller
Gespeichert
Jürgen
Member

Beiträge: 258


Pilzmikroskopie


« Antworten #7 am: Oktober 06, 2012, 12:06:16 »

Hallo Herr Müller,

ich habe hier zwei mittlerweile defekte Powershots liegen (A520, A570). Mit der A620 kann ich aber auch praktisch vignettierungsfrei zoomen. Allerdings erst jetzt mit den PL 10x/18 des Axiostars. Vorher hatte ich ein KF2 mit älteren CPL-Okularen. Da hatte ich schon mehr Probleme. Die A620 ist für mich als Hobby-Mykologen die "Eierlegende Wollmilchsau". Macht im Feld anständige Makro-Fotos und funktioniert auch jetzt am Axiostar ordentlich. Dazu hat sie noch ein Schwenkdisplay. Habe die A620 letztes Jahr für 60 EUR fast wie neu erworben. Hoffe, die hält jetzt mal länger als die beiden A5XX.

Viele Grüße
Jürgen
Gespeichert

Pilzsachverständiger - Arbeitsmikroskop: Zeiss Jena Jenamed 2
Rolf-Dieter Müller
Member

Beiträge: 844



« Antworten #8 am: Oktober 06, 2012, 14:08:52 »

... Mit der A620 kann ich aber auch praktisch vignettierungsfrei zoomen. Allerdings erst jetzt mit den PL 10x/18 des Axiostars. Vorher hatte ich ein KF2 mit älteren CPL-Okularen. Da hatte ich schon mehr Probleme. Die A620 ist für mich als Hobby-Mykologen die "Eierlegende Wollmilchsau".
...

Hallo Jürgen,

das glaube ich Ihnen gerne, denn die Zeiss Unendlichtechnik ist schon eine Klasse für sich und hinsichtlich optischer Spitzenleistung und Kameraadaptionen kann Zeiss für sich das als Alleinstellungsmerkmal beanspruchen.

Die Canon A620 war/ist eine beliebte Mikroskopkamera und als sie vom Markt genommen wurde, haben Institute ganze Restbestände bei Fotohändlern aufgekauft.

Nur mit der Adaption an Endlich-Mikroskopen tat man sich schwer, aber das haben Sie ja schon selbst erfahren können. Ich erinnere mich, das vor Jahren sich viele fast hyperventilierend auf die Jagd nach einem bestimmten und selten angebotenen Zeiss Kpl-Okular machten, was eine deutlich höhere Austrittspupille lieferte.

Und dann war noch der Fehler E18, der immer dann auftreten konnte, wenn das Kameraobjektive die obere Okularlinse berührte.

Aber wenn Sie bei etwas geringerem Zoomfaktor die Okularfeldblende scharf abgebildet bekommen, haben Sie mit Ihrer Adaption alles richtig gemacht. Nur sollten Sie gegebenfalls eine freibleibende Lücke zwischen Kameraobjektiv vor seitlich einfallendes Streulicht schützen.

Viele Grüße
Rolf-Dieter Müller
Gespeichert
Tom Ate
Member

Beiträge: 32


kommt noch....


« Antworten #9 am: Oktober 07, 2012, 13:50:21 »

Hallo Jürgen,
hast du die Russula-Sporen wirklich in der angegebenen Weise angefärbt: "Die werden zur besseren Sichtbarmachung mit Baumwollblau in Milchsäure angefärbt und anschließend in Chloralhydrat mikroskopiert." Davon habe ich noch nie etwas gehört. Ich kenne nur das Anfärben in Melzers Reagenz.
Grüße
Thomas
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Ein Werk der Schönheit ist ein Glück für immer.
Bernhard Kaiser
Member

Beiträge: 914


« Antworten #10 am: Oktober 07, 2012, 15:30:12 »

Hallo Thomas,

Zitat
"Die werden zur besseren Sichtbarmachung mit Baumwollblau in Milchsäure angefärbt und anschließend in Chloralhydrat mikroskopiert."  Davon habe ich noch nie etwas gehört.

Erb/Matheis (1983): Pilzmikroskopie.
beschreiben eine Methode, Pilzsporen mit:
0,05 g Baumwollblau in 30 ml Milchsäure (80-85 %) anzufärben.

"manchmal lassen sich auch nur die Ornamentationen anfärben, die Sporen hingegen nicht..."

Von Chloralhydrat schreiben Erb/Matheis nichts. Nach meinen Erfahrungen könnte Chloralhydrat eine leichte Aufhellung bewirken. Vielleicht erwünscht. Ausprobieren.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser


edit: Chloralhydrat.
« Letzte Änderung: Oktober 07, 2012, 15:32:51 von Bernhard Kaiser » Gespeichert
Jürgen
Member

Beiträge: 258


Pilzmikroskopie


« Antworten #11 am: Oktober 07, 2012, 19:32:59 »

Hallo Jürgen,
hast du die Russula-Sporen wirklich in der angegebenen Weise angefärbt: "Die werden zur besseren Sichtbarmachung mit Baumwollblau in Milchsäure angefärbt und anschließend in Chloralhydrat mikroskopiert." Davon habe ich noch nie etwas gehört. Ich kenne nur das Anfärben in Melzers Reagenz.
Grüße
Thomas


Hallo Thomas,

Baumwollblau ist natürlich Blödsinn. Natürlich habe ich mit Melzers Reagenz angefärbt. Anschließend ziehe ich die gefärbte Probe in Chloralhydrat um den Kontrast zu erhöhen. Habe den Tipp von Andreas G.

Mit Baumwollblau werden natürlich die Sporenornamente von Ascomyceten angefärbt.

Viele Grüße
Jürgen 
Gespeichert

Pilzsachverständiger - Arbeitsmikroskop: Zeiss Jena Jenamed 2
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