Autor Thema: Nobertsche Test- und Probenplatten  (Gelesen 4168 mal)

Alfons Renz

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Nobertsche Test- und Probenplatten
« am: Januar 15, 2015, 19:43:44 Nachmittag »
Nobertsche Testplatten aus der Sammlung 'Historische Mikroskope' des ehemaligen Botanischen Instituts der Universität Tübingen

   Im Nachlass des berühmten Tübinger Botanikers und Mikroskopikers Prof. Hugo von Mohl (1805-1872; http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_von_Mohl) befindet sich ein dunkelbraunes Pappschächtelchen mit zwei in altem Papier eingewickelten Objekträgern (alte Inventar-Nr. B 41). Auf den ersten Blick völlig wertlos, schwäbisch: Kruscht.

Dazu gibt es eine nette Geschichte:

Dieser Pappkarton lag schon auf dem Müll des Botanischen Instituts, als sich eine Mitarbeiterin erbarmte: "So ein schönes altes Schächtelchen wirft man doch nicht weg"*. Sie ahnte nichts vom Inhalt und dessen Wert (s. unten!), vermutete aber aufgrund der Handschrift des beigelegten Zettels, dass dieser von Mohl stammte. So blieb dieses Schächtelchen unbeachtet zusammen mit den alten Mikroskopen in einer finsteren Ecke des Institutskellers.

Als ich vor über 10 Jahren begann, im Auftrag des Rektorats die wissenschaftshistorischen Objekte in den Naturwissenschaften zu sichten, hielt auch ich den Inhalt, zwei in altem Papier eingewickelte Glasplättchen, zunächst für völlig wertlose, banale Objektträger im damals üblichen kleinen Format. Bis ich auf dem Zettel die Buchstaben 'Nobert' entziffern konnte. Hugo von Mohl hatte eine wirklich mikroskopisch kleine Schrift! Aber dann war alles klar! Und die Gravur der Streifen unter einer Lupe deutlich sichtbar, ebenso die winzige Signatur (s. unten).

So erklärt es sich übrigens auch, weshalb die meisten dieser Testplatten achtlos weggeworfen wurden! Ein großer Fehler, denn eine solche Platte ist heute viel wert: In England wurde vor drei Jahren eine bei Ebay versteigert, für 4.600 Lb, siehe unten!

H. v. Mohl hat die Tübinger Platten in seiner 'Mikrographie' (1846) beschrieben, s.u., erwähnte sie jedoch noch nicht in seiner Einige Bemerkungen über die Längenmessung mikroskopischer Objekte' von 1842.

Die beiden Objekträger (45 x 22 mm, 2 mm dick) zeigen jeweils 7 + 2 bzw. 10 Liniengruppen und sind seitlich handschriftlich graviert: links "Nobert fec."; rechts mit "Greifswald" (vgl Turner & Bradbury, 1966).
Die Länge der Linien beträgt bei dem 7+2 Muster 4,75 mm, die Breite einschliesslich der zwei Grenzbanden 0,15 mm. Die Maße des 10-Banden Musters sind entsprechend 3,48 mm lang und 0,34 mm breit.


 
Nur unter dem Mikroskop sichtbar, die Signatur:

  
 'Nobert fec.' (Nobert fecit (lat): Nobert hat dies gemacht)      


'Greifswald'



7 + 2 Linienbanden im schräg einfallenden Auflicht. Höhe circa 0,15 mm



10 Banden-Platte unter dem Transmissionselektronenmikroskop (Dr. K. Eisler, EVE, Formvarabdruck). Höhe ca. 0,34 mm.



In der 1846 erschienen "Mikrographie, oder Anleitung zur Kenntniss und zum Gebrauch des Mikroskops" verweis v- Mohl auf den Seiten 190 ff und 204 ff auf die Resultate einer Untersuchung zweier Nobert'schen Testplatten mit (je??) 10 Banden (S. 206). Die zweite dieser Testplatten hat H.v.Mohl laut Fußnote S. 191 'erst nachdem das Obige niedergeschrieben war', untersuchen können.

Nach diesen Angaben und aus der Fußnote in H. v. Mohls Mikrographie lässt sich das Herstellungsdatum der beiden Platten recht genau auf das Jahr 1845/46 eingrenzen.



Richtig interessant wir diese Aufstellung erst, wenn man die Bedeutung der Buchstaben A und P erfährt: A steht für Objective von Amici und P für Plössl. Das Plössl-Mikroskop von Mohl ist heute noch vorhanden, aber die Amici-Linsen suche ich immer noch...

Möglicherweise handelt es sich bei der 7+2 Testplatte um einen sehr frühen Typ (für die Darstellung von Farbspektren), denn laut Turner & Bradbury (1966) begann Nobert's Schaffensperiode erst 1845 (mit einem 10-Banden Muster) und endete 1873 mit der berühmten 20-Banden Platte (loc. cit.), deren engste Liniendichte bei 0.1128 μm Abstand lag. Zum Vergleich: das Rowland-Gitter des Physikalischen Instituts (1902 hergestellt und 1903 erworben) hat eine Dichte von ca. 0,5 μm (110.000 Linien auf 5 cm).

Friedrich Adolph Nobert wurde am 17. Januar 1806 in Barth (Pommern) als Sohn eines Uhrmachers geboren. Nach einer Stipendiatenzeit in Berlin (1 Oktober 1833 bis 7. August 1834) erhielt er eine Anstellung als Universitätsmechanikus in Greifswald und begann dort ca. 1840 mit der Herstellung von Testplatten mit eingravierten Linienbanden, die er im Laufe der Jahre immer mehr verfeinerte. 1945 hatten die ersten Platten 10 Banden, 1848 12, und 1851 die erste 20 Banden-Platte, 1873 die letzte mit 20. Nach dem Tod seines Vaters 1846 kehrte er nach Barth zurück und blieb dort bis zu seinem Tod am 21 Februar 1881.

Das Bild zeigt ihn als etwas mürrisch wirkenden Eigenbrötler, der mit seiner immer mehr verfeinerten Methode der Gravur von Liniengittern mittels einer Kreisteilmaschine die Mikroskopiker für immer neue, zuletzt lichtmikroskopisch unlösbare Aufgaben stellte:



Das Prinzip ist einfach, bedarf jedoch höchster feinmechanischer Präzision:

.

Die Achse ('Alhidade') wird unter Kontrolle durch die beiden Beobachtunsmikroskope um einen definierten Betrag gedreht, und an einer dieser Achse anliegenden Platte ein Diamant parallel zur Achse geführt. Da die Achse innen proportional (noch) kleinere Bewegungen macht als ihre Spitze außen, können winzigste Bewegungen genau definierten Abstands gemacht werden. Ganz einfach. Aber eine Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass das alles von freier Hand gemacht werden musste. Die Maschine soll heute im Magazin eines Museums in Washington (USA) stehn. Vielleicht weiss Jemand Näheres?

Nobert selbst teilt uns mit:

Ich kann diese Zeilen nicht schliessen, ohne noch eines Gebrauches der Kreistheilmaschine zu gedenken, den ich neulich von ihr gemacht habe und welcher, so viel ich weiss, bisher von Keinem gemacht worden ist. Ich meine die Verfertigung sehr genauer und enger, auf Glas geschnittener paralleler Linien, als Mikrometer für den mikroskopischen Gebrauch der Naturforscher. Aus meiner Darstellung wird man erkannt haben, wie klein die Winkelgrösse ist, welche die Kreistheilmaschine noch erkennen lässt und doch wird diese Genauigkeit im absoluten Maasse sich verkehrt wie der Halbmesser verhalten. Ist daher bei einem Halbmesser 6", 5 der Maschine die Sicherheit der Einstellung 0", 1 im Bogen, orde etwa 1/28000"', so wird bei einem Radius von I", durch eine bis auf zehntel Sekunden gehende genaue Einstellung, die Lage bis auf 1/182000 Pariser Linie gesichert erscheinen. Verbindet man daher mit der Are des Instrumentes einen Daumen, dessen Radius der Berührungsstelle viel kleiner ist, als der des Kreises der Maschine, und lässt ihn in der Tangentenrichtung auf einen geradlinig und äusserst leicht beweglichen Apparat wirken, so wird die Genauigkeit der Kreistheilmaschine auf diese geradlinige Bewegung übertragen werden. Da es unnöthig ist, diesen Mikrometern eine grössere Breite als 0"',5 zu geben, so lässt sich leicht aus goniometrischen Gründen zeigen, dass' wenn die Berührungsstelle des Daumens mit dem Apparate nur 0"', 5 vom Centro entfernt ist, wir immer die Bogenlänge statt der Sehnenlänge nehmen' dürfen, und da die Sinusse der Winkel innerhalb 10 so gut wie vollkommen den Winkeln proportional sind, so werden auch die Differenzen der Sinusse den Differenzen der Winkel proportional und folglich die Zwischenräume der Mikrometer auf allen Punkten' gleich ausfallen müssen. Ich habe diese Linien bis auf 1/2000'" einander genähert geschnitten; indessen sind die Zwischenräume dann so gering, dass man sie nur in guten achromatischen Mikroskopen bei 400 bis 500 maliger Vergrösserung erkennt. Bei 1/1000"1 gegenseitiger Entfernung erscheinen sie-in jedem Mikroskope von hinlänglicher Vergrösserung, ohne eine Ungleichheit erkennen zu lassen. Von 5 zu 5 Intervallen ist immer eine Linie dicker geschnitten, um dadurch die Abzählung und Vergleichung zu erleichtern."




Ich habe versucht, das Prinzip anzudeuten:



Wie kompliziert die im übrigen offenbar noch niemals kompetent beschriebene Mascine ist, zeigt dieses neuere Bild (Smithsonian Institute):



In England wurden vor einigen Jahren zwei Platten über Ebay versteigert:







Man sieht, dass man nichts sieht....

In der Sammlung der Physik gibt es noch ein schönes 'Nobertsches Gitter' von 1896. Anders Angström (http://en.wikipedia.org/wiki/Anders_Jonas_%C3%85ngstr%C3%B6m) verwendete ein Solches zur Bestimmung der Wellenlänge des Lichts.



Auch wenn der Text noch ergänzungsbedürftig ist und Vieles fehlt (--- z.B. das Bild des 'Schächtelchens, das muss ich nachholen!), so hoffe ich doch, den Lesern des Mikroforums etwas Interessantes zu Nobert, einem der wenig bekannten Pionieren der Mikroskopie und Meistern der Feinmechanik beigetragen zu haben. Für Kommentare und Ergänzungen bin ich immer sehr dankbar!

Alfons Renz, Tübingen

*): Wohl dem Institut, das heute noch solch ehrliche und aufmerksame Mitarbeiter hat!

Literatur:

Poggendorf Annalen 1846, 2, p 175

H. v. Mohl: Micrographie, 1846

Turner, Gerard: The contributions to science of Friedrich Adolph Norbert

Steiner, Erich: Das Fasoldt’sche Objektmikrometer, ein Wunderwerk der Präzision. Mikrokosmos 92, Heft 3, 2003, 165-170

Flögel, J.M.I. 1869: Über optische Erscheinungen an Diatomeen, Botanische Zeitung,  27. Jhrg. Bd. 43, 22. Oct. 1869, S.714-722,  Bd 44 29. Oct. 1869,  730-746 Bd. 45. 5. Nov. 1869, S. 759-764

Fynn Ole Engler / Dieter G.Weiss (2013): Friedrich Adolph Nobert - ein Wegbereiter der modernen Mikroskopie. In: Schatzkammern der Optik; Die Sammlungen des optischen Museums in Jena. Hrg: Arnst-Abbe-Stiftung, Jena. S. 159-168 ISBN 978-3-9811120-3-0

« Letzte Änderung: Januar 17, 2015, 19:21:47 Nachmittag von Alfons Renz »

Bernhard Kaiser

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #1 am: Januar 16, 2015, 06:10:51 Vormittag »
Herzlichen Dank Herr Renz !

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

koestlfr

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #2 am: Januar 16, 2015, 07:57:08 Vormittag »
Hallo Adolf!

Super spannend und interessant! Danke

Liebe Grüße
Franz
Liebe Grüße
Franz

Rama61

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #3 am: Januar 16, 2015, 08:45:10 Vormittag »
Lieber Alfons,

vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag. Die Bilder sind faszinierend, insbesondere die von den Linien im Elektronenmikroskop. Da hat der Herr Nobert Linien gemacht, die er selbst nie zu Gesicht bekommen hat und dass in einer unglaublichen Präzision. Da kann man wirklich nur sagen: "Hut ab, vor der Leistung von Friedrich Adolph Nobert!". Ich hatte vorher noch nie etwas über Herrn Nobert gehört, damit hast Du eine weitere Wissenslücke bei mir geschlossen. Danke!

Herzliche Grüße

Rainer
Rama61

koestlfr

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #4 am: Januar 16, 2015, 09:46:05 Vormittag »
Liebe Kollegen!

Ihr solltet den zitierten Prof. Dieter Weiss in Gelbensande kontaktieren, ich bilde mir ein, der hat sowas!

Liebe Grüße
Franz

Liebe Grüße
Franz

olaf.med

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #5 am: Januar 16, 2015, 09:48:32 Vormittag »
Lieber Alfons,

ganz herzlichen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Ich beschäftige mich ja selbst intensiv mit historischen feinmechanischen und optischen Geräten und bin täglich fasziniert über die große Kustfertigkeit unserer Ahnen. Die Leistung Noberts ragt aus den übrigen Großtaten nochmals heraus!

Hier faszinieren mich zwei Dinge besonders, vielleicht hast Du ja auch dazu weitere Informationen:

1) Glas ist für mich ein ziemlich spröder Werkstoff und ich finde es sehr bemerkenswert, dass Noberts Diamant perfekte Furchen erzeugt hat ganz ohne die sonst so typischen muschelförmigen Ausbrüche. Weiß man, ob dies an einer besonders geschliffenen Spitze des Gravierdiamanten liegt, oder evtl. auch an einer speziellen Glassorte?

2) Ich bin nicht sicher ob ich Deine Beschreibung des Teilvorgangs richtig verstanden habe. Die Verstellung um eine winzige Wegstrecke mittels der Alhidade verstehe ich natürlich, aber wie und durch welche Führung wird die Glasplatte bewegt? Kannst Du dazu möglicherweise eine Skizze des Prinzips anfertigen?

Nochmals herzlichen Dank,

Olaf

Muschelbluemchen

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #6 am: Januar 16, 2015, 23:18:20 Nachmittag »
Hallo Alfons

Sehr interessanter Beitrag!
Danke

herzliche Grüße
Leo

beamish

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #7 am: Januar 17, 2015, 00:00:39 Vormittag »
Hallo Alfons,

vielen Dank für dieses spannende Stück Forschungsgeschichte!
Diese Testplatten waren ja auch damals schon ganz schön teuer. Ich habe da für 1881 den Preis von 180 Mark gefunden. Möchte nicht wissen, was man sich damals dafür sonst hätte kaufen können.

Zitat aus Adolf F. Weinhold, Physikalische Demonstrationen, Leipzig 1881, S. 354:



Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Peter V.

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #8 am: Januar 17, 2015, 07:55:36 Vormittag »
Lieber Alfons,

ein wirklich interessanter und wertvoller Beitrag. Vielen Dak dafür. Falls Du noch weitere derart interessante Themen "auf Lager hast": Keine falsche Zurückhaltung!  ;)

Herzliche Grüße
Peter
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"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

Alfons Renz

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #9 am: Januar 17, 2015, 09:59:06 Vormittag »
Liebe Kollegen,

Sowie ich etwas Zeit finde, kommt der Nachschlag!

Hugo von Mohl war, ebenso wie Nobert, ein Pionier der Mikroskopie und ihrer Anwendung. Die Beschäftigung mit seinen Hinterlassenschaften war für mich der Anlass, einen 'Fundus Tübinger Wissenschaftsgeschichte' ins Leben zu rufen, um zu verhindern, dass solche Objekte als 'Kruscht' entsorgt werden!

Herzliche Grüße zum Wochenende,

Alfons

l'œil armé

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #10 am: Januar 17, 2015, 10:17:50 Vormittag »
Moin Alfons,

ich kannte zwar den Namen Friedrich Noberts und mir war auch bekannt, was es damit auf sich hatte, aber Dein Beitrag - sozusagen aus der ersten Reihe, denn wer hat schon so eine Platte mal in der Hand bzw. unter dem Mikroskop gehabt? - ist das Detaillierteste, was ich dazu bislang habe lesen können. Vielen Dank für Deine Mühe und wenn es eine Fortsetzung geben sollte, dann freue ich mich schon mal auf Vorrat.

Ich wünsche allgemein ein sonniges Wochenende

Wolfgang
"Du" fänd' ich absolut in Ordnung

das schönste: Zeiss Lumipan
das liebste: Leitz Ortholux/Panphot
das beste: Zeiss Axiomat

Ich bin übrigens keineswegs mit meinem Umfang an Intelligenz zufrieden; ich bin lediglich froh, mit meiner Dummheit so weit gekommen zu sein.

Alfons Renz

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #11 am: Januar 17, 2015, 19:15:41 Nachmittag »
Liebe Kollegen,

Ich habe die Ergänzungen direkt im Original-Artikel gemacht, um die Informationen nicht zu zerstückeln. Diese 'Salami-Taktik' bitte ich zu entschuldigen. Bei einer Publikation im Mikrokosmos, wie ich es mir vorgenommen hatte, wäre dies nicht passiert. Ev. kann ich noch ein paar weitere Informationen finden und beisteuern.

Insbesondere kann ich kaum glauben, dass es keine besseren Bilder und neuere Informationen zu Noberts Maschine in diesem Amerikanischen Museum (Smithonian Institution) gibt (ist doch sicher nicht mehr "top-secret". Ich hatte m.W. dort mal angeschrieben, aber nie eine Antwort erhalten. Ebenso von den Käufern der Platten, die über Ebay versteigert wurden. Die Royal Microscopical Society, die die Maschine am 11 MÄrz 1885 ausgestellt hatte, versprach damals (John Mayall Jr.) eine ausführliche Beschreibung, die laut Turner leider nie erschien.

Mit besten Grüßen ins Wochenende,

Alfons

olaf.med

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #12 am: Januar 18, 2015, 15:57:29 Nachmittag »
Lieber Alfons,

herzlichen Dank für diese sehr hilfreichen Ergänzungen.

Olaf

Frank D.

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Re: Nobertsche Test- und Probenplatten
« Antwort #13 am: Januar 18, 2015, 17:45:47 Nachmittag »
Lieber Alfons,

vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag.
In Deiner Literatur sollte auch Hartings erschöpfende Abhandlung zu "Norbert's Probetäfelchen" nicht fehlen. (P. Harting / Das Mikroskop)
Hier, in der Online-Ausgabe von 1859 ab Seite 881 Mitte. Es lohnt sich auch im Inhaltsverzeichnis auf Seite 942 zu stöbern.
https://archive.org/stream/dasmikroskoptheo00hart#page/880/mode/2up

In der dreibändigen Ausgabe von 1866 sind auch Norberts neueste Tafeln beschrieben, die in 19 Gruppen aufgeteilt (Teilung von 4430 Linien/mm) die früheren Werte seiner 30-Gruppen Tafeln (Teilung von 3544 Linien/mm) übertrafen.

Der "Harting" ist ein MUSS für den mikroskoptechnisch Interessierten!

Herzliche Grüße
Frank
« Letzte Änderung: Januar 18, 2015, 18:51:33 Nachmittag von Frank D. »