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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: peter-h in Januar 28, 2012, 16:24:41 NACHMITTAGS

Titel: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 28, 2012, 16:24:41 NACHMITTAGS
Liebe Zeissianer,

es gab verschiedene Optovare von Zeiss.
1. Optovar 47 30 50 für 1x , 1,25x , 1,6x , 2x , Phase
2. Optovar mit 7stelliger Nummer , sonst wie 1.
3. Optovar 47 30 52 wie 1. jedoch mit ausschwenkbarem Filteranalysator
4. Großfeldoptovar 47 30 70 für 0,8x , 1x , 1,25x , 1,6x , Phase

Ich bin ganz sicher dass ich einige Versionen vergessen habe, bzw. mir nicht bekannt sind.

Nun meine Frage zum Großfeldtyp.
Mit einem Kpl 10x/18 habe ich ein Sehfeld von 18mm im Zwischenbild , Einblick Bildwinkel 41°
Bei einem Kpl 10x/20 steigt das Sehfeld auf 20mm an , Blickwinkel 45°
Bei einem Kpl 12,5x/20 sehe ich weiter 20mm Sehfeld, aber der Blickwinkel ist auf 53° angestiegen.

Würde ich nun das Großfeldoptovar in Stellung 0,8x mit einem Kpl 12,5x/20 kombinieren, so müßte doch das scheinbare Sehfeld auf 25mm steigen, die Vergrößerung sich auf 10x reduzieren und der Blickwinkel bei 53° bleiben.
Wo mache ich nun einen Denkfehler?

Ein Kpl 10x/25 gibt es ja leider nicht  ;D

Gespannt wie ich aufgeklärt werde
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: wilfried48 in Januar 28, 2012, 17:24:12 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

das Sehfeld und der Blickwinkel der Okulare ist okularspezifisch und werden natürlich durch das 0,8 x Grossfeldoptovar nicht verändert, aber sehr wohl  das Objektfeld das du bei gleicher Gesamtvergrösserung  siehst.

also z.B. 40 x Objektiv,  Okular10/20 heisst Gesamtvergrösserung 400x bei Objektfeld 0,5 mm
und       40x Objektiv , Optovar 0,8x,  Okular 12,5/20 heisst  Gesamtvergrösserung 400x bei Objektfeld 0,63 mm !

Um das gleiche Objektfeld bei 40x Objektiv und 10x Okular überblicken zu können bräuchtest du ein Sehfeld bei diesem Okular von 25 also ein KPL 10/25 das es aber nicht gibt.
Alles klar ?

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 28, 2012, 17:31:52 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

hinter Deiner Frage steckt eine wunderbare Geschichte:

Um ca. 1965 herum brachte Leitz das Orthoplan mit 30 mm-Okularstutzen und einem Sehfeld von ca. 24 oder mehr mm heraus. Da war Zeiss zunächst platt. Aber der Michel, der schlaue Fuchs, hatte die Idee, Das Optovar nach unten mit 0,8 x abzurunden um das mit den den 12,5 x/20-KPL-Okularen zu kombinieren. Was dabei herauskam, hast Du gut beschrieben.

Herzliche Grüße
Detlef
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: alemanne in Januar 28, 2012, 17:46:47 NACHMITTAGS
Lieber Herr Höbel,

Ihre Rechnungen habe ich nicht im Einzelnen nachgerechnet, aber sie dürften stimmen, wenn man dem Aufsatz von Kurt Michel folgt:

Michel, Kurt (1967): Vom Gesichtsfeld des Mikroskops. In: ZEISS Informationen, Heft 63, Jg. 15, S. 14 - 19.

In dem Aufsatz geht Michel auf Möglichkeiten der Sehfeldvergrößerungen ein und zeigt deren rechnerische und technische Umsetzung bei ZEISS; u. a. geht er auf das Optovar 0,8 x ... 1,6 x (bei Standardmodellen) und auf den Großfeldrevolver 0,63 x bei Universal und Phomi ein. Ein Kpl 12,5x/20 gab es damals allerdings noch nicht. Seine farbigen Beispielbilder sind beeindruckend.

Herzlichen Gruß,
HG
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 28, 2012, 17:49:42 NACHMITTAGS
Danke Detlef und Wilfried !

Antworten, schneller als die Polizei erlaubt  ;D  Nun kommt noch eine Zusatzfrage :

Sind denn die Objektive auch dafür ausgelegt, oder gab es verdeckte/versteckte Empfehlungen welche Objektive noch geeignet sind? Von Sehfeld 18 auf 20 geht ja noch, aber wenn wir dann von 25 sprechen ist der Sprung doch erheblich.
Ich suche jetzt mal bei Gerlach, ob es Andeutungen gibt.

Schöne Grüße
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: wilfried48 in Januar 28, 2012, 18:26:08 NACHMITTAGS
Zitat von: peter-h in Januar 28, 2012, 17:49:42 NACHMITTAGS
Sind denn die Objektive auch dafür ausgelegt, oder gab es verdeckte/versteckte Empfehlungen welche Objektive noch geeignet sind? Von Sehfeld 18 auf 20 geht ja noch, aber wenn wir dann von 25 sprechen ist der Sprung doch erheblich.

Hallo Peter,

hierzu gab es in einem Thread mal folgende Anwort:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8628.msg60699#msg60699

wers glaubt ?

vielleicht könnte sich hierzu mal ein Zeiss Insider (Herr Zölffel ?) äussern.

aber du könntest das doch mal austesten, ich habe zwar den Grossfeldoptovar aber kein 12,5/20 und vor allem keine Zeit ! ;D

Ich würde ihn dir zukommen lassen für diesen Test. Und wenn die festgegangene Fokusverstellung
der Bertrandlinse anschliessend auch repariert wäre würde ich als Zeiss Fan sogar in Kauf nehmen, dass das Ergebnis negativ ist  ;D

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: alemanne in Januar 28, 2012, 18:35:59 NACHMITTAGS
Lieber Herr Höbel,

man kann alle Objektive und alle Okulare verwenden, sinnvollerweise natürlich Plan-Objektive. Die ZEISS-Planachromate z.B. sind auf 25er Sehfeld ausgelegt und bilden zusammen mit allen Kpl-Okularen praktisch vollkommen plan ab. Ich benütze beim Phomi III ein Großfeldrevolver 0,63 x. Beispiel: Mit einem Plan 10/0,22 und einem Kpl 10x/18 W (Bildwinkel 41 Grad) erhalte ich beim Phomi bei 1,25x Optovarstellung und dem 1,0 Revolver eine Gesamtvergrößerung (1,0x10x1,25x10) von 125 x bei einem 18er Sehfeld. Mit dem Großfeldrevolver 0,63 x erhalte ich mit einem Kpl 16x/16 W (Bildwinkel 55 Grad) bei gleichem Objektiv die eben genannte Gesamtvergrößerung (0,63x10x1,25x16) bei einem beeindruckenden planen 25er Sehfeld.

Viele Grüße
HG

PS: Michel schreibt in dem oben genannten Aufsatz: "Bei ihnen ist die Bildfeldkorrektion [gemeint sind die ZEISS Plan-Achromate und Plan-Apochromate, H.G.] so durchgeführt, daß Sehfeldzahlen von 25 bis 30 ohne weiteres ausgenutzt werden könnten." (S. 14)

   
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: junio in Januar 28, 2012, 21:49:29 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

solltest Du an dem o.g. Michel-Aufsatz interessiert sein, lass es mich wissen! 

Beste Grüße von Jürgen aus Hagen.
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 28, 2012, 23:20:29 NACHMITTAGS
Danke für alle Antworten !

Das entsprechende Heft habe ich mir bereits bestellt. Für mich wirklich schwer vorstellbar, dass Zeiss eine solche Übererfüllung seiner Daten mit großem Weitblick hatte. Die Objektive gab es sicher vor 1965.
Aber ich werde in absehbarer Zeit (hoffentlich) klüger sein oder werden.
Da kommt nun auch die Frage auf, wie prüfe ich ohne Optovar 0,8x , ob ein Objektiv noch bis 25mm Sehfeld gerechnet und geeignet ist ? Auf den ersten Blick nicht gerade trivial. Und noch eine Frage stellt sich.
Ich könnte auch im Großfeldoptovar bei 0,8x eine Korrektur einrechnen  ;) alles möglich !

Nachdenklich
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 29, 2012, 12:17:24 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

darf ich fragen, wo Du das Heft bestellt hast ?

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 29, 2012, 12:36:17 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

keine Ahnung wieviele Exemplare noch vorhanden sind.
--------------------------
Firma 'Antiquariat Schwarz'
Spenerstr. 3
10557 Berlin (-Tiergarten)
--------------------------

Gruß
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 29, 2012, 12:45:14 NACHMITTAGS
Hall Peter,

vielen Dank !

JB
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 29, 2012, 12:57:38 NACHMITTAGS
Liebe Optovar-Freunde

Bringt ein Zusatzteil nur positive Aspekte ? Zugegeben, es ist sehr bequem die Bertrandlinse mit einem Klick einzufahren. Bei exotischen Beleuchtungsversuchen wie Rheinberger, schiefe Beleuchtung und Phasenkontrast ist das ungemein hilfreich. Dann auch für feine Details einmal auf 2x Nachvergrößerung zu schalten bringt Erleichterung. Also keine Nachteile ?

Wie verhält sich das Optovar mit der Mikrofotografie ?
Mir kamen leichte Zweifel hinsichtlich der Ausleuchtung und so gab es einen kleinen Versuch: Wie ist die Helligkeitsverteilung über das ges. Zwischenbild von max. 20mm?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84291_57711804.jpg)
Diese Linie wurde mit dem Programm FITSWORK als Intensitätsprofil ausgemessen.

Viel Erklärung braucht das Diagramm sicher nicht. Die Erkenntnis schmälert nicht die Leistung des Optovars, aber es ist gut zu wissen, dass Randabschattungen vorhanden sind und nicht andere Beleuchtungseffekte den steilen Abfall produzieren.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84291_17373750.jpg)

Jetzt wäre es gut die Eigenschaft des Großfeldoptovars zu kennen  ;D

Schönen Sonntag
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: reblaus in Januar 29, 2012, 13:30:54 NACHMITTAGS
Hallo -

weiß jemand genaueres darüber wie es da mit den verschiedenen Optovaren der Phomiversale steht? Die haben ja außer Bertrand nur die 3 Stufen 1,25/1,6/2

Gruß

Rolf


Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 29, 2012, 13:44:50 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

soweit mir bekannt gab es diese Großinstrumente baubedingt nur mit einem Tubusfaktor von minimal 1,25. Hier hat Zeiss dann einen weiteren Trick angewandt: Es gab Wechselrevolver mit Faktor 0,63.

0,63 x 1,25 = 0,7875 , also "Großfeld".

Allerdings neigen die in diesen Revolvern verbauten Telaninsen exorbitant zur Delamination.

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 29, 2012, 18:32:11 NACHMITTAGS
Hallo,

ich hatte heute einen geruhsamen Nachmittag und habe mir "Die Geschichte der Mikroskopie" von Dieter Gerlach vorgenommen und habe folgendes gefunden:

S. 900:

"Auf Herausforderungen durch die Konkurrenz wusste Michel durch originelle Ideen zu reagieren. Als Leitz mit seinem großen Forschungsmikroskop Orthoplan auf den Markt kam und in der Werbung die Bedeutung besonders ausgedehnter Gesichtsfelder in den Mittelpunkt stellte - die allerdings nur durch Tuben mit größerem Durchmesser zu erzielen waren -, antwortete Michel mit seinem sogenannten Großfeldrevolver. Dabei wurde mit einer Zwischenoptik die Maßstabszahl des Zwischenbildes um 0,8 verkleinert. wodurch sich das Bildfeld entsprechend vergrößerte. Die Verkleinerung wurde durch  Verwendung stärkerer Okulare ausgeglichen. Man konnte so vorgehen, weil die bisher für eine Sehfeldzahl 20 benutzten Objektive aus Sicherheitsgründen eine Reserve von 25 hatten. Im Übrigen waren die extrem großen Sehfelder nur eine vorübergehende Erscheinung, weil es sich in der Praxis zeigte, dass das Überblicken zu großer Felder auf die Dauer unbequem ist."

Also, meine Erinnerung war nicht ganz richtig oder meine ursprüngliche Information bezüglich des Optovars stammt wo anders her. Interessant Gerlachs Einschätzung des Nutzens großer Gesichtsfelder. Zumindest 22 ist heute schon bei den besseren Chinesen Standard und Zeiss verwendet Bei den Axios mittlerweile 24, so weit ich weiß.

Herzliche Grüße
Detlef
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: reblaus in Januar 29, 2012, 19:22:42 NACHMITTAGS
Hallo JB -

Danke für die Auskunft!

Viele Grüße

Rolf

PS.: Im Vergleich zu den Planpos u.ä scheinen mir die Telanlinsen in den Revolvern vergleichsweise stabil, nur in meinem IIIRS Auflichtkondensor habe ich so was.
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 31, 2012, 12:18:33 NACHMITTAGS
Noch ein kleiner Hinweis zu dem Sehfeld.

In der Zeiss Schrift "Mikroskop-System STANDARD" von 1974 , zu sehen bei Woitzik
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA%20Standard%20Prospekte/Mikroskop-System%20Standard.pdf

gab es keine Okulare mit 20mm Sehfeldzahl. Das Großfeldsystem wurde aber beschrieben.
Somit wäre das wahre Sehfeld mit Okularen wie Kpl W 10x/18 dann 22,5mm.

Es wurde sogar ein Großfeld-System-Mikroskop STANDARD 18 angeboten.

Gruß
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: TPL in Januar 31, 2012, 12:35:40 NACHMITTAGS
Lieber Peter,
CZ-Okulare mit 20mm Sehfeldzahl gab es schon wesentlich früher. Ich finde sie mindestens ab 1960 in Zeiss-Druckschriften (C5x/20). Ein Kpl-W 8x/20 Pol, dass seiner Bauart nach nicht jünger als 1968 ist, verwende ich selbst.

Solche großen Sehfeldzahlen waren in den ersten Jahren wohl nur für die Verwendung mit monokularen Tuben geeignet, denn die frühen Bino-Tuben "schafften" nicht mehr als Sehfeldzahl 18.

Herzliche Grüße, Thomas
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: W.Woinack in Januar 31, 2012, 13:45:51 NACHMITTAGS
Hallo Detlef, danke für die Chance, mal wieder den Oberlehrer zu spielen. Okulare mit 24-iger Sehfeld gibt es bei Zeiss nicht. 25 ist für den Imager.; 23 für das AxioScope und 22 für das Axiolab, bzw. 23 in Verbindung mit Zwischen-
platte und AxioScope-Tubus.
Nichts für ungut. Ich konnte an der Steilvorlage einfach nicht so vorbeigehen.
Gruß
Willi
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 31, 2012, 14:54:29 NACHMITTAGS
Hallo Willi,

freu Dich! Ich hatte in Erinnerung, dass unser Axioskop 40 SF 24 hat. War aber schon lange nicht mehr dran.

Detlef
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Januar 31, 2012, 18:28:41 NACHMITTAGS
Noch eine Frage.

Kann man, oder hat sogar schon jemand den Analysator im Optovar nachgerüstet? Allerdings, woher die Teile nehmen  ???

Gruß
Peter
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Klaus Schloter in Februar 03, 2012, 23:38:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter,ja man kann den Analysator nachrüsten schau mal im Know how nach dort wurde das im vergangenen Jahr beschrieben.
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: Stephan Hiller in Februar 04, 2012, 02:04:36 VORMITTAG
Hallo Peter,

ich nehme den Ball hier noch mal auf und zeige einige Optovare wie ich sie in meiner Sammlung habe (es gibt sicherlich noch mehrere Spielarten davon aber die wichtigsten sind sicherlich mal dabei). Und es ist wie du schon vermutet hast: es sind mehr als in deiner Aufstellung.

Generell gab es bei Zeiss (West) 2 Typen von Optovare: die "Großen" (473052-9901) und die "Kleinen". Die Großen (im nachstehenden Bild links dargestellt hatten 5 Positionen des Drehrades: PH (die schon erwähnte Amici-Bertrand Linse) und die Vergrößerungsoptiken 1,0 – 1,25 – 1,6 – 2,0. Beim Großfeldoptovar: PH – 0,8 – 1,0 – 1,25 – 1,6.
Das Kleine Optovar ist vermutlich das Ältere (wurde viel bei den schwarzen GFL's benutzt) und hatte nur 4 Stellungen: PH – 1,0 – 1,6 – 2,5.
Alle Optovare konnten wahlweise auch mit einem Analysator ausgestattet werden. Man erkennt diesen Einbau an dem kleinen Knopfhebel auf der Rückseite des Optovars (im nachstehenden Bild die rechten beiden Optovare in der unteren Reihe  - links ist der Analysator eingeschwenkt rechts ausgeschwenkt. Am Großfeldoptovar - links dargestellt - fehlt der Analysator und damit auch der Knopfhebel).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84723_54146057.jpg)

Was viele nicht wissen, es gab auch eine sogenannte Tubus Großfeldlinse 0,8x.
Im nachstehenden Bild ist sie zu sehen. Sie wurde in das Gewinde des Monokular- oder Binokulartubus der alten Zeiss Schiebtuben eingeschraubt (unten zu sehen an einem schwarzen GFL Tubus). Diese Großfeldlinse passt nicht in die neueren grauen Knicktuben (Siedentopf) zumindest nicht in Meine. Diese Linse hatte die gleiche Funktion wie die Stellung 0,8 des Großfeldoptovars nämlich das Sehfeld zu vergrößern.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84723_5395851.jpg)

Die Großfeldlinse unterscheidet sich von der Linse des Großfeldoptovars optisch und auch im Gewinde. Die Baulänge des Großfeldoptovars ist kürzer und sie fungiert gleichzeitig als untere Telan-Linse. Nachstehend nochmal das Großfeldoptovar und die beiden Linsen im Vergleich.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84723_19903336.jpg)

Nicht zu verwechseln mit den Optovaren ist das "Filterkarussell" (nachstehend neben dem großen Optovar dargestellt). Es hat 2 Filterräder eingebaut mit folgenden Beschriftungen:
Oben: Leer – 50 – 53 – -65 – 0,01
Unten: Leer – 41 – 44 – 47 – 0,1
Beide Räder können unabhängig voneinander gedreht werden. Die Positionen 0,01 und 0,1 sind Neutraldichte-Filter die anderen Positionen sind nach meinem Kenntnisstand Absorptionsfilter für die Fluoreszenzmikrosokopie und die Zahlenwerte geben die Wellenlängen der Hauptransmisson an (also z.B. 53 = 530 nm). Man kann die Filter auch kombinieren. Man möge mich korrigieren, wenn ich jetzt etwas falsches sage. (Die Position mit der Beschriftung -65 erschließt sich mir allerdings nicht). Ich besitze leider keine Anleitung für dieses Teil und wäre dankbar, wenn jemand aus dem Forum, der im Besitz selbiger ist, mir diese als pdf Kopie zukommen lassen könnte.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/84723_10730441.jpg)

Da ich auch die Okulare mit dem 20er Sehfeld habe werde ich Peters Tests bezüglich der Homogenität der Ausleuchtung mit und ohne Großfeldoptovar versuchen nachzureichen, sobald ich etwas mehr Zeit habe.

Grüße

Stephan Hiller
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: reblaus in Februar 04, 2012, 10:26:24 VORMITTAG
Hallo SH -

-65 ist ein Kurzpassfilter, der den sichtbaren Bereich durchlässt und das Infrarot jenseits 650 und auch etwas das UV blockiert. Er ist auch in der Filterkassette (39 mm) für die Phomiversale enthalten und die Absorptionskurve wird in den üblichen alten Filterbroschüren abgebildet.

Gruß

RB
Titel: Re: Verständnisfrage OPTOVAR
Beitrag von: peter-h in Februar 04, 2012, 11:00:25 VORMITTAG
Hallo Stefan,

herzlichen Dank für die schöne Zusammenstellung und die Abbildungen. So kommt doch Licht in das Optovar Dunkel  ;D

Ein schönes Wochenende und Grüße
Peter