Hallo Schnippler,
muß wirklich mechanisches Marterwerkzeug bemüht werden, um Sequenzen biologischen Gewebes zum Zwecke mikroskopischen Betrachtens und Vermessens zu sezieren? Anders formuliert: Wer hat schon versucht, die Anhänglichkeit und Verquickung von Gewebestrukturen mittels mechanischer Schwingungen oder anderer Methoden zu lösen und somit Einzelheiten freizulegen?
Gruß - EFH
Mit welchen Methoden? Und wie darf man sich das vorstellen? Mechanische Schwingungen?
Sorry, ich war der Frager ;D
ZitatMechanische Schwingungen?
Heftig schütteln vielleicht? 8) Dann wird den Zellen so schlecht, dass sie auseinander fallen ;D Und dann hat man das Problem das Puzzel zu verstehen!.
Da lob ich mir die Schnittserie. Natürlich brutal den armen Pflanzen gegenüber, aber zu interpretieren, weil der Verbund erhalten bleibt!
Aber eine ernsthafte Antwort: Quetschen wird bei Mitoseuntersuchungen angewandt und Maszerieren ist auch bei Holz üblich.
ZitatQuetschen wird bei Mitoseuntersuchungen angewandt und Maszerieren ist auch bei Holz üblich.
Lieber Klaus,
ich habe - Verzeihung - weiches Pilzgewebe im Visier. Es verdrießt mich, dessen Struktur entweder durch eine ´Spanische Wand´zu beäugen oder aber zu zerfetzen. Ich möchte es in nackter Vollkommenheit sehen. ;D (und messen 8)
Gruß - EFH
Hallo Eckhard,
versuch doch mal über Alkoholreihe zu entwässern und dann in Xylol durchsichtig zu machen. So wie Rolf das für den Wein beschrieben hat!
Hallo,
Ich habe früher mittels Ultraschall Bakterienzellen aufgebrochen und Aggregate von Baterienzellen homogenisiert. Vielleicht lässt sich das auch für Gewebsstrukturen einsetzen. Bei Pflanzen sind die Zellwände allerdings verbunden und ich bin mir da nicht sicher, ob sich die Zellen vereinzeln lassen (da es gemeinsame Zellwände gibt, Zellwände verschmolzen sind). Wie das bei Pilzen ist,weiss ich nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Zellaufschluss
Oliver.
Hallo!
Typischerweise wird so ein Gerät verwendet: http://ultrasonichomogenizer.com/sonicator.html
Ob das auch bei Pilzen geht (und wie die hinterher schmecken ;)), weiß ich nicht.
Viele Grüße,
Florian
@Klaus
Das wird auf jeden Fall probiert. Danke für den Tipp.
@Oliver
ZitatIch habe früher mittels Ultraschall Bakterienzellen aufgebrochen
Genau diese Idee spukt schon länger in meinem Grind. Aber das Risiko, gerätemäßig mehrere hundert Euronen in den Sand zu setzen verhinderte Versuche. Die Vorstellung, daß pflanzliches Gewebe schon zerfällt, wenn es mit konstanter Frequenz (Ultraschall) geschüttelt wird, dünkt mir zu optimistisch. Wahrscheinlich muß die Schwingung durchstimmbar sein und das macht es teuer.
Gruß - EFH
Hallo Eckhard,
eine Zerlegung pflanzlicher Gewebe oder von Pilzgeflechte auf mechanischem Wege ist sicher kein sinnvoller Weg. In der Pflanzenphysiologie werden zur Gewinnung einzelner Pflanzenzellen oder Zellbestandteile zunächst enzymatische Methoden angewandt. Hierbei werden die verbindenden und stützenden Gewebeanteile mit verschiedenen Enzymen (Pectinasen, Zellulasen, Chitinasen, Hydrolasen,usw.), meist in einem hierfür isoosmotischen und pH-Wert eingestellten Puffer unter definierten Temperaturbedingungen, abgebaut. Die freigestellten Zellen werden anschließend zum Beispiel über einen Dichtegradienten separiert und können dann zur Durchführung physiologischer Versuche eingesetzt werden. Für die Vitalität der Zellen ist es maßgeblich, Zeit und Versuchsbedingungen peinlichst einzuhalten.
Viele Grüße!
Dieter
Hallo Dieter,
das ist ja sehr interessant, lehrreich und ein neuer Gesichtspunkt.
Danke und Gruß
EFH
Hallo Florian,
danke für den Link. Auf ´den ersten Blick´ bin ich skeptisch. Natürlich ist mehr nötig als ein Blick, um etwas zu beurteilen. Das wird auch rangeholt!
Gruß - EFH
Hallo,
Dieter hat mit seinem Beitrag natürlich im Wesentlichen recht. Eine mechanische Behandlung würde zu allererst das Cytoplasma zerstören.
Aber:
Zitatzur Gewinnung einzelner Pflanzenzellen ...
Diese, weithin übliche enzymatische Behandlung führt nicht zu Zellen, sondern zu kugelrunden Protoplasten, die also keine Zellwand besitzen. Ob es das ist, wonach Eckhard strebt? Zum Studium des Zellinhalts wäre das allerdings praktisch optimal.
Ich persönlich denke, dass, vor allem bei Pilzen, Klaus' Quetschmethode am ehesten zielführend ist.
Herzliche Grüße
Detlef
Hallo Detlef,
selbstverständlich bleiben nur noch runde Protoplasten, die auch nur in isoosmotischer Lösung beständig sind.
Vielen Dank für die Richtigstellung!
Dieter