Hallo liebe Mikroskopiefreunde,
konnte ein Mikroskop von Zeiss Jena, Typ L, in außergewöhnlich gutem Zustand erwerben.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch - der Kondensor ist total dezentriert.
Leider hat die Kondensoraufnahme keine Zentriermöglichkeit, was mich bei einem solchen Gerät schon verwundert.
Hat jemand einen Vorschlag, wie sich eine Zentrierung des Kondensors trotzdem verwirklichen lässt, ohne, mal schrzhaft gesagt, mit der Rohrzange und Gewalt die Halterung zurecht zu biegen ;).
Ich freue mich auf Eure Vorschläge, für die ich im voraus recht herzlich danke!
Viele Grüße
Holger
Hallo Holger,
Hast du schon versucht die Toplinse des Kondensors zu entferenen und dann zu sehen ob es immer noch dezentriert ist? Manchmal sitzt die Toplinse schief oder ist nicht gut aufgeschraubt. Beste Grüsse,
Rolf
Hallo Rolf,
Vielen Dank für den Tipp!
Aber leider lag es nicht daran.
Mir ist eigentlich unklar, wie eine solche Dezentrierung entstehen kann, zumal keinerlei Beschädigung wie z.B. durch einen Fall am Mik festzustellen ist.
Vielleicht ein Produktionsfehler? So was kann ja auch bei Zeiss mal vorkommen.
Die Dezentrierung muss ja nicht zwangsläufig ihre Ursache am Kondensor haben. Es könnte ja auch die Position des Objektivrevolvers n.i.O. sein.
Da die Dezentrierung in der "links-rechts"-Achse liegt ist aber ein Positionsfehler im Anschlag der Schwalbenschwanzführung des Objektivrevolvers auch ausgeschlossen.
Vielleicht müssen doch Hammer und Rohrzange ran >:(
Gruß
Holger
Hallo Holger,
ZitatMir ist eigentlich unklar, wie eine solche Dezentrierung entstehen kann
Das habe ich mich auch oft abgefragt. Ich habe verschiedene ältere monokulare Mikroskope mit dieses Problem. Oft ist auswendig nichts zu sehen, aber es muss etwas passiert sein um zu diesem Dezentriering zu kommen. Oder vielleicht ist es manchmal nur die Blende die dezentriert ist. Man kan aber immer noch einer zentrierter Beleuchtung bekommen wobei die Apertur nicht durchs öffenen der Blende aber durchs senken des Kondensors reguliert wird. Die Zentrierung wird dan durch das verstellen des Spiegels (wenn einen da ist) bekommen. Habe ich hier einmal beschrieben: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5898.msg40031#msg40031. Die Blende wird dan ganz geöffnet und der Kondensor gesenkt. Einen Unterschied in die Auflösung sah ich nicht, aber die Lichtfarbe wird etwas gelber.
Hoffentlich kommt da nicht wieder die Bemerkung (schon 2 mal!) das das gefährlich ist das die Lampe nicht isoliert ist :D :D. Beste Grüsse,
Rolf
Hi Holger,
I don't know exactly how it looks like on your scope, but on my Ng stand there are a couple of screws on the edge that can be adjusted. There are also separate adjustable condenser holders for darkfield condensers that always need fine-adjustment, which is generally not necessary for BF. Check here: http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA/30-129a-1.CZ%20%20Lu-Mikroskop.pdf
Just to be sure, how did you check the condenser is out of alignment?? My check is to take the ocular out of the microscope, look in the 'back' of the objective while opening and closing the condenser iris.
Best wishes, René
Hallo Zusammen,
oje, wenn das auf meine Anfrage alles war, und das bei den hier zahlreichen wirklichen Experten, dann werd ich das Mik wohl in den Mülleimer werfen können.
Vielleicht hat sich ja auch niemand getraut, mir diesen Schritt zu empfehlen.
Jedenfalls werde ich in Zukunft den Namen Zeiss mit Vorsicht genießen. Natürlich ist das L-Stativ schon ein paar Jährchen alt, war aber seinerzeit bestimmt ein Top-Gerät - aber ohne zentrierbaren Kondensor? Sehr eigenartig! Da lobe ich mir mein WILL Vm 355. Kaum im Forum erwähnt aber so grundlegende Dinge, wie zentrierbarer Kondensor, sind vorhanden. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
Gruß
Holger
Hallo Holger,
wenn du´s wegwerfen willst, sag mir bitte wo der Mülleimer steht ... ;)
Bei den älteren Stativen war eine Zentriermöglichkeit oft deshalb nicht vorgesehen, weil die älteren Kondensoren in ihrer Fassung mittels Zahnstangentrieb zentriert werden konnten. Bei späteren vertraute man wohl auf die Präzision der Fertigung, die eine Dezentrierung in vertretbaren Grenzen zu halten versprach.
An einem Winkel-Zeiss-Standard junior in meinem Fundus geht die Zentrierung derart, daß ein Klappkondensor in seiner 39er Steckfassung frei gedreht werden kann und zugleich die Klapplinse für hohe Aperturen axial um einen geringen Betrag hin- und hergeschoben werden kann.
Du hast also zwei Möglichkeiten, Zentrierbarkeit zu erreichen und musst nur den entsprechenden Kondensor auftreiben. Das Wegwerfen des L-Stativs ist damit unnötig und Zeiss glänzt wieder ein wenig. ;)
Mit freundlichen Grüßen
Herbert
Holger,
es besteht sicher kein Grund, das L-Stativ dem Müll anheim zu stellen.
Allerdings besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass Du ein Mik erworben hast, welches
viele Väter und Mütter hatte, sprich, dass Dein Mik aus vielen Teilen anderer Mik's zusammen-
gebastelt worden ist, auf dass es 'schön' aussehe...
Genau dies passiert oft, wird natürlich nicht erwähnt und kann im Endeffekt zu dezentrierten
optischen Achsen und dergleichen Widrigkeiten mehr führen.
Es gibt hier im Forum genügend Mitglieder, die sich mit mit 'Jena' allerbest auskennen, vielleicht
sogar in Deiner örtlichen Umgebung.
Ist das nicht der Fall, gibt es ganz bestimmt 'helfende Geister' auch im weiter entfernten
Umfeld. Es besteht mit Sicherheit kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen. Und schon gar
keiner, Dein
ZitatMik wohl in den Mülleimer werfen
zu wollen.
Ich kann nur sagen: bleib bitte am Ball. Es wird Dir geholfen. Vielleicht nicht jetzt und sofort,
aber dazu musst Du Dir eben auch im Klaren sein: Geduld gehört dazu. Aussagen wie
Zitatoje, wenn das auf meine Anfrage alles war, und das bei den hier zahlreichen wirklichen Experten
'törnen ab' und machen Unmut.
Magst Du wohl auch nicht, oder?
Gruß
Joachim
Hallo Holger,
Dein Problem kommt mit irgendwie bekannt vor.
Ich restauriere und repariere die alten LOMO-Biolam Geräte, da sind derlei Dinge an der Tagesordnung.
Die Russen sind da clever, und setzen eine verschiebbare Hülse zwischen Kondensor und Halter; doch selbst da sind manchmal durch großzügige Fertigungstoleranzen die Grenzen schnell erreicht.
Vermutlich wurde der Kondensorhalter (defekt?) gegen ein Ersatzteil ausgetauscht. Der hat zwar am Spenderteil gepasst (werksseitig zentriert) harmoniert nun aber nicht mit Deinem Gerät.
Wenn Dein Kondensor, wie ich annehme, einen Außendurchmesser von 39mm hat sollte ein Lomo oder Meopta Kondensor mit Hülse passen.
Dann könntest Du zentrieren. Eine Hülse könnte ich Dir überlassen.
Gruß
Wolfgang
Hallo zusammen,
zunächst einmal DANKE! für die weiteren Antworten.
Natürlich werde ich das Mik nicht wegwerfen - das war natürlich eine Übertreibung aus dem ersten Ärger heraus. Zuerst die riesen Freude, mal ein Mikroskop dieses Alters in absolut neuwertigem Zustand bekommen zu haben, einschließlich aller mech. Funktionen und dann die Ernüchterung mit dem dezentrierten Kondensor - die aber so ordentlich, dass bei geschlossener Aperturblende nur noch ein Halbkreis im Gesichtsfeld zu sehen ist.
Allerdings habe ich eine interessante Beobachtung gemacht. Beim Drehen des Kondensors wandert die Abbildung der Aperturblende im Gesichtsfeld mit.
Damit ist ja das Mikroskop an sich eigentlich "unschuldig". Wäre z.B. Die Kondensorhalterung aus der optischen Achse, würde beim Drehen des Kondensors die Leuchtfeldblendenöffnung nicht wandern. In meinem Fall wandert aber beim Drehen des Kondensors die Abbildung der Blendenöffnung mit. Also ist der Kondensor selbst der Übeltäter - wahrscheinlich mit einer nicht zentrischen Leuchtfeldblende.
Könnt Ihr meinen Gedankengang bestätigen?
Mangels weiterem Kondensor mit entsprechendem Durchmesser werde ich mir jetzt ein für die Aufnahme passendes Holzscheibchen basteln mit zentrischem Loch. Dieses bringe ich dann in der Kondensorhalterung an. Mal sehen wo die Bohrung dann im Gesichtsfeld erscheint.
Das Ergebnis teile ich dann natürlich mit.
Grüße an alle
Holger
Hallo Holger,
Kannst du mal ein Bild des Kondensors und Mikroskop zeigen? Wie sieht die Blende im Kondensor aus, ist da bereitz zu sehen das die dezentriert ist? Was du selber bereitz geschrieben hast:
ZitatEs könnte ja auch die Position des Objektivrevolvers
Das kann in der Tat auch der Tubus sein, ich hätte das einmal mit einem Zeiss Junior, da dachte ich erst das der Kondensor oder Halter dezentriert war, aber es war die Abstellung der Kopf, der war ein wenig schief, also das Objektiv war denn nicht richtig in die optische Achse positioniert. Beste Grüsse,
Rolf
Zitat von: rhamvossen in März 09, 2012, 09:53:31 VORMITTAG
Das kann in der Tat auch der Tubus sein, ich hätte das einmal mit einem Zeiss Junior, da dachte ich erst das der Kondensor oder Halter dezentriert war, aber es war die Abstellung der Kopf, der war ein wenig schief, also das Objektiv war denn nicht richtig in die optische Achse positioniert.
Rolf
Hallo Rolf,
entschuldigt bitte wenn ich den Thread hier mißbrauche,
könntest du mir beschreiben, wie die Fehlersuche und deren Behebung aussehen könnte?
Ich habe ein altes Standard (in schwarz mit rundem Fuß), und bin mir gar nicht sicher ,ob ich den richtigen Kondensor habe oder evtl alle anderen Probleme gleich mit dabei.
Lieben Gruß vom Nick
Hallo Nick,
bei dem thread hier geht es um ein Zeiss Jena L Stativ, so daß jemand,
der vielleicht ähnliche Probleme mit einem Zeiss Standard (West) hat wie Du, vielleicht
gar nicht in diesem thread danach suchen würde.
Es wäre daher vielleicht besser, wenn Du einen neuen Thread öffnen würdest.
Das vorab. Soll wirklich nicht schulmeisterlich gemeint sein...
Ein Foto Deines Standards mit Hinweisen auf von Dir vermuteten Fehlerquellen
ist übrigens immer nützlich und erleichtert die Hilfe ungemein.
Warum meinst Du, nicht "den richtigen Kondensor" zu haben?
Was verstehst Du unter "evtl. alle anderen Probleme" genau?
Sei bitte so nett und grenze das ein wenig ein.
Viele Grüße
Joachim
Hallo zusammen,
es ist tatsächlich eine Krux, alle Elemente, die auf den Strahlenverlauf Einfluß nehmen können, so auszurichten, daß er in einer Achse verbleibt. Wer z.B. nach der Position einer unmittigen oder schrägstrahlenden Lichtquelle den Rest ausrichtet, kommt in Teufels Küche. Die Geister, die er damit ruft, wird er nimmer los. Man sorge also zuerst dafür, daß die Mechanik (Aufnahmen von Lichtquelle, Blenden, Linsen, Schlitten, (auch Winkelstimmigkeit), Umlenkungen, Revolver, Tuben etc.) in einer Achse liegt. Erst wenn das gewährleistet ist, sollten zentrierbare optische Elemente getrimmt werden.
Gruß - EFH
Hallo in die Runde,
auch wenn es nicht zum Thread gehört, so passt es doch zum Thema.
Wenn man glaubt, bei normalem Verstand zu sein, so nehme man ein dezentriertes Biolam-I.
Das Leuchtmittel ist zentrierbar, das Lampengehäuse verstellbar, der Umlenkspiegel zentrierbar, die pankratische Einheit einstellbar, der zweite Umlenkspiegel zentrierbar, der Kondensor zentrierbar, der Revolver einstellbar.
Die optische Achse zu zentrieren führt zwangsläufig zum Irrsinn!
Gruß
Wolfgang
Hallo Nick,
Zitatkönntest du mir beschreiben, wie die Fehlersuche und deren Behebung aussehen könnte?
Bei meinem Zeiss-Winkel Junior war deutlich zu sehen das die Objektive nicht ganz richtig oberhalb die Kondensor Toplinse positioniert waren. Ich habe dan die Grösse Schraube (das war eine normale Schraube, nicht die mit 2 löcher) los gedreht und den Kopf am Auge so gedreht das die Toplinse von oben ab gesehen im mitten stand und das Objektiv richtig oberhalb die Toplinse stand. Da sind sicherlich bessere Methoden um so etwas zu machen, aber es funktionierte doch recht gut. Beste Grüsse,
Rolf
Lieber Rolf,
Zitat...los gedreht und den Kopf am Auge so gedreht das die Toplinse von oben ab gesehen im mitten stand und das Objektiv richtig oberhalb die Toplinse stand...
für eine ähnliche Schilderung - in einem anderen Zusammenhang getätigt - habe ich ja *sowas* von PN-Senge
bekommen >:(
(es ging damals um die Wartung eines Tischtriebes eines Zeiss (West) Standard WL).
Hinsichtlich der Grundvoraussetzung zu Arbeiten an und um das Thema 'optische Achse' herum möchte ich
einen Hinweis auf zwei meiner Meinung nach hierfür unabdingbare Hilfsmittel geben:
a) Fadenkreuz
okular als Bezugspunkt Nummer 1
b) Fadenkreuz
objektiv (das ist ein Objektiv z.B. 10/0.22 mit vorgebauter und *zentrierter* Glasplatte im Fokus dieses
Objektives. Die Glasplatte hat ein eingeätztes Fadenkreuz) als Bezugspunkt Nummer 2.
Mit beiden Hilfsmitteln ist es möglich, z.B. den Rastpunkt des Revolvers zu zentrieren und auch eine eventuelle Schräglage des
Revolverkopfes zu finden (im Vergleich zu einem anderen Objektiv 10 würde hier ein dritter Bezugspunkt, z.B. die geschlossene
LFB bei Schräglage des Kopfes nicht mehr zentrisch abgebildet werden).
Leider ein Wermutstropfen: Fadenkreuzobjektive sind *selten* zu ergattern....
Prinzipiell ist ein Eigenbau unter Verwendung z.B. eines Planfilms mit konzentrischen Kreisen möglich, aber recht mühsam.
Meiner Ansicht nach sind aber Justier-Arbeiten an der optischen Achse ohne die genannten Bezugspunkte 1 und 2 nur
sehr schwer durchführbar. Das ist eine ganz bewusst hervorgehobene Wiederholung meiner Äusserungen, letztendlich sehr
schön unterstützt von Wolfgangs Beitrag mit der durchaus ernst zu nehmenden Schlussfolgerung
ZitatDie optische Achse zu zentrieren führt zwangsläufig zum Irrsinn!
Ich meine aber, nicht unbedingt...
Letztendlich braucht's halt nur zwei Punkte, die schön harmonisch den Anfang und das Ende einer Gerade mit etwa 16-19 cm Länge
beschreiben.
Alle anderen Beteiligten im optischen System haben sich dann bitteschön mathematisch eineindeutig an genau dieser Gerade
auszurichten. Nicht mehr und nicht weniger.
Viele Grüße
Joachim