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Die Mikrofibel von Klaus Henkel
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Autor Thema: Lycopodium annotinum Schnitte  (Gelesen 951 mal)
Klaus Herrmann
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Beiträge: 6837


∞ λ ¼


« am: September 03, 2009, 18:03:08 »

Hallo zusammen,

nun habe ich Schnitte von den Sprossen gemacht und dabei gleich Blätter mitgeschnitten: ich habe einen in AFE fixierten Spross durch ein dünnes Loch in Styrodur gezogen und am Handmikrotom Schnitte angefertigt. Dabei besteht die Gefahr, dass Blätter etwas schräg geschnitten werden, was aber durchaus reizvoll sein kann, wie das letzte Bild zeigt - dessen Interpretation fällt mir aber schwer.

 Die Sprosse sind holzig und ganz schön zäh!

Färbung in Etzoldgrün, anschließend in 70%igem Ethanol differenziert (Rotüberfärbung!)










« Letzte Änderung: September 04, 2009, 17:31:10 von Klaus Herrmann » Gespeichert

Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Detlef Kramer
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« Antworten #1 am: September 03, 2009, 18:23:39 »

Lieber Klaus,

eine Interpretationshilfe auf die Schnelle, bin am Packen für Sonntag (--> Schladming).

Der Spross zeigt die, für die Farnpflanzen typischen periphloematischen Leitbündel. D.h. das Xylem (rot) ist von Phloem (grün) umgeben. Siebzellen und Phloemparenchymzellen sind gut unterscheidbar; Siebröhren und Geleitzellen gibt es bei den Farnpflanzen noch nicht. Das ganze ist in einem Parenchym (zerrissen) eingebettet und von einem sehr deftigen Sklerenchym umgeben.

Die Anatomie der Blätter ist ziemlich normal, oder?

Herzliche Grüße

Detlef
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Fahrenheit
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« Antworten #2 am: September 03, 2009, 18:24:21 »

Hallo Klaus,

das sind wieder interessante Bilder für mich!

Die Leitbündel auf Deinen ersten beiden Bildern erinnern mich vom Aufbau an die des Adlerfarns (innenliegendes Xylem). So schlägt sich die Position des Bärlapps zwischen Moosen und Farnen auch in der Anatomie nieder.
Bei dem massiven Ring sklerifizierter Zellen drumherum frage ich mich allerdings, wie der Stoffaustausch mit den aussenliegenden Geweben vonstatten geht.

Auf dem ersten Bild kann man so etwas wie 'Abzweigungen' der Leitbündel erkennen, wohl die Ausgangspunkte zur Versorgung der Nebentriebe. Etwas tiefer im Präparat müsste die Entstehung aus dem Hauptleitbündel zu sehen sein und etwas höher die Ansatzpunkte zweier Nebentriebe.

In Deinem letzten Bild hast Du meines Erachtens ein Blättchen so schräg erwischt, dass Du im Vordergrund unten Rechts von außen auf die Cuticula/Epidermis blickst und schön die Verzahnung der äußersten Zellage sehen kannst.
Dementsprechend schaust Du oben links quasi von innen auf Cuticula und Epidermis und siehst das gleiche Gewebe vom Assilimationsparenchym aus. In der Mitte ist verschwommen und teilweise verdeckt noch das Leitbündel des Blattspreits in Rot zu sehen.

Herzliche Grüße
Jörg

Nachtrag: Uups, Detlef war ein wenig schneller  Grinsend
« Letzte Änderung: September 03, 2009, 18:27:00 von Fahrenheit » Gespeichert

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Detlef Kramer
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« Antworten #3 am: September 03, 2009, 19:10:04 »

Lieber Jörg,

Chapeau! alles perfekt und ausführlich analisiert. Zu der Frage der Versorgung der äußeren Gewebsschichten kann man eigentlich nur spekulieren. Da die Triebe ja nur kurzlebig sind, ist da wohl nicht viel von Nöten. Während der Differenzierung besteht allerdings eine perfekte Verbindung über die Tüpfel der dann noch lebenden Sklerenchymzellen, was auch sein muss, da hier ja auch die Informationsstoffe (Hormone etc.) transportiert werden.

Herzliche Grüße

Detlef
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Fahrenheit
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« Antworten #4 am: September 03, 2009, 19:37:54 »

Lieber Detlef,

vielen Dank für die Blumen und die weiterführenden Erläuterungen!

Gute Fahrt und viel Spaß in Schladming!
Jörg
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Klaus Herrmann
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∞ λ ¼


« Antworten #5 am: September 04, 2009, 12:04:58 »

Hallo

meine Frau hat im Garten aufgeräumt und den Farn runter geschnitten, deshalb habe ich in meinen Sammlungen einen Farnschnitt gesucht. Steht nur Farn dran. Färbung ist wohl eine einfache Safraninfärbung. Also orangegelb ist dann verholztes Gewebe.

Im Polbild kommen die Sünden raus: Fusseln aus Cellulose leuchten!

Hier auch Xylem im Ploem eingebettet und aussen ein sklerytischer Stabilisierungsring. Aber lange nicht so dick, wie beim Lycopodium.



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Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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