Hallo,
eine Frage an die Profis: Wie schneidet das MP-E65 gegenüber "normalen" Lupenobjektiven ab?
Mir ist schon klar, dass die Anwendung des MP-E65 normalerweise eine Andere ist als bei "reinen" Lupenobjektiven. Mich würde speziell interessieren, wie Auflösung, Schärfe etc. im Vergleich mit Lupenobjektiven zu bewerten sind.
Anders gefragt: Kann das MP-E65 sinnvoll anstatt Lupenobjektiver verwendet werden.
Viele Grüße
Günther L.
Hallo Guenther,
Ich besitze das Canon MP-E 65 Objektiv - ein klasse Objektiv, bei dem es allerdings wichtig ist, dass man bei starker Vergroesserung ausreichend Licht hat (ich benutze 2 Speedlite Blitze). Es ersetzt den frueher verwendeten Makrobalgen fuer Vergroesserungen groesser als 1:1. Mit Balgen und beispielsweise angesetztem FD 50 mm Makroobjektiv (1:2) funktioniert das genauso (d.h. man erreicht denselben Vergroesserungsmasstab), wobei die Bildqualitaet beim MP-E 65 doch etwas besser ist. Von einem Ringblitz in Verbindung mit dem MP-E 65 rate ich ab, da der Objekt-Frontlinsenabstand bei starker Vergroesserung sehr klein ist, so dass man das Licht von der Seite einstrahlen muss.
Ich bin mir nicht sicher, mit welchen anderen "Lupenobjektiven" Du das MP-E 65 vergleichen willst. Meinst Du andere gewoehnliche 1:1 Makroobjektive?
Das MP-E 65 ersetzt nicht ein gewoehnliches 1:1 Makroobjektiv. Das MP-E 65 ist bewusst fuer Vergroesserungen von mehr als 1:1 gebaut. Fuer Abbildungsmassstaebe bis max. etwa 3:1 kann man sich mit einem 1:1 Makroobjektiv und Zwischenringen (z.B. von Kenko) behelfen, womit man auch sehr gute Aufnahmen bekommt.
Beste Gruesse,
Martin
Hallo Günther,
auch ich arbeite sehr viel mit dem MP-E 65 Objektiv.
Dieses Objektiv ist ein hervorragendes Lupenobjektiv und ich setze es sehr gerne in Verbindung mit dem Blitz Twin Lite MT-24EX von Canon ein.
http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/EF_Lenses/Macro/MP-E_65mm_f2.8_1-5x_Macro_Photo/
http://www.canon.de/For_Home/Product_Finder/Cameras/speedlite_flash/macro_twin_lite_MT-24EX/
Mit diesem Objektiv habe ich viele Fotos gemacht siehe z.B:
http://mikro-foto.de/schleimpilze.html
Herzliche Grüße
Frank
Hallo Frank,
die Schleimpilzfotos sind alle mit dem MP-E 65 entstanden? Die Tiefenschärfe überrascht mich. Oder waren da kleine Stackinghelferlein am Werk?
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Martin,
Lupenobjektive sind mit Makroobjektiven nicht vergleichbar: Die meisten haben RMS Mikroskopgewinde und werden auch an Mikroskopen im Auflicht verwendet. Das geht mit entsprechenden Adaptern auch mit Balgengeräten und man kommt weit über 5:1 hinaus - nur sinnvoll mit z.B. einem Reprostativ. Die Objektive sind recht lichtschwach und das Scharfstellen ist problematisch. Ohne Blitz geht da gar nichts.
Hallo Frank,
auf Deine Reaktion habe ich gewartet, weil ich Deine Myxomyceten - Fotos noch sehr gut in Erinnerung habe. Ich war und bin sehr beeindruckt!
Ich habe das Objektiv neulich in der Hand gehabt und etwas damit herumgespielt. Ich war insofern beeindruckt, weil man bei 5:1 noch gut scharfstellen konnte bei nicht allzu viel Licht.
Ich will mit dem MP-E65 zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: 1. Im Gelände und 2. als Lupenobjektiv am Makrostativ (= Reprostativ). Da hätte mich der Vergleich mit Luminaren, Photaren o.ä. interessiert.
Dieser Zangenblitz von Canon ist unverschämt teuer und passt eigentlich gar nicht zu Canon. Canon war eigentlich immer etwas inovativer als Nikon und deshalb wundert mich der Kabelkram.
Bei Really Right Stuff (RRS) gibt es ein paar geschickte Blitzadaptionen, die mit normalen Blitzen arbeiten - mal sehen.
Als Nikon Fan habe ich diesen R1C1 Master-Satz mit 3x SB200 und SU-800. Eine wackelige Sache. Von RRS habe ich Stativadapter für die Blitze, weil man sie sonst nur am Objektiv Blitzring oder mit diesen Entenfüßen verwenden kann.
MP-E65 ohne Twin Lite ist nicht sehr sinnvoll - es sei denn ich finde bei RRS eine brauchbare Alternative,die preiswerter ist.
Falls Du RRS nicht kennst, was ich aber annehme: RRS hat Schwalbenführungen, die mit Arca Suisse kompatibel sind. Für Dich als Profi sicher interessant. Hier noch der Link:www.reallyrightstuff.com.
Falls Euch zum MP-E65 noch was einfällt, lasst es mich wissen.
Vielen Dank für Euere Hilfe!
Viele Grüße
Günther
Hallo Wolfgang,
Nein, keine Stackinghilfe ;)
Die Fotos sind mit kleinster Blende 16 auf Vollformat aufgenommen worden.
Dieses Objektiv arbeitet auch mit dieser Blende noch problemlos.
Herzliche Grüße
Frank
Zitat von: Günther Langer in Januar 10, 2012, 18:25:58 NACHMITTAGS
Canon war eigentlich immer etwas inovativer als Nikon und deshalb wundert mich der Kabelkram.
Das ist schon laengere Zeit vorbei....bin zwar selbst Canon-Nutzer, aber muss gestehen, dass Nikon seit einigen Jahren die besseren Innovationen hat, gerade im Kameramarkt bei DSLRs des mittleren bis oberen Preissegments. Canon hat meines Erachtens nur noch den Vorteil einer etwas groesseren Auswahl an Spezialobjektiven. Das zum Thema aber nur am Rande.
Ja, ein Twin Lite ist nicht schlecht fuer das MP-E 65. Mir war diese Anschaffung auch zu kostspielig, ich behelfe mich weiterhin wie oben erwaehnt mit 2 Speedlites, die jedoch in der Flexibilitaet einschraenken.
Beste Gruesse,
Martin
Liebe FreundInnen jenseits von 1:1
Ich setze beides ein, das MP65 und die 5 Leitz Photare und setze diese auch ein ...
Im Studio und auch Freiland, bei lebenden und toten Objekten, Pflanzen, Schmetterlingsfotos, ...
Das MP65 hat zwischen 1:1 und 3:1 seinen besten Qualitaetsbereich, die Kritischeblende liegt bei 1:1 liegt bei 5,6 bei 3:1 bei 4, ein Abblenden darueber hinaus fuehrt zu Qualitaetsverlusten bei der Aufloesung aber zur Erhoehung der Schaerfentiefe. Ab 8 ist das Objektiv unbrauchbar ...
Vorteil, die Handlichkeit und schnelle Verstellbarkeit der Vergroesserung ...
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9463.0
Ist ein Beispiel mit dem MP-65
Leitz Photar 120, optimaler Einsatbereich von 1:3 bis 3:1, doppelter Arbeitsabstand, geringere Abmessung der Frontlinse zum Preis vom unhandlicheren Balgen. Die Kritischeblende liegt bei 1:1 bei 8, bei 3:1 5,6 ...
Dieses Photar hat einen geringeren Basiskontrast, aber eine rundere Blendoeffnung und damit einen harmonischeren Hintergrund ...
Leitz Photar 80, 1:1 bis 5:1. Die Kritischeblend liegt bei 6,3 bis 4, die Einschraenkung des Basiskontrasts gibt es nicht, sonst wie das 120er
Leitz Photar 50, 3:1 bis 8:1 ... 4,5 bis 4, im Kontrast dem MP65 deutlich ueberlegen ...
Leitz Photar 25, 5:1 bis 10:1 ... Bei 5:1 eine Blende abblendbar, bei 10:1 nur noch offen ... ==> das mit Abstand beste Photar, unglaubliche Qualitaet, im Freiland nicht einsetzbar ...
Leitz Photar 12,5, 10:1 bis 15:1 ... offenblende, fast ohne Qualitaetsverluste nach Oben hin bis 25:1 einsetzbar ...
Sucherbild ist dann dunkel wie ein Affenpopo, livebild ist die einzige Moeglichkeit die Schaerfe zu finden, schwer beherschbar. Ich verwende den Feintrieb eines abgeschnittenen Mikroskop fuer die Einstellung. Ohne Einstelllicht unmoeglich zu fokusieren ...
:-)
Gerhard
Hallo Gerhard,
Vielen Dank für diese interessante Gegenüberstellung.
Ich benutze diese Photare an einem Aristophot und bin mit deren Leistung sehr zufrieden.
Das MPE Objektiv ist allerdings in der freien Natur besser einsetzbar und auch abgeblendet natürlich
mit Qualitätsverlusten noch brauchbar.
Herzliche Grüße
Frank
Hallo Günther
Da ich Nikonianer bin, besitze ich kein MP-E65.
Obwohl ich die ganze Reihe der Luminare habe, verwende ich bei 3:1
ein normales Foto Objektiv, das AF MICRO NIKKOR 105mm 1:2.8 D.
Benötigt wird bei 3:1, ca. 170mm Zwischenringe oder Balgen, dafür ist der
Arbeitsabstand = 85mm, dies eignet sich sehr gut für behaarte Fliegen.
Beim Nikon 105mm nimmt bei 3:1 (f=5.6) die Auflösung am Rand nicht ab,
Beim Luminar25 ist in der Bildmitte die Auflösung etwa gleich und am Rand ist sie schlechter.
So etwa ab 4:1 verwende ich dann das Luminar 25mm, mit einem
Arbeitsabstand von nur 19mm.
Beim Nikon 105mm ist bei 4:1 über das ganze Bild die Auflösung gleich, wie beim Luminar 25 am Rand,
in der Bildmitte ist die Auflösung beim Luminar25 einiges höher wie beim Nikkon 105mm.
Bei 6:1 ist beim Luminar 25mm über das ganze Bild die Auflösung gleich gut und viel höher wie beim Nikon 105mm.
Gut Licht
Kurt
Zitat von: Frank Fox in Januar 10, 2012, 22:24:32 NACHMITTAGS
Das MPE Objektiv ist allerdings in der freien Natur besser einsetzbar und auch abgeblendet natürlich
mit Qualitätsverlusten noch brauchbar.
Nun habe ich Deine Bilder nicht im m²-Format gesehen, aber was ich erkennen kann, ist bei Blende 16 doch recht ordentlich. Oder ist das allein der Verkleinerung geschuldet?
Wolfgang
Liebe echte Makro-Begeistere,
die vergleichenden Aussagen oben finde ich sehr interessant. Leider habe ich weder das MP-E65 noch Luminare oder Photare, zähle mich aber zu den Makrofreunden. Meine Auflistung ist vielleicht auch eine Anregung für ebenfalls "Minderbemittelte".
Am Balgen verwende ich u.a.
um 1:1 ein ApoRodagon-D 1x 75mm/4 bei Blende 5,6 ... 8, das ausgezeichnete Ergebnisse bis in die Ecken bei Kleinbildformat zeigt (nach meiner Meinung entspricht dies 100% Auflösung)
bis 3,3:1 ein Minolta Makro MC 50mm/3,5 (retro) bei Blende 5,6 (Auflösung 80% ... 90%)
um 6:1 ein (16mm Kinoobjektiv) Schneider Xenon 25mm/1,4 (retro) bei Blende 4 (Auflösung 60% ... 75%)
Mit z.B. (60% ... 75%) bei 6:1 meine ich, dass ich bei MTF50 (MTF25) 60% (75%) der 6-fachen Auflösung des ApoRodagons bei MTF50 (MTF25) erreiche.
Viele Grüße,
Stuessi
Hallo Wolfgang,
Ich habe solche Fotos auch schon für Ausstellungen benutzt.
Auch im größeren Format konnte man die Aufnahmen noch anschauen. ;)
Herzliche Grüße
Frank
Hallo Gerhard,
Deine Angaben sind genau das was ich erhofft habe - vielen Dank! Ich habe einen ganzen Zoo von Lupen-, Vergrößerer- und Macroobjektiven und deshalb hat mich der Vergleich zum Canon MP-E65 interessiert. Eines meiner Lieblingsobjektive ist u.a. das EL-Nikkor 50mm.
Als Nikon Fan ist mir eine Canon 600D zugelaufen und da war mir klar, dass ich dringend ein MP-E65 brauche. Es ist bestellt und ich bin gespannt!
Du hast mir sehr bei meiner Entscheidung geholfen. Die Berichte über das Objektiv, die ich gefunden habe, waren etwas zwiespältig außer denen im US-Forum.
Jetzt würde mich noch Dein Setup für das Goldbremsen-Traumfoto interessieren. Doppelkreuzschlitten ist klar. Hast Du da ein großes Rad zum Fokussieren angebaut? Stativ? Ich überlege noch ob so ein kleines Berlebach Sinn macht.
Viele Grüße
Günther L.
Hallo Kurt,
Dein Bericht erinnert mich an meinen Objektivbestand. Das 105er Micro Nikkor habe ich auch und aus Analogzeiten noch ein EX Sigma Macro 105mm 2,8 D und ein EX Sigma APO Macro 180 mm, 3,5 D. Leider habe ich das 180er zu wenig gebraucht, weil mir das ganze Gedöns mit Novoflex Gestänge für die Blitze, Stativ etc. zu unhandlich war. In unserem Gelände (Albtrauf, Kuppenalb) mit Schotterhängen und sonstigen Schwierigkeiten war mir die Ausrüstung zu schade.
Vielen Dank für Deine interessanten Ausführungen und viele Grüße
Günther L.
Hallo Guenther
Ich sage nur aufwendig bis zum Abwinken :-))
Es sind 4 Stative zum Einsatz gekommen, eines fuer eine transluzente Folie (125cm lang) zum Soften des Morgenlichts. Dreibein mit Einbeinsaele ...
Das Gleiche wurde mit einem Softgold Aufheller eingesetzt, beide weren ca. 2 Meter weg ...
Eines wurde als Pflanzenstengelhalter eingesetzt ...
Die Kamera war auf einem Kreutzschlitten und dieser auf einem adaptierten Gitzo 3 Bein Groesse 5 ...
Die Aufnahmehoehe war ungefaehr 1,6 Meter ...
:-)
Gerhard
Hallo Gerhard,
Du hast wahrscheinlich ein paar Sherpas dabei gehabt oder nur Deine Freundin. Ja und ein Bremsen-Hypnotiseur war auch dabei - denke ich mal ;D
Aber wahrscheinlich hast Du Blatt oder Stengel mit Leim und Pheromonen imprägniert und gewartet bis die Bremse kommt... ;)
Wie dem auch sei, der Aufwand ist schon gewaltig! Aber Du hast nicht verraten, wie Du das mit dem Schlitten machst: Drehst Du an den kleinen Rädchen oder hast Du ein größeres montiert? Camera + Objektiv haben doch sicher 2-3kg. Im US Forum habe ich mal so ein Teil gesehen. Von RRS, glaube ich, war das mit DIY-Rad.
Dein Kreuzschlitten war sicher nicht so ein 50 € - Teil. Ich überlege ob ich mir 2 Novoflex-, 2 Manfrotto- oder 2 Schlitten von RRS besorgen soll. Was würdest Du mir raten?
Viele Grüße und süße (Goldbremsen-)Träume
Günther
Nein Guenther
Ich was alleine, wie Du am Tau sehen kannst gab es da auch keinerlei Manipulation und die Bremse ist nach der 123ten abgehaut, ich haette noch gerne ein paar Aufnahmen mehr gemacht ...
Der Traeger war mein V6 Gelaendewagen :-))
Ich baue bereits im Dunklen auf und positioniere die Komponenten dann einzeln wenn ich das Objekt meiner Vorstellung gefunden hat. Die Bremsen trinken vom Tau, ich habe das hundertfach beobachtet, das machen die vorm ersten Flug ...
Der Schlitten ist eine Kombination von Novoflex und Realy Right Staff Teilen ... ueber eine Vergroesserung des Rades habe ich schon nachgedacht. Ich habe einen Einstellschlitten mit groesseren Rad, der bringt aber nicht wirklich eine Verbesserung. Ja, zu bewegen sind ca. 3kg, das ist aber von Vorteil, man ist konstanter in der Bewegung ...
:-)
Gerhard
Ich drehe permanent und loese parallel aus, blind, der Spiegel ist die Zeit fix oben ...
Liebe KollegInnen
Ich moechte Euch ein spitzen Zubehoer zu diesem Objektiv nicht vorenthalten, ich habe es selbst erst vor kurzem erstanden! Es zahlt sich aber aus!!!
http://www.ebay.de/itm/Gegenlichtblende-f-Canon-MP-E-65mm-Lupenobjektiv-MP-E65-/310328686155?_trksid=p5197.m7&_trkparms=algo%3DLVI%26itu%3DUCI%26otn%3D5%26po%3DLVI%26ps%3D63%26clkid%3D5726495444853657662#ht_2737wt_927
:-)
Gerhard