Autor Thema: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)  (Gelesen 10278 mal)

Peter V.

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #15 am: August 27, 2013, 20:45:52 Nachmittag »
Lieber Wolfgang,

Zitat
Irgendwie kam mir zu Ohren, daß es von Winkel auch solch ominöse Phaco/Pol-Objektive gab.

Soooooo!?  Irgendwie ???  >:( Ich kann Dir sagen, woher Du das weißt: Von demjenigen, der vermutlich die einzigen drei je hergestellten Objektive dieser Art besessen hat und sie großzügigst gegen normale Zeiss-Standard-Polbjektive mit jemandem getauscht hat, der ganz wild auf diese Winkelsche Rarität war...  ;)

Herzliche Grüße
Peter
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"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

ortholux

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #16 am: August 28, 2013, 13:46:49 Nachmittag »
...der vermutlich die einzigen drei je hergestellten Objektive dieser Art besessen hat und sie großzügigst gegen normale Zeiss-Standard-Polbjektive mit jemandem getauscht hat...

Du kennst Leut!  :D

TPL

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #17 am: August 28, 2013, 14:20:19 Nachmittag »
Zitat
Irgendwie kam mir zu Ohren, daß es von Winkel auch solch ominöse Phaco/Pol-Objektive gab.
Hast Du darüber auch mal was geschrieben, oder hast eine Idee, wie das mit dem Phako-Pol-Gerät gemacht wurde.

Lieber Wolfgang,

zu diesen Objektiven, die, dank fachmännischer Behandlung durch Bernd Nomarski, inzwischen wieder butterweich zentrierbar sind, hatte ich tatsächlich mal ein paar Sätze geschrieben.

Herzliche Grüße
Thomas

ruhop

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #18 am: August 28, 2013, 14:54:06 Nachmittag »
Hallo, Wolfgang.

Wie schön! Mir sind fast Tränen der Rührung gekommen. Das SM mit HF, DF und Phako war eines der Mikroskope, mit deren Hilfe ich die Untersuchungen für meine Dipl.- und Dr.- Arbeit durchgeführt habe. Die nächste Generation, die mir in Grau und eckig auf den Tisch gestellt wurde, habe ich ignoriert. Es ging mir nichts über das hübsche Schwarze.

Vielen Dank für das noch einmal Sehen dürfen.

Holger

Manfred Melcher

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #19 am: August 28, 2013, 19:38:33 Nachmittag »
Hallo Wolfgang,

auch von mir ein herzliches Dankeschön für diese umfassende Vorstellung. Sie kam für mich genau richtig, da ich seit Samstag auch stolzer Besitzer eines SM von 1966 bin.

Liebe Grüße

Manfred

purkinje

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Re: Das Leitz SM (Mikroskopiker stellen ihr Mikr. vor)
« Antwort #20 am: August 28, 2013, 21:02:28 Nachmittag »
Jetzt hat es mich dann auch gereitzt etwas beizutragen:
Beginnen möchte ich mit meinen frühen Modellen von 1957.
Beide Mikroskope sind aus diesem Jahr.

Ein SM, wäre es ein Möbel, hätte im Anzeigentext sicher gestanden "mit Charme und Patina"
also dreckig und mit Anflug von Korrosion. Nach Zerlegung, Reinigung etc sieht man ihm seine Vergangenheit als Kursmikroskop in irgendeiner Uni auch noch sehr an. Beim Betrachten des Instruments kommt mir der scharfe Ton meiner ungarischen Histologie Prüferin in den Sinn " Na komm schooon, was für Gäwäbee... häää. na der.... der... na das ist der... der  Lebähr " ;D




Einfaches Modell No 5040xx mit Monotubus, Huygens 10x Okular, 4fach-Revolver mit den Objektiven 3,5; 10 und (ungefedert!) 45:1; immerhin mit dem kleinen nicht-koaxialen Kreuztisch, einfacher Schiebehülsen-Kondensorhalter mit einlinsigem Kondensor n.A 0.63, die frühe Version (noch mit weißem Glas) der Mikrodialeuchte (220V) mit Steckpin. es dient bei mir als Leih und Intruktionsgerät für z.B. die Kinder von Freunden

Und um die Variabilität der Ausstattung auch der frühen Modelle zu demonstrieren, hier mein Schreibtischgerätchen No 5039xx, also auch 1957 in der schon deutlich ansprechenderen Ausführung (man denke sich die LED-Beleuchtung weg)




Sozusagen SM de luxe  ;) mit Bino (ebenfalls die zeitgemäße Version mit dem Drehknopf zur Augenabstandseinstellung, dem sehr schönen wohlproportionierten koaxialen Kreuztisch der fünfziger Jahre sowie Berek Kondensor (ich muss zugeben dieser war ursprünglich nicht bei diesem Mikroskop dabei, sondern ein Klapplinsenkondensor in rundem Halter)

Noch ein paar Anmerkung zu diesen frühen Modellen, welche man am V-förmigen Triebkasten, etwas später ist dieser eher T-Förmig, erkennt:
die Stative sind interessanterweise schwerer als die späteren, das Gewicht nimmt kontinuierlich bis in die siebziger ab. (Interessant falls mann ein SM als Reisemikroskop plant, 350g beim Stativ allein gespart, da kann man sich schon einen (schwereren) Kreuztisch gönnen...
Auch ist der Lack dieser frühen Periode matter als später, erst die 700tausender Mikroskope der End 60er siehen wieder so aus, dazwischen glänzt er mehr.
Diese sehr frühen Modelle sind oft als durchgenudelte  Kursmikroskope am Markt, aber trotzdem mechanisch zumeist in sehr gutem Zustand: Tischtrieb läuft oft erstaunlich weich, das Schmiermittel dieser Periode, wenig später war es anders!, scheint für die Ewigkeit gewesen zu sein.

« Letzte Änderung: August 28, 2013, 21:14:13 Nachmittag von purkinje »
Beste Grüße
Stefan