Autor Thema: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor  (Gelesen 9635 mal)

Florian Stellmacher

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Das Fotomikroskop MIKROPHOT von ROW

Vor einiger Zeit hatte ich im Forum ein paar Fragen zum ROW Fotomikroskop MIKROPHOT gestellt (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9055.0). Inzwischen ist mir von verschiedenen Seiten Hilfe zuteil geworden, für die ich mich nochmals herzlich bedanke!

Ich möchte den Vorschlag „Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor“ aufnehmen und dieses Instrument mit einigen Bildern und Erklärungen den Interessierten zeigen.

Informationen zu diesem Mikroskop sind nur begrenzt zu erhalten; die Firma Askania/Mikroskop Technik Rathenow GmbH (Nachfolgerin des Rathenower CZJ-Werkes, das ROW seinerzeit übernommen hatte) war so freundlich, mir für 23,80 € einige Farbfotokopien der dort noch verfügbaren Dokumente zum MIKROPHOT zu schicken. Ich musste allerdings feststellen, dass es sich hierbei ausschließlich um Druckschriften zum Vorläufermodell meines Mikroskops handelt.





Das MIKROPHOT wurde ursprünglich ohne einen zusätzlichen Tubus mit Okular, durch den man das fotografische Bild einstellt, gebaut, sondern hatte eine kleine Mattscheibe mit einer Klappe davor. Ferner waren Grob- und Feintrieb noch nicht koaxial gelagert (wobei ich hier nicht sicher bin, da der entsprechende Teil der BDA feht und die Abbildungen hier nur den Verdacht aufkommen lassen!). Eine Auflichteinrichtung war für dieses Modell noch nicht vorgesehen (Michel: Die wissenschaftliche und angewandte Photographie, Wien 1967, S 484ff).

Das von Otto Ursinus entwickelte MIKROPHOT kam 1952 auf den Markt und wurde im Verlauf technisch verbessert. Das zunächst stets monokulare Mikroskop bekam später einen Binokulartubus, koaxiale Triebe und einen geänderten Auslösemechanimus. Auch eine Auflicht-Variante wurde angeboten.

Bis wann das MIKROPHOT gebaut wurde, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Im Zuge der „Richtlinien für das neue ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft der DDR" – kurz NÖSPL) von 1963 wurden die Rathenower optischen Werke (ROW) dem VEB Kombinat Carl Zeiss Jena angeschlossen (Mühlfriedel et Helmuth: Carl Zeiss in Jena 1945 – 1990 (entspr. Band 3), Köln 2003, S 183ff). Im Programm des VEB CZJ gibt es das MIKROPHOT nicht mehr. Dieses Mikroskop darf als eine Art Flaggschiff von ROW angesehen werden, auf das man in Rathenow auch heute noch stolz ist: „Das MIKROPHOT bewährte sich auch im Kernkraftwerk Rossendorf bei Dresden. Hier wurde für die schwierigen mikroskopische Untersuchungen unter den Bedingungen der Kernstrahlung ein modifiziertes MIKROPHOT eingesetzt.“ (Balzer: 200 Jahre Mikroskope aus Rathenow, in 775 Jahre Rathenow, Berlin 1991, S 60ff). Lediglich das POLADUN VI dürfte einen elitäreren Anspruch in der ROW-Palette haben.

Mein MIKROPHOT stammt aus der späteren Entwicklungsstufe, wahrscheinlich wurde es um 1960 gebaut. Das Mikroskop wurde als großes Forschungsmikroskop konzipiert. Es verfügt über einen großen, standfesten Fuß und ein stabiles Stativ, das ein erschütterungsarmes Arbeiten erlaubt. Wie beim Photomikroskop von Zeiss/West ist in den Tubusträger ein zweiter Strahlegang integriert, der das Licht zu einer eingebauten Fotokassette leitet. Gleichzeitig wird der fotografische Bild auf einer Mattscheibe mit Formatstrichplatte abgebildet, die man durch einen dritten Tubus mit Dioptrienausgleich betrachten kann. Das entsprechende Umlenkprisma wird eingeschaltet, indem man den Binokulartubus nach hinten schwenkt. Die Fotokassette ist auswechselbar und ähnelt im Aufbau der Phomi-Kassette. Serienmäßig wurde das MIKROPHOT mit zwei Kassetten (I und II) ausgeliefert. In die Kassetten ist ein Filmschneidemesser eingebaut, sodass man filmsparend auch nach nur wenigen gemachten Aufnahmen den Film zum Entwickeln geben kann. Bei meinem Mikroskop lässt sich die Belichtungszeit über einen Schieberegler einstellen, unmittelbar dahinter ist Schalter gelegen, der den Verschluss auslöst. Darunter liegt ein Gewinde für einen Drahtauslöser, der offenbar das Verschlussteil der integrierten Kamera öffnen sollte. Dies funktioniert jedoch z. Zt. nicht. Hierbei wird die Lampenspannung (6V 15W Lichtwurflampe) auf 8V erhöht, um die Belichtungszeit zu verkürzen (Gerlach: Geschichte der Mikroskopie, Frankfurt 2009, S 818f). Einen Belichtungsmesser wie erstmals beim Phomi I gibt es nicht. Ursprünglich wurde das MIKROPHOT mit einem 6V 30W Transformator ausgestattet. der bei mir jedoch fehlt. Ein sehr netter Kollege aus dem Forum hat mir inzwischen den originalen Stecker für das Mikroskop geschenkt, ein Original-Transformator ist allerdings nicht aufzutreiben. Ich habe einen 6V Redyx-Trafo von Leitz mit Krokodilklemmen, die mir ein anderes Forumsmitglied gebastelt hat, angeschlossen; mit dem hinteren Schalter löst der elektromagnetische Verschluss aus, mit dem Drahtauslöser jedoch nicht, eine temporäre Erhöhung der Spannung ist bei Betätigung des Drahtauslösers erkennbar, bei dem hinteren Schiebeschalter jedoch nicht. Insofern ist das Mikroskop also noch nicht vollständig einsatzfähig, es sei denn, dies ist konstruktiv so gewollt. Das 6x-Fotookular ist nicht als Fotookular gekennzeichnet und sieht wie ein normales Huygens-Okular aus. Es ist in einen Träger eingesteckt, der durch Zusammendrücken zweier Federhebel aus dem Stativ heraus zu nehmen ist.

Trotz des Anspruchs eines Forschungsmikroskopes wurde das MIKROPHOT lediglich mit den Achromaten 6x 0,16, 24x 0,42, 45x 0,65 sowie 100x 1,3 HI ausgeliefert. Dazu gehören die Huygensschen Okulare 6x, 10x und 12x. Davon abweichend ist mein Mikroskop mit 8x-Okularen von ROW bestückt. Es ist mit einem Abbeschen Beleuchtungsapparat ausgestattet, der keine schwenkbare Linse aufweist. Ursprünglich gehörte ein Blauglas zur Ausrüstung, dieses fehlt. Das Bild ist dementsprechend gelblich. Die Bildfeldwölbung ist besonders bei dem 6x-Objektiv deutlich erkennbar, Auflösungsvermögen und Kontrast sind sicherlich auf dem technischen Stand der Zeit und auch für heutige Begriffe ausreichend. Die Beleuchtung ist recht simpel zu justieren, eine Leuchtfeldblende ist nach BDA vorhanden, bei meinem Mikroskop ist sie jedoch defekt. Da das Stativ recht groß ist (allerdings wirkt es neben einem Zeiss/West Photomikroskop regelrecht zierlich!), sitzt man angenehm aufrecht vor dem Mikroskop, auch die Triebknöpfe liegen gut zur Hand. Der Kreuztisch hat nicht-koaxiale Bedienknöpfe, für die X-Achse beidseits, für die Y-Achse nur links, was für mich recht ungewohnt ist.

Nun, was mag ich an dem MIKROPHOT? Es ist wohl am ehesten das Design, das, trotz der Tatsache dass das Mikroskop 1952 heraus kam, für mich zeitlos ist. Ob es schön ist? Ich weiß es nicht wirklich, aber das ist möglicherweise auch der Grund, warum ich mich an dem Mikroskop nicht satt sehe. Das Mikroskop fühlt sich zudem wirklich solide an.



Ein Stück weit dokumentiert das ROW MIKROPHOT ein wichtiges Kapitel deutscher Industriegeschichte, denn die weitgehend autonom operierenden Rathenower optische Werke ROW wurden im Zuge der DDR-„Reformen“ dem VEB Carl Zeiss Jena zwangseinverleibt und dadurch zur Herstellung einfacherer Mikroskop quasi degradiert. Dreht man den Tubus des MIKROPHOT zum Fotografieren nach hinten, erscheint eine Plakette auf der Tubusrückseite. Auf dieser steht: „MADE IN GERMANY“ und nicht „Made in GDR“...


Einschub für das Fotookular, Einstellmechanismus für die Beleuchtungszeit und Auslöser


Manuelle Auslösung


Der Einschub des Fotookulars




Schwenken des Tubus schaltet automatisch das Umlenkprisma der Kamera ein.





Die Fotokassette


Herzliche Grüße,
Florian

« Letzte Änderung: Mai 22, 2011, 10:47:45 Vormittag von Florian Stellmacher »
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
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beamish

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #1 am: Mai 21, 2011, 21:35:58 Nachmittag »
Hallo Florian,

sauschönes Mikroskop!
Kennst Du diese Seite:http://www.laboratorium.dp.ua/item/22/manual ?

Herzlich

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Florian Stellmacher

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #2 am: Mai 21, 2011, 21:54:52 Nachmittag »
Lieber Martin,

ja, kenne ich - Anatol hatte mich schon darauf aufmerksam gemacht.

Herzliche Grüße,
Florian
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Nomarski

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #3 am: Mai 21, 2011, 23:36:23 Nachmittag »
Hallo Florian,

das Filmmaterial dürfte mittlerweile schon längst abgelaufen sein. ;D Aber es scheint sich dabei um das sogenannte Rapid-Filmsystem zu handeln, wobei von einer Kassette in die andere gespult wird und nicht zurückgekurbelt werden muß, wie man es vom Kleinbild-System noch kennt.
Ich glaube, den Rapid-Film wird man genauso schwer bekommen wie den 4x4-Rollfilm..

Viele Grüße
Bernd

Florian Stellmacher

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #4 am: Mai 22, 2011, 10:56:07 Vormittag »
Hallo zusammen,

nach einigen Tipps aus dem Forum bin ich jetzt ein Stück weiter: Der beschriebene Schalter löst (nach ein Wenig Gymnastik  ;)) das Verschlussteil der Kamera aus, hierbei wird die Lampenspannung jedoch nicht erhöht. Beim Drahtauslöser ist es genau umgekehrt, hier erhöht sich die Lampenspannung, der Verschluss ist aber nicht zu hören, sodass ich annehme, er löst nicht aus. Ich habe allerdings einen HAMA-Drahtauslöser verwendet, der vielleicht trotz kompatiblen Gewindes nicht richtig passt. Fakt ist: Es funktioniert!

Die entsprechenden Passagen habe ich oben im Text geändert.

Herzliche Grüße,
Florian
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Florian Stellmacher

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #5 am: Mai 22, 2011, 11:05:07 Vormittag »
Lieber Bernd,

ich war auch irritiert, als ich in der Fotokassette zwei Spulen gefunden habe. Die Unterbringung des Film in einer großen Dose, die von der Seite ins Stativ gesteckt wird, kennte ich ja vom Phomi; da passt aber eine gewöhnliche KB-Filmrolle hinein, die dann mit der berühmten Kurbel zurück gespult wird. Beim MIKROPHOT braucht man eine Leerrolle, die zu öffnen ist, sodass man das freie Ende des Films dort einfädeln kann.

Wir hatten früher in der Uni noch Film von der großen Rolle, von der dann z.B. ein Streife für 36 Dias abgeschnitten und in einer kleinen Maschine mit der Hand auf eine leere Filmspule aufgewickelt wurde. So ähnlich darf man sich die Logistik, für die das MIKROPHOT konzipiert wurde, wohl auch vorstellen. Daher ist die Verwendung von zwei Spulen wohl auch kein wirklicher Nachteil.

Herzliche Grüße,
Florian
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TPL

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #6 am: Mai 22, 2011, 22:15:58 Nachmittag »
Lieber Florian,
das ist wirklich ein Glücksgriff! Ein wahrhaft faszinierendes Mikroskop mit für damalige Verhältnisse innovativer und auch gar nicht so abwegiger Technik. Um auf die zwei Spulen zu kommen: das sind beides - laut Beschriftung 135er-Filmspulen und damit für den (damals) gewöhnlichen Kleinbild/Kinofilm geeignet (http://de.wikipedia.org/wiki/35-mm-Film). Im Gegensatz zum ansonsten gebräuchlichen, aber lästigen, Rückkurbeln, scheinen Deine beiden Kasettten ein direktes Umspulen zu erlauben. Gut, das ist ein klein bisschen raumgreifender als ohne die zweite Kasette, aber dafür wesentlich schneller.

Übrigens haben auch Kamera-Hersteller dieses System verwendet: Nikon hatte eigene 135-Patronen für Meterware, bei denen von Einer in die Andere umgespult wurde - und die haben das sicher nicht erfunden. Wenn ich mich recht erinnere, gab es solche Patronen (mit Mäulern, die sich innerhalb der Kamera, bzw. dem Filmansatz, komplett öffneten) auch von Leitz und für die frühen Contax...

Um auf das schöne ROW-Mikrophot zurück zu kommen: es gibt im Foto-Bereich eine Menge KB-Patronen zum Selbstbefüllen mit konfektionierter Meterware. Die sind wesentlich dauerhafter als die Einweg-KB-Patronen und in den Grabbeltruhen der Fotohändler inzwischen zu Preisen zu holen, die ihren langjährigen Liebhabern Tränen in die Augen treiben. Wichtig ist aber, die Film-Gleitfläche (wenn es denn welche gibt) frei von Staub zu halten- je weniger Filz, desto weniger "Telegraphendrähte"!

Viel Freude mit diesem außergewöhnlichen Stück Technikgeschichte.
Beste Grüße, Thomas
« Letzte Änderung: Mai 22, 2011, 23:10:50 Nachmittag von TPL »

Nomarski

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #7 am: Mai 23, 2011, 23:55:58 Nachmittag »
Hallo Florian,

Zitat
ich war auch irritiert, als ich in der Fotokassette zwei Spulen gefunden habe. Die Unterbringung des Film in einer großen Dose, die von der Seite ins Stativ gesteckt wird, kennte ich ja vom Phomi; da passt aber eine gewöhnliche KB-Filmrolle hinein, die dann mit der berühmten Kurbel zurück gespult wird. Beim MIKROPHOT braucht man eine Leerrolle, die zu öffnen ist, sodass man das freie Ende des Films dort einfädeln kann.

Die Fotokassetten müssen dann aber auch so beschaffen sein, daß man sie öffnen kann, um auf die Spule den Film klemmen zu können. Bei den Filmpatronen, die man heute zu kaufen bekommt, geht das aber nicht so einfach, dazu muß eine Stirnkappe regelrecht abgehebelt werden, um die Spule entnehmen zu können. Das kann man auch nur in der Dunkelkammer machen, da sonst das Filmmaterial sofort hinüber wäre.

Zitat
Wir hatten früher in der Uni noch Film von der großen Rolle, von der dann z.B. ein Streife für 36 Dias abgeschnitten und in einer kleinen Maschine mit der Hand auf eine leere Filmspule aufgewickelt wurde. So ähnlich darf man sich die Logistik, für die das MIKROPHOT konzipiert wurde, wohl auch vorstellen. Daher ist die Verwendung von zwei Spulen wohl auch kein wirklicher Nachteil.

Für manche Kameras gab es das 17m-Filmmagazin. 8)

VG
Bernd

ortholux

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #8 am: Mai 24, 2011, 11:54:15 Vormittag »
Liebe Analog-Interessenten,

damals (eigentlich noch nicht lange her und doch schon 20 Jahre) im Studium kauften wir das Filmmaterial als Meterware. Man nahm eine gebrauchte Filmpatrone (deren Inhalt man selbst entwickelt hat) und schnitt den Film am Ende ab, so daß eine Lasche blieb, an die man mit Tesa wieder einen neuen Filmstreifen kleben konnte. Aufgespult fertig.

Das Problem waren die bereits beschriebenen "Telegrafendrähte", die durch Schmutz im Lichtabschlußfilz entstanden. Also wählten die Profis die optimierte Methode des Öffnens der Patrone. Das geht wunderbar mit einem herkömmlichen Flaschenöffner.

Warum 2 Spulen? Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen, aber ich kenne Systeme bei denen erst der gesamte Film ausgespult wird, und beim Tansport der belichtete Teil in die Patrone zurückgespult wird. Das sichert bei versehentlichem Öffnen die bereits erstellten Bilder.

Ob es ein Rapid-System ist, lässt sich leicht feststellen. Der Filmtransport erfolgt nur über die Perforation des Filmes. Die Dosen sind an den Stirnseiten geschlossen und haben auch keine Spule. http://de.wikipedia.org/wiki/Agfa_Rapid

Viele Grüße
Wolfgang

alfa one

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #9 am: Mai 28, 2011, 20:48:45 Nachmittag »
Hallo Florian, ich glaube das ist der original Trafo für deine Rathenow:



Ich könnte eine kaufen mit Mikroskop für 400 Euros.

Grüße, Albert
« Letzte Änderung: Mai 28, 2011, 21:58:49 Nachmittag von alfa one »

Florian Stellmacher

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Re: Das ROW Fotomikroskop MIKROPHOT - Mikroskopiker stellen ihr Mikroskop vor
« Antwort #10 am: Mai 29, 2012, 19:21:26 Nachmittag »
Liebe Mikrophot-Freunde,

da mich neulich Ronald besucht hat, musste ich einmal gründlich aufräumen und die Mikroskope putzen (Ronald hat mir sogar ein neues - geblümtes! - Staubtuch mitgebracht ;D). Jetzt stehen das Mikrophot und ein Ortholux I nebeneinander, und man kann jetzt recht gut erkennen, dass das ROW trotz seiner eingebauten Kamera nicht viel größer ist als das weit verbreitete Forschungsmikroskop seiner Zeit.



Herzliche Grüße,
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