Hallo liebe Tümpler,
ich habe mir von Monsti ein paar Tropfen Hochmoorwasser zuschicken lassen und bin zum ersten mal in meinem Leben über einem Wassertropfen gebeugt. Habe da zwischen faserigem Gebilde ein schönes grünes Scheibchen entdeckt und gleich mal meine Schnellwechselcoolpix auf das ate #1939 gesteckt und mit dem 10/0,30 CZJ Apochromaten fotografiert.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/81655_26236141.jpg)
Das Scheibchen scheint ohne Verbindung zu dem Drumherum zu schweben. Durch die Projektivadaption bei ausgefahrenem Tele kommt zum 10 x fach noch etwa 2,6 x fach hinzu. Beleuchtung LED warmweiß difus von unten. Leider habe ich noch keine Eichung für diese Anordnung gemacht. Gestackt aus 9 Aufnahmen.
Wäre nett zu erfahren, was mein erstes "Nassobjekt " darstellt.
Lieben Gruß
Lothar
Guten Morgen Herr Gutjahr,
das ist ein Exemplar aus der Desmidiaceengattung Micrasterias. Angie wird Ihnen vermutlich auch die Art benennen können.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser
Hallo,
in meiner zur Zeit beiläufig beginneenden Tümplerphase beobachtete ich heute ein Doppelmikrasteria:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/82238_20946141.jpg)
Das wird die selbe Art sein wie weiter oben, nur ist mir nicht klar, ob das so ähnlich wie bei Zellteilungen ein Vermehrungsvorgang ist oder sind das gar nicht zweie sondern eine andere Art ?
Danke Angie oder wehm auch immer für etwas genaueres dazu
Lieben Gruß
Lothar
Könnte eine Micrasterias thomasiana var. notata sein. Rupert kann das mit Sicherheit genauer sagen.
hallo Lothar,
bei beiden gezeigten Micrasterias-Exemplaren handelt es sich um je eine Zelle, die aus zwei Halbzellen besteht. In der Mitte befindet sich der Zellkern. Es handelt sich um keine Vermehrungsphase. Beim hier gezeigten Exemplar könnte es sich um M. denticulata handeln.
Siehe auch hier:
http://www.plingfactory.de/Science/Atlas/Kennkarten%20Algen/Conjugatophycea/source/Micrasterias-thomasiana.html
beste Grüße Michael Plewka
Kann es bei der ersten sogar eine Micrcrasterias papillifera sein?
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10146.0
Im dritten Bild, wie eine Teilung aussieht bei Micrasterias.
Lieber Lothar,
Nr. 1 = Micrasterias rotata
Nr. 2 = Micrasterias denticulata
Zieralgen bestehen aus zwei symmetrischen Halbzellen. Der Nucleus befindet sich in der Mitte.
Liebe Grüße
Angie
Guten Abend ihr Lieben, Grüß dich Frau Nachbarin,
erst mal vielen Dank für die Unterstützung!
Eure vielen Beiträge zeigen auf, daß ich meinen Mittagsschlaf ein wenig überzogen habe. Aber zwischenzeitlich war ich wenigstens etwas fleissig und habe das letzte Objekt, welches inzwischen trocken liegt mal in einer Kombination von Durchlicht und Auflicht gestackt. Ich bin doch sehr verwundert, daß das Wasser unter dem Deckglas so schnell verschwindet. Die Inkremente des Stackens hätten unter Umständen noch feiner sein dürfen. Nur so lange die Kamera nicht die Qualität abbildet, die ich im Okular sehe, dürfte das ziemlich gleichgültig sein.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/82282_66696352.jpg)
Hier taucht auch die Frage auf, ist das Objekt in den Bereichen, die der Hintergrundfarbe entsprechen durchsichtig geworden ? Mit variieren der Lichtmengen von oben und unten konnte ich das nicht interpretieren.
Liebe Grüße Lothar
Lothar als Tipp.
Bring die Proben mal in Glycerin. So kannst du sie länger die ansehen und auch hin und her bewegen.
Diesen Tipp habe ich selber von Rupert bekommen.
Hallo Lecanora,
danke, das ist eine gute Idee und das steht auch hier zusammen mit Paraffinöl neben dem Mikroskop. Das Glycerin ist ja hygroskopisch und zieht eher Wasser aus der Luft an, als es zu trocknen.
Schönen Abend noch
Lothar
@Monstie,
Hallo Angie,
schön dich wieder online zu wissen. Ich habe auch einen von den anderen Kameraden gefunden, derentwegen ich um die Wasserprobe bat.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/82285_50195881.jpg)
Mal mit dem NPL20 im Durchlicht mit wenigen Aufnahmen im Wasser gestackt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/82285_44765226.jpg)
Auch hier ist die Oberfläche nicht so gut, wie man es im Okular sieht.
Macht die Coolpix 5000 vielleicht Erschütterungen ? ( wird noch ein Extrathema werden)
Dann liebe Grüße in den Schnee hoch
Lothar
Lieber Lothar,
ZitatDas Glycerin ist ja hygroskopisch
das hat aber gegen über Paraffin den unschätzbaren Vorteil mit Wasser mischbar zu sein! ;D
Und wenn ich mich recht erinnere verliert Gly. erst mal Wasser bis zu einen Gleichgewicht, das eher bei höheren Gly-Konzentrationen liegt.
Du hast die Coolpixringe eingefangen. Ich dachte die seien nur auf die 900ter Serie beschränkt?
Lieber Klaus,
das mit den Coolpixringen muß ich mir noch zusammensuchen. In obigem Fall könnten das auch Schleifstrukturen eines konkav geschliffenen Objektträgers sein. Im Gegensatz zu der Aufnahme mit dem Mikrasteria hatte ich diese letzten Aufnahmen direkt in so einem "Aquarium" gemacht.
Schönen Abend
Lothar
Lieber Lothar,
ZitatIn obigem Fall könnten das auch Schleifstrukturen eines konkav geschliffenen Objektträgers sein
das wäre plausibel!
Kann aber nur einem badisch- griechischen Sparfuchs passieren. Der versierte Mikroskopiker nimmt OT mit
polierter Vertiefung ;D
Hallo,
m.E. sind das ganz klar die besagten "Coolpix-Ringe". Sie waren auf einem anderen Foto von Lothar auch schon deutlich zu erkennen. Hat wirklich jemand behauptet, die kämen nur bei den 900ern vor?
Lothar, ich denke, Du hast noch ein kleines Beleuchtungsproblem: entweder hast Du die Aperturblende zu weit geschlossen oder der Kondensor ist zu weit abgesenkt. Wenn Du das behebst verschwinden vielleicht auch die Ringe.
Bei dem Objekt handelt es sich übrigens um eine Arcella, eine Schalenamöbe (häufig).
Herzliche Grüße
Detlef
Guten Morgen lieber Detlef,
das mit den Coolpixringen muß ich mir über die Forensuche noch zusammentragen. Dazu kommt noch, daß ich mit den Fotoergebnissen dieser Kamera noch gar nicht zufrieden bin. Vielleicht auch "Fingertrouble" ? Wer kennt heute schon alle seine Kameradetails ? Der Fehlermöglichkeiten sind also viele. Oft fahre ich den Kondensor ganz runter, weil bei durchsichtigen Dingen Reflektionen beim Auflicht auftauchen. Die besten Aufnahmen mache ich mit dem 23 € Russenzeissjena "1939" und einem CZJ Apochromaten. NUr ist es halt bequemer schnell mal auf das Metalloplan zu gehen und von oben oder unten zu leuchten.
Mit der Arcella wollte ich Monsti zeigen, daß ich sie gefunden habe. Das Pröbchen stammt ja von da oben aus dem Hochmoor.
Dir einen schönen Sonntag
Lothar
hallo zusammen,
die Schalenamöbe ist keine Arcella, sondern gehört zur Gattung Centropyxis, ist also eine andere Familie.
beste Grüße Michael Plewka
Lieber Detlef,
ZitatBei dem Objekt handelt es sich übrigens um eine Arcella, eine Schalenamöbe (häufig).
*Räusper* Das ist keine
Arcella, sondern
Centropyxis. ;)
Schneechaosgrüße von
Angie
Oops, Michael war flotter ...
Ja guten Morgen ihr zwei,
danke für die Bestimmung. Sie wird dem Mitlesenden nützlich sein. Bei mir ist der Motivationsgrad noch nicht erreicht, daß mein Sieb diese Namen bei sich behält. Was mich reizt, ist mehr das Fotografieren und Finden dieser Winzlinge. Ich werde gleich noch mal nach dem trockengefallenen Micrasteria schauen und vielleicht noch einen besseren Stack versuchen.
Ja Angie bei mir ist das zum Glück so, daß es morgens schneit und mittags wieder regnet. Also nichts mit Schneechaos. Deine Fotos haben mich an meine alte Heimat Furtwangen erinnert. Dort sah es ab und zu auch so aus und wir bekamen dann schulfrei.
Dann einen geruhsamen, gemütlichen Sonntag und "Tee mit Kluntjes und Sahne"
Lothar
Danke für die Richtigstellung. Ich sollte mich auch nicht mehr auf mein Gedächtnis verlassen.
Herzliche Grüße
Detlef
Hallo,
nun mögen vielleicht einige lachen. Für mich jedoch komplettes Neuland dieser erweiterte Wassertropfen. Und da war es gestern Abend richtig spannend.
Im Scherz: ;D >>> "Die noch sichtbare weiße Larve eines schwarzen Loches" <<< ;D [Stentor coeruleus ?? ]
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/83073_31586445.jpg)
bei etwa 450 x facher Vergrößerung abgebildet sieht man im Wasser darum herum zwei Wirbel und einen mächtigen Sog dazwischen, welcher wie ein Staubsauger ( fahrbares schwarzes Loch) die ganze im Wasser daneben befindliche Materie einsaugt. Da das Tierchen sich auch noch hin und her bewegt und manchmal ruckartig zusammenzieht, war kein sauberes Foto möglich. Mit einer Sekunde Belichtungszeit sieht man aber die Verwirbelung und Bewegung im Wasser. Von diesen Wesen gibt es verschieden große die da in der Probe unterwegs waren
Das gegoogelte erbrachte auf meinen vorsichtigen Verdacht "Trompetentierchen" recht schnell den "Stentor coeruleus" auf den Bildschirm.
Liege ich damit wenigstens in der Nähe oder gibt es da auch wieder viele Arten ?
Danke und liebe Grüße
Lothar
Lieber Lothar,
den Wirbel und vor allem dessen Reichweite finde ich zwar beeindruckend (so noch nie gesehen), aber das erzeugende Wesen kann ich nicht mal ansatzweise identifizieren.
Liebe Grüße
Angie
Hallo zusammen,
für mich ist das das typische Strudelbild eine s Rädertieres, nähere Klassifizierung mir nicht möglich. Ein Stentor ist das sicher nicht.
Beste Grüße !
JB
Guten Abend liebe Angie,
das ist ja das Kernproblem bei der Geschichte, wo ich meine, daß da nur jemand der sich gut auskennt sagen kann ja das ist es oder sagen muß das können viele Arten sein die in Frage kommen. Es ist auch kein Beinbruch, wenn wir das nicht erfahren. Im Gegensatz zu den silbrig glänzenden "Älchen" welche da auch noch unterwegs waren sieht dieses Gebilde körnig weiß aus und hat vorne diesen weitgehend durchsichtigen Trichter. Daß die jetzt da drinn dominieren liegt villeicht am Überangebot von Bakterien, von denen die sich laut google ernähren. So alle paar Sekunden sah das aus als hätte es etwas unverdauliches erwischt und zieht sich zusammen auf weniger als die halbe Länge. Ich habe mal geschaut. Hier ist etwas mehr Form erkennbar:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/83077_19975841.jpg)
Gruß Lothar
Hallo Jürgen,
sehe gerade du hast auch noch geschrieben. Vielleicht hilft das zweite Bild
Lieber Lothar,
Jürgen hatte richtig vermutet, es ist ein Rädertier, das gerade am Rädern ist. Schöne Fotos von Rädertieren kannst Du hier sehen --> Rädertiere (http://www.plingfactory.de/Science/GruKlaOeko/Teichleben/Rotatoria/TL5RotatoriaBdel1.html).
Deine Fotos sind - sorry - die helle Katastrophe! Aber der weitreichende Strudel ist interessant. ;) Übrigens ziehen sich die Viecher auch unter Licht- und Wärmeeinfluss zurück. Achte mal darauf. Sobald sie unter dem Okular im Fokus sind, ziehen sie sich ein.
Herzliche Grüße
Angie
Siehst du Angie,
"wat dem een sin Uhl is dem annern sin Nachtigal". Durch die lange Belichtungszeit sieht man den Strudel schön; aber das sich bewegende Tier natürlich niemals.
Aber so wie es aussieht sind die ja im Zunehmen begriffen und da werde ich mal einen unter ein Deckglas packen können um an ein wenig Detail zu kommen. Jetzt war das ja Auflicht in freier Wildbahn ( konkav geschliffener und polierter OT )
Danke auch an Jürgen für die Marschrichtung.
Schönen Abend
Lothar
Hallo Lothar,
lesenswert zu den Coolpix-Ringen ist auf jedenfall das: http://www.gbif-mycology.de/HostedSites/Baral/coolpix-ringartefakte.htm
Grüße
Martin
Danke dir Martin, das werde ich mir einverleiben.
Schönen Abend
Lothar