Hallo zusammen,
ich habe kürzlich zusammen mit einem Zeiss Winkel GF Stativ, welches mit seinem recht einfach gehaltenen Kondensorträger hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8909.0
beschrieben wurde, diesen Phasenkontrastkondensor erstanden:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_63702710.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_61674284.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_45617693.jpg)
Das Problem war, daß der gesamte Kondensor einschließlich des Filterhalters mit altem Fett oder Immersionsöl verklebt war. Das Zeug war unglaublich zäh und klebrig.
Das Innenleben samt Aperturblende habe ich, wie schon von Bernd/Nomarski beschrieben, mit reichlich Waschbenzin gereinigt.
Als zunächst unlösbar erwies sich die in o.a. Thread von Rolf/rhamvossen beschriebene Bajonettverbindung von Filterhalter und Kondensor. Auch hier war dieses üble Fett reingelaufen und hatte alle Teile fest verklebt.
Um das dann wieder auseinander zu bekommen, habe ich Oberplatte, Karussell, Klapplinse und den schwenkbaren Filterhalter abgeschraubt. Die Unterplatte mit Ringschwalbe und Überwurf-Rändelmutter habe ich dann über Nacht in Waschbenzin eingelegt.
Erst nach dieser Prozedur ließ der Bajonettverschluss sich im Schraubstock – die Rändelmutter in Holzbacken eingeklemmt – mit sanfter Gewalt lösen.
Warun das so dermaßen schwer geht, erklären hoffentlich die folgenden Bilder, die den genauen Zusammenbau zeigen.
Der Bajonettverschluss ist unproblematisch, jedoch dient die Rändelmutter – nach ,,oben" gedreht und festgezogen - als Kontermutter, damit der Filterhalter fest sitzt.
Um diese Verbindung zu lösen, muss die Rändelmutter nach ,,unten" im Uhrzeigersinn gedreht werden. Im Prinzip also genau umgekehrt, wie man es erwarten würde, wenn man die Konstruktion nicht kennt, hat man keinen Schimmer wie das funktioniert.
Wenn dann noch ein technischer Experte diese Rändelschraube nach oben festwürgt und das Gewinde voll Öl läuft, welches dann im Laufe der Zeit festklebt, ja, dann lässt sich da gar nix mehr bewegen.
Hier nun die Bilder, für den Fall, daß noch einer aus dem Forum diesen Kondensor zerlegen oder ausbauen muss.
Ringschwalbe von unten gesehen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_58386097.jpg)
Bajonettring mit schwarzem Filterhalter:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_45019770.jpg)
Überwurfrändelmutter innen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_33871281.jpg)
Überwurfrändelmutter außen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_46545271.jpg)
Montage der Mutter:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_29307924.jpg)
Bajonettring mit Mutter:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_60774201.jpg)
Am Kondensor montiert, der Spalt zwischen Schwalbe und Bajonettring ist gross !!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_8714305.jpg)
Der Kondensor ist wieder einsatzbereit:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72741_21742186.jpg)
Hallo Hugo,
bei derart festsitzenden Teilen (hatte ich gestern z.B. an einem CZJ-Bino) hilft oft eine Kombintion von Waschbenzin, Ballistol und Wärme. Dazu benutze ich einen alten Föhn.
Der Vorteil ist, daß man die Wärme örtlich begrenzt einbringen kann. Daß die West-Zeisige auch so ein betonähnliches Fett verwendeten wie ihre östlichen Vettern .... Das müssen noch Altbestände gewesen sein! ;D
m.f.G.
Herbert
Hallo!
ZitatDaß die West-Zeisige auch so ein betonähnliches Fett verwendeten wie ihre östlichen Vettern
Da tun die sich nichts! Das konnte beide "Zeisse" gleich gut, der einzige Unterschied ist, dass das Ostfett grün wurde und noch ekelhaft stinkt. Aber mir sind schon fast genau so viele verharzte GFLs untergekommen wie Mikrovale. Genauer gesagt: Chance einer Verharzung beim Labo-Edu-Ampli- und sonstigen -vals: 99 - 100%. bei Zeiss West, z.B. GFL etc. 50%. ;)
Eigentlich erstaunlich, dass es über Jahrzehnte ( und wohlbeemrkt: bis heute!!! ) nicht gelungen ist, Lubrikantien zu entwickeln, die nicht verharzen. Selbstverständlich sind auch aktuelle Mikroskope und Yougtimer ( und natürlich auch von Leitz / Leica ) davor nicht gefeit.
Ober sind hochwertige, nicht verharzende Schmiermittel einfach nur zu teuer, um sie in Mikroskopen zu verwenden? Oder ist man bei den Herstellern gar nicht so unglücklich darüber, wenn sich die Mikroskope nach Jahren bis Jahrzehnten selbst außer Betrieb nehmen? ;)
Herzliche Grüße
Peter
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Hugo,
da ich mich im Gegensatz zu dir mit den Zeiss-Winkel-Kondensoren so schlecht auskenne, habe ich mal eine Frage:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72764_66573590.jpg)
Zufällig habe ich auch so einen Bajonettring, allerdings nicht mit der Linse wie du gezeigt hast. Ist die bei dir eingeschraubt oder nur eingesteckt?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72764_45162661.jpg)
Desweiteren habe ich auf dem Filterhalter die Gravur U2 stehen. Was hat die zu bedeuten?
Der gerändelte Überwurfring ließ sich übrigens genauso abdrehen wie bei deinem Exemplar. Allerdings ohne Benzinkur.
Viele Grüße
Bernd
´n Abend Bernd,
nu´ stapel mal nicht ganz so tief!!! Du bist mir um Lichtjahre voraus! :D
Die Linse ( ist das evtl. die Hilfslinse ? ) ist in einer Messinghülse gefaßt und nur eingesteckt, allerdings recht "stramm" und sitzt perfekt.
Ein Foto stelle ich am Wochenende hier ein.
Auf U2 kann ich mir auch keinen Reim machen.
2. Untergeschoss und irische Band scheiden ja wohl aus.... ;D
Nachtrag: Hier die Fotos von der aus dem Ring rausgepuhlten Linse:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72779_1846442.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72779_8595298.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72779_16862913.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/72779_20290809.jpg)