Autor Thema: Staub im Stemi  (Gelesen 614 mal)

Diana1982

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Staub im Stemi
« am: Juni 17, 2017, 10:43:43 Vormittag »
Hallo Ihr,

Ich weiß nicht, ob es schon so war und es mir bisher noch nicht aufgefallen war (ich hab mein Stemi noch nicht lange), oder ob es sich ganz neu eingeschlichen hat. Gestern habe ich bemerkt, dass Staub in meinem SZX12 ist. Ich glaube auch herausgefunden zu haben, wo der Staub ungefähr sitzt, nämlich hauptsächlich in dem Bauteil mit dem Tubus.

Aufgefallen ist mir der Dreck, nachdem ich mit eher höheren Vergrößerungen gearbeitet habe und die Blende geschlossen hatte. Bei geringeren Vergrößerungen sieht man die Partikel eher nicht und bei offener Blende eher auch nicht.

Drehen der Okulare -> etwas Staub dreht sich mit, aber nicht alles (somit sind auch die Okulare leicht staubig, bzw. das Strichplättchen innerhalb, das war schon und wird evtl. bald durch ein nettes Forumsmitglied beseitigt).

Drehen des Objektivs -> nichts dreht sich mit.
Die Partikel sind auch verschieden, je nachdem, in welches Okular man sieht.

Wackeln am Tubusteil nach Lösen der entsprechenden Schraube -> Staub geht entsprechend mit, bleibt im Okular an gleicher Stelle.

Jetzt habe ich die Okulare rausgenommen und mit so einem Klistierball mal reingepustet.
Das hat nichts gebracht. Auch habe ich das Tubusteil abgeschraubt und dann an der Unterseite reingepustet.

Habt Ihr Tipps, was ich hier noch machen kann. Dass man nicht so arg oder besser gar nicht dran rumwischen soll, habe ich im Forum schon gelesen.

Staubige Grüße
Diana
« Letzte Änderung: Juni 17, 2017, 10:48:35 Vormittag von Diana1982 »
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Linuxpenguin

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #1 am: Juni 17, 2017, 11:22:10 Vormittag »
Hi Diana,
Ich empfehle da eine professionelle Reinigung (machen lassen).
Glück auf!
Sven
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Piper

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #2 am: Juni 19, 2017, 12:31:53 Nachmittag »
Hallo Diana,

wenn Du Fingerspitzengefühl hast, kannst Du auch selbst eine behutsame Reinigung probieren. Also die Teile, wo der Staub sitzt, soweit möglich, vorsichtig auseinander nehmen, ggf. auch die äußere Verschalung des Tubus vorsichtig entfernen, damit man an die Prismen kommt. Diese äußere Verkleidung des Tubus ist meist mit kleinen Schrauben befestigt, die man mit einem Uhrmacher-Schraubendreher-Set lösen kann.

Dann natürlich zuerst einfach mal mit Luft das ganze behutsam durchblasen. Wenn Staubpartikel fester haften und hierbei nicht weggehen (das ist oft der Fall), mit einem weichen und möglichst fusselfreien Tuch ohne Imprägnierung und weichem oder destilliertem Wasser ganz zart und nur mit minimalem Druck über die Glasoberflächen wischen. Ich nehme dafür, auch wenn man mich jetzt vielleicht anderweitig "köpft", durchaus auch gerne schon mal ein Blatt Haushaltsrolle (Zewa), oder ein nicht imprägniertes klassisches Tempotaschentuch. Das drehe ich bei Erfordernis zu einem feinen Fidibus und den tränke ich mit etwas Wasser. So komme ich auch an tiefe Teile heran, die ich mit dem Finger nicht erreichen kann.

Wenn es destilliertes Wasser ist, braucht man auch nicht zwingend kleine haften gebliebene Tropfen abzutupfen, sondern kann diese rückstandsfrei verdunsten lassen.

Natürlich ist eine professionelle Reinigung gut, nur wenn, wie neulich einem Kollegen passiert, ein namhafter Makenhersteller schon für  die Anfahrt des Technikers EUR 800 berechnen will, kommt man ans Grübeln. Hier ging es um eine Spiegel-Dejustierung, es hatte sich eine kleine Klebestelle gelöst, und das Problem konnte nach dem Aufschrauben des Mikroskops mit einem kleinen Streifen Tesafilm für Null Euro wirksam behoben werden.  :-)

Liebe Grüße

Jörg

PS: Jedes Mikroskop muss ZÄRTLICH behandelt werden, dann passiert in der Regel nix.




Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #3 am: Juni 19, 2017, 12:55:21 Nachmittag »
Zum Selberzerlegen fehlt mir leider die Erfahrung, da trau ich mich gar nicht ran. Und wenn, dann müsste ich erstmal an meinem alten Schülermikroskop üben :-) Das Risiko, dass ich dabei mehr Schaden anrichte ist mir finanziell und nervlich gesehen zu hoch. Die Hoffnung wäre noch, dass der Staub auf den äußeren Linsen des Tubus sitzt, aber sich trotzdem nicht wegpusten lässt, aber auch diese äußeren Linsen schauen mir beschichtet aus, so dass ich nicht dranrumwischen mag.

Ich hab das Problem jetzt erstmal beim Händler reklamiert und warte auf Antwort. Ggf. kann er es ja reinigen.

Könnt Ihr mir bitte unabhängig von der ausstehenden Antwort einen guten aber günstigen Mikroskop-Reinigungs-Service empfehlen? Gerne auch über persönliche Nachricht.
Denn vielleicht ist es früher oder später mal wieder so weit? Wobei ja in den Tubus rein eigentlich gar nichts kommen dürfte, solange man das Mikroskop nicht auseinanderbaut, oder sehe ich das falsch?

Viele Grüße
Diana
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Klaus Herrmann

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #4 am: Juni 19, 2017, 13:58:03 Nachmittag »
Hallo Diana,

1.Wenn du in den Fototubus von oben reinschaust (also durch Her 1 durch) unten hellbeleuchtet und Schaltprisma auf Phot siehst du dann den Schmutz?

2. Den Tritubus kannst du ja abnehmen. Wenn du den jetzt die Doppelirisblende am Mikroskopkörper ganz öffnest und unten eine hell beleuchtete weiße Fläche liegen hast siehst du dann den Schmutz in einem oder beiden Strahlengängen?

3. Aus dem Tubus die Okulare raus nehmen die Okularöffnungen gegen helles Licht halten und von unten rein schauen, siehst du dann den Schmutz? Das Umschaltprisma natürlich in der Stellung visuell.

4.Sieht man auf den Fotos den Schmutz? Also Bild von heller Fläche machen!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #5 am: Juni 19, 2017, 14:35:26 Nachmittag »
Hallo Klaus,

Ich habe ja keinen Tritubus, sondern einen Extra-Fotoausgang, siehe Bild.
Der Staub, um den es hier geht, liegt hinter den Okularen und vor dem Fotoausgang. Er bewegt sich entsprechend mit, wenn ich die Schraube (im Bild "zwischen den Okularen") löse und das Bauteil mit dem Tubus etwas hin und her bewege.



LG
Diana
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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #6 am: Juni 19, 2017, 14:58:52 Nachmittag »
Hab trotzdem noch Fotos gemacht -> Ergebnis: Auf dem Foto über den Zwischentubus mit dem Fotoausgang sind keine Partikel erkennbar, durchs Okular schon. Man kann sogar Handy-Fotos durchs Okular machen, auf denen man die Partikel erkennt  ::)....
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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #7 am: Juni 19, 2017, 15:07:06 Nachmittag »
Hier noch ein Freihand-Handyfoto über ein Okular. Die größeren Staubpartikel sind darauf erkennbar, die kleineren werden überblendet:


Hier das Bild über Her1 - schaut sehr sauber aus:
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Klaus Herrmann

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #8 am: Juni 19, 2017, 15:57:21 Nachmittag »
Liebe Diana,

Zitat
Hier das Bild über Her1 - schaut sehr sauber aus:

da siehst du es: meine Qualität! ;D

Nach meinem Urlaub schau ich mir den Bitubus mal an! Der Verkäufer hat wohl keine Lust mehr?


Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #9 am: Juni 19, 2017, 16:16:09 Nachmittag »
 :-* Wow! Merci Klaus :D !!!
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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #10 am: Juni 20, 2017, 11:48:25 Vormittag »
Puhhh, es scheint Gottseidank alles nicht so schlimm zu sein  :D
Nachdem ich jetzt Augenwatte habe, habe ich doch nochmal versucht, vorsichtigst mit Anhauchen und Watte die Gläser vom Tubus direkt hinter den Okularen zu säubern und das hat unheimlich viel gebracht. Der Schmutz war scheinbar etwas angeklebt und hat sich erst durchs mehrfache Anhauchen lösen lassen. Es ist jetzt nur noch ganz wenig übrig und ggf. schaff ich das auch noch. Bleibt nur noch das dreckige Kreuzplättchen in einem der Okulare, aber da hilft mir ja schon der Klaus  ;)

Sagt mal, die Augenwatte fusselt recht stark...gibt's da nichts besseres?

Viele Grüße
Diana
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Peter V.

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #11 am: Juni 20, 2017, 12:34:18 Nachmittag »
Hallo Diana,

welch ein Glück. An diesen Stellen sitzt ja oft der Schmodder. Wenn man mal Okulare entfernt und sich diese Gläser im Okulartubus anschaut, findet man dort bei gebrauchten Mikroskopen zu 95 % Verunreinigungen. Der macht sich oft nur bei hohen Aperturen und starken Abblendungen bemerkbar, was Du ja auch so bemerkt hast.

Zitat
Sagt mal, die Augenwatte fusselt recht stark...gibt's da nichts besseres?

doch1 Vulgäre Wattestäbchen. Ich habe bis heute nicht verstanden, wie dieser Augenwatte-Voodoo in die Welt kommt und wieso er sich so krampfhaft hält. Bzw., was an den üblichen Wattestäbchen nicht in Ordnung sein soll. Erscheint mir ein wenig wie bei angeblich hohen Eisengehalt des Spinats - es wird einfach immer weiter überliefert. "Angeblich" sollen irgendwelche Imprägnierungen der Watte an den Stäbchen Schlieren hinterlassen, oder was auch immer....
Ich kenne genügend Leute, die sich wirklich gut mit der Reinigung von optischen Gläsern auskennen und nur handelsübliche Wattestäbchen verwenden. Bislang ist kein Fall überliefert, in dem sich die Gläser dadurch aufgelöst hätten.  ;)

Einziges Problem bei der von Dir beschriebenen Stelle könnte sein, dass normale Wattenstäbchen dafür oft einfach nicht lang genug sind.

Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Juni 20, 2017, 12:36:08 Nachmittag von Peter V. »
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Diana1982

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #12 am: Juni 20, 2017, 12:59:31 Nachmittag »
Hallo Peter,

Ja ich bin auch sehr froh!
Die Wattestäbchen wären auch lang genug.

Da ich nun auch Wundbenzin besitze und auch nochmal die Okulare äußerlich gereinigt habe, gleich die nächste Frage: Das Zeug hinterlässt scheinbar häufig Schlieren, die ich dann wiederum durch Anhauchen und trocken nachwischen beseitigen konnte. War recht mühsam. Kann man diese Schlieren irgendwie vermeiden?

Bitte entschuldigt diese ganze Fragerei, aber ich hatte vorher noch nie ein Mikroskop gereinigt 🙈. Bei meinem alten Schülermikroskop kams nicht so drauf an. Da konnte man einfach mal so mit was beliebigem drüberwischen.

Viele Grüße
Diana

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Herbert Dietrich

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #13 am: Juni 20, 2017, 13:09:17 Nachmittag »
Hallo Diana,

ich verwende "Optical Wonder" von Baader Planetarium:

http://www.baader-planetarium.com/de/zubehoer/optisches-zubehoer/justierhilfen-pflege-und-reinigungsmittel/optical-wonder-reinigungsfl%C3%BCssigkeit.html

nach kurzer Zeit sind sämtliche Schlieren usw. verdunstet.
Übrigens,wenn man den Kugeltisch auf eine leere Tesefilmrolle stellt, ist er noch stabiler.

Herzliche grüße
Herbert

Peter V.

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Re: Staub im Stemi
« Antwort #14 am: Juni 20, 2017, 13:10:38 Nachmittag »
Hallo Diana,

Eigentlich hinterlässt Wundbenzin keine Schlieren. Es ist halt immer etwas fummelig, wenn es darauf ankommt, tue ich mich auch schwer und lasse das immer von einem befreundeten Forums-Opticus aus der Nachbarschaft machen, der mehr ein Händchen dafür hat. Man sollte immer kreisförmig von innen nach außen wischen, und nicht zu "naß".
Der schwört übrigens seit vielen Jahren  auf "Optical Wonder".

http://www.baader-planetarium.com/de/zubehoer/optisches-zubehoer/justierhilfen-pflege-und-reinigungsmittel/optical-wonder-reinigungsfl%C3%BCssigkeit.html

Er ist - wie viele Astro-Leute - fest davon überzeugt, dass das schlichtweg das beste Mittel zur Reinigung optischer Gläser ist. Was genau darin ist, weiß niemand. Hauptbestandteil ist "geruchlich" sicher Isopropanol, aber Viele schwören, dass es tatsächlich besser und schlierenfreier reinigt als als Isopropanol oder auch Wundbenzin.
Du kannst Dir ja mal eine Flasche bestellen. Man tut sich zwar schwer, 50 oder 100 ml hauptsächlich Isopropanol mit *vielleicht* einem geheimnisvollen Zusatz für satte 14.90 zu kaufen, aber im Vergleich zu Deinen übrigen  Investitionen ist das ja Peanuts und die Flasche hält ja ein halbes Mikroskopikerleben, wenn man nicht dem täglichen Putzwahn verfällt. Ich würde das ggf. mal probieren., Falsch machst Du damit sicher nichts.

Herzliche Grüße
Peter

EDIT: Sehe gerade, dass auch Herbert "O.W." verwendet.  ;D Also kenne ich schon mindestens Zwei, die vom "Wunder" überzeugt sind. Und ich meine, dass es auch Peter Höbel gerne verwendet.
« Letzte Änderung: Juni 20, 2017, 16:09:19 Nachmittag von Peter V. »
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