Guten abend allerseits,
ich habe ein recht altes Leitz Handzylindermikrotom aus Messing gekauft - sah nett aus, ist aber leider vollkommen verdreckt und kann zu Recht als "Dachbodenfund" bezeichnet werden. Da zurückschicken nicht lohnt und ich immer gern was zum basteln hab, wüsste ich gern, wie ich die innere Schiebehülse herausbekomme. Die Stellschraube mit der Strichskala abschrauben ist kein Problem - aber wie geht´s weiter?
Vielleicht hat das ja jemand schon mal gemacht.
Herzlichen Dank !
Hallo Hugo,
ZitatVielleicht hat das ja jemand schon mal gemacht.
Habe ich noch nicht. Soll ich? ;D
Hugo...
pass bloss auf...und sei gewarnt:
der Bernd will Dir nur nolens-volens das Fell über die Ohren ziehen ;D ;D
Wenn Du jedoch eine Möglichkeit hast, den Aussenzylinder und die Schiebehülse
gemeinsam in einem passenden Behälter in normalem Speiseöl zu erwärmen,
dürfte das vielleicht helfen, die Verkrustungen zu lösen.
Das Öl darf hierfür *richtig* warm weden.
Gruß
Joachim
Hallo Hugo,
und immer daran denken, brennendes Öl nie mit Wasser löschen - sonst brauchst Du eine neue Wohnung.
Soviel zum Zitat : Das Öl darf hierfür *richtig* warm weden.
Das Ergebnis Deiner Zerlege-Tätigkeit und der hoffentlich erfolgreiche Zusammenbau
würde mich auch interessieren.
Vile Glück und
viele Grüße
Herbert Dietrich
Hallo Hugo,
das Erwärmen geht, ohne schon nach einer neuen Wohnung ausschau zu halten, gefahrlos mit einem Föhn. ;) Wenn man´s vornehmer kann, auch im Wärmeschrank.
Bei meinem Handmikrotom v. EL lies sich die Schneid-Platte abschrauben, nach lösen der Klemmschraube der Zange lies sich die ganze Einheit nach oben aus dem Führungsrohr ziehen. Das Gerät habe ich aber nicht mehr, ich kann es daher nicht bildlich erläutern.
Ein paar Fotos von deinem Mikrotom wären hilfreich für weitere Ratschläge.
Mit freundlichem Gruß
Herbert
Hallo zusammen,
herzlichen Dank für eure Ratschläge !
In warmen Öl baden wird mich hier nicht weiterbringen, da das Mikrotom innen mit dem Staub der Jahrzehnte gefüllt ist. Die Schneidplatte abschrauben ist schonmal eine gute Idee.
Für solch´ ein Ölbad fehlen mir auch die Möglichkeiten, da die Küche hier ganz sicher nicht in Frage kommt. Weniger wegen der Brandgefahr, sondern wegen meiner Frau, die beklagt sonst wieder nicht artgerechte Haltung... ;D
Ich mache heute abend ein paar Fotos, dann wird´s deutlicher.
Hallo, Ihr heißen Ölbader ;D,
ich würde es vorher in einem Bad aus normal temperiertem WD-40 probieren. Das wirkt oft Wunder und hat - eine geruchsreduzierende Abdeckung vorausgesetzt - einen wesentlich günstigeren WAF... ;)
Vorsicht aber bei Klebeverbindungen, die davon evtl. auch gelöst werden.
Herzliche Grüße, Thomas
ZitatFür solch´ ein Ölbad fehlen mir auch die Möglichkeiten, da die Küche hier ganz sicher nicht in Frage kommt. Weniger wegen der Brandgefahr, sondern wegen meiner Frau, die beklagt sonst wieder nicht artgerechte Haltung...
Da hat sie nicht ganz unrecht, die Flaschen mit den Duftölen stehen meistens im Badezimmer. ;D
Aber wieso willst du denn jetzt mit Hitze dran? Beim Zeiss-Winkel-Kondensor hat es doch neulich auch ohne geklappt. ??? Nachdem alles 20 Jahre Zeit hatte, festzugammeln, soll es nun in 2 Sekunden wieder auseinanderspringen.
So, hier die versprochenen Bilder:
Das Mikrotom:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/75021_40126541.jpg)
Gravur im Fuß:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/75021_47488677.jpg)
Gewinde der Klemmschraube:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/75021_878738.jpg)
Manchmal finden blinde Hühner doch ein Korn ;D, denn wenn man die beiden Schräubchen rausdreht, kann man das Mikrotom komplett zerlegen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/75021_34575462.jpg)
Hier kann man schön die Reste jahrzehntelanger Arbeit sehen.
Das ganze Sammelsurium liegt nun in der Benzinbadewanne. Morgen werd´ ich´s schön schmieren und wieder zusammenbauen 8)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/75021_36028291.jpg)
Sowas baue ich mir auch.
Danke fürs Zeigen! ;D
Hallo Hugo,
hmmmm.....lecker! Mikroskopiker ( und Reparateure von Mikroskopen und Zubehör ) brauchen halt ein gutes Immunsystem!
Herzliche Grüße
Peter
Wer weiss, warum die Hochformatfotos so gestaucht angezeigt werden ????
Nachtrag: Jetzt werden die Bilder richtig angezeigt. :)
Zitat von: Peter V. in Oktober 13, 2011, 23:12:15 NACHMITTAGS
Mikroskopiker ( und Reparateure von Mikroskopen und Zubehör ) brauchen halt ein gutes Immunsystem!
Hätte man nicht vorher einen Abstrich auf verschiedenen Nährböden machen sollen ?? Jetzt nach dem Benzinbad ist die Keimsammlung aus Jahrzehnten unwiederbringlich verloren !!! ::) 8) ;D
Ich hab´ halt alles geprüft und das Schlechte entsorgt.... :D
Das Mikrotom hast du aber noch, oder? ;D
Bernd!
Zitat von: Nomarski in Oktober 13, 2011, 23:11:30 NACHMITTAGS
Sowas baue ich mir auch.
Danke fürs Zeigen! ;D
Und? Hast Du es gebaut?
Ich lese schon lange alle Mikrotombeiträge, da ich keines habe, aber gerne eines hätte. Nachdem es offensichtlich keine guten Mikrotome zu kaufen gibt, muss wohl der Selbstbau angedacht werden. Dazu gibt es ja auch schon Beiträge...
Bastian
Lieber Bastian,
falls du das wirklich angehen willst...
Da gibts sicher einige, die sowas haben wollen:
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,52103,52225
Oder täusche ich mich... :D
Vielleicht stellt ja sogar einer, ders hat, sportlicherweise die Maße/Details zur Verfügung.
Herzlich
Martin
Hallo,
glücklicherweise habe ich exakt dieses Mikrotom (und gebe es auch nicht ab!!!). Aber als Muster würde ich es schon zur Verfügung stellen, wenn sich Bastian ernsthaft zutraut, dieses mechanische Kleinod nachzubauen.
Aber - ist das wirklich ernst gemeint?
Hezrliche Grüße
Peter
Liebe Feinhobler,
sicher ist´s keine allzugroße Kunst, sowas nachzubauen, siehe "Kosmos Nähgarnrollen-Mikrotom", aber auch nicht in 20 min erledigt.
Die Kosten für eine Kleinserienfertigung dürften nach meiner bescheidenen Erfahrung wohl über denen für ein gebrauchtes Jung HN 40 Schlittenmikrotom liegen. Die bekommt man je nach Zustand für deutlich unter 200.- € und die lassen sich sehr gut selbst warten.
Liebe Kollegen,
habe ich etwas von Kleinserienproduktion geschrieben??
Es ging mir um Anregungen, wie ein gutes Mikrotom beschaffen sein. Was genau unterscheidet ein gutes von einem mittelmäßigen Mikrotom, und ich meine jetzt nicht allgemeine Verarbeitungsqualität. Das ist wohl voraus zu setzen. Ich habe eben wiederholt den Unmut über das noch käuflich zu bekommende Mikrotom gelesen, und frage mich woran es liegt, mal abgesehen vom Messer...
Bastian
Hallo Bastian,
wichtig ist eine präzise Mikrometerspindel mit Gesamt-Hub von mindestens 10 mm. Vornehm ist, wenn die Spindel nicht nur Vorschub nach oben macht, sondern auch wieder rückholt - muss aber nicht sein.
Präparateklemme mit 2 Backen die über eine Schraube geführt werden und mit der Schraube auch wieder geöffnet werden (nicht über eine billige wacklige Feder).
Schneidtisch aus Glas; Durchmesser mindestens 100 mm.
Stabiler verwindungsfreier Klemmhalter zum Anklemmen an Tische. Wichtig: großes "Maul", weil es oft Tische gibt die eine dicke Leiste haben - also ca 100 mm.
Und das Ganze soll möglichst spielfrei laufen und in rostfrei ausgeführt sein. Verchromt, Edelstahl...vergoldet ;D
Eigentlich ganz einfach, aber die ordentliche Qualität hat immer auch ordentlich gekostet!
Klaus,
danke für die Ausführungen. Ich nehme an Du hast im Groben Dein Leitz Mikrotom beschrieben?
Bastian
Genau Bastian
ZitatIch nehme an Du hast im Groben Dein Leitz Mikrotom beschrieben?
Und das ist wirklich sehr ordentlich!. Und solltest du es nachbauen in der Qualität: ich nehme sofort eines für 200.- :D
Klaus,
das glaube ich Dir gerne. Für den Betrag bekommst Du die Feststellschraube in einer Originaltüte von mir ;)
Bastian