Liebe Forumsteilnehmer,
das folgende Teil lief mir über den Weg.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/74769_42354117.jpg)
Mit Hilfe der vier langen "Stutzen" (drehen) kann man zwei um 90 Grad verschobene Blenden in Längsrichtung öffnen, bzw. schließen. (Diese sind komischerweise verrußt!)
Kennt kemand das Teil und dessen Einsatzgebiet?
Freundliche Grüße
Peter Reil
Lieber Peter,
soche verstellbaren Blenden werden in der Photometrie eingesetzt. Sie dienen als flexible Leuchtfeldblende, mit der ausschließlich der zu messende Teil beleuchtet wird. Der Ruß könnte darauf hindeuten, daß sie in der Kohlenpetrographie (eines der Einsatzgebiete der Photometrie) eingesetzt war.
Alles nur Mutmaßungen aber vielleicht hilft's.
Viele Grüße
Wolfgang
Ich kenne so eine Blende aus der Infrarot-Mikroskopie, z.B. zur Analyse eines Substanzgemischs.
Die interessierenden Bereiche werden unter lichtoptischer Kontrolle nacheinander mit den vier Spaltbacken so eingegrenzt, daß nur eine Substanzart sichtbar bleibt. Davon wird dann ein Infrarotspektrum gemessen, dessen Auswertung einen Hinweis oder den Beweis für eine bestimmte Substanz liefert. Dann grenzt man die nächste Stelle ein und mißt ein weiteres mal usw.
Das Berußen soll störende Reflexionen verhindern, es kann in einer Kerzenflamme aufgefrischt werden, die Schicht schabt sich beim Gebrauch teilweise ab.
Da der Meßbereich von 1 µm bis 30 µm geht, werden faustgroße Spiegelobjektive zum Vergrößern verwendet, als Empfänger dient ein zur Rauschverminderung tiefgekühlter Infrarot-Detektor.
Die Infrarot-Mikroskope sind relativ selten, da findige Analytiker die Probe zerpflücken, einige Mikropresslinge daraus machen und sie dann in einem normalen Infrarot-Spektrometer messen.
Viele Grüße - Werner
Hallo Wolfgang und Werner,
besten Dank für eure Antworten! Da wäre ich von selbst nie drauf gekommen.
Freundliche Grüße
Peter Reil
Lieber Peter,
das, was ich weiß, geb ich gerne zum Besten, das was ich nicht weiß interessiert mich umso mehr.
@Werner: Respekt. Das wußte ich noch nicht.
Viele Grüße
Wolfgang