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Autor Thema: Botanik: Peter Pan im Pflanzenreich - Euonymus europaeus  (Gelesen 1198 mal)
Fahrenheit
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« am: November 06, 2013, 23:26:15 »

Liebe Pflanzenfreunde,

heute vor knapp einem Jahr hat und Hans-Jürgen schon einmal vom Gewöhnlichen Spindelstrauch - dem Pfaffenhütchen - berichtet. Bei uns wächst die Pflanze nicht ganz so malerisch in einer Bahndammböschung am Bahnhof und ich habe mir nun auch noch mal den Spross etwas näher angesehen. Das Pfaffenhütchen möchte nämlich nicht erwachsen werden: der Spross ist bereits im dritten Jahr, hält sich aber mit der Ausbildung eines Periderms noch vornehm zurück. Das kommt bei verschiedenen Pflanzen vor und ist an sich nicht ungewöhnlich, aber hier konnte ich mal etwas genauer hin schauen.

Hier der Link zu Hans-Jürgens schönem Thread: http://www.mikroskopie-fo...e/index.php?topic=14220.0

Bild 1: Illustration aus Deutschlands Flora in Abbildungen, Johann Georg Sturm (Zeichnung von Jacob Sturm), 1796

Scan unter GDFL von Kurt Stüber (www.biolib.de)

Da die Pflanze im vergangenen Jahr schon ausführlich beschrieben wurde, fasse ich mich hier kurz. Der Gewöhnliche Spindelstrauch (Euonymus europaeus), auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Spindelsträcucher(Euonymus) in der Familie der Spindelbaumgewächse (Celastraceae).
Er erreicht als sommergrüner, aufrechter und stark verzweigter Strauch Wuchshöhen bis zu ca. 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6 m. Die im Querschnitt oft stumpf vierkantigen Zweige besitzen eine in der Jugend grüne und später grau-braune, langrissige Rinde. Es können zwei bis vier schmale Korkleisten vorhanden sein, Korkflügel kommen zwar vor, sind aber eher selten. Die gegenständigen Laubblätter haben einen kurzen Blattstiel und eine eiförmige bis lanzettliche Blattspreite mit einer Länge von 3 bis 12 cm. Der Rand der Blätter ist fein gekerbten bis gesägten, Blattober- und Unterseite sind kahl. Auffällig ist die blass gelbe bis leuchtend rote Herbstfärbung.

Bild 2: Blüten des Gewöhnlichen Spindelstrauchs

Aufnahme unter GFDL von Krzysztof Ziarnek (Wikipedia), 2008

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständigen trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Einzelblüten. Es gibt Pflanzen mit männlichen und weiblichen (zwittrigen) Blüten, aber auch welche mit jeweils ausschließlich weiblichen oder männlichen Blüten, das Pfaffenhütchen ist also dreihäusig..
Diese zwittrigen, vierzähligen Blüten sind klein und unscheinbar mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind grün und 1 mm lang. Die vier Kronblätter sind 3 bis 5 mm lang und grünlich bis weiß. Der Nektar wird vom fleischigen, vierlappigen Diskus abgesondert und lockt viele Insekten-Arten, insbesondere Ameisen und Fliegen, als Blütenbesucher an. Auf dem Diskus stehen vier Staubblätter um den zentralen Stempel.

Bild 3: Die allseits bekannten Früchte und Blätter

Aufnahme unter GFDL von H.Zell (Wikipedia), 2010

Die in einem abstehenden Fruchtstand stehenden Früchte reifen im September bis Oktober und öffnen sich dann mit vier Klappen. Die purpurrosa bis karminrot gefärbten, vierlappigen, Kapselfrüchte sind vierfächrig, 1 bis 1,5 cm breit. Die weißen, eiförmigen Samen mit einer Länge von 5 bis 7 mm sind von einem dünnen, leuchtend orangefarbenen Samenmantel (Arillus) umhüllt, besitzen einen grünen Embryo und hängen alleine oder bis zu viert an verlängerten Stielchen aus der geöffneten Kapsel heraus.
Die aufgesprungene Frucht erinnert ein wenig an ein Birett, der Kopfbedeckung katholischer Geistlicher, daher der Name Pfaffenhütchen. Alle Pflanzenteile sind giftig.


Bevor wir zu den Schnittbilder kommen, wie immer kurz zur Präparation:

Ein frisches Stück vom Spross wurde auf Höhe eines alten Blattansatzes freistehend auf dem Handzylindermikrotom mit DurAedge Einmalklingen im SHK-Klingenhalter geschnitten. Die Schnittdicke beträgt ca. 40 µm.

Bild 4: Schnittführung


Vor der Färbung habe ich einige Aufnahmen vom frischen Material gemacht.

Gefärbt habe ich hier nach ca. 20-minütiger Schnittfixierung in AFE nach W3Asim II von Rolf-Dieter Müller. Entsprechende Arbeitsblätter können im Downloadbereich der MKB-Webseite herunter geladen werden. Nach der Färbung habe ich vor dem Entwässern durch häufiges Spülen mit jeweils frischem Aqua dest. sanft differenziert.
Eine ausführliche Beschreibung der Färbung findet sich hier.


Und noch ein wenig zur Technik:

Alle Aufnahmen auf dem Leica DME mit den Objektiven NPlan 5x sowie dem 10x und 20x PlanApo. Die Kamera ist eine Canon Powershot A520 mit Herrmannscher Okularadaption, zur Zeit nutze ich ein Zeiss KPL 10x, das mit den Leica-Objektiven sehr gut harmoniert. Die Steuerung der Kamera erfolgt am PC mit PSRemote und der Vorschub manuell anhand der Skala am Feintrieb des DME.

Alle Mikroaufnahmen sind mit Zerene Stacker V1.04 (64bit) gestackt. Die anschließende Nachbereitung beschränkt sich auf die Normalisierung und ein leichtes Nachschärfen nach dem Verkleinern auf die 1024er Auflösung (alles mit XNView in der aktuellen Version). Bei stärker verrauschten Aufnahmen lasse ich aber auch mal Neat Image ran.


So, nun aber zu den Schnitten!

Zunächst einmal der Spross in der Übersicht, und zwar an der tiefer liegenden Stelle S1.

Bild 5: Sprossquerschnitt auf Höhe S1 in der Totalen, Vergrößerung 50x, Stapel aus 12 Bildern

Guckt man genau hin, kann man hier schon 3 Jahresringe erkennen, wobei die Grenze zwischen dem ersten und zweiten Ring nicht sehr stark ausgeprägt ist.

Bild 6a/c: Etwas genauer hin geschaut, Bild 6a ungefärbt, Bild 6c mit Beschriftung, Vergrößerung 100x, Stapel aus 17 bzw. 12 Bildern



Die ungefärbte Aufnahme zeigt eine große Menge an Chloroplasten im Rindenparenchym, die für das kräftige Grün der Zweige sorgen und in den Zellen des Markparenchyms finden sich viele Amyloplasten. Die Pflanze hat sich auf den Winter vorbereitet und ordentlich eingelagert. Nur mit einem neugierigen Mikroskopiker hat sie nicht gerechnet. Smiley
Auffällig an den gefärbten Schnitten ist zunächst die recht stark ausgeprägte Cuticula, aber auch die Bänder gequetschter Zellen im Phloem und dem Rindenparenchym. Rindenparenchym? Ja, obwohl der Spross schon drei Wachstumsphasen hinter sich hat, ist er noch immer vom primären Abschlussgewebe umgeben: Rindenparenchym, Epidermis und Cuticula. Selbst ein Stoma ist zu sehen.
Wer die Beschriftung nachlesen möchte, findet auf der MKB Webseite eine Tabelle mit den Kürzeln und den zugehörigen allgemeinen Erläuterungen zum Herunterladen. Diese gilt natürlich auch für die noch folgenden Bilder.

Der Spross wird ja als stumpf vierkantig beschrieben. Woran das wohl liegen mag? Ein genauerer Blick auf den Querschnitt zeigt die Auflösung: Kollenchymstreifen.

Bild 7a/c: Kollenchymstreifen im Rindenmark, Bild 7a ungefärbt, Bild 7c mit Beschriftung; Vergrößerung 200x, Stapel aus 13 bzw. 15 Bildern



Die vier Kollenchymstreifen im Rindenparenchym geben dem Spross durch ihre Lage das vierkantige Aussehen. Neben dem verholzten Xylem dienen sie auch zur mechanischen Stabilisierung. Auch hier wieder Bänder gequetschter Zellen (Q), und natürlich auch ein Stoma.
Die Zellen in den Bändern Q sterben ab oder sind bereits abgestorben, ein Tribut an das Dickenwachstum im Mantel des Rindenparenchyms.

Die gegenständigen Blätter hinterlassen natürlich auch ihre Spuren im Sprossquerschnitt. In Bild 5 sehen wir den Beginn der Blattspuren und Ausstülpungen des Markparenchyms genau gegenüberliegen.
Das folgende Bild betrachtet eine der "Abzweigungen" etwas näher.

Bild 8: Beginn einer Blattspur, Vergrößerung 200x, Stapel aus 8 Bildern


Noch mal etwas genauer auf die Leitgewebe geschaut:

Bild 9a/b: Leitgewebe, Bild 9b mit Maßstab, Vergrößerung 200x, Stapel aus 8 Bildern



Im Sprossquerschnitt finden sich überraschend viele Stomata, die schauen wir uns auch noch einmal an:

Bild 10a,b: Stoma, Bild 9b mit Beschriftung, Vergrößerung 400x, Stapel aus je 5 Bildern



Mit dem alten Leitz Stativ E und dem Zeichenokular habe ich versucht, das Stoma zu zeichnen:

Bild 10a,b: Zeichnung vom Stoma in Bild 9a/b, Bild 10b wieder mit Beschriftung, SW-Scan vom Original


Wie auch schon beim Foto (Bild 9) zu sehen, gibt es keinen regelrechten substomatären Interzellularraum. Vielmehr sind die Zellzwischenräume im Parenchym hinter dem Stoma deutlich vergrößert, ohne jedoch einen Freiraum zu bilden. Dies führt dazu, dass das Gewebe keinen festen Verband mehr bildet, sondern die Zellen schwammig, fast blasenartig aneinander liegend nur einen losen Verbund bilden.
Das ganze ist nicht ganz einfach zu zeichnen, ich habe versucht, die untereinander liegenden Zellen mit unterschiedlich dicken Linien anzudeuten.
Schön auch die beiden Cuticularhörnchen oben auf den Schließzellen, die von der Cuticula gebildet werden. Hörnchen ist dabei eher irreführend: im Längsschnitt oder in der Aufsicht würde man eher von Lippen sprechen.

Aber da ist ja auch noch die Schnittebene S2. Hier traten einmal die Blattstiele aus dem Spross, nun finden wir eine verkorkte Bruchstelle.

Bild 11: Schnitt auf Höhe der Blattansätze (S2 in Bild 4), Vergrößerung 50x, Stapel aus 16 Bildern


Bild 12a,b: Eine Seite im Detail, in unterschiedlichen Ebenen, Vergrößerung 100x, Stapel aus 14 bzw. 15 Bildern


Im ersten Bild erkennt man eine Art Schutzkappe und dahinter die noch lebendigen Zellen der Blattspur. Das zweite Bild liegt etwas weiter oben und zeigt eine ausgeprägtere Kappe und darin die abgestorbenen und verholzten (roten) Zellen der Spur.
Schaut man etwas genauer auf die Schutzkappe erkennt man neben viel eingeschlossener Luft (die grauen Artefakte) die Ähnlichkeit des Aufbaus mit einem klassischen Periderm.

Am Rande der Kappe genauer hingeschaut:

Bild 13a,b: Übergang zwischen primärem und sekundärem Abschlußgewebe, Bild 13b mit Beschriftung; vergrößerung 200x, Stapel aus je 12 Bildern


Der Aufbau der Kappe an ihrem Rand im Übergang zum primären Abschlussgewebe zeigt tatsächlich die klassische Schichtung eines Periderms mit einem Phellogen, das nach innen eine Schicht Phelloderm bildet und nach außen etliche Lagen Phellem (Kork). Das Phellogen geht dabei aus Zellen des Rindenparenchyms hervor, so dass sich der Kork zwischen Rindenparenchym und Epidermis schiebt und diese samt der Cuticula abhebt. Dabei sterben die Zellen der Epidermis natürlich ab, was im Bild auch schön zu erkennen ist (alte Ep & Cu).
Ich gehe davon aus, dass die Bildung des sekundären Abschlussgewebes in Form der weiter oben beschriebenen Korkleisten (eine solche gibt es im verlinkten Thread von Hans-Jürgen zu sehen) und an den Blattansätzen beginnt. Irgendwann wird der Spross dann doch "erwachsen". Lächelnd

Vielen Dank fürs Lesen, Anmerkungen und Kritik sind wie immer willkommen.

Herzliche Grüße
Jörg
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Heiko
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Beiträge: 1053



« Antworten #1 am: November 07, 2013, 00:12:20 »

Hallo Jörg,

ich kann nur erahnen, wie viel Aufwand in dieser Dokumentation steckt. Denn selbst mir fällt auf, wie homogen gefärbt und gestochen scharf diese Schnittbilder sind.

Kennt die heimische Flora denn weitere Beispiele dieser Korkleistenbildung?

Viele Grüße,
Heiko
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hajowemo
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Beiträge: 249


Jochen Mooßen, gerne per "Du"


« Antworten #2 am: November 07, 2013, 05:15:28 »

Lieber Jörg,
ich bin begeistert von deiner Arbeit und Fachwissen.
Liebe Grüße
Jochen
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Vorstellung
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
abbeköhl
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Beiträge: 488


Haare auf Fliegenbein


« Antworten #3 am: November 07, 2013, 06:00:33 »

Guten Morgen Jörg,

Jetzt kann ich mich doch nicht mehr zurückhalten, Lächelnd Ich bin schon seit ich hier in dem Forum bin ein bewunderer deiner Präparationskunst und von deinen Bildern.
Mich haut es jedesmal vom Hocker wenn ich deine Arbeiten sehe, Wahnsinn echt. Vor allem staune ich auch immer wieder ab deinen ungefärbten Schnitten, wie auch da alles so schön differenziert ist, mit einer hervorragenden "Trennschärfe". Ich glaube so sieht Präparationstechnik in höchster Vollendung aus. Recht herzlichen Dank fürs zeigen, es ist wie immer lehrreich und ein wahrer Augenschmaus zugleich.

Viele Grüsse aus der Schweiz,,, Reto B.
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Fahrenheit
Global Moderator
Member

Beiträge: 3726



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« Antworten #4 am: November 07, 2013, 08:34:54 »

Liebe Freunde,

vielen Dank für Euer großes Lob, über das ich mich sehr gefreut habe!

Lieber Heiko,

Korkleisten oder Flügel findet man zum Beispiel auch in der Verwandtschaft des Pfaffenhütchens beim Flügel-Spindelstrauch (Euonymus alatus) oder auch bei den Ulmen (unter Anderen Feld-Ulme - Ulmus minor und Felsen-Ulme - Ulmus thomasii). Für einige Ahorn-Arten (Acer) sind ebenfalls Korkleisten oder Flügel dokumentiert und auch die Passionsblumen-Art Passiflora suberosa zeigt Flügel.

Lieber Reto,

Das ist alles gar nicht so schwer und bedarf nur ein wenig Übung mit den Werkzeugen, zumal das Pfaffenhütchen sich gut schneiden lässt. Wie es geht, haben wir z.B. auf der Webseite des MKB unter Botanische Mikrotechnik in einigen Artikeln beschrieben.

Für die ungefärbten Schnitte muss man natürlich mit Frischmaterial arbeiten. Um genügend Material zu bekommen und mich an die Probe zu gewöhnen, schneide ich zunächst (meist so 40 bis 50 µm dick) mit Ethanol 70% auf Klinge und Probe. Der Alkohol sorgt aber recht schnell für die Zerstörung der Chloroplasten. Daher wechsele ich dann zu Ethanol 30% und mache noch 5 oder 6 Schnitte, um dann einen schönen auf den Objektträger zu bringen und mit einem Deckglas ab zu decken. Dann ziehe ich etwas Wasser durch, um das Ethanol weiter zu verdünnen und so mehr Zeit zum Fotografieren zu gewinnen.
Die Befeuchtung mit Wasser ist auch möglich, allerdings muss dann die Oberflächenspannung mit Rindergalle (Fel Tauri, gibt's im Künstlerbedarf) herab gesetzt werden.

Den Rest macht die Natur. Smiley Bei den Bildern handelt es sich um einfache Hellfeld-Aufnahmen, die außer der Normalisierung und einer leichten Schärfung beim Verkleinern nicht nachbearbeitet sind.

Und mit Rolf-Dieter Müllers W3Asim II ist auch die Färbung ganz einfach.

Allen herzliche Grüße
Jörg
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Detlef Kramer
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« Antworten #5 am: November 07, 2013, 10:50:17 »

Lieber Jörg,

sei nicht zu bescheiden! Alle haben recht - das ist nicht zu toppen.

Ich bin übrigens der Meinung, dass der zweite Jahresring keiner ist, sondern die Folge einer Trockenperiode im Frühsommer. Deswegen ist er so undeutlich. Beweisen kann ich das natürlich nicht.

Herzliche Grüße
Detlef
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Hans-Jürgen Koch
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Beiträge: 741



« Antworten #6 am: November 07, 2013, 11:56:48 »

Lieber Jörg,

dein Zitat vom November 2012: „ Mal schauen, ob ich diese Woche noch dazu komme, da mal das Messer anzulegen“.
Du hast dir aber Zeit gelassen (fast ein Jahr). Lächelnd
Zurück zu Deinem hervorragenden Beitrag. Der Zeitaufwand ist beachtlich, aber es lohnt sich. Wenn ich unsere Färbungen vergleiche, sehe ich interessante Unterschiede. Bei meiner W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) sind die Farben kräftiger.
Die W3Asim II Färbung von Rolf-Dieter Müller erscheint mir heller. Das Phloem in Bild 6  b + c  ist grünlich gefärbt.
Eine super Arbeit, vielen Dank fürs Zeigen.

Mit freundlichem Gruß

Hans-Jürgen
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Jan Kros
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Beiträge: 749



« Antworten #7 am: November 07, 2013, 16:35:24 »

Lieber Joerg
ich schliesse mich vorige Schreibern an
ein super Arbeit, die ich immer wieder geniesse
Herzlichen Gruss
Jan
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Fahrenheit
Global Moderator
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Beiträge: 3726



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« Antworten #8 am: November 07, 2013, 16:37:39 »

Lieber Detlef, lieber Hans-Jürgen, lieber Jan,

auch Euch herzlichen Dank!

Lieber Detlef,

an eine wie auch immer geartete "Hungerzeit" habe ich auch schon gedacht, aber das müsste dieses Jahr im Frühling gewesen sein und der war hier bei uns sehr feucht. Allerdings aber auch kühl. Würde ein kühles Frühjahr ebenfalls reichen, eine solche Zäsur zu erzeugen?

Meine Erfahrung mit mittlerweile vielen Workshops mit interessierten Mikroskopikern und Schülern haben gezeigt, dass es bei (hoffentlich) vernünftiger Anleitung durchaus möglich ist, im ersten Wurf solche Präparate zu erstellen. Der Rest ist Verbesserung der Fingerfertigkeit durch Wiederholung.  Grinsend
Daher meine Einschätzung: gute Pflanzenschnitte sind im Prinzip keine Zauberei - vergiss nicht: für die Forenbilder kommen natürlich nur die Sahnestücke unter die Linse. Lächelnd

Edit: Huch, das klingt heute Morgen viel schroffer, als es gestern gemeint war. Sorry. Und noch einmal vielen Dank für die Wertschätzung, die Du für meine (Hobby)Arbeit zeigst.

Lieber Hans-Jürgen,

ja, hat was länger gedauert. Für den Busch in Bad Orb hatte ich dann keine Zeit mehr und aus den Augen aus dem Sinn.  Smiley

Die von Dir beobachteten Unterschiede zwischen den Färbungen liegen an der etwas anderen Zusammensetzung des W3Asim II. Dort kommt neben Acridinrot und Acriflavin Alcianblau zum Einsatz. Robin Wacker verwendet Astrablau, das auch in der W3Asim I Lösung enthalten ist.
Die etwas dezentere Färbung gefällt mir sehr gut und ich verwende sie gerne.

Euch beiden herzliche Grüße
Jörg
« Letzte Änderung: November 08, 2013, 07:24:42 von Fahrenheit » Gespeichert

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abbeköhl
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« Antworten #9 am: November 07, 2013, 23:37:53 »

Guten Abend Jörg,

Das sind die wahren Künstler,,, so gut wie bescheiden. Zwinkernd Vielen Dank das du dir die Zeit genommen hast, um es mir noch etwas mehr zu erklären. Auf den MKB bin ich durch dieses Forum "unter anderem" auch durch dich schon mehrfach aufmerksam geworden. Aber es ist immer wieder ein guter Tipp.

Zitat von: Jörg
Den Rest macht die Natur.  Bei den Bildern handelt es sich um einfache Hellfeld-Aufnahmen, die außer der Normalisierung und einer leichten Schärfung beim Verkleinern nicht nachbearbeitet sind.

Dass hört sich bei dir soooo einfach an,,, für mich stellt eine gute Hellfeldaufnahme die grösste Herausforderung dar. Grinsend Unter allen Kontrastverfahren die ich mit meinem Mikroskop machen kann (HF - DF - POL - DIC) finde ich eine gute Hellfeldaufnahme zu machen am schwersten. Ein gutes DF - POL oder DIC Bild zu machen bereitet mir vieeeel weniger Mühe. Geht das nur mir so ? Es ist noch ein weiter Weg vor mir bis ich nur annähernd solche Präparate und Bilder vollbringen kann wie gewisse Teilnehmer in diesem Forum. Aber wenigstens kann ich bis es soweit ist meine Augen mit euren Aufnahmen verwöhnen.

Jörg,,, wenn ich Morgen zu spät zur Arbeit komme bist du schuld,,, nur du ganz allein. Jetzt klebe ich doch schon wieder am Monitor und bewundere die Bilder, ich kann mich nicht mehr losreissen. Smiley

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend, Gruss aus der Schweiz,,, Reto B.
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Fahrenheit
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« Antworten #10 am: November 08, 2013, 07:34:22 »

Lieber Reto,

leider kann ich zu DF und DIC nichts sagen, DF benutze ich als Schnippler kaum und DIC ist mit dem DM E nicht erreichbar. Bei POL Aufnahmen zeigt meine Canon PS A520 seltsame Farben - Hellfeld ist halt mein tägliches Brot.

Die frischen Schnitte sind natürlich alles andere als plan und oft muss man auch mit Luftblasen kämpfen. Daher nehme ich "den Besten", den ich beim Schneiden mit 30% Ethanol bekommen habe (die Ausschussrate liegt bei mir zwischen 50 und 80%, je nach Material, aber ein Schnitt braucht ja auch nur 10 Sekunden).

Da es oft der erste mikroskopische Blick auf die Probe ist, gilt es nun, schnell schöne und interessante Stellen zu finden und dann zu fotografieren. Entscheidend sind hier sicher die Bilderstapel, um im Bildfeld genügend Schärfe zu erreichen.

Wenn Du an bestimmten Stellen Fragen hast: gerne. Ich kann Dir zwar nicht versprechen, dass ich helfen kann, aber ich werde versuchen.

Schön, dass Dir auch die MKB Seite gefällt und sorry, dass ich Dich heute von der Arbeit abhalte (versuch' wenigstens nicht so laut zu schnarchen).  Grinsend Grinsend

Herzliche Grüße
Jörg  
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« Antworten #11 am: November 08, 2013, 17:58:09 »

Hallo Jörg,

Vielen Dank für die Info. Das Mikroskop in seiner Funktionsweise zu verstehen und zu bedienen, ist nicht so schwer finde ich. Das erlehrnt man in einiger Zeit. Das kann ich nach einem Jahr als Anfänger behaupten.
Fotografieren mit einer passenden C-Mount Mikroskopkamera(alles Autom.) und entsprechender Software ist auch nicht so schwer,,, ausser Hellfeld finde ich. Digitale Bildbearbeitung kann man auch in akzebtabler Zeit erlernen. Aber eine zufriedenstellende Symbiose dieser 3 Punkte zu erreichen macht es aus. Aber auch das ist noch machbar. Aber mit einer Canon oder Nikon etc. Mikrofotos zu machen währe zur Zeit zuviel für mich. Da würde ich noch zuviel falsch machen, wenn ich nur schon an deren Adaption denke. Da ziehe ich den Hut vor euch allen !

Aber was ich als eine ganz andere Herausforderung ansehe, ist das Herstellen von qualitativ hochwertigen "Vital"-Präparaten und Dauerpräparaten. Das ist so ein extrem grosses Fachgebiet, weil das Einsatzgebiet des Mikroskops so breit gefächert ist. Dass erlernt man nicht so schnell wie alles andere, anders gesagt, da lehrnt man nie aus. Der "krönende" Abschluss des Ganzen ist für mich alles unter einen Hut zu bringen, und dass mit solch einer Qualität wie es hier gezeigt wird. Dasselbe gilt auch für histologische Schnitte etc. die ich hier schon vermehrt gesehen habe. Jörg,,, vielen Dank für das Angebot, wenn ich Fragen habe komme ich gerne auf dich und andere Teilnehmer des Forums zurück.

Zitat von: Jörg
(versuch' wenigstens nicht so laut zu schnarchen). Grinsend Grinsend
Ich konnte es mir verkneifen. Grinsend

Herzliche Grüße aus der Schweiz, Reto B.
« Letzte Änderung: November 08, 2013, 18:03:46 von abbeköhl » Gespeichert
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« Antworten #12 am: November 10, 2013, 12:15:21 »

Lieber Reto,

gerne, dafür ist ein Forum da.  Lächelnd

Herzliche Grüße
Jörg
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