Liebes Forum,
Zu Weihnachten habe ich offiziell mein Zeiss Standard 14 bekommen und wollte es nun Köhlern. Nun läuft es leider nicht ganz rund und ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Wenn ich die Leuchtfeldblende mittelst des Kondensortriebs scharf gestellt und dann zentriert habe sind an den gegenüberliegenden Rändern unterschiedlich gefärbte Reflexe (blau rot) zu sehen und ich habe im "schwarzen Bereich" bisweilen deutliche Reflexe, bishin zu einem undeutlichen Bild des Präparates. Diese Reflexe bekomme ich mit der Verengung der Kondensorblende weg, die blauroten Ränder aber nicht. Öffne ich die Leuchtfeldblende, so kann ich zwar schön nachjustieren, dass diese genau in der Mitte ist, nur wird der untere Rand unscharf/überblendet, während der obere scharf und kontrastiert bleibt. Nehme ich ein Okular heraus und schaue in den Tubus, so ist der helle Kreis der Leuchtfeldblende deutlich dezentral.
Kann mir jemand sagen, was ich hier ändern muss?
Schöne Grüße,
Christian
Gratuliere Christian,
da hat das Christkind dir auf jeden Fall was Ordentliches gebracht. Und der Fehler ist so wie du beschreibst nicht gravierend, wenn das der einzige ist.
Du solltest unter dem Kondensor neben einem ausklappbaren Filter-Halter noch eine ausklappbare Hilfslinse haben. Diese ist auch zentrierbar entweder - vornehm - durch kleine Rändelschrauben oder - fummeliger - durch versenkte Schrauben.
Bei schon geköhlertem, zentriertem Kondensor kannst du nun die Hilfslinse verschieben mit den beiden Schräubchen. Das geht im Prinzip wie das Zentrieren des Kondensors. Dann siehst du, dass die gegenüber liegenden Ränder der abgebildeten LFB ihre Farbe angleichen und auch beide scharf abgebildet werden. Danach musst du den Kondensor wieder zentrieren und es sollte alles Bestens sein.
Hallo Klaus,
Zitat
da hat das Christkind dir auf jeden Fall was Ordentliches gebracht. Und der Fehler ist so wie du beschreibst nicht gravierend, wenn das der einzige ist.
Danke! Das freut mich natürlich sehr.
ZitatDu solltest unter dem Kondensor neben einem ausklappbaren Filter-Halter noch eine ausklappbare Hilfslinse haben
In meiner Beschreibung findet sich keine Hilfslinse. Wenn ich an den Rändelschrauben, die ich darunter finde drehe, (eine davon habe ich mit einem roten Pfeil markiert) ändert sich aber nichts.
http://s1.directupload.net/images/111227/lxxa7i2k.jpg
http://s1.directupload.net/images/111227/zpuofmu6.jpg
Habe ich eine Hilfslinse, bzw. was ist "das schwarze" unter meinem Kondensor?
Schöne Grüße,
Christian
Hallo Christian,
Nur zur Info:
ZitatNehme ich ein Okular heraus und schaue in den Tubus, so ist der helle Kreis der Leuchtfeldblende deutlich dezentral.
Was du da gesehen haben wirst, war nicht die Leuchtfeldblende, sondern die Aperturblende. Aber bei so vielen Blenden kann man auch schonmal durcheinanderkommen. ;D
Ich nehme an, dein Standard 14 (von mir auch nochmal herzlichen Glückwunsch!) ist mit einem 0,9er Kondensor mit klappbarer Frontlinse ausgestattet.
Diese sollte bis zum Anschlag eingeschwenkt sein. Manchmal hat sich da etwas Dreck abgesetzt, der das verhindert.
Aber per Ferndiagnose ist es eben immer schwierig, die genaue Ursache zu finden. Es könnte auch sein, daß die Frontlinse dezentriert ist in dessen Fassung.
Viele Grüße
Bernd
Zitat von: Christian F. in Dezember 27, 2011, 15:43:06 NACHMITTAGS
Habe ich eine Hilfslinse, bzw. was ist "das schwarze" unter meinem Kondensor?
Schöne Grüße,
Christian
Hallo Christian,
zeige doch mal ein Bild von dem ausgeklappten "Schwarzen" das könnte auch eine zentrierbare Phasenkontrastblende sein.
Das Mikroskop entspricht ziemlich genau meinem Studentenmikroskop und bei dieser Beleuchtungsart war die Hilfslinse schon unten im Kondensor eingeschraubt.
Steht denn am 40er Objektiv die Bezeichnung PH2 ?
viele Grüsse
Wilfried
ZitatHabe ich eine Hilfslinse, bzw. was ist "das schwarze" unter meinem Kondensor?
Ja, das ist eine Hilfslinse. Wenn du an den zentrierschrauben drehst, sollte sich auch die Position der Leuchtfeldblende verändern, die un dem Lampenhaus im Fuß untergebracht ist. Es ist nicht die Aperturblende im Kondensor (über der Hilfslinse), dessen Position sich verändert.
Schau mal nach, ob im Kondensor vielleicht auch noch eine Hilfslinse eingeschraubt ist. Sowas kommt manchmal vor, soll aber nicht sein, da nur eine Hilfslinse im Strahlengang sein darf.
VG
Bernd
Hallo,
Danke für Eure Antworten.
Nomarski schrieb:
ZitatIch nehme an, dein Standard 14 (von mir auch nochmal herzlichen Glückwunsch!) ist mit einem 0,9er Kondensor mit klappbarer Frontlinse ausgestattet.Diese sollte bis zum Anschlag eingeschwenkt sein.
Ja, auf der Kondensorfrontlinse steht eine 0,9 und diese ist klappbar, sowie auf Anschlag. :(
ZitatJa, das ist eine Hilfslinse.
Wenn ja, habe ich ein Problem, denn da ist nichts drin. Der schwarze Ring ist leer.
Zitat. Wenn du an den zentrierschrauben drehst, sollte sich auch die Position der Leuchtfeldblende verändern,
Die Leuchtfeldblende ist aber doch von dem schwarzen Ring 15cm Luftlinie entfernt?!? ???
Schöne Grüße,
Christian
wilfried schrieb:
Zitatzeige doch mal ein Bild von dem ausgeklappten "Schwarzen" das könnte auch eine zentrierbare Phasenkontrastblende sein
Bilder habe ich beigelegt.
ZitatSteht denn am 40er Objektiv die Bezeichnung PH2
Ich habe nachgeschaut, und ein PH2 findet sich da leider nicht.
http://s1.directupload.net/images/111227/cl54r7ui.jpg
Schwarzer Ring von oben:
http://s7.directupload.net/images/111227/6ax3qf6k.jpg
Kondensor von unten:
http://s14.directupload.net/images/111227/4pnvov9r.jpg
Ich hoffe es ist nicht schlimmer als gedacht.
Grüße,
Christian
Hallo Christian,
alles klar, es ist so wie ich vermutet habe.
Die Hilfslinse ist im Kondensor eingeschraubt.
Und das "schwarze" ist ein justierbarer Phasenblendenhalter nur eben ohne Phasenblendeneinsatz.
Wie du in einem anderen Beitrag sehen kannst, kann man sich den aber auch selbst herstellen.
Bei ausgeklapptem Phasenbelndenhalter müsste das Köhlern also einwandfrei funktionieren. Man sollte ein paar Farbränder im Blendenbild nicht auf die Goldwaage legen schlieslich ist ja der Kondensor nicht chromatisch korrigiert.
Einfach die Blende etwas weiter aufziehen, sodass man die Farbränder nicht mehr sieht und fertig.
viel Spass mit dem guten Stück
Wilfried
ZitatWenn ja, habe ich ein Problem, denn da ist nichts drin. Der schwarze Ring ist leer.
Moment mal, wenn in diesem Schwenkrahmen nichts drin ist, also weder eine Linse noch eine Phasenblende, dann kann sich natürlich auch nichts tun, wenn du an den Zentrierschrauben drehst! :D So kannst du ihn allenfalls als Filterhalter nutzen oder eben die Phansenblende, welche der Wilfried bereits in Ansprache genommen hat, nachbasteln. Dürfte aber nicht so schwierig sein, die Maße kann ich dir mitteilen.
Auf dem letzten Bild kann man deutlich erkennen, daß die Hilfslinse von unten in den Kondensor eingeschraubt ist.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Christian,
also schlimm ist es auf keinen Fall!
Die Hilfslinse ist, wie Wilfried vermutet hat, im Kondensor unten eingeschraubt es sollte der Typ II sein (ist manchmal an Rand der Linsenfassung) eingeprägt.
Dass da in dem ausklappbaren Halter nix drin ist zeigt nur, dass jemand die Phasenblende rausgenommen hat, die muss zentrierbar sein, was ja auch der Fall ist.
Pragmatisch kannst du natürlich über den eher unbedeutenden Fehler wegsehen und köhlern, soweit es geht, dann die LFB soweit öffnen, dass der 2farbige Rand nicht sichtbar ist und dich freuen übers mikroskopieren.
Was noch sein könnte: die 0,9 er Klapplinse sitzt schief. Aber per Ferndiagnose schwierig. Wenn Du Mikroskopiker in der Umgebung hast: mal Kondensor tauschen um den Fehler einzugrenzen..
Wilfried war schneller... ;)
Hallo,
Danke Wilfried, Nomarski und Klaus,
Ich bin froh, dass mein Apparat vollständig ist :)
Ich hätte da noch zwei Bitten:
Könnte sich jemand das Foto durch den Tubus anschauen (10er Objektiv). Das ergibt sich beim (durchs Okular korrekten, aber ohne irgendwie falschen) Köhlern:
http://s14.directupload.net/images/111227/esp2a3ra.jpg
Und zweitens:
Ich habe versucht ein 40er Objektiv zu köhlern. Hier muss ich die Kondensor-Blende stark und die Leuchtfeld-Blende komplett einengen um überhaupt den schwarzen Rand als solchen wahrnehmen zu können.
Wenn ich dann versuche diesen scharf zu stellen (mittels Kondensortrieb), wandert der helle Teil -über- das Bild und wird kaum schärfer.
Da kann was nicht stimmen, oder?
Ich kann mir garnicht vorstellen, wie das dann bei Ölimmersion klappen soll, wenn ich schon bei dem 40er die Iris der Leuchtfeldblende kaum genug geschlossen kriege ???.
Ohne Euch wäre ich total aufgeschmissen..!
Freundliche Grüße,
Christian
ZitatIch hätte da noch zwei Bitten:
Könnte sich jemand das Foto durch den Tubus anschauen (25er Objektiv). Das ergibt sich beim (durchs Okular korrekten, aber ohne irgendwie falschen) Köhlern:
Wenn das die Leuchtfeldblende sein soll (du merkst es ja daran, daß sie es ist, indem du den Hebel am Lampengehäuse bewegst), so muß diese noch etwas in die Mitte, dazu die Kondensorzentrierschrauben bewegen.
ZitatIch habe versucht ein 40er Objektiv zu köhlern. Hier muss ich die Kondensor-Blende stark und die Leuchtfeld-Blende komplett einengen um überhaupt den schwarzen Rand als solchen wahrnehmen zu können.
Wenn ich dann versuche diesen scharf zu stellen (mittels Kondensortrieb), wandert der helle Teil -über- das Bild und wird kaum schärfer.
Da kann was nicht stimmen, oder?
Die Aperturblende (am Kondensor) laß mal dazu ganz geöffnet. Normalerweise muß die Leuchtfeldblende dann in irgendeiner Kondensorhöhe zu sehen sein. Diese Höhe liegt kurz vor dem oberen Anschlag.
Es kann auch noch sein, daß irgendwas nicht richtig zentriert ist, sei es die Lampe oder das Stativ zum Fuß. Das muß man aber alles systematisch prüfen, bevor man irgendetwas verkurbelt, das zuvor richtig eingestellt war.
Hallo,
meine ganz persönliche Erfahrung: köhlern, d.h. Feldblende fokussieren und zentrierern, geht mit einem normalen Abbe-Kondensor, der weder chromatisch noch plan korrigiert ist, bei einem 40'er na mal gerade so la la. Mit dem 100 x wird es dann schon echt schwierig. Hier muss man einfach mal die 5 gerade sein lassen. Also, meine Erfahrung aus der Praxis: mit dem 10'er korrekt köhlern und dann bei den höheren Objektivvergrößerungen nach Bedarf nachbessern. Dass das Zuziehen der Feldblende etwas zur Bildqualität beiträgt, konnte ich bei modernen Objektiven, trotz intensiver Anstrengungen, bisher nicht feststellen. Die Schonung empfindlicher Objekte ist aber ein anderes Thema - jedenfalls, wenn man noch keine LED hat.
Herzliche Grüße
Detlef
Zitatmeine ganz persönliche Erfahrung: köhlern, d.h. Feldblende fokussieren und zentrierern, geht mit einem normalen Abbe-Kondensor, der weder chromatisch noch plan korrigiert ist, bei einem 40'er na mal gerade so la la. Mit dem 100 x wird es dann schon echt schwierig.
Na das hört sich aber etwas suspekt an, lieber Detlef. Entweder ist da eine dicke Staubschicht im Kondensor, daß die Leuchtfeldblende nicht abgebildet werden kann oder, was mir wahrscheinlicher vorkommt: Der Federbolzen im Kondensorträger ist festgeharzt, so daß die Feder es nicht mehr schafft, die Ringschwalbe gegen die beiden Zentrierschrauben zu drücken. Dadurch ist dann auch kein präzises Köhlern mehr möglich. Man schraubt und kurbelt, aber es tut sich nichts.
Beim 40er ist jedenfalls die Iris noch deutlich erkennbar, beim 100er muß man zwar schon etwas mehr mit der Kondensorhöhe spielen, bis man den Lichtfleck deutlich sieht, aber es ist alles noch machbar.
Viele Grüße
Bernd
Lieber Bernd,
mach mich nicht noch dümmer, als ich bin. Das ist natürlich alles relativ, aber ich finde es wegen der Farbsäume ab 40 x nicht mehr so einfach die FB zu fokussieren. Aber, gewiss, es geht. Das war meinerseits lediglich der Versuch, Christians Probleme zu verstehen und zu erklären. Immer schwierig aus der Distanz.
Herzliche Grüße
Detlef
Hallo Herr Dr. Kramer,
Sie beschreiben korrekt, was Sache ist, ein 100er Objektiv mit einem normalen Abbekondensor zu köhlern ist schwierig, weil die Blendenränder nicht ordentlich abgebildet werden. Hier lesen viele Einsteiger mit und die sollte man nicht zur Verzweiflung treiben.
Werner Jülich
Ob der Blendenrand nun mit oder ohne Farbränder abgebildet wird, ist eigentlich zweitrangig. Wichtig ist, daß man ihn überhaupt als solchen erkennen und mit Hilfe der Zentrierschrauben in die Bildmitte bringen kann. Danach kann man die Blende doch wieder öffnen. Nur läßt sich der Kondensor eben nicht anders zentrieren.
Man kann es zwar so machen, wie Detlef es schreibt, beim 10er Köhlern, weil es dort am einfachsten ist und diese Einstellung für die anderen Objektive beibehalten. Bei der visuellen Beobachtung wird man auch nicht viel merken. Aber wenn man es bei jedem Objektiv genau nachkontrolliert, wird man feststellen, daß man beim Umschwenken eigentlich immer etwas nachstellen muß. Wenn man es nicht macht, merkt man es spätestens beim Fotografieren.
Hallo,
Ich danke den Herrn für die Klarstellung bzgl. des Köhlerns.
Nun muss ich wohl erstmal mit meiner schiefen Beleuchtung arbeiten, vielleicht finde ich irgendwanneinmal jemanden, der sich das anschauen kann :(.
Schöne Grüße,
Christian
Hallo Christian,
Schiefe Beleuchtung kannst du zwar auch machen, aber Köhlern geht immer noch besser im Hellfeld, insbesondere bei stärkeren Vergrößerungen.
Viele Grüße
Bernd
Zitat von: Detlef Kramer in Dezember 28, 2011, 10:16:55 VORMITTAG
Lieber Bernd,
mach mich nicht noch dümmer, als ich bin. Das ist natürlich alles relativ, aber ich finde es wegen der Farbsäume ab 40 x nicht mehr so einfach die FB zu fokussieren. Aber, gewiss, es geht. Das war meinerseits lediglich der Versuch, Christians Probleme zu verstehen und zu erklären. Immer schwierig aus der Distanz.
Herzliche Grüße
Detlef
Aber da ich ohnehin hier für den Dümmsten gehalten werde, kann ich diese Fälle beim Köhlern getrost gegenüberstellen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81412_34415417.jpg)
1. 10er Objektiv, 0,9er Kondensor.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81412_1745957.jpg)
2. 40er Objektiv, 0,9er Kondensor.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81412_4475393.jpg)
3. 100er Objektiv, 0,9er Kondensor.
Durch Abblenden des Kondensors läßt sich der Kontrast der Abblildung der Leuchtfeldblende schon verbessern. Nun muß je nach Okularvergrößerung und Sehfeldzahl die Leuchtfeldblende schon bis zum Maximum geschlossen werden, damit man den Rande auch finden kann, da sie etwa die Größe des Sehfeldes hat. Aber durch Dezentrieren des Kondensors wir der Rand aber irgendwann sichtbar, so wie ich es für diese Aufnahme mal eben gemacht habe.
Durch die übermäßige Abblendung ist das Bild zwar erstmal schlecht, aber das interessiert in diesem Moment eben weniger, da es um die Zentrierung des Kondensors geht. So wird nach diesem Vorgang eben die Blende wieder geöffnet oder gar schief beleuchtet.
Viele Grüße
Bernd
Sie zeigen sehr schön, was D. Kramer unter schwierig gemeint hat. Nun kommt aber noch hinzu, dass sie die abgebildete, geschlossene Blende beim völligen Schliessen oft nicht mehr so brav plan verhält, sondern dass sie a) sich oft etwas wölbt und dies b) auch nicht genau symmetrisch tut, abhängig davon, in welchem Zustand diese Blende ist und c) sich nicht in jedem Fall hinreichend weit schliesen läßt, also Leuchtfeldblendendurchmesser < Feldfurchmesser wird.
Werner Jülich
Lieber Bernd,
ich sehe es, wie W. Jülich: Du hast wunderbar demonstriert, was ich mit Worten sagen wollte. Ich hoffe, es hilft Christian!
Herzliche Grüße
Detlef
Also meine Herren,
nur weil die Sache mit zunehmender Vergrößerung etwas schwieriger wird, muß man doch nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und sich sagen: Och, laß ich den Kondensor mal so wie er ist, wird schon irgendwie stimmen..
Bei meinem dritten Bild hatte ich die LFB vollkommen geschlossen. Auch wenn sie sich dabei wölbt, was dem Fall a) entspricht, kann man den Blendenrand immer noch durch einen passende Höheneinstellung des Kondensors ausreichend scharf abbilden. Es ist eigentlich auch nicht so einscheidend, ob die Blendenkontur einen exakten Kreis bildet, einem Fünfeck oder eben einem Ei (wohl Fall b). Und das als Fall c beschriebene Problem lag bei mir vor, die Blende ließ sich eben nicht hinreichend weit schließen. Und doch konnte ich durch Dezentrierung den Rand lokalisieren, um zu sehen, wo das Zentrum des abgebildeten Lichtfleckes liegen muß.
Aber das soll keineswegs heißen, daß man so vorgehen muß. Es soll schließlich immer noch jedem selbst überlassen sein, wie er bei den Einstellungen vorgeht. Wer meint, daß sich diese ganze Zentriererei nicht lohnt oder zu anstrengend ist, der läßt es eben bleiben.
Viele Grüße
Bernd
Ich hatte die Diskussion so verstanden, dass es interessant wäre, zum einfache Abbekondensor Alternativen zu erörtern, es ist ja nicht so, als wäre man unbedingt auf diesen einfachen Kondensortyp angewiesen. Wir haben diese Diskussion häufig in unseren Kursen, da entwickelt man dann ein Gefühl, dass Köhlern mit einem 100er Objektiv doch nicht so einfach ist. Man kennt die Situation aus den Kurssälen und bei der MTA-PTA-Ausbildung.
Also noch einmal:
Viele Irisblenden, zumal wenn sie schon älter sind, wölben sich beim Schließen etwas auf. Wer dann den Blendenrand scharf stellt, erwischt die falsche Ebene.
Einfache Abbekondensoren produzieren sehr oft recht heftige Farbsäume, da noch nicht einmal über den ganzen Rand die gleiche Farbe blau oder rot zeigen. Da ist es nicht trivial, die korrekte Ebene zu bestimmen. Abhilfe schaffen achro. apla. Modelle, die allerdings teurer und nicht immer verfügbar sind.
Der mögliche Ausweg, zuerst bei nicht ganz geschlossener Leuchtfeldblende den dann plan liegenden Blendenrand einseitig für die Höhenkorrektur und danach in einem zweiten Schritt bei geschlossener Blende die XY-Zentrierung durchzuführen, setzt voraus, dass man die Blende hinreichend weit schließen kann und dass man soviel Erfahrung hat, dass man diese Einstellung sauber durchführen kann.
Wie die Realität in vielen Laboren aussieht, was der Zeitdruck überhaupt erlaubt, hat U. Titze einmal treffend beschrieben.
Werner Jülich
Hallo,
Warum sollte mann eigentlicht noch Köhleren mit ein 100x Objektiv? Es ist bekannt das die Abbe Kondensoren ein 100x Objektiv gar nicht gut ausleuchten können weil die Apertur begrenzt wird durch die Leuchtfeldblende. Man kann hier noch etwas verbessern durch die Leuchtfeldblende weiter zu öffnen oder die Höhe des Kondensors zu steigern. Hier habe ich einen Vergeleich gemacht mit ein 0.9 Abbe und ein 100/1.25 Achromat:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81482_40082002.jpg)
Links: Leuchtfeld-Blende eingesteld nach Köhler. Rechts: Leuchtfeldblende weiter geöfnet. Die Kondensor-Blende war ganz geöfnet in beiden Fällen. P angulatum war das Testobjekt. Beste Grüsse,
Rolf
Hallo Safari,
ZitatBei einer Lampe als Beleuchtung in Verbindung mit einer Linse (Kondensor) habe ich aber nur eine kleine scharfe Ebene. Davor und dahinter sind die Lichtstrahlen nicht mehr gerichtet und mein Objekt wird weniger scharf abgebildet.
ich zumindest versteh das nicht! Bei meinen Mikroskopen wird das Objekt von den Objektiven abgebildet, und weder von Kollektor noch Kondensor.
Ich versuche es einmal mit meinen Worten zu interpretieren: mit der üblichen Köhler-Beleuchtung ist es kinderleicht die Höhe des Kondensors einzustellen und auch die Zentrierung desselben vorzunehmen. Das alles hat mit der Abbildungsqualität nur indirekt zu tun. Mit Nelson kann man die gleiche Auflösung erreichen, aber die optimale Einstellung zu finden, ist in dem Fall sehr schwierig. Das ist der Vorteil der Einstellung nach August Köhler (ehem. Bio-Student der damaligen TH-Darmstadt!).
Mit Mühe bekommt man aber auch mit der kritischen/Nelson-Beleuchtung gleichwertige Ergebnisse. Bedingung: optimale Apertur des Kondensors, also richtige Höhe, Blende optimal eingestellt und entsprechendes Objektiv.
Falls jemand dies anzweifelt, stelle ich mich gerne einem A/B-Test.
Herzliche Grüße
Detlef
Zitat von: Detlef Kramer in Dezember 30, 2011, 21:06:42 NACHMITTAGS
Hallo Safari,
ZitatBei einer Lampe als Beleuchtung in Verbindung mit einer Linse (Kondensor) habe ich aber nur eine kleine scharfe Ebene. Davor und dahinter sind die Lichtstrahlen nicht mehr gerichtet und mein Objekt wird weniger scharf abgebildet.
ich zumindest versteh das nicht!
Hallo Detlef,
das kann man auch nicht verstehen, weil es völlig unphysikalisches Geplapper ist.
Deine Ausführungen zum "Köhler/Nelson" Vergleich sind dagegen sicher richtig.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo zusammen,
das Köhler´sche Beleuchtungsprinzip war und ist nicht an das Vorhandensein einer Leuchtfeldblende gebunden. Diese dient(e) lediglich dazu, die richtige Kondensorposition zu finden, und hatte quasi nebenbei den (Neben-)Effekt, das Beleuchtungs-Strahlenbündel auf das notwendige Mindestmaß zu reduzieren - zur Vermeidung von vagabundierendem, den Kontrast minderndem Streulicht. "Hauptziel" Köhlers war es, eine homogene Beleuchtung mit parallelem Strahlenbündel zu erreichen, damit die Lichtquelle (z.B. Wendel) nicht in das Objekt und dessen Abbildung projiziertwird. Das gelingt dann am besten, wenn die Lichtquelle vom Präparat aus gesehen im Unendlichen liegt. Die Leuchtfeldblennde muss folglich auch korrekt relativ zur Lichtquelle positioniert sein, um überhaupt als Einstellhilfe dienen zu können.
Beste Grüße !
JB
Hallo Safari,
jetzt habe ich zumindest verstanden, um was es Dir geht.
ZitatBei einer Lampe als Beleuchtung in Verbindung mit einer Linse (Kondensor) habe ich aber nur eine kleine scharfe Ebene. Davor und dahinter sind die Lichtstrahlen nicht mehr gerichtet und mein Objekt wird weniger scharf abgebildet.
Da müsste man aber jetzt definieren, was unter "scharf" zu verstehen ist. Höhere Auflösung jedenfalls nicht, eher höherer Kontrast. Das kann man bei einer "richtigen" Köhler-Beleuchtung mit einer Halogenlampe und ohne jegliche Streuscheibe auch tatsächlich nachvollziehen. Allerdings, gibt es so etwas in der Praxis überhaupt noch? Ich hatte das so an meinem alten Zetopan, zumindest wahlweise und daher kenne ich auch den Effekt.
In den Achtzigern kamen in der Elektronenmikroskopie übrigens, aus dem von Dir geschilderten Grund, zur Erhöhung der Brillanz, Vergrößerungsgeräte mit Halogenlampen statt der mattierten Glühbirnen auf.
Übrigens hat August Köhler in seinem Haus keinen Strom gehabt und mit einer Gas-Leuchte (Glühstrumpf) gearbeitet. Daher kann dies für ihn kein Beweggrund gewesen sein. Ich denke, Jürgen Boschert hat es im Wesentlichen auf den Punkt gebracht. Allerdings: die Position des Glühwendels muss bei der "richtigen" Köhler-Leuchte so eingestellt werden, dass dieser in der Ebene der Aperturblende abgebildet wird, etwas was heute bei fast keinem Mikroskop mehr üblich ist; da ist alles vorjustiert und ein Mattglas sorgt für die nötige Homogenität, weil ein Glühwendel eben kein idealer Flächenstrahler ist.
Herzliche Grüße
Detlef
Hallo,
ZitatBei einer Beleuchtung nach Nelson ist das Licht niemals so gerichtet wie bei Köhler, daher werden feine Strukturen unterdrückt.
Das kann ich aber so nicht unbedingt bestätigen, denn auch bei der Nelonbeleuchtung lassen sich noch mitunter feine Strukturen auflösen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81634_23548984.jpg)
Amphipleura pelucica, 40Streifen/10µm.
VG
Bernd