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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Rawfoto in Januar 02, 2012, 22:05:47 NACHMITTAGS

Titel: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: Rawfoto in Januar 02, 2012, 22:05:47 NACHMITTAGS
Liebe ForumskollegInnen

Ich brauche wieder einmal einen guten Rat, beim Trocknen entstehen Luftblasen!

Ich habe vor einer Woche eine Testserie gemacht, 30 Schnitte 0,030mm (am HN-40 geschnitten). 20 habe ich mit dem 2teiligen Wacker und 10 mit Etzold-Gruen gefaerbt. 50% gabe ich aus beiden herausgezogen und mit Eukitt eingedeckt, den Rest in Malinol.

Um das Ergebnis vorweg zu nehmen, 1es habe ich bei Malinol verworfen, das hatte eine mikroskopisch kleine Luftblase. Bei der Eukittserie sind hingegen nur 2 ins Archiv gewandert, der Rest hat Luft gezogen.

In beiden Faellen habe ich aus Xylol eingebettet und in den Trockenschrank uebergefuehrt, auf alle Deckglaeser ist das gleiche Gewicht gekommen.

Bei der Kontrolle nach 12 Stunden waren alle noch in Ordnung, nach 24 Stunden hatten die ersten beiden Lufteinschluesse. Nach weiteren 48 Stunden ist dann der Endzustand eingetreten. Nach 7 Tagen wurden alle verbleibenden Praeparate noch einmal kontrolliert und aus dem Trockenschrank geholt. Die Temperatur ist auf 58 Grad eingestellt ...

Beide Faerbungen bringen also bei der Eindeckung die gleiche Ausschussrate ==> was mache ich falsch?!?

Nach der Faerbung Waesserung int Wasser entmin., 3 x ISO, Terpiniol und dann Xylol ==> diese Kombination setze ich bei Malinol erfolgreich ein. Das wurde ja auch im Test bestaetigt ...

Welche Erfahrungen habt Ihr da?

Ich werde die Testserie weiter beobachten, bin gespannt ob die letzten 2 Praeparate auch kaputt werden. Alle Praeperate sind weiterhin liegend gelagert ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: Klaus Herrmann in Januar 02, 2012, 23:39:59 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard,

mit Eukitt habe ich kaum Erfahrung mit Malinol schon (Positive)

Aber eine Frage: warum nimmst du Terpineol als Zwischenschritt? Das ist doch viskoser als Xylol und könnte deshalb eher Luftblasen einschließen.

Ich gehe nach dem 3. Mal Isopropanol 1-2Mal in Xylol und dann kommt Malinol oder alles andere Xylollösliche.
Titel: Re: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: Rawfoto in Januar 03, 2012, 06:13:34 VORMITTAG
Hallo Klaus

Mit Malinol habe ich ja zum Glueck auch nur positive Erfahrungen und keine Probleme, der Nachteil ist die lange Zeit des Aushaertens. Genau aus diesem Grund die Tests mit Eukitt ... leider laufen die ja nicht so gut wie erwartet ...

Terpineol setze ich schon seit langem ein, das habe ich von alteingesessenen Mikroskopikern der Mikroskopischen Gesellschaft in Wien uebernommen. Es dient zur Sicherstellung der Entwaesserung und ist bei der ISO-Qualitaet von Heute nicht mehr zwingend notwendig ...

Die Luft kann nur von aussen kommen, in den Mengen muesste sie ja in den ersten Kontrollschritten sichtbar sein!

Aber warum, kommt es zu einer derart extremen Veraenderung des Volumens beim Aushaerten???

Wuerde ich nach zwei Tagen fotografieren haette ich ja auch mit Eukitt gute Ergebnitte! Muss dann ein Lackring drauf um mein Problem zu verhindern? Sind 58 Grad fuer das Aushaerten fuer Eukitt zu warm? Ist es fuer meine Botanik einfach nicht geeignet ...

Fragen ueber Fragen ...

Liebe Gruesse :-)

Gerhard
Titel: Re: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: Fahrenheit in Januar 03, 2012, 07:29:08 VORMITTAG
Lieber Gerhard.

Deine Erfahrungen teile ich. Die Blasen ziehen vom Deckglasrand ein? Eukitt hat leider einen recht großen Volumenschwund beim Trocknen. Eventuell hilft es, einen größeren Tropfen zu nehmen und mit einem kleineren Gewicht zu belasten.

Herzliche Grüße
Jörg
Titel: Re: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: Herne in Januar 03, 2012, 10:14:06 VORMITTAG
Lieber Gerhard,
die Bläschen müssen nicht unbedingt mit Luft gefüllt sein - es könnte sich auch um das Lösungsmittel des Eukitt handeln. Bein Aushärten verringert sich dessen Volumen, da von außen nichts nachgespeist werden kann und das meiste Lösemittel seitlich entweicht, bilden sich diese Quasi-Vakuumblasen. So zumindest meine laienhafte Interpretation. Ich hatte mit Entellan ähnliche Probleme, die sich dadurch zumindest minimieren ließen, daß ich das Mittel nach dem Aufbringen auf den Schnitt erst mal eine Weile "abdampfen" ließ. Die Schwindung war dann deutlich geringer.
Mittlerweile decke ich meist mit Euparal ein und nehme die lange Abbindezeit eben hin ...

m.f.G.
Herbert
Titel: Re: Probleme mit Eukitt
Beitrag von: liftboy in Januar 03, 2012, 19:08:45 NACHMITTAGS
Hallo in die Runde,
da ich fast ausschließlich Eukitt benutze, kann ich wohl Rat geben.
Ja! Es ist richtig: Eukitt hat ab einer gewissen Schichtdicke einen erbärmlichen Schwund. Meine Pollenpräparate zum Beispiel jedoch sind alle einwandfrei, und haben sich über die Jahre nicht verändert.
Botanische Schnitte bekommen von mir etwas mehr Eukitt, als sie brauchen; bei der Belastung des Deckglases quillt also immer etwas heraus.
Macht aber nichts, es lässt sich nach dem Aushärten leicht entfernen.
Insektenpräparate und ähnliches in dickeren Schichten gehen definitiv nicht mit Eukitt. Selbst wenn man jeden Tag kontrolliert und nachtropft braucht Eukitt sehr lange zum Aushärten.
In den Fällen nehme ich dann den guten alten Balsam.
Auch die Luftblasen weiter im Inneren stammen von außen; in dickeren Schichten bleibt Eukitt lange weich, so dass sich nach dem Lufteinzug der Kanal wieder schließt.
Viele Grüße
Wolfgang