Liebe Mikrofotografen,
ausgelöst durch einen Beitrag über andere Nikon-Systemkameras (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10279.msg73580#msg73580), vor allem aber durch eine Vorführung an einem Mikroskop mit adaptierter Canon EOS 600D (wo alle mir wichtigen Punkte erfüllt schienen!) frage ich mich, ob es auch unter den Nikon-DSLR ein geeignetes Modell gibt. Es sollte können:
- komplette Steuerung vom Mac aus,
- (bei eher ruhigen Mikroskopierbewegungen) ruckelfreies Live-Bild mit rund 1000 x 800 Pixeln oder mehr,
- Aufnahmen aus dem Live-Bild-Modus heraus, ohne Spiegelbewegung oder mechanischen Verschlussablauf,
- möglichst problemlose mechanische Adaption.
Weiterer Funktionen (Belichtungsautomatik, Video, HDR) sind mir nicht wichtig.
Beste Grüße, Thomas
Lieber Thomas,
es gibt eine Software, Camera Control Pro 2, die auf dem Mac läuft und die Fernsteuerung mit Live View ermöglicht, auch mit der D80. Im Modus Spiegelvorauslösung kommt der erste Verschlussvorhang etwa 0,4 Sekunden später.
Leider gibt es bis bisher keinen elektronischen ersten Verschlussvorhang bei den DSLRs. Von den neuen, spiegellosen Kameras (Serie 1) ist bisher das Auflagemass (mir) nicht bekannt und auch Zeiss bietet derzeit (noch) keine Adaption an. Spannend wird es, wenn man eine Adaption ausprobieren kann.
Ich setze deswegen bei Wassertropfen Aufnahmen bisher eine Canon Kamera ein, da sie einen digitalen ersten Verschlussvorhang bietet. Auch die Software für die Canon ist etwas leistungsfähiger. Da könnte Nikon nachlegen. Leider wird Camera Control Pro von NIK Software gepflegt, und die sind reichlich beschäftigt mit der Umstellung ihres Portfolios auf die letzte Mac OS Version Lion.
Da die Serie 1 ja einen "perfekten" digitalen Verschluss hat (schau mal die Anzahl Aufnahmen pro Sekunde an) wäre Nikon blöd, nicht davon etwas auch den DSLRs zu gönnen. Eigentlich hätten wir schon die neue D800 (Nachfolger D700) sehen müssen, aber das Unglück in Japan und dann die Flut in Thailand haben Nikon in der Entwicklung nach hinten geworfen. Die D800, die wahrscheinlich die erste DSLR Ankündigung nach der Serie 1 wird, ist eine spannende Sache, die eine Menge Rückschlüsse auf die kommenden "Updates" der kleineren DSLRs liefern wird.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Hallo Thomas,
Ich schließe mich Eckhard an. Ich verwendete immer zwei Nikons, eine D300 und eine D700. Aber ich musste leider Blitz verwenden, weil der Spiegel immer beim Verschluss erst nach unten geht (gibt immer Verzögerung) mit alle Vibrationen dabei. Vor zwei Wochen hab ich mich eine second-hand Canon 550D erworben. Er tut genau was ich wünschte: Fotos machen ohne Vibrationen der Spiegel und ohne Blitz. Und mit sehr gute freie (!) Software. Sehr lesenswert ist http://krebsmicro.com/Canon_EFSC/index.html
Herzliche Grüße,
Ferry
Hallo Thomas,
Hallo Ferry,
eigentlich hat Eckhard alles auf den Punkt gebracht und dieses Statemant hätte ich mal vor zwei Monaten gebraucht bzw. berücksichtigen sollen. Das ist aber ein anderes Thema.
Ich hatte einige Zeit die Canon 550D und Nikon D5000 im Vergleich am Mikroskop gehabt. Nikon hat gewonnen, denn die Canon zeigte für mich nur bedingte Eignung am Mikroskop. Es mag sein, das Canon mit der 600D aufgeholt hat, aber mich störte bei der 550D einfach die mangelnde Farbwiedergabe und ein für mich nicht akzeptabelen Helligkeitsgradienten im Lifeview-Betrieb.
Ich würde mich also auch aus heutiger Sicht mehr für die "1" oder D800 interessieren.
Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter
Hallo Thomas
ich verwende seit ein paar Monaten die Nikon D5100 zusammen mit der Nikon-Software CameraControl Pro 2. Die Kamera wird vollständig im Life-Modus betrieben. Beim Auslösen höre ich den Verschluß, er sorgt aber in keinster Weise für Verwacklungen. Wie viele Pixel das Vorschaubild hat, kann ich nicht sagen. Bei bewegten Objekten oder Bewegung des Präparats kann ich keinerlei Bildruckeln erkennen. Außerdem kann ich in das Vorschaubild reinzoomen und so für exakte Schärfeneinstellung sorgen. Bei mir läuft das allerdings unter Win7 und einem einigermaßen -noch- modernen PC. Einziger Wermutstropfen: Obwohl die Kamera mit USB mit dem PC verbunden ist, wird sie nicht per Kabel mit Strom versorgt. Auch habe ich kein Netzteil gefunden, mit welchem man die Nikon dauerhaft ans Stromnetz anschließen kann. Also: Ein 2. Akku kostet im Fachhandel ca, 70€, bei Amazon so um die 50.
Adaptierung mittels Projektiv und einem "Distanzrohr" mit T2-Adapter. Ich bin jedesmal wieder begeistert.
Viele Grüße
Klaus
Vielen Dank Euch allen!
@ Eckhard: Dein Hinweis auf die Kombination von Camera Control Pro 2 mit der D80 ist für mich natürlich besonders interessant ;) Das werde ich ausprobieren und nebenher mal auf die D800 sparen. Meine Objekte sind ja eher ruhig (Dünnschliffe, Pflanzenschnitte, Kohlenschliffe), da wird die Verzögerung der Auslösung um o,4 Sekunden (habe ich das richtig verstanden?) nichts ausmachen.
@ Klaus: für die kleineren Nikon-DSLR bietet Nikon Kombinationen aus einem Adapter, der in das Akkufach geschoben wird und dem eigentlichen Netzteil. In Deinem Fall müssten das EP-5A und EH-5B sein. Leider sind diese Kombinationen ziemlich teuer (>100 €) und bedeutet ein weiteres Kabel auf dem Tisch.
Jetzt fehlt mir nur noch die solide mechanische Verbindung zwischen Kamera und Stativ, die es mir erlaubt, das Zwischenbild meiner auskorrigierten Nikon-Objektive direkt auf den Sensor zu projizieren. Provisorisch klappt das schon ganz gut, aber ich bräuchte noch eine dritte Hand ...
Herzliche Grüße, Thomas