With a (not so little) help from my friends... Kondensorreparatur

Begonnen von Peter V., November 19, 2023, 20:03:50 NACHMITTAGS

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Peter V.

Hallo,

Geht nicht gibts nicht! Aber nur, wenn man Unterstützung von den richtigen Mikrofreunden hat!

Vor einigen Jahren erwarb ich ein gebrauchtes Axioskop 2 mit DIC, das zuvor in einem Labor seinen Dienst verrichtet hat. An sich funktionell und optisch in einem sehr gutem Zustand, allein der Aperturblendenhebel ließ sich locker bewegen, jedoch gab es anscheinend keine Aperturblende mehr. Nachdem ich den oberen Deckel entfernt hatte, konnte ich tatsächlich keine Spur einer Blende erkennen, jedoch offenbar Spuren irgendeines kristallisierten Elektrolyten. Ich meinte, das gesamte Innenleben des Kodensor einsehen zu können. Aber wo war dann die Blende? Meine Vorstellung war, dass sie durch hineingelaufene Flüssigkeit Schaden genommen hatte und sie schlicht samt ihres Bedienmechanismus ausgebaut wurde. Mit dem Mikroskop wurde ja zuvor nur im DIC und mit Phako gearbeitet, für beide Verfahren braucht man die Aperturblende nicht wirklich.

Ich kam dann auf die Idee, diesen Kondensor einmal Diana zu zeigen, die dann die untere Abdeckung entfernte.

K1.jpg


K2.jpg


K4.jpg


Tatsächlich waren aber die Blende und der komplette Verstellmechnaismus noch vorhanden, jedoch der Blendenhebel ausgehakt, aber der gesamte Mechanismus massiv verrottet und korrosiv miteinander verbacken. Unter einer Abeckung ließ sich dann auch das "ausgraben", was ursprünglich mal Blendenlamellen waren, größtenteils komplett umgewandelt in Rost. Das hat aber Diana nicht davon abgehalten, sich dieser Sache anzunehmen, alles zu demontieren, zu entrosten, zu polieren, zu justiern und wieder zusammenzusetzen. Und siehe da: Zu meinem größten Erstaunen hat sie den kompletten Mechanismus wieder gängig bekommen.


Ein Problem stellten jedoch die bündig in den Löchern zu Befestigung der Blendenlamellen verbliebenen Zapfen dar, die mit üblichen Werkzeugen nicht zu entfernen waren.

K5.jpg

Hier kommt nun Olaf ins Spiel, der recht aufwändig auf der Drehbank die extrem harten Zapfen ausgebohrt hat.

So weit, so gut. Aber woher nun genau passende Lamellen bekommen? Hier half mir Michael Zölffel, der mir diese eigentlich nicht mehr beschaffbaren Blenden besorgt hat, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Nachdem letztlich neue Lamellen eingesetzt wurden und auch noch ein Blech durch Olaf ersetzt bzw. verstärkt wurde, läuft alles genau so wie es soll, sogar die automatische Öffnung der Blende nach dem Einschwenken von Phasenblenden. Quasi "besser als neu"!  :)  :)  :)


Nun freue ich mich wirklich, diesen Kondensor wieder in vollständigem Gebrauchszustand zu haben.

Vielen Dank an alle Beteiligten (Diana, Olaf, Michael)

Herzliche Grüße
Peter





Dieses Post wurde dank CO2-neutral erstellt und ist vegan. Für 100 Post lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

purkinje

#1
Hallo Peter,
meisterinnenhafte  ;) Wiederinstandsetzung, als das Video durch war empfahl mir der YT Algorithmus
scp.jpg
Beste Grüße Stefan 
(server scheint wieder zu funzen)

Diana1982

#2
Ja, ich erinnere mich an diesen Abend, an dem mich der Ehrgeiz gepackt hatte und ich mich dem Ding fast schon gegen Deinen Willen - Du sahst nach ersten Einblicken ja keinen Sinn darin - angenommen habe...
Stundenlanges Entkorrodieren...und das letztlich beinahe für die Katz...weils die Lamellen nicht gab, weil Olaf keine bauen konnte.
Habe Dich zusammengeschissen, dass ich den Sch... jetzt aber nicht umsonst gemacht haben möchte und Du bitte gefälligst ohne die Blende auskommen oder irgendeine andere drandengeln sollst...

Was für ein Glück, dass Michael und Olaf das "Schätzchen" dann doch noch zu Ende retten konnten!

Viel Freude damit  ;)

LG Diana
Leitz Orthoplan
Leitz Diavert
Leica DMR
Olympus SZX12

www.microscopia.de

Diana1982

Zitat von: purkinje in November 19, 2023, 20:20:09 NACHMITTAGSHallo Peter,
meisterinnenhafte  ;) Wiederinstandsetzung, als das Video durch war empfahl mir der YT Algorithmus
scp.jpg
Beste Grüße Stefan 
(server scheint wieder zu funzen)

Schuften auf dem Schrottplatz, ja das triffts immer wieder...so im Nachhinein, wenn ich dann immer die Vorher-Nachher-Bilder/-Videos anschaue, denke ich, die Mühe lohnt sich sogar ab und zu  ;)
Leitz Orthoplan
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olaf.med

#4
Liebe Diana,

Deine Vorarbeit war - wie immer - perfekt, und der Rest erst dadurch befriedigend lösbar! Ich muss aber richtigstellen, dass die festgerosteten Zapfen der Lamellen nicht an der Dreh-, sondern an der Fräsmaschine ausgebohrt wurden. Es waren ja 6-Lamellen, die Bohrungen für die Zafen also eine 6er-Teilung (60°). Ich habe den Kondensor auf dem Teilkopf exakt ausgerichtet, was mit Hilfe der leeren Löcher der Zapfenbohrungen gut möglich war, und dann die festsitzenden Zapfen mit einem Hartmetallbohrer ausgebohrt. Das muss schon sehr genau erfolgen, denn bei der kleinsten Abweichung von der Mitte verläuft der Bohrer natürlich aus dem härteren Material des Stahls in das weichere Messing des Rings.

Herzliche Grüße,

Olaf 
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

witweb

Leitz Orthoplan
Zeiss Standard 18 mit Fluoreszenz-Auflichtkondensor IV FL
Lomo Biolam, Motic SMZ-168
Canon EOS 750D
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