Hallo zusammen
Nun, ich bin schon ruhig, das ist nicht das Problem. Was ich möchte ist Wimpern- und Rädertierchen etwas beruhigen um sie besser zu sehen. Eventuell auch kleinere Insekten. Wenn es Möglichkeiten gibt, bei den Insekten, dass sie es auch überleben, würde ich sie anschliessend wieder frei lassen.
Ich habe folgende Mittel, die ich kaufen könnte zur Auswahl, aber keine Ahnung, ob und wlches davon was wäre. Die Namen kommen aus dem spanischen Sprachgebiet ich versuche sie nicht zu übersetzen um nicht Fehler reinzubringen.
Acedan
Ketamina
Vivram-V
Chloroform ppa Dorwil
Chloroform acs Dorwil
Chloroform ppa C.Erba
Chloroform ppa Mallinckrodt
Chloroform usp - Dorwil
Chloroform usp
Alternativ dazu bekam ich den Tipp von Birnenkernenschleim, das könne ich auch einsetzen.
Kennte jemand etwas davon und kann einen Tipp abgeben?
Viele Grüsse Roger
Danke Safari für die Hinweise.
Hallo Roger,
Rädertierchen oder auch Kleinkrebse bekommt man ruhig, wenn man eine 2,5%ige Magnesiumsulfatlösung unter dem Deckglas durchsaugt. Auch CO2 betäubt die Tierchen.
Viele Grüße,
Florian
Danke Florian,
das mit dem CO2 habe ich auch mal gelesen, gibt es ja auch in praktischen Kapseln zB. zu 12g. Was mir nicht klar ist, wenn ich CO2 nutze habe ich ja einen Druck mit dem ich es blase (Laienhaft ausgedrückt) aber damit wäre mein Tropfen ja weggeblasen.
Gibt es da spezielle Vorrichtungen oder sollte man CO2 flüssig bekommen? Ich kenne es nur als Gas, auch dem Aquarium hatte ich es früher als Gas zugeführt.
Viele Grüsse Roger
Hallo Roger,
der klassische Aufbau einer Protozoen-Begasungsanlage mit Kohlendioxid findet sich bei Stehli: Mikroskopie für Jedermann (jede Auflage). Ein Reagenzglas mit durchlöchertem Boden (das dürfte ggf. echt schwer aufzutreiben sein!) wird mit ein paar Bröckeln Marmor gefüllt und in ein Becherglas mit Salzsäure gestellt. Oben ist ein Korken drauf, in dem ein gebogenes Glasrohr steckt, dessen anderes Ende in das Glas mit den zu betäubenden Tierchen eigetaucht ist. Das bei der Reaktion frei werdende CO2 wird also in das Kulturgefäß, nicht unter das Deckglas geleitet.
Es drängt sich natürlich die Frage auf, ob man im Zeiten billiger Blubberwasserbereiter nicht alternative Techniken zur Verfügung hat. So köntest Du z.B. stark sprudelndes Mieralwasser untermischen und gucken, ob das reicht. Oder Du begast Deinen Heuaufguss ( ;D War nur Spaß!). Oder Du pipettierst die Tierchen direkt in das Mineralwasser und pipettierst sie dann wieder vom Boden des Glases, oder oder oder... Vielleicht etwas, bei dem sich das Experiment lohnt?
Herzliche Grüße,
Florian
Vielen Dank Florian
Jetzt habe ich doch ein paar Ideen, da werde ich sicher noch verschiedenes probieren.
Zum Glück hast Du geschrieben, dass der Heuaufguss begasen nur Spass war. Sonst hätte ich nämlich völlig erfolglos einen Heuaufguss begast und begast :'( - und ähh - meine Proben kommen alle direkt vom Strassenwasser. Da hat es uferlos und ganzjährig alles drin, da kann ich jederzeit üppig ernten.
Eine tolle Mikropipette nenne ich stolz mein eigen, damit kann ich sehr sehr probieren.
Viele Grüsse Roger
Hallo,
Es geht auch mit FlyNap und Alka Selzer. AS in einem Glas auflösen. Über dem Glas ein Sieb o.ä. anbringen und das Insekt in einem passenden Glas darüber betäuben. Einfacher ist der Kühlschrank...
Mit FlyNap (stark verdünntes Triethylamin, ca. 1%ig) müsste man zuerst experimentieren. Es braucht nur ganz geringe Mengen! Dafür bleiben die Insekten auch recht lange betäubt. Es sollte nicht verschwiegen werden, dass das Zeug ziemlich stinkt ;D
Viele Grüße
Günther L.
Danke Günther
Ein Mittel, mit ähnlichen Wirkstoffen wie Alka Selzer bekommen wir hier. Weiss ich, weil ich es vor ein paar Monaten, mangels Entkalkungstabletten zum Entkalken der Kaffeemschine gebraucht habe. Die Entkalkungstabletten habe ich mittlerweile bekommen aber das "Fast Alka Selzer" hat zium Entkalken tatsächlich auch genutzt.
Das werde ich sicher auch probieren.
Viele Grüsse Roger
Hallo,
habe mal als Schüler (lange ist´s her) solche Kleinlebewesen mit Äther betäubt, um sie ohne Bewegungsunschärfe auch bei längerer Belichtungszeit fotografieren zu können. Einfach den zu untersuchenden Wassertropfen auf einen Objektträger geben, nicht mit Deckglas abdecken, sondern so, wie er ist, waagerecht auf den Boden einer Butterdose legen, daneben und darüber (am Butterdosendeckel befestigt) je einen Wattebauch anbringen, der mit Äther (Schwefeläther bzw. Diethyläther) getränkt ist. Die Butterdose hinreichend lange (mehrere Minuten) verschließen, so dass der Ätherdampf entsprechend lange auf den Wassertropfen einwirkt. Der flüssige Äther muss also nicht dem Wasser zugesetzt werden; es genügt die Einwirkung des Gases unter der vorhandenen Abdeckung.
Wie lange der Äther bei einzelnen Organismen einwirken muss, kann nur empirisch ermitelt werden. Leider haben aber, soweit erinnerlich, die so betäubten Organismen ihre "Narkose" nicht überlebt (Äther hat ja eine geringe "therapeutische Breite")...
Anschließend den Objektträger aus der Butterdose nehmen, bedarfsweise mit Deckglas bedecken und wie gewohnt mikroskopieren.
Vorteil des Äthers: Jedermann kann ihn m.W. immer noch in jeder Apotheke ohne Schwierigkeiten kaufen.
Hinweis: Die Butterdoese selbst zweckmäßigerweise im Freien mit Äther beschicken und dort stehen lassen.
Schöne Mikrogrüße
Jörg Piper
Hallo Roger,
Valium ist auch ein bekanntes Beruhigungsmittel, Baldrian soll auch helfen ;D
Aber bevor wir jetzt die ganze Pharmazeutische Chemie bemühen würde ich vorschlagen, du bleibst bei bewährten Haus-Mittelchen, die wirksam aber eher harmlos sind.
Die verschiedenen Schleime, Methylcellulose. Magnesium- und Nickel-sulfatlösung, CO2 gibts in Sprudelwasserkartuschen.
Damit bist du bis Weihnachten beschäftigt und dann hast du einen Favoriten und berichtest über deine Erfahrungen.
Und Chloroform egal von welchem Hersteller und welchem Reinheitsgrad vergisst du einfach!
Hallo Roger
Ich halte für solche Betäubungen einige Tropfen Urin bereit.
Kurt
ZitatIch halte für solche Betäubungen einige Tropfen Urin bereit.
Vielleicht sollte man es einfach mal mit einer verdünnten Harnstofflösung versuchen? Wer will es versuchen? Ich stelle eine Probe zur Verfügung!
Hallo Klaus
Pflanzendünger funktioniert auch.
So wie der Urin muss er genügend verdünnt sein,
damit durch den osmotischen Druck die Tierchen nicht zu sehr schrumpeln.
Ev. ist auch wichtig, was man zuvor gegessen und getrunken hat. :)
Kurt
Hallo zusammen
Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich für die rege Teilnahme an meinem Probelm bedanken.
Abhängig von meinen Möglichkeiten werde ich einiges davon (bekomme wahrscheinlich nicht alle aufgeführen Dinge) gerne probieren und dann natürlich auch darüber berichten.
Primär die Wasserwelt weil wir noch Winter haben und nur wenige Insekten. Die paar Stechmücken die meine Frau manuell fängt lassen sich nicht mehr betäuben ;D
ZitatIch stelle eine Probe zur Verfügung!
Vielen Dank auch Dir Klaus. Joris, Du siehst ihn auf meinem Portrait Bild hat sich schon bereit erklärt. Sollte sich sein Pipi nicht eignen, komme gerne auf Dein Angebot zurück.
ZitatPflanzendünger funktioniert auch.
Kurt, jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen, hier wird Rasendünger - speziell Urinhaltig - angeboten.
Viele Grüsse Roger
Hallo!
Darf ich mal fragen, wieviel eigentlich Theorie und wieviel mehr oder weniger bewährte Praxis ist?
Tipps und Überlegungen zu diesem Thema gibt es viele, aber ich habe noch von konkret von einem Mitel incl. Dosierung oder Verfahren gelesen oder gehört, das sich in der Praxis bewährt hat.
Was auch dagegen spricht, ist, dass auch all unsere "Cracks" der Mikrofotografie von Kleinlebewesen nicht mit derartigen Methoden arbeiten, sondern ausschließlich mit Schichtdickenreduktion und/oder Blitz.
Und wenn es ein solches Mittel gäbe, wäre es doch sicher bekannter und breiter im Einsatz, oder sehe ich da etwas falsch?
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
also: Magnesiumsulfat habe ich oft verwendet, das geht sehr gut. Es ist auch sehr nützlich, wenn man die Organismen zu Dauerpräparaten verarbeiten und in möglichst entspanntem Zustand präparieren möchte.
Herzliche Grüße,
Florian
Lieber Florian,
welche Konzentration hast Du denn verwendet?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Leute!
Die ursprüngliche Fragestellung lautete zwar auf ein Narkosemittel für Einzeller oder Insekten, zwischenzeitlich wurde aber auch der Bereich der Kleinkrebse angesprochen. In diesem Bereich beschäftigt das Thema durchaus auch die Fachwelt. Eine ältere, aber durchaus aufschlussreiche Arbeit dazu gibt es von Gannon & Gannon aus dem Jahr 1975. In dieser Arbeit werden einige Methoden auf deren Praxistauglichkeit gestestet. Ich habe einen (leider rel. schlechten) Scan auf die crusta10 Seiten http://www.crusta10.de/download/Gannon%201975%20Crustacean%20Narcotisation.pdf hochgeladen.
Ich verwende in der Praxis gelegentlich 1:10 verdünntes Sodawasser zum Narkotisieren von Süßwassergarnelen, was sich bei mir sehr bewährt hat. MS-222 wie im "Wassertropfen" für Kleinstkrebse empfohlen funkioniert bei Garnelen nicht.
Servus
Werner
Zitat von: Peter V. in September 06, 2011, 11:13:03 VORMITTAG
Lieber Florian,
welche Konzentration hast Du denn verwendet?
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
die Lösung hat 2,5%, davon wird aber nur so viel wie nötig unter das Deckglas gesaugt, sodass die Wirkkonzentration geringer ist.
Herzliche Grüße,
Florian
Zitat von: Peter V. in September 06, 2011, 10:12:14 VORMITTAG
Hallo!
Darf ich mal fragen, wieviel eigentlich Theorie und wieviel mehr oder weniger bewährte Praxis ist?
Tipps und Überlegungen zu diesem Thema gibt es viele, aber ich habe noch von konkret von einem Mitel incl. Dosierung oder Verfahren gelesen oder gehört, das sich in der Praxis bewährt hat.
Was auch dagegen spricht, ist, dass auch all unsere "Cracks" der Mikrofotografie von Kleinlebewesen nicht mit derartigen Methoden arbeiten, sondern ausschließlich mit Schichtdickenreduktion und/oder Blitz.
Und wenn es ein solches Mittel gäbe, wäre es doch sicher bekannter und breiter im Einsatz, oder sehe ich da etwas falsch?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
siehe zB
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9222.0
ich habe in letzter Zeit nicht viele Fotos veröffentlicht, und die die ich
veröffentlicht habe, haben nicht interessiert, aber CO2, MgCl2 und
Methylcellulose verwende ich oft und mit durchgehend gutem Erfolg.
CO2 nehme ich begastes Fundortwasser,
MgCl2 1% bis 2% je nach Gefühl
Methylcellulose nach der Ringmethode von Steffen Claus
Viele liebe Grüße
Timm
Hallo,
ich verwende hierzu gerne Betaisodona Lösung. Jod wird in der Meerwasserquaristik gerne verwendet um Parasiten im Kurzbad von Korallen zu entfernen.
Grüße
yo-da
Liebe Betäuber,
meine ersten Versuche mit Magnesiumsulfat verliefen sehr unterschiedlich. Einige Wimpertierchen waren absolut nicht zu beeindrucken, Rädertierchen haben Tänze vollführt, als hätten sie einen hinter die Binde gegossen. Ruhe trat aber nicht ein. Es wirkt scheinbar auf unterschiedliche Organismen auch sehr unterschiedlich. Es war ein Versuch.
Viele Grüße
Peter
Bei Nematoden hat eine Inkubation auf einem Objektträgerheiztisch bei 42 °C für entsprechende Zeit geholfen die Tiere zu lähmen. Vielleicht klappts ja mit den anderen Viechern auch.
Liebe Betäuber, liebe Ruhigsteller,
noch ein kleiner Tipp aus längst verstaubten Praktikums-Zeiten:
eine in kleinen Konzentrationen (max. 0,5%) in dest. Wasser angesetzte Lösung von Agar-Agar, dem
osmotisch relativ neutralen Gerüstmaterial mikrobiologischer Nährböden, wirkt, unter dem Deckglas
durchgesaugt, als phänomenale 'Wirbelstrombremse' auf Ciliaten, ohne dass diese ihre Form verlieren.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Joachim