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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Holger Adelmann in September 18, 2011, 15:10:21 NACHMITTAGS

Titel: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in September 18, 2011, 15:10:21 NACHMITTAGS
Liebe Kollegen,

heute poste ich einen Dünnschliff eines schwach metamorphisierten Granits aus dem Ort Kullavik an der Küste südlich von Göteborg (Eigenfund). Der Granit zeigt schöne Umwandlungen des Calcium-Natrium Feldspates Plagioklas die man als Saussuritisierung bezeichnet.
Die Saussuritisierung ensteht in der Regel, wenn die am Ende der Granitkristallisation noch vorhandenen sehr heissen Lösungen ("Fluide") auf den Granit einwirken.
Hierbei wird der relativ unstabile calciumhaltige Plagioklas umgewandelt: Das Calcium geht aus dem Kristallgitter heraus und muss sich zu anderen Mineralen verbinden, die stabiler sind als der Plagioklas. Dabei entstehen eine Vielzahl neuer Minerale an dem Ort des Plagioklas-Kristalls im Gestein, so z.B. Zoisit, Epidot, Serizit, Chlorit und Albit - ein reiner Natriumfeldspat. Früher dachte man, das Abbauprodukt bestehe aus nur einem Mineral, welches man Saussurit nannte....

Bild 1 zeigt das rosafarbene Granitgestein an der Schwedischen Westküste bei Kullavik (Abendstimmung mit Blick auf die vorgelagerten Schäreninseln).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_6000728.jpg)

Bild 2 zeigt einen typischen, frischen, nicht umgewandelten Plagioklas (aus einem frischen Granit anderer Herkunft). Die Plagioklase sind im Gestein typischerweise Mehrfach-Zwillinge, was an der regelmässigen Streifung im Polarisationsmikroskop gut zu sehen ist.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_44703263.jpg)

Bild 2b zeigt den Kullavik Granit in der Makroaufnahme (mit wenigen Lichtreflexen), Hintergrund war eine Kodak Graukarte, Ringblitz, die Farben sind also natürlich wiedergegeben.
Man sieht sehr schön die Hauptbestandteile des Granits (Bildbreite ca. 3 cm):
1.  Quarz: Glasig, durchscheinend
2a. Plagioklas-Feldspat: Cremefarben
2b. Mikroklin-Feldspat: Rosa
3  Biotit-Glimmer: Schwarz
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_20894483.jpg)

Bild 3 zeigt einen Ausschnitt des Kullavik-Gesteins mit Quarz, Mikroklin (einem Kalifeldspat), sowie einem in Umwandlung begriffenen Plagioklas (Na-Ca-Feldspat). Man kann die Streifen der Verzwilligung trotz der begonnenen Umwandlung noch gut sehen, die kleinen Kristalle der neugebildeten Minerale liegen quasi darüber.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_51367469.jpg)

Bild 4 bis 6 zeigen Details der Saussuritisierung. Die bunten Kristalle sind neuentstandener Epidot.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_25691470.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_46717310.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_36361518.jpg)



Man erkennt neben den Neumineralen auch schön die in bestimmten Positionen noch sichtbaren Zwillingsstreifen des ursprünglichen Plagioklas.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73290_14427256.jpg)

Wie immer viel Spass beim Anschauen.

Herzliche Sonntagsgrüsse
Holger


Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Stefan_O in September 18, 2011, 18:28:51 NACHMITTAGS
Hallo Holger,

danke für den Beitrag, sehr schön dargestellt! Ich komme gerade aus einem zweiwöchigem Schwedenurlaub zurück und werde schon wieder wehmütig. Allerdings war ich etwas weiter nördlicher als Gotenburg, sonst hätte ich dir Bescheid gesagt.

Frage zu deinem Beitrag: wie äussert sich die Umwandlung makroskopisch, bzw welche Veränderungem am Gestein werden mit dem blossen Auge erkennbar?

Gruss,
Stefan
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 18, 2011, 18:31:26 NACHMITTAGS
Lieber Holger,
Vielen Dank für Deine Erklärung und die tollen Bilder. Bei uns hier finde ich öfters einen grünen Meta-Granit und Meta-Granodiorit.
Er stammt wohl vom Engadiner Fenster her und wurde in der Eiszeit hier her transportiert und abgelagert.
Das müsste wohl recht ähnlich sein
Schöne Grüße,
Rainer
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Klaus Herrmann in September 18, 2011, 21:00:43 NACHMITTAGS
Hallo Holger,

vorbildlich und zudem sehr schön!

Eine Frage: selbst geschliffen? Und wie dick ist der Schliff etwa?
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Rawfoto in September 18, 2011, 22:15:25 NACHMITTAGS
Hallo Holger

Toller Beitrag, erst vor ein paar Stunden habe ich sensuechtig an Schweden gedacht ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in September 19, 2011, 07:43:04 VORMITTAG
Danke für euer Interesse.

@ Stefan: Ich kann nicht genau sagen, ob man die Umwandlung makroskopisch sieht, da ich keinen Vergleich habe - vielleicht finde ich ja mal ein ebensolches Stück in der Gegend, das nicht mit Fluiden überprägt wurde und in dem der Plagioklas noch unverändert ist. Man müsste hierzu eine Stelle finden wo der Kernbereich des zugehörigen Granitplutons freigelegt ist. Die schöne rötliche Farbe  kommt jedenfalls durch den auch reichlich vorhandenen Kaliumfeldspat.

@ Rainer: Poste doch mal eine Beispielaufnahme des von Dir erwähnten Gesteins (makroskopisch)

@ Gerhard: Ja, die Landschaft ist wunderschön dort :)

Herzliche Grüsse
Holger



Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 19, 2011, 13:22:26 NACHMITTAGS
Hallo Holger,
Ich hab mal im Fundus gekramt und einen schönen Juliergranit gefunden.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/73376_54719876.jpg)

Zum schleifen komme ich so schnell noch nicht, werde mir das aber mal vormerken.
Schöne Grüße,
Rainer
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in September 19, 2011, 16:53:12 NACHMITTAGS
Das sieht sehr interessant aus, Rainer. ich bin auf den Schliff gespannt. Wo genau kommt dieses Gestein urspruenglich her?

@ Klaus: Ich lasse ja derzeit immer noch bei Krantz in Bonn schleifen, spare aber auf eine Abele Maschine :)
Der Schnitt ist 30 mu dick.

Herzliche Gruesse
Holger

Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 19, 2011, 17:20:16 NACHMITTAGS
Hallo Holger,
Der Julier-Granit stammt wohl aus dem Oberengadin.
Man findet davon meist nur kleinere Steine hier in den Endmuränen. Ist halt doch eine längere Reise gewesen bis hier her.
So einen roten Granit aus Schweden hab ich auch schon gesehen. Ein befreundeter Bildhauer arbeitet viel damit und  reist jeden Sommer nach Schweden. Hat Dein Material denn auch grüne Einsprengsel vom Epidot?
Du schreibst, dass Du die Schliffe machen lässt. Was kostet denn so was eigentlich?
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: olaf.med in September 20, 2011, 11:22:43 VORMITTAG
Hallo Holger,

nach längerer Abstinenz bin ich nun wieder online und habe beim Abarbeiten meiner ungelesenen Beiträge Deine schöne Dokumentation gefunden. Zum Saussurit melde ich mich nächste Woche noch einemal mit einem sehr instruktiven Bild, da ich z.Zt. von Zuhause keinen Zugang zum ftp-server habe (vielleicht sollte ich doch einmal lernen, Bilder hier direkt einzustellen ;D):

Erst einmal herzlichen Dank für Deine tolle Darstellung und - wie immer - bewundere ich die hervorragende Bildqualität und besonder die Farbechtheit auch der in Ihrer Größe reduzierten Bilder. Bei Dünnschlifffotos kommt es ja wegen der erheblichen Schliffdicke und der in der Regel doch geringeren Vergrößerung sowieso nicht auf die höchst Auflösung an.

Auch begrüße ich Deine Zurückhaltung was die Verwendung des Lambda-Plättchens anbetrifft, das ja für diagnostische Zwecke unverzichtbar ist, jedoch ästhetisch nicht immer einen Gewinn darstellt (nicht wahr, Thomas :)).

Deine Rotationsanimation finde ich toll, vor allem die Tatsache, daß sie ein Produkt eines einzigen verregneten Sonntags ist. Ich habe mich als Dilletant monatelang mit diesem Problem herumgeschlagen und schließlich eine laienhafte Lösung zustandegebracht, die mich sehr zufriedenstellt, aber Wolfgang "Ortholux", als Fachmann auf diesem Gebiet, eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken gejagt hat. Ich habe in Powerpoint, das für die Lehre hervorragend ist und auch der Zielgruppe, den Studenten, immer zur Verfügung steht, bis zu 36 Bilder des Schliffs und weitere 36 Bilder eines Indexstrichs, der den jeweiligen Drehwinkel angibt, übereinandergestapelt und nacheinander animiert. Was mir dabei besser gefällt als bei Deiner Darstellung ist, daß der Übergang fließend und nicht abrupt geschieht, und so die Verhältnisse bei einer stetigen Drehung besser wiedergibt. Vielleicht geht das ja aber auch bei Deinem Verfahren einfach zu ändern. Darüber können wir uns ja einmal austauschen. Beispiel meines Verfahrens findest Du hier

ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Mineraloptik/ (ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Mineraloptik/)

unter Biotit (Teil 3, Folie 9) und Turmalin (Teil 3, Folie 14), sowie besonders schön bei Titanaugit (Teil 4, Foile 32) und in allen Beiträgen über Interferenzfiguren in den "Downloads" unter Kristalloptik von meiner homepage:

http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/olaf.medenbach/index.html (ftp://http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/olaf.medenbach/index.html)

Nochmals herzlichen Dank und beste Grüße,

Olaf

Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in September 22, 2011, 22:56:41 NACHMITTAGS
Lieber Olaf,

danke für die "Blumen"  :)
Ich schau mal nach den Übergängen aber ich weiss nicht ob man das in einem animierten GIF hinbekommt.
Der Aufwand mit zig Powerpoint Slides ist natürlich gross - ich lass mich mal von Deinen Beispielen anregen, mal sehen...

@ Rainer: Nein, mein Granit aus Kullavik hat keine makroskopisch sichtbaren Epidote, nur die kleinen aus dem Plagioklas entstandenen.
Ein Dünnschliff in normaler Grösse (Giessener Format) kostet bei Krantz in Bonn ca. 28 Euro, tutti kompletti.
Zusätzliche Massnahmen (Festigung von Lockergestein durch Eingiessen in Harz, genaue Orientierungen etc. kosten natürlich einen Aufpreis.)
Krantz macht auch grosse Dünnschliffe (ca 50x60 mm) - sehr schön, habe ich von ausgewählten sachen machen lassen, kostet aber ca 65 Euro / Stück  :o

Herzliche Grüsse
Holger


Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 23, 2011, 00:28:30 VORMITTAG
Hallo Holger,
Wenn ich mir den Aufwand ansehe, den so ein sauberer Schliff beinhaltet, dann ist das recht günstig. Es ist halt ein ganz eigenes Erleben, wenn man so was mal selbst gemacht hat, von der Auswahl der Probe, das aufschneiden, kleben, schleifen, schleifen, immer feiner bis man dann fast gegen 0 angekommen aufhört, und mit etwas Glück ist dann wirklich noch was übrig und es kann sogar ganz toll aussehen. Ich habe meinen Nummulitenkalk auf so einen großen OT aufgekittet und geschliffen. Mit rellativ weichem Gestein geht das noch recht akzeptabel von Hand. Sonst sind mir bei hartem Kristallingestein die kleinen Proben schon lieber, hab da auch gerne mit Scheibchen von meinen Bohrkernen gearbeitet und im Grunde sind die Kristallgefüge meistens eh rellativ homogen, so dass man nicht die Riesenformate braucht um das anzusehen. Bei fossilen Einschlüssen ist das natürlich was anderes. Ist schon richtig Glück, mal einen Nummuliten unter zig anderen in der richtigen Lage mittig zu erwischen.
Wegen dem schwedischen Granit guck ich mal, ob ich an Proben komme.
Liebe Grüße,
Rainer
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: TPL in September 23, 2011, 16:56:56 NACHMITTAGS
Lieber Holger,
meinen Glückwunsch und Dank zu Deinem vorbildlichen und schönen Beitrag! Ich bin schwer beeindruckt, wie ansprechend und instruktiv Du uns Deine Dünnschliffe präsentierst.
Natürlich habe ich mich auch gefreut, dass Du nicht der "farbigen Versuchung" erlegen bist, sondern die originalen Interferenzfarben zeigst.

Die von Dir genannten Dünnschliff-Preis halte ich für angemessen, denn nur in seltenen Fällen kann man so hochwertige Dünnschliffe wirtschaftlich in großer Zahl produzieren. Da steckt auch bei einer Mechanisierung immer noch viel Aufwand (und auch Ausschuss) drin.

Herzliche Grüße, Thomas
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Rawfoto in September 23, 2011, 21:00:51 NACHMITTAGS
Hallo Holger

Dein Thread zieht mich immer wieder an, er fasziniert mich :-))

Und ich frage mich auch gerade ob Du zu der Firma die die Steinteilchen auf die Objektträger kleben mehr sagen kannst. Ich habe selbst auch nicht die Möglichkeit Steine zu Schneiden (und wenn ich sie mir schaffe muss ich ausziehen :-)) Schleifen (auf der Glasscheibe kann ich aber) ...

Wie muss ich mir das vorstellen, ich schicke den Stein, sage wo sie schneiden sollen und bekomme die Rohlinge dann nach einseitiger Beschleifung auf einen Objektträger geklebt?!?

Kannst Du bitte auch die genauen Daten posten (Firmendaten), ich kann dann dort einmal anrufen und ausmachen wie es weitergeht ...

Besten Dank :-))

Gerhard
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 23, 2011, 22:33:44 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard,
Mag ja sein, dass die das wirklich machen, solche halbfertigen Schliffe anzufertigen. Ich finde es aber schon auch extrem aufwändig, einen solchen Weg zu gehen, wo du auch noch erklären musst, wo was wie zu schneiden ist etc. Vielleicht findest Du ja auch einen Steinmetzbetrieb oder Fliesenleger in der Nähe, wo Du mal was schneiden kannst. Im Grunde geht das auch trocken mit einer Diamant-fliesenscheibe am Winkelschleifer. Staubt halt ein bisschen, aber bei den kleinen Dingern ist das nicht die Welt. Klar, im Wohnzimmer isses nicht so ideal. Wenn ich mal wieder was herrichte könnte ich schon mal solche Rohlinge fertigen. hab wenigstens eine Steinsäge und auch nen guten Kleber auf Lager. Schleifen tu ich halt auch noch von Hand, ist aber zum kleben nicht so dramatisch.
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Fahrenheit in September 23, 2011, 22:55:50 NACHMITTAGS
Lieber Holger,

erst mal danke für den schönen Thread mit den interessanten Erläuterungen!

Lieber Gerhard,

hier der Link auf die Seite der Firma Krantz in Bonn:
Geologisches Warenhaus Krantz (http://www.krantz-online.de/de/1.html)

Auch ich habe dort schon Schliffe machen lassen - man berät Dich dort auch gerne telefonisch. Außerdem verfügt man bei Krantz auch über große Lagerbestände. Du musst also kein eigenes Handstück haben, sondern kannst auch eines aus dem Fundus schleifen lassen. Der Kaufpreis kommt dann natürlich noch zu den Kosten für den Schliff dazu.
Die Qualität ist nach meiner Erfahrung erstklassig.

Allen herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: TPL in September 23, 2011, 23:06:39 NACHMITTAGS
Zitat von: Ragin in September 23, 2011, 22:33:44 NACHMITTAGSIch finde es aber schon auch extrem aufwändig, einen solchen Weg zu gehen, wo du auch noch erklären musst, wo was wie zu schneiden ist etc.

Hallo Rainer,
ich gebe (beruflich) nicht selten Schliffe in Auftrag. Natürlich ist es immer gut, zu besprechen, was man Besonderes haben möchte, aber für genauso wichtig halte ich es (und auch die Präparatoren), dass unabhängig vom Gespräch ganz klar auf der Probe bezeichnet wird, wo der Schnitt lang gehen soll. Dazu ziehe ich mit einem schwarzen, mittelbreiten Edding zwei halbwegs parallele Linien um das Handstück. Der Präparator kann dann den Schnitt dazwischen legen und braucht sich nicht an die Details unserer langatmigen Unterhaltung zu erinnern ;).

Wichtig ist auch, beide Hälften deutlich und groß zu beschriften, damit hinterher die richtigen Reste zusammenkommen. Schmutzige oder staubige Handstücke sollten vorher abgewaschen und ordentlich getrocknet weren, da sonst die Beschriftung nicht haftet oder beim Schneiden abgespült wird. Noch eine Hilfe: vor der Abgabe und nach dem Abschleifen der Klötzchen je ein Bild der Proben mit ihren Bezeichnungen machen lassen (oder es selber tun, wenn der Präparator es nicht übernimmt). Es gibt kaum etwas Blöderes, als wenn nach stundenlanger Arbeit Zweifel aufkommen, welches Klötzchen zu welchem Handstück und welcher Schliff zu welchem Klötzchen gehört ::).

Viel Erfolg, Thomas

Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Ragin in September 23, 2011, 23:47:14 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,
Ich hab schon eine Vorstellung, wie man das in Profikreisen so macht mit den Proben. Ich hatte wirklich nicht die Absicht, in dieser Liga mit zu mischen, nur weil ich ne Steintrennsäge besitze, nicht mal ne besonders gute. Ich hatte schon mit dem Gedanken gespielt, so was als Winterarbeit zu betreiben und mal ein paar Schliffe zu machen. Da würde ich mich aber auch lieber bei einem befreundeten Geologen in der Werkstatt einmieten, wo ne komplette Ausrüstung aus einem ehemaligen Unilabor zur Verfügung steht. Er selbst macht damit hauptsächlich Schmuck und andere schöne Dinge, wie Kugeln beispielsweise. Ich denke halt, dass es nicht wesentlich mehr Aufwand bedeutet, ob ich einen oder 5 Scheibchen abschneide oder aufklebe. Das schleifen dazwischen ist etwas mehr, ok, aber es muss ja nur plan und feiner werden ohne wesentlich was runter zu nehmen, will dafür mal 5 Minuten pro Probe veranschlagen, da ist das ganze Versenden etc. wesentlich aufwändiger. Ich hab hier den Vorteil, eine ganze Vielzahl verschiedenster Steine im heimischen eiszeitlichen Geröll zu finden und bin damit befasst, mich da mal rein zu arbeiten mit der Bestimmung. Ob das ein oder andere dann mikroskopisch wirklich was hergibt, ist halt die andere Frage. Ich hab wie gesagt eben mal vor, einen dieser Juliergranite zu verarbeiten wenn ich wieder Zeit finde. Hab aber auch eine Vielzahl von anderen Steinen wie Pseudotachylit und die ganzen Granathaltigen Kristallingesteine wie Eklogit etc.  gesammelt. Na ja, schaun wir mal, ob ich was zu stande bringe.
Liebe Grüße,
Rainer
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: moräne in September 24, 2011, 08:14:14 VORMITTAG
Hallo Steinsäger
Es geht auch ganz einfach und sehr billig dazu:
Mit einer Bügelsäge für Goldschmiede (etwa 20 Euro )
und Diamantsägedraht dafür  (  ich glaube im Imternet :Fischer Goldschmiedebedarf)
Dieser ist ca 15 cm lang , 1,6 mm dick
Ich habe einen für 14 Euro anfang des Jahres gekauft und säge mit dem selben seit dieser Zeit.
Habe jetzt im September im Urlaub eine Menge Scheibchen gesägt.
Natürlich muß man schon Lust und Ausdauer haben, um die 2 Sägeschnitte  möglichst aus der Mitte eines Steinstücks einzusägen., Für ein Plättchen rechne ich mal 2- 3 Stunden sägen.
Wer schräg sägen will, gießt sich in ein  halbes Pappwürfelchen ( geht leicht herzustellen ) Gips uhnd bettet den Stein in der gewünschten Stellung darin ein - das ganze wiederholt er dann auf der anderen Seite, und bald ist das Behelfsgebilde reif für den Schraubstock, wo dann mit Wasserzugabe ( Pinsel )gesägt wird.
Asbesthaltiges säge ich bevozugt im Freien !
Grüße
Gerd
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Rawfoto in September 24, 2011, 16:05:52 NACHMITTAGS
Einen schoenen Samstag an Euch alle und natuerlich danke :-))

Lieber Rainer

Danke fuer Dein Angebot, wenn Du das naechste Mal schneidest wuerden mir Steinbloeckchen reichen, anschleifen und kleben kann ich selbst machen ... Wenn Du welche ueber hast machst Du mich gluecklich :-))

Lieber Joerg

Danke fuer den Link, bin Schon durch die Seite gegangen, die gibt es ja steile Teile ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in September 24, 2011, 16:52:31 NACHMITTAGS
Liebe Kollegen,

schön, dass der Thread so viel positives Echo bekommt  :)

Vielleicht tauchen ja dann hier noch mehr Schliffe auch von anderen auf - unser Forum wird so ja immer vielseitiger !
Ich arbeite jedenfalls schon an der nächsten Dokumentation und habe auch Jörg eben einen Geo-Artikel gegeben, den er am Montag auf der Bonner MKB Seite einstellen wird.

Herzliche Grüsse
Holger
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: olaf.med in September 29, 2011, 13:29:24 NACHMITTAGS
Hallo Holger,

hier ist mein versprochenes Bild eines schönen Saussurits, bei dem man erkennt, dass die Umwandlung vor allem im Kern des Kristalls vonstatten geht und der Rand unbeeinflußt ist.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/74141_42302704.jpg)

Das Thema hat sich bei der Bearbeitung aber so weit aufgebläht, dass ich noch einen neuen Thread aufgemacht habe, um Dein Thema nicht zu überfrachten. Das findet man hier:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10332.0

Gruß, Olaf
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Holger Adelmann in Oktober 07, 2011, 10:32:34 VORMITTAG
Liebe Kollegen,

auf vielfachen Wunsch habe ich meinen ursprünglichen Beitrag noch um ein Makroaufnahme des Kullavik Granits ergänzt (mit wenigen Lichtreflexen), damit man einen besseren Eindruck vom Gestein bekommt.
Hintergrund war eine Kodak Graukarte, Ringblitz, die Farben sind also natürlich wiedergegeben.

Man sieht sehr schön die Hauptbestandteile des Granits:
1.  Quarz: Glasig, durchscheinend
2a. Plagioklas-Feldspat: Cremefarben
2b. Mikroklin-Feldspat: Rosa
3   Biotit-Glimmer: Schwarz

Herzliche Grüsse
Holger
Titel: Re: GEOLOGIE: Granit-Umwandlung
Beitrag von: Stefan_O in Oktober 07, 2011, 11:41:11 VORMITTAG
Klasse Holger, vielen Dank! Das vervollständigt das Bild sehr schön!

Gruss,
Stefan