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Die Mikrofibel von Klaus Henkel
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Autor Thema: Müller Biolab – ein preiswertes Mikroskop (nicht nur ) für Einsteiger.  (Gelesen 34090 mal)
Peter V.
Global Moderator
Member

Beiträge: 9384



« am: Juli 30, 2009, 20:53:38 »

Vorwort zu all meinen "Testberichten": Generell gilt, dass ich nur exakt das Gerät beruteilen kann, das ich vor mir habe. Für eventuelle Serienstreuung in der Qualität der Geräte, bauliche Änderungen im Laufe der Zeit etc. kann ich natürlich keine Gewähr übernehmen. Es kann durchaus sein, dass sich einzelne Komponenten der Geräte oder die Fertigngsqualität im Laufe der Zeit ändern. Natürlich kann ich auch keinerlei Gewähr dafür geben, dass Hersteller oder Händler ihre Zusagen, gesetzliche Verpflichtungen (z.B. nach Fernabsatzgesetz) etc. einhalten. Ich beurteile nur Geräte, nicht Händler!!!


Liebe Forengemeinde,

Wenn man sich die Mikroskopangebote bei ebay anschaut, stellt sich sicher Vielen die Frage „Alles Müller oder was?“. Grund genug, einmal die hier schon mehrfach erwähnten „Müller“-Mikroskope  - stellvertretend für den Bereich der China-Importmikroskope - unter die Lupe zu nehmen und sich einen Überblick zu verschaffen, was der „China-Markt“ derzeit hergibt und wie es um das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Mikroskope bestellt ist.

Vorweg: Die Firma Müller war so freundlich, mir auf Anfrage drei trinokulare Mikroskope zu Vergleichszwecken zur Verfügung zu stellen: Zwei Mikroskope mit 160 mm- Endlichoptik, das
Biosphere-T  für 299 EUR und das Biolab-T für 399 EUR  sowie ein MN300-T mit Unendlichoptik für 849 EUR. Geliefert wurden die drei Mikroskope in ungeöffneter Originalverpackung.



Ich möchte meine Testreihe mit dem preislich „mittleren“ Modell, dem Biolab-T für 399,00 beginnen, denn es hat meines Erachtens das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.




Lieferumfang und Zusammenbau:

 Zum Lieferumfang des Biolab-T gehören neben dem Mikroskop mit Trinotubus
-   4 Achromate 4, 10, 40 und 100
-   1 Okularpaar WF 10 x
-   1 Okularpaar WF 20 x
-   1 Filtersatz blau, grün und gelb
-   1 Flasche Immersionsöl
-   1 Adapter „Eyepiece linker“
-   1 Adapter „ CCD linker“
-   1 Bedienungsanleitung in deutscher Sprache

Für jemanden, der schon einmal ein Mikroskop gesehen hat, gestaltet sich der Zusammenbau der Komponenten problemlos. Die Bedienungsanleitung ist sehr kurz gehalten, Hinweise zum Köhlern bzw. detailliertere Darstellungen zur Einstellung eines Mikroskopes finden sich nicht ( habe ich auch nicht erwartet ).  Allerdings ist auch die Frage zu stellen, wie ausführlich eine solche Anleitung überhaupt sein sollte, denn einem Neufahrzeug liegt ja auch keine Beschreibung bei, wie man Auto fährt – das wird vorausgesetzt und das muss man eben in der Fahrschule lernen.

Das Mikroskopstativ:

Aufgrund des mir anfänglich  etwas gewöhnungsbedürftig erscheinenden  Designs mit dem „herzförmigen“ Gerätefuß sowie den Abbildungen im Internet hatte ich zunächst kein sonderlich „professionelles“ Gerät erwartet ( um es einmal vorsichtig auszudrücken ). Umso überraschter war ich, als nach dem Zusammenbau  ein recht solides, „großes“ schweres, absolut standfestes und „wertig“ wirkendes – nahezu vollständig aus Metall gefertigtes – Mikroskop vor mir stand, an dem nichts wackelt und das auch insgesamt durchaus ansehnlich ist.   Mit einem Gewicht von satten 6,6 kg ist es exakt so schwer wie ein voll bestücktes  Zeiss Standard 16 mit 5-fach-Revolver  Optovar! Am Stativ selbst ist lediglich der Geräteboden ( nicht der Fuß! ) aus Kunststoff, dieser Kunststoff ist aber durchaus hochwertig.

Ausgestattet ist das Mikroskop mit einer für die meisten Anwendungen ausreichenden 20 Watt-Halogenbeleuchtung, der Ein/Ausschalter befindet sich auf der Rückseite des Fußes, an der rechten Seite gut erreichbar das Drehpoti für den Dimmer. Im Gerätefuß findet sich eine gut bedienbare Leuchtfeldblende. Die Kondensorführung ist sehr exakt und ganz aus Metall gefertigt und besitzt einen verstellbaren Höhenanschlag, die Höhenverstellung über den großen Triebknopf funktioniert problemlos ohne Spiel. Der Kondensor ist zentrierbar und verfügt über eine gut laufende Aperturblende und einen etwas fragil wirkenden Kunststoff-Filterhalter ( der aber auch bei teureren Mikroskopen oft nicht viel solider ausgelegt ist ).
In  geringen Maße findet man auch hier das Phänomen ( das ich aber auch schon bei China-Mikroskopen in der 1000 EUR-Klasse gesehen habe, z.B. bei den VWR-Mikroskopen  ), nämlich eine gewisse „Erschütterungsempfindlichkeit“ des Kondensors, sodass das Bild beim Verstellen der Aperturblende leicht „zittert“. Das stört aber auch nur, wenn man eben „Besseres“ gewohnt ist, und für diese Mikroskopklasse ist das „Zittern“ sogar noch recht gering. Es stört aber nicht wirklich und fällt dem unvoreingenommenen Benutzer vermutlich gar nicht störend auf.

Der Kreuztisch lässt sich über die etwas zu „schlank“ geratenen tiefliegenden koaxialen Triebknöpfe gut bewegen und läuft angenehm, ebenso die Objektklammer.
Grob- und Feintrieb funktionieren tadellos, am linken Triebknopf ist eine Tischhöhenarretierung einstellbar,  rechts lässt sich die Gängigkeit des Grobtriebes einstellen ( beides auch keine Selbstverständlichkeit in diesem Preissegment ).  

Der wertig wirkende 4-fach-Revolver rastet satt ein, hier gibt es nichts auszusetzen.
Insgesamt sind Mechanik und Verarbeitung wirklich  gut, lediglich an manchen Stellen  merkt man dann doch, dass man sich nicht auf „Zeiss-Niveau“ bewegt. So weisen viele  Schrauben in ihren Gewinden Spiel auf  ( z.B. Fixierungsschraube für den Bino, Kondensorzentrierung ) und laufen etwas hakelig ,  ein Zwischenring zwischen dem eigentlichen Kondensor und der Kondensorhalterung – ein Drehteil aus Alu – würde nicht gerade als Meisterstück eines schwäbischen Zerspanungsmechanikers durchgehen. Hier hätte es nicht geschadet, den Drehkörper noch einmal mit einem feinen Schmirgelpapier zu entgraten. Allerdings sind das Mängel, die sich im täglichen Umgang nicht auswirken und mit denen man bei einem Gerät dieser Preisklasse auch leben kann und wohl muß.




Bild1: Größenvergleich mit einem Zeiss KF2 Standard

Das Binokular mit der einseitigen Dioptrienverstellung weist ebenfalls keine Schwächen auf.

Die optische Ausstattung:

Hierzu gehören zwei 10-fach Okulare mit einer SFZ von ungefähr 18 sowie zwei 20-fach Okulare.
Die 4 Achromate liefern ein knackiges, kontrastreiches und annähernd ebenes Bild ( das 100er-Objektiv wurde nicht getestet ).
Das 40er-Objektiv wurde gegen einen „schwarzen“ Achromaten der der letzten Baureihe von Zeiss getestet und kann mit diesem meines Erachtens locker mithalten, mein subjektiver Eindruck ist sogar, dass er ein insgesamt „besseres“, knackigeres Bild liefert als der Zeiss-Achromat! Die Bildfeldebnung weist keinen erkennbaren Unterschied zum Zeiss-Achromaten auf.







Bezüglich der technischen Parameter ( RMS, 160 mm-Tubuslänge ) besteht natürlich volle Kompatibilität zum den entsprechenden Serien der großen Hersteller.

Der Fototubus verfügt über eine umschaltbare Strahlenteilung 100 : 0 und ( wohl )  30 : 70 , sodass Fotos auch bei gleichzeitiger Boebachtung duuch die Okulare des Binos aufgenommen werden können ( ein ganz großer Vorteil gegenüber den nur alternativ umschaltbaren Tuben ).  Der Fotoausgang verfügt über einen Adapter mit  Höhenverstellung zur Einstellung der Parfokalität, welche mit meiner Coolpix und dem 10x Periplan auch auf Anhieb gelingt. ( So schnell habe ich noch an keinem Mikroskop das Kamerabild parfokal bekommen! )
 Leider gibt es hier ( noch ) einen kleinen Wermutstropfen: Das Sehfeld durch den Fototubus ist merklich kleiner als durch das Binokular und führt mit üblichen Okularkameras oder CCD-Kameras zu einer deutlichen Vignettierung, die sich nur durch erhebliches Zoomen vollständig beseitigen lässt und nur einen Teil des Bildes, das man im Binokular sieht, darstellt.  Ursächlich hierfür ist ( glücklicherweise nur ) eine im Durchmesser zu geringe Bohrung des höhenverstellbaren Adapters mit dem Okularanschluß. Der „fehlerhafte“ Adapter lässt sich einfach  vom Tubuskopf abschrauben und müsste ggf. in einer Metallwerkstatt aufgebohrt werden ( was in jeder Metallwerkstatt mit Standbohrmaschine  technisch eigentlich einfach zu bewerkstelligen ist und nur ein paar EUR kosten dürfte. )
Warum dieses Zwischenstrück so konstruiert wurde, ist mir nicht ganz klar, jedenfalls scheint sie durchaus beabsichtigt als eine Art „Blende“ eingebracht zu sein. Möglicherweise, um bei inhomogener Beleuchtung einfach den Rand auszublenden, nach dem Motto „Was man nicht sieht, ist auch nicht da! ;-)  )
Ich habe den Adapter einmal aufbohren lassen und damit das gleiche Sehfeld wie im Bino erreichen können, allerdings zeigt sich dann auch eine deutliche inhomogene Ausleuchtung bei niedrig vergrößerndes Objektiven wie dem 4-fach-Objektiv. Aber solche Probleme kenne ich durchaus auch von älteren Markenmikroskopen wie dem Zeiss KF2.

Das Problem des zu „engen“ Fotoausgangs  ist bei Müller bekannt ( auch durch bereits schon erfolgten Hinweis von Wilfried Nisch ) und soll mit der nächsten Serie abgestellt werden. Dieser „Mangel“ sollte allerdings nicht unbedingt ein Kaufhindernis sein, denn er ist grundsätzlich behebbar.




Fotos mit den Achromaten 4, 10 und 40-fach durch den „aufgebohrten“ Fototubus:


4x-Achromat ( hier noch mit deutlich erkennbarer inhomogener Beleuchtung )


10x-Achromat


40x-Achromat

Was noch auffiel:
Nach längerem Betrieb wird der Fuß recht warm ( beim Mikroskopieren im Winter ein sicher angenehmer Nebeneffekt ;-)  Das stört aber nicht wirklich.
Seltsamerweise wurde oberhalb der Leuchtfeldblende noch ein Mattfilter angebracht, sodaß der Leuchtfeldblendenrand nicht exakt scharf abgebildet werden kann ( was der reinen Lehre des Köhlerns natürlich widerspricht ), sich aber im praktsichen mikroskopischen Leben nicht negativ auswirkt ( auch mit „Nelson“ kann man hervoragend mikroskopieren, wenn es nicht darum geht, dass Allerletzte aus einen Planapo an der Diatomee herauszuolen ).

Zu klären sind noch Fragen der Aufrüstbarkeit ( ein von Müller derzeit lieferbares Universal-Phasenkontrast-Set war mit Kunstgriffen gerade verwendbar, aber noch nicht „optimal“. )

Zusammenfassung:

Natürlich immer unter Berücksichtigung des Preises: das Müller Biolab-T ist ein gelungenes, auch vom „feeling“ her echtes einfaches Labormikroskop ohne wesentliche Schwächen mit einem für meine Begriffe sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich habe an dem Mikroskop - abgesehen von dem zu engen Adapter am Fotoausgang -  kaum etwas gefunden, was mich wirklich stört und es mangelt an fast nichts. Von der Leistungsfähigekt entspricht es etwa einem Markenmikroskop der Klasse Zeiss KF2.  Es eignet sich sowohl für den absoluten Anfänger und dürfte den Hobbymikroskopiker noch eine ganze Weile zufrieden stellen, ebenso ist es  für einfach Routineaufgaben im Labor ( z.B. Arztpraxis etc.  ) geeignet.
Ich war von diesem Gerät – insbesondere unter Berücksichtigung des Preises – begeistert und kann es durchaus zum Kauf empfehlen. Man bedenke, dass ein Novex-B mit ähnlicher Ausstattung im Schnitt 645 EUR kostet,
Ich jedenfalls würde mir das Biolab-T kaufen, wenn ich ein neues Mikroskop in dieser Preisklasse suchen würde.


Noch etwas:
Zwischen dem nur 100 EUR preiswerteren Biosphere-T und  dem Biolab-T liegen Dimensionen! Wer nur ansatzweise mit dem Gedanken spielt, das Biosphere T ( zweifelsohne auch kein schlechtes Mikroskop, Test folgt )  zu erwerben, sollte dennoch lieber weitere 100 EUR sparen und sich das deutlich professionellere Biotab-T zulegen.

Das Modell Biolab gibt es zudem noch in den Versionen M ( Monotubus ), I ( Inversmikroskop ) und DN mit eingebauter Digitalkamera, wobei vermutlich für die Mehrzahl der Mikroskopiker die von mir getestete T-Variante mit Trinotubus die Intressanteste sein dürfte.

Ich denke, dass wir langsam aber sicher davon abkommen müssen, China-Importgeräte generell als „Billigschund“ abzutun. Wie in so vielen Bereichen haben die Chinesen gelernt und produzieren zunehmend auf verschiedenen Sektoren Geräte, die sich dem gewohnten europäischen Standard zumindest nähern, nur erheblich preiswerter. Sie können durchaus eine akzeptable Alternative zu den recht teuren „etablierten“ Marken sein. Sicherhlich hat ein schönes, gebrauchtes Zeiss Standard seine Reize und ist mechanisch einfach sauberer gefertigt, und ob ein China-Mikroskop ein Gerät „für’s Leben“ ist wie beispielsweise ein altes Zeiss, weiss ich nicht. Auch gibt es noch einige leichte konstruktive und mechanische Schwächen – aber: man bedenke immer den Preis!
Wer auf jeden Fall ein Neugerät möchte und nicht mehr investieren kann oder will, ist mit dem von mir vorgestellten Mikroskop sicher nicht schlecht bedient.

Das Mikroskop wurde mir freundlicherweise von Müller zur Verfügung gestellt, es gehört mir nicht. Ich habe es insofern sorgsam behandelt und jedweden „Belastungstest“ unterlassen, sodass ich keine Aussagen über die „Langzeitstabilität“ machen kann.  Auch kann ich natürlich nicht sagen, ob es Qualitätsschwankungen innerhalb einer Serie ( z.B. bei der optischen Qualität der Objektive ) gibt. Das nur zu meiner „Entlastung“ falls es doch einmal Klagen gibt ;-)
Allerdings hat man bei einem Internetkauf ja Rückgaberecht und Garantie / Gewährleistung besteht ja ohnehin.

Alle Mikrootos wurden unbearbeitet gepostet ( außer der leider notwendigen deutlichen Verkleinerung und JPG-Kompression, da sonst die Ladezeit unerträglich lang geworden wäre. Keine Änderung des Farben, Tonwerte, Helligkeit/ Kontrast etc. ). Bearbeitet wären sie natürlich "schöner"!

Bitte betrachtet diesen "Test" als das, was er ist: Ein Erfahrungsbericht, kein professioneller Test a la "Stiftung Warentest". Vielleicht ist er dennoch für den Einen oder Anderen interessant.
( Auch, wenn generell die Empfehlung für Hobbymikroskopiker eher zum Kauf gebrauchter Markengeräte geht, gibt es ja doch nicht wenige, die sich explizit nur für ein "neues" Mikroskop interessieren. )


Herzliche Grüße
Peter









« Letzte Änderung: August 28, 2014, 22:59:43 von Peter V. » Gespeichert

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PAKRO
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Beiträge: 139



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« Antworten #1 am: Juli 30, 2009, 22:46:23 »

Hallo Peter!

Ein sehr guter Erfahrungsbericht!

Hut ab für die Mühe und den Zeitaufwand einen solchen Test zu machen!


Beste Grüße

Peter
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Hugo Halfmann
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Beiträge: 1044



« Antworten #2 am: August 02, 2009, 12:03:42 »

Hallo Peter!

Ein sehr guter Erfahrungsbericht!

Hut ab für die Mühe und den Zeitaufwand einen solchen Test zu machen!


Beste Grüße

Peter

Dem schließe ich mich an !

Danke !!!

Nur schade, das auch dieser wertvolle Beitrag in der Versenkung verschwinden wird, weil es keine Rubrik "Gerätetest" oder so ähnlich gibt.
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Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann
Peter V.
Global Moderator
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Beiträge: 9384



« Antworten #3 am: August 02, 2009, 14:25:05 »

Zitat
Nur schade, das auch dieser wertvolle Beitrag in der Versenkung verschwinden wird,

Hallo!

So ist das Leben. Damit teilt dieser Bericht das Schicksal der von Dieter Bohlen gefundenen "Superstars"  Zwinkernd

Herzliche Grüße
Peter
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Bernhard Lebeda
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Beiträge: 2235



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« Antworten #4 am: August 02, 2009, 15:21:19 »


So ist das Leben. Damit teilt dieser Bericht das Schicksal der von Dieter Bohlen gefundenen "Superstars"  Zwinkernd



Na die gehören ja auch ganz tief in die Versenkung!!

Wie wär denn folgendes: jeden Test mit einem festen Stichwort im Titel, z.B. "Der Mikroskoptest" beginnen lassen. Dann könnte man bei Einsteigeranfragen leichter auf die Suchfunktion mit diesem Stichwort hinweisen.


Bernhard
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Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung
Hugo Halfmann
Member

Beiträge: 1044



« Antworten #5 am: August 02, 2009, 15:34:48 »

Hallo Bernhard,

deine Idee ist nicht schlecht.

So hat man in 2 Jahren wenigstens noch die Chance, solche Berichte wiederzufinden.

Das setzt natürlich voraus, daß ein solches Stichwort nicht allzu häufig verwendet wird.
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Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann
TPL
Gast
« Antworten #6 am: August 02, 2009, 15:40:04 »

Wie wär denn folgendes: jeden Test mit einem festen Stichwort im Titel, z.B. "Der Mikroskoptest" beginnen lassen. Dann könnte man bei Einsteigeranfragen leichter auf die Suchfunktion mit diesem Stichwort hinweisen.

Hallo Bernhard,
sehr gute Idee, am Besten noch kürzer (nur "Mikroskoptest: {Name des Gerätes}"), denn sonst kann man in der Übersicht nicht mehr lesen, was denn da getestet wurde.

Ähnliches gilt übrigens auch, wenn Fragen in der Betreff-Zeile gestellt werden: Wer seine Frage (aus meiner Sicht) überflüssigerweise mit "Frage zu..." beginnt, der verschenkt den Platz und die Übersichtlichkeit, die ein simples Fragezeichen am Schluss der Frage bietet.

Das schreibe ich nicht, um zu meckern, sondern u.a. weil die Suchfunktion in dieser Forumssoftware sehr mager ist, und es wirklich schade wäre, wenn dieser Beitrag in der Versenkung verschwände.

Schönen Sonntag noch, Thomas
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Klaus Henkel
Member

Beiträge: 1540


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« Antworten #7 am: August 02, 2009, 16:48:53 »

Hallo echte Mikroskopiker!

Hier ist wieder Formalist mit einem Hinweis. Falls die vereinigte und einige Moderatorenschaft einem solchen Vorschlag nähertreten möchte, rege ich an, Beurteilungen von Instrumenten auf der Basis persönlicher Eindrücke, Erprobung und Versuche nicht Test zu nennen, sondern Erfahrungsberichte. Geräte und sonstige Waren werden auf reproduzierbare Weise von der öffentlichen Stiftung Warentest des Deutschen Volkes auf technische und anwendungstechnische Eigenschaften und Eignung getestet. Auch Ökotest und andere europ. Testinstitute haben sich da längst etabliert bei reproduzierbaren Produkttests.

Meine Anregung zielt darauf ab, besonders bei Anfängern Mßverständnisse zu vermeiden.
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Werner Jülich
Member

Beiträge: 770


« Antworten #8 am: August 02, 2009, 16:50:09 »

Sehr geehrter Herr Voigt,
Sie haben also festgestellt, dass ein 30-40 Jahre alter Zeiss Achromat inzwischen auch von chinesischen Herstellern erreicht wurde. Ich habe sogar den Eindruck, dass Sie etwas überrascht sind.

Warum soll ein Land wie China nicht in der Lage sein, recht simple Mikroskope zusammenzuschrauben, wenn es schon längst in der Lage ist, sich in den meisten Industriebereichen zu behaupten bzw. kurz davor steht. Fragen Sie einmal Cisco oder HP, wieweit die chinesischen Wettberwerber noch hinten sind. Fragen Sie einmal unsere großmäuligen, Subventionen abgreifenden Photovoltaik-Firmen, wo der Unterschied zu Suntech-Power oder Trina zu sehen ist?

Was die chinesischen Mikroskope abwertet, sind weniger die Hersteller, sondern die westlichen Konsumenten, die mit ihrer ausgeprägten "für Lau-Mentalität" nur die Produkte akzeptieren, die so gut wie nichts kosten.
Deshalb bekommt die breite Masse auch nicht mit, dass es da längst gute bis sehr gute Mikroskopkomponenten gibt, die via OEM den Weg in den hochpreisigen Markt gefunden haben. Weil aber Fritzchen Müller nur dann chinesische Ware kauft, wenn Sie über die entsprechenden Ramschkanäle vertrieben werden, wird es noch eine Weile dauern, bis die ersten ambitionierten  chin. Hersteller unter eigenem Namen  hier auftreten werden.

Jetzt zu den von Ihnen vorgestellten Importmodellen.
Die Mikroskope sind noch nicht auf dem Niveau der alten Zeiss, Leitz, Will, Hertel&Reuss, weil es damals eben nicht nur die einfachste Ausstattung mit Achromaten gab, sondern ein ganzes Sortiment interessanter Komponenten, die diese alten Schätzchen heute noch begehrenswert machen.
Ein Will BX300, um mal ein 08/15-Modell zu wählen, wurde bereits vor über 25 Jahren als Baukasten geliefert, lieferbar waren und sind Aufllicht-Illuminatoren für AFL und Hellfeld, Lampenhäuser für 50 und 100W, 5 fach Revolver, Objektive von 2,5-100fach. SPL-Objektive mit reduzierter chrom. Aberration usw.
Es gibt heute noch jedes Ersatzteil! Ich sehe keinen Grund, dass sich das in den kommenden Jahren ändert.
Es gibt Zeichnungen, damit man die Dinger reparieren kann.

Fragen Sie mal, was in 3, 5 oder 10 Jahren geschieht, wenn der Antrieb oder die Stromversorgung dieser billigen Importmikroskope den Geist aufgibt? Fragen Sie mal nach der Zulassung, um so ein Ding, wie Sie schreiben, einem Arzt ins Labor zu stellen. Prüfen Sie einmal die CE nach oder das TÜV-Rheinland Zertifikat, ob damit wirklich das Modell beschrieben wird .., dem das Zertifikat in Kopie beigelegt wird.

Chinesische Mikroskope ohne Wartung und ohne gesicherte Ersatzteilversorgung stellen den deutschen Vertreiber vor immense Herausforderungen. Im Prinzip ist diese Herausforderung leicht zu bewältigen, dazu müßte man nur Ersatzteile vorhalten und Fachpersonal schulen  und den Mehraufwand einpreisen.

Werner Jülich
« Letzte Änderung: August 02, 2009, 16:53:03 von Werner Jülich » Gespeichert
Peter V.
Global Moderator
Member

Beiträge: 9384



« Antworten #9 am: August 02, 2009, 18:19:45 »

Hallo Herr Jülich,


Zitat
Sie haben also festgestellt, dass ein 30-40 Jahre alter Zeiss Achromat inzwischen auch von chinesischen Herstellern erreicht wurde. Ich habe sogar den Eindruck, dass Sie etwas überrascht sind.

Sind die "schwarzen" Achromate wirklich schon 30 - 40 Jahre alt? Ich hätte sie in die Achtziger datiert. Aber das wissen Sie ( und viele Zeiiss-Experten ) besser als ich.


Zitat
Was die chinesischen Mikroskope abwertet, sind weniger die Hersteller, sondern die westlichen Konsumenten, die mit ihrer ausgeprägten "für Lau-Mentalität" nur die Produkte akzeptieren, die so gut wie nichts kosten.

Ach, ich weiß gar nicht, ob das immer so stimmt. Aus verschiedenen Gründen verwende ich noch Videorecorder anstelle von DVD-/Festplattenrecordern. Irgendwann um die Jahrtausendwende ( als VHS noch aktuell war ) vollzog sich eine Wende: Die Geräte wurden extrem preiswert, aber hielten nur noch 1 Jahr ( wenn überhaupt ). Ich habe seitdem ca. 6(!) Geräte "verbraucht" und verschrottet. Das Problem: Es gab auf dem Markt ab ca. 2000 keine hochwertigen VHS-Laufwerke mehr zu kaufen! ( Außer vielleicht im professionellen Studiosektor ). Ich habe verzweifelt nach einem "guten" Markengerät gesucht, gerne auch etwas teurer, wenn ich dafür nicht jedes Jahr ein Neues kaufen muss. Vergebens. Der Markt bietet solche Geräte nicht mehr an.

Zitat
Fragen Sie mal, was in 3, 5 oder 10 Jahren geschieht, wenn der Antrieb oder die Stromversorgung dieser billigen Importmikroskope den Geist aufgibt?

Na  ja, da könnte ich ketzerisch sagen: Ein Neues kaufen, denn eine Reparatur wäre kaum preiswerter.... Grinsend
Sicher, Sie haben Recht Herr Jülich, aber wenn ich sehe, in welchen Mengen Leitz an seinen Laborlux / Dialux-Modellen Kunststoff verbaut hat, wie klapperig diese Bauteile zum Teil sind und wie man die Großfeldlinse am dürren Plastikärmchen befestigt hat, das bei versehentlicher hektischer Handewegung abbricht, ist auch nicht immer als Gold, was einen großen Namen trägt.

Zitat
Fragen Sie mal nach der Zulassung, um so ein Ding, wie Sie schreiben, einem Arzt ins Labor zu stellen. Prüfen Sie einmal die CE nach oder das TÜV-Rheinland Zertifikat, ob damit wirklich das Modell beschrieben wird .., dem das Zertifikat in Kopie beigelegt wird.


Was für eine Zulassung meinen Sie? Meines Wissens muß nur eine sicherheitstechnische Kontrolle durchgeführt werden. Und für einen Allgemeinarzt, der sich alle paar Tage mal ein Harnsediment anschaut, reicht es auf jeden Fall ( Natürlich wäre es wohl kaum das geeignete Werkzeug für einen Pathologen oder Hämatologen! )

Aber Sie wissen ja: Ich habe primär den Hobbymikroskopiker im Blick, der ein preiswertes Einsteigergerät sucht. Und wenn mich jemand fragt, würde ich ihm immer noch zu einem gebrauchten Markengerät raten, solange noch komplett bestückte Zeiss Standard 16 für unter 250 EUR bei ebay verkauft werden ( wie letztens wieder mehrfach gesehen ).
Allerdings fangen die Probleme bei einem günstigen Trinotubus ja schon an......
Ich will auch gar nicht Werbung für die China-Geräte machen - aber Fakt ist, daß ein solches Mikroskop für die meisten einfachen mikroskopischen Aufgaben zunächst einmal ausreichend ist.
Und es gibt ja immer wieder Einsteiger, die nicht viel geld zur Verfügung haben und sich aus diversen ( wenn auch ausmanchmal nicht nachvollziehbaren ) Gründen beharrlich gegen ein Gebrauchtgerät entscheiden.

Ich habe übrigens schon mehrfach ein anderes von mir "erfahrungsberichtetes" China-Mikroskop zu Mikroskopikertreffen ( Hagen, Konrnrade ) mitgenommen und die meisten Leute, die damit mal probehalber mikroskopiert haben, waren positiv überrascht.

@ Herrn Henkel:

Wie ich schon mehrfach erwähnte, maße ich mir einen 100% objektiven "Test" nicht an. Deshlab liegt mir selbst immer sehr daran, das Ganze "Erfahrungsbericht" und nicht "Test" zu nennen:

Zitat:
Zitat
Bitte betrachtet diesen "Test" als das, was er ist: Ein Erfahrungsbericht, kein professioneller Test a la "Stiftung Warentest". Vielleicht ist er dennoch für den Einen oder Anderen interessant.

Herzliche Grüße
Peter






« Letzte Änderung: August 02, 2009, 18:24:36 von Peter Voigt » Gespeichert

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suuppie
Gast
« Antworten #10 am: August 03, 2009, 18:50:57 »

Hallo Peter,

vielen Bank für diesen ausführlichen " Erfahrungsbericht! Bin derzeit beim Mikroskopkaufen, so ist dieses Mikro sicherlich eine Option für mich.

Ich will zu dieser ganzen Diskussion meine Meinug dazugeben: Man kann einen BMW  Fahrer, und wenn er noch so ein Fehlerhaftes Auto fährt nie überzeugen, dass eventuell ein Japaner gleich gut ist.
So ist es auch mit den Mikroskopen, ein Zeissbesitzer hat da sicherlich einen gewissen Stolz, aber die Zeiten ändern sich eben, nicht umsonst läst Zeiss in China produzieren (Primostar).

Falls wer ein brauchbares Mikro für mich hat, meldet euch doch (Budget so um die 800,-- Euro)!

Noch was, Peter, wie hat den das ganz rechte Mikro MN 300T abgeschnitten? Wäre für mich auch eine Option.

Danke und LG
Wolfi

PS: Falls Ihr Rechtsschreibfehler fintet, pehaldet Sie
Gespeichert
Manfred Rath
Member

Beiträge: 381



« Antworten #11 am: August 03, 2009, 19:45:27 »

Hallo Wolfi,hallo Peter,

erstmal Respekt und Anerkennung an Peter für diesen umfassenden und für jedermann verständlichen Erfahrungsbericht.
Nun zu Wolfi:Auch ich hab mir am Anfang meiner "Mikroskopikerkarriere" ein Bresser um 349Euro gekauft,ist nicht schlecht...nur hab ichs mittlerweile an meinen 9-jährigen Sohn weitergerreicht (auch er ist mittlerweile vom Virus infiziert) - warum:Ich hab mir von einem Forumsmitglied (Peter Voigt,ich glaub den Namen kann ich ruhig nennen)
ein gebrauchtes "Reichert Biovar" um 270Euro gekauft,ich kann Dir vergewissern,es ist eine andere Welt...
Vertrau den erfahrenen Mikroskopikern hier im Forum,kauf Dir ein gebrauchtes Mikroskop eines Spitzenherstellers,Du wirst es nicht bereuen...
Liebe Grüße
Manfred
Gespeichert

Ich lebe in der Region "Steirisches Vulkanland" - bin aber kein Vulkanier sondern waschechter Steirer.
Sebastian Hess
Member

Beiträge: 69



WWW
« Antworten #12 am: August 07, 2009, 12:34:01 »

Lieber Peter, Liebes Forum,

ich habe bereits zwei mal bei Müller das Biolab T bestellt (für eine Freundin und für meine ehem. Schule als Demo-Gerät). Auch ich kann es nur wärmstens empfelen. Die Qualität des 40er-Objektives ist m.E. wirklich erstaunlich (Mit Zeiss Neofluar verglichen).

Zwei Fragen:

1) Weiß hier jemand, wie man dieses gerät ordentlich köhlern kann. Irgendwie glückt mir das nicht so recht.

2) Kennt hier jemand das invertmikrokop von Müller MIB-100. Ich überlege ernsthaft über eine Anschaffung, aber Müller möchte es nicht zur Demo versenden.

Beste Grüße, Sebastian
Gespeichert
Peter V.
Global Moderator
Member

Beiträge: 9384



« Antworten #13 am: August 07, 2009, 12:58:15 »

Lieber Sebastian,

nun, mit dem Köhlern ist das so eine Sache. Das wird evtl. nicht richtig gelingen. Eines der Probleme ist eine Mattscheibe oberhalb der Leuchtfeldfblende, die man schon aus diesem Grund nicht scharf einstellen kann.
Mit solchen konstruktiven Einschränkungern muß man abr in der Preisklasse bei ansonsten ordentlichem Gerät wohl leben.
Solange man nicht das Letzte aus einer wirklichen Spitzenoptik herausholen möchte, ist das korrekte Köhlern vielleicht auch nicht gaaaaaanz so entscheidend... ( sprachs und zog den Kopf schon ein! )

Ich möchte noch erwähnen, daß Müller mir die Geräte für einen "Test" und auch erst nach mehrfachem Kontakt und Erklärung meines Vorhabens leihweise überlassen hat. Eine probeweise Überlassung eines Mikroskops an Endkunden wird vermutlich nicht möglich sein ( was mich auch wundern würde ).

Herzliche Grüße
Peter

« Letzte Änderung: August 07, 2009, 13:03:46 von Peter Voigt » Gespeichert

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Peter V.
Global Moderator
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Beiträge: 9384



« Antworten #14 am: September 22, 2009, 08:32:57 »

Hallo!

Vorweg: Jeder hier weiß, dass ich immer die Empfehlung zu gebrauchten Markenmikroskopen ausgesprochen habe und Chinamikroskope nur für Jene empfehle, die unbedingt ein "neues" Mikroskop zum Einsteigerpreis kaufen möchten.
Zudem verbindet mich KEINERLEI geschäftliche oder persönliche Beziehung mit Müller.

Speziell zu diesem Mikroskop gibt es mehere positive Stellungnahmen auch anderer erfahrener Mikroskopiker wie z.B. von Sebastian Hess, der zwei dieser Mikroskope gekauft hat.  Auch Frank Donat hat sich das Biolab-T einmal ausführlich bei mir angeschaut und das Preis-Leistungs-Berhältnis für gut erachtet.

Ich möchte nicht ausschließen, dass es vielleicht manchmal leichte Schwankungen in der Fertigungsqualität gibt ( weiß es aber nicht ), jedoch - was mir bei "Seppls" Bericht auffällt: Es sei ja wirklich ALLES schlecht!!! Und Seppl läßt an keinem Bauteil ein gutes Haar. Auffallend auch der "extreme" Gebrauch des Wortes "extrem".
WAS - bitteschön - hat er erwartet???
An diesem Mikroskop ist nicht mehr Kunststoff verbaut als an modernen Markenmikroskopen, ich kenne kaum ein modernes Mikroskop, bei dem Leuchtfeldblende, Kondensor etc. NICHT aus Kunststoff gerfertigt sind!

Zumdem sind Begriffe wie "schwergängig" etc. relativ. Auch bei Markenmikroskopen findet man die unterschiedlichste herstellerseitige Einstellung der Triebgängigkeit. Seppl mag nun persönlich das "feeling" dieses Mikroskopes mit den eher straff eingestellten Trieben nicht gefallen, aber das ist ja kein objektives Qualitätsmerkmal. Anderen gefällt diese Triebeinstellung möglicherweise besser als ein zu leichte Verstellung.

Aber das kann man natürlich alles nicht wissen, wenn man außer einem andere Billigmikroskop keine weiteren Mikroskope kennt, nur sollte man sich dann allerdings auch ein wenig mit seiner Wertung zurückhalten!

Manche Schwächen in der Verarbeitung ( die bei dem Preis ja auch zu erwarten und meines Erachtens bei diesem Modell auch tolerabel sind ) habe ich durchaus auch angeführt, aber Äußerungen wie

Zitat
Beim bewegen des Kreuztisches oder des Grob- bzw. Feintriebes hofft man, dass die Verstellräder nicht regelrecht  abbrechen.

sind - entschuldigen Sie meine klare Ausdrucksweise - schlichtweg Quatsch!

Und

Zitat
Die Bildebene zwischen Objekt und Mattglasscheibe liegen dabei so eng beieinander, das oft in der Betrachtung - gerade bei geringer Vergrößerung mit dem 4x Objektiv ein "Schatten" der Mattglasscheibe zu sehen ist.

meint vermnutlich, dass man die Riffelstruktur der Mattscheibe erkennen kann. Das ist bei nahezu allen Mikroskopen dieser Art so und läßt sich einfachst beheben, indem man den Kondesnor 2 - 3 mm absenkt!

Ich denke, dass hier beim Käufer völlig falsche Erwartungen vorlagen, die vermutlich aus zu wenig Erfahrung und zu geringer Kenntnis des Mikroskopmarktes resultieren.

Und: What you get is what you pay! Einen Golf gibt es nicht zum Kia Picanto-Preis!

Herzliche Grüße
Peter



« Letzte Änderung: September 22, 2009, 12:05:43 von Peter Voigt » Gespeichert

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