Autor Thema: Mehr Kontrast im Mikrobild  (Gelesen 5158 mal)

bewie

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Mehr Kontrast im Mikrobild
« am: Januar 09, 2010, 13:37:32 Nachmittag »
Wege zum richtig schönen kontrastreichen Bild

Bei der normalen Durchlichtmikroskopie sieht man die Objekt in der Regel etwas flau und verwaschen, sofern sie nicht das Licht stärker absorbieren oder Farbstoffe wie beispielsweise Chlorophyll enthalten. Viele Zellorganellen sieht man also gar nicht. Deswegen werden histologische Präparate gefärbt, botanische Schnitte beispielsweise oft mit Etzold in den unterschiedlichen Modifikation, tierisches und menschlisches Gewebe oft mit HE oder mit der deutlich bunteren Azan-Färbung. Es gibt allerdings noch eine Menge weiterer Varianten. Hier einige Links zur Herstellung gefärbter Präparate, die ein kontrastreiches Bild im Mikroskop ergeben:
Pflanzen: Von der Probe zum Präparat
Tierisches Gewebe: Von der Entnahme bis zum Eindecken
Wacker-Färbung für Pflanzenschnitte

Es gibt aber auch physikalische Methoden, um zu einem kontrastreichen Mikrobild zu kommen. Diese sind kein Luxus, sondern beispielsweise bei der Beobachtung lebender Zellen notwendig - denn solche Zellen können nicht beliebig angefärbt werden, wenn sie weiterhin am Leben bleiben sollen. Bekannt und weit verbreitet ist beispielsweise der Phasenkontrast, der dünne Objekte schön ausdifferenziert. Noch schönere Bilder, auch an dickeren Präparaten, liefert der DIK (=Differenzialinterferenzkontrast). Diese Verfahren nutzt Unterschiede im Brechungsindex bzw. der Wellengeschwindigkeit und machen damit auch feine Unterschiede im Aufbau einer Zelle sichtbar, die man im Durchlicht nicht erkennen würde. Christian Linkenheld hat die Technik dieser beiden (und anderer) Verfahren gut erklärt:
Dunkelfeld und Phasenkontrast
Polarisation und DIK

Beide Verfahren haben aber auch einen deutlichen Nachteil: Die Mikroskope, die sie beherrschen, kosten sehr viel Geld. Aber es gibt auch eine Alternative, die Martin Kreutz ausgefeilt, im Forum beschrieben und nun auch mit dem DIK verglichen hat: Die schiefe Beleuchtung. Mit ihr erreicht man Bilder, die nahezu aussehen wie ein DIK-Bild, und das mit minimalen Zusatzkosten. Zugegeben, das Verfahren ist nicht ganz so leistungsfähig wie der DIK und entdeckt nicht alle Zellorganellen, die der DIK darstellt, aber die Unterschiede sind gering. Machen Sie sich selbst ein Bild davon:

Schiefe Beleuchtung und DIK im Vergleich
« Letzte Änderung: Januar 18, 2010, 13:11:48 Nachmittag von bewie »