Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: MarkusP in März 30, 2012, 22:27:05 NACHMITTAGS

Titel: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in März 30, 2012, 22:27:05 NACHMITTAGS
Hallo,

wenn ich ein paar Minuten durch mein Binokular am Zeiss KF2 mit Standardbeleuchtung schaue oder durch das Monokular am LOMO Biolam C11 mit LED-Beleuchtung, dann sehe ich immer eine zeit lang helle Flecken - so als ob man in die Sonne geschaut hat. Ich würde nun gerne mal als Einsteiger wissen ob ich vielleicht die Beleuchtung zu stark aufdrehe oder ob das ganz normal ist? Ich verwende bereits bei dem LOMO einen Neutralfilter was die Leuchtstärke nochmals etwas reduziert und angenehmer macht.
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Herbert Dietrich in März 31, 2012, 10:08:23 VORMITTAG
Hallo Rooky,

Du hast schon selbst die Antwort gegeben. dann sehe ich immer eine zeit lang helle Flecken - so als ob man in die Sonne geschaut hat.
Du solltest die Helligkeit am Mikroskop drastisch senken.
In der Astronomie gibt es den Witz: Kann man mit diesem Fernrohr auch in die Sonne schauen? Ja, zwei mal!

Viele Grüße
Herbert
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Peter V. in März 31, 2012, 10:36:47 VORMITTAG
Hallo,

nach dem Besuch von Rockkonzerten habe ich immer ein Pfeifen im Ohr. Sollte ich lieber Ohrstöpsel verwenden?  ;)
In der Tat hast Du Deine Frage - wie Herbert richtig bemerkt hat - schon selbst beantwortet.
Mach Dir zur Gewohnheit, das Licht immer nur so weit hochzuregeln, wie es wirklich notwendig ist, um gut beobachten zu können. Rein gefühlsmäßig ist man (beosnders als Anfänger) immer geneigt, die Beleuchtung deutlich zu hell einzustellen.
Wenn die LED-Taschenlampe nicht weit genug heruntergeregelt werden kann, solltest Du doch eine regelbare Lichtquelle verwenden oder Du Beleuchtung mittels zweier gegeneinander drehbarer Polfilter regulieren. Das setzt allerdings voraus, dass die LED nicht in nennenswertem Maße Infrarotlicht aussendet, denn das wird durch Polfilter nicht ausreichend geblockt ist ist besonders "augenschädlich".

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in März 31, 2012, 12:06:14 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 31, 2012, 10:36:47 VORMITTAG
Mach Dir zur Gewohnheit, das Licht immer nur so weit hochzuregeln, wie es wirklich notwendig ist, um gut beobachten zu können. Rein gefühlsmäßig ist man (beosnders als Anfänger) immer geneigt, die Beleuchtung deutlich zu hell einzustellen.

Es ist für mich schwer das optimale Licht einzustellen. Ob ich geblendet wurde merke ich meist immer erst hinterher.
Die Fotos die ich bisher gesehen habe waren immer sehr gut ausgeleuchtet - vielleicht kommt es daher.

Vielleicht erstellt einmal jemand ein Kurzvideo und stellt es in YouTube oder sonstwo zu Verfügung wo man als Anfänger eine optimale Ausleuchtung eines Objekts nachvollziehen kann (ohne Phasenkontrast etc. - einfach nur Standard).

Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Peter V. in März 31, 2012, 12:19:40 NACHMITTAGS
Zitat von: Rooky in März 31, 2012, 12:06:14 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 31, 2012, 10:36:47 VORMITTAG
Mach Dir zur Gewohnheit, das Licht immer nur so weit hochzuregeln, wie es wirklich notwendig ist, um gut beobachten zu können. Rein gefühlsmäßig ist man (beosnders als Anfänger) immer geneigt, die Beleuchtung deutlich zu hell einzustellen.

Es ist für mich schwer das optimale Licht einzustellen. Ob ich geblendet wurde merke ich meist immer erst hinterher.
Die Fotos die ich bisher gesehen habe waren immer sehr gut ausgeleuchtet - vielleicht kommt es daher.

Vielleicht erstellt einmal jemand ein Kurzvideo und stellt es in YouTube oder sonstwo zu Verfügung wo man als Anfänger eine optimale Ausleuchtung eines Objekts nachvollziehen kann (ohne Phasenkontrast etc. - einfach nur Standard).



Hallo,

Deine Ausführungen kann ich nicht nachvollziehen. Was soll das "Video" zeigen? Die Empfindung der Menschen ist doch untrschiedlich, und die "Empfindung" eine Digitalkamera ohnehin völlig anders.
Und was dem einen viel zu grell ist, kann dem anderen schon zu duster sein.
Es ist doch ganz einfach: Das Licht am Mikroskop so einstellen, dass man alles gerade vernünftig erkennen kann, auch wenn es einem noch heller vielleicht "schöner" wäre. Dafür gibt es aber keine Norm (erstaunlicherweise  ;))
Und Du hast doch in Deinem Wohnzimmer auch niemanden, der "für Dich" die Helligkeit einstellt.
Und das Ganze hat doch gar nichts mit der Ausleuchtung auf Mikrofotos zu tun ???  ???  ???

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in März 31, 2012, 14:40:56 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 31, 2012, 12:19:40 NACHMITTAGS
Deine Ausführungen kann ich nicht nachvollziehen. Was soll das "Video" zeigen? Die Empfindung der Menschen ist doch untrschiedlich, und die "Empfindung" eine Digitalkamera ohnehin völlig anders.
Und was dem einen viel zu grell ist, kann dem anderen schon zu duster sein.
Es ist doch ganz einfach: Das Licht am Mikroskop so einstellen, dass man alles gerade vernünftig erkennen kann, auch wenn es einem noch heller vielleicht "schöner" wäre. Dafür gibt es aber keine Norm (erstaunlicherweise  ;))
Und Du hast doch in Deinem Wohnzimmer auch niemanden, der "für Dich" die Helligkeit einstellt.
Und das Ganze hat doch gar nichts mit der Ausleuchtung auf Mikrofotos zu tun ???  ???  ???

Hallo Peter,
ich denke Du siehst das viele komplizierter als ich es eigentlich meine :)
Mir würde es schon enorm helfen zu sehen, wie jemand ein Objekt (z.B. eine Zwiebelhaut) von extrem dunkel bis zum "optimal" Zustand durchleuchtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hierbei die Empfindung zweier Betrachter so extrem auseinander geht, außer es liegt bei einem von Beiden eine Augenkrankheit vor.
Stell Dir vor, wir wären im gleichen Raum, und Du würdest mir genau diesen Vorgang an einem Mikroskop zeigen  ;) Du würdest eine Einstellung vornehmen und dann zu mir sagen: "Schau rein, so ist es für mich OK". Ich hätte jetzt wenigstens mal einen Anhaltspunkt und wüsste in welchem Bereich ich mich bewegen muss. Ob ich dann das ganze etwas heller oder dunkler mag, dass ist wiederum meine persönliche "Geschmackssache".
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Peter V. in März 31, 2012, 14:47:17 NACHMITTAGS
Zitat von: Rooky in März 31, 2012, 14:40:56 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 31, 2012, 12:19:40 NACHMITTAGS
Deine Ausführungen kann ich nicht nachvollziehen. Was soll das "Video" zeigen? Die Empfindung der Menschen ist doch untrschiedlich, und die "Empfindung" eine Digitalkamera ohnehin völlig anders.
Und was dem einen viel zu grell ist, kann dem anderen schon zu duster sein.
Es ist doch ganz einfach: Das Licht am Mikroskop so einstellen, dass man alles gerade vernünftig erkennen kann, auch wenn es einem noch heller vielleicht "schöner" wäre. Dafür gibt es aber keine Norm (erstaunlicherweise  ;))
Und Du hast doch in Deinem Wohnzimmer auch niemanden, der "für Dich" die Helligkeit einstellt.
Und das Ganze hat doch gar nichts mit der Ausleuchtung auf Mikrofotos zu tun ???  ???  ???

Hallo Peter,
ich denke Du siehst das viele komplizierter als ich es eigentlich meine :)
Mir würde es schon enorm helfen zu sehen, wie jemand ein Objekt (z.B. eine Zwiebelhaut) von extrem dunkel bis zum "optimal" Zustand durchleuchtet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hierbei die Empfindung zweier Betrachter so extrem auseinander geht, außer es liegt bei einem von Beiden eine Augenkrankheit vor.
Stell Dir vor, wir wären im gleichen Raum, und Du würdest mir genau diesen Vorgang an einem Mikroskop zeigen  ;) Du würdest eine Einstellung vornehmen und dann zu mir sagen: "Schau rein, so ist es für mich OK". Ich hätte jetzt wenigstens mal einen Anhaltspunkt und wüsste in welchem Bereich ich mich bewegen muss. Ob ich dann das ganze etwas heller oder dunkler mag, dass ist wiederum meine persönliche "Geschmackssache".

Hallo,

ich weiß schon, was Du meinst, aber wie soll man das denn in einem Video simulieren?

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in März 31, 2012, 16:23:05 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 31, 2012, 14:47:17 NACHMITTAGS
ich weiß schon, was Du meinst, aber wie soll man das denn in einem Video simulieren?

Hallo Peter,

anstelle von Fotos zu schießen, einfach an der Kamera die Videofunktion nutzen. Bei meiner Canon PowerShot A510 geht das.
Wenn von Beginn an die Kamera läuft und dabei alle Vorgänge wie Helligkeitsreglung und Fokussierung aufgezeichnet werden, dann sehe ich in welchem Helligkeitsbereich das geschieht.



Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Bastian in März 31, 2012, 18:02:53 NACHMITTAGS
Hallo Markus,

das mit dem Video wird nicht funktionieren, da deine Kamera eine Belichtungsautomatik besitzt, bzw die Bildsensor mit solch starken Helligkeitsschwankungen überfordert sein dürfte. Sprich, wenn Du Deine LED sehr hell hast wird die Kamera das mit kurzen Belichtungszeiten aufnehmen, bei dunkler LED Einstellung wird die Kamera etwas länger belichten, d.h. Du kannst die realen Helligkeitsunterschiede nur sehr begrenzt wiedergeben. Natürlich wird es einen Unterschied geben, aber der hat eben mit der Realität am Okular nicht viel zu tun..

Unabhängig davon rate ich Dir die LED auf jeden Fall deutlich herunter zu regeln, denn wenn Du nach dem  Mikroskopieren helle Flecken siehst, ist das m.E. auf jeden Fall viel zu hell!! Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich denke dass man dadurch auf lange Sicht sein Augenlicht schädigt.
Wenn Du im Hellfeld arbeitest reichen Bruchteile der Leistung einer solchen Power LED (ohne jetzt genau zu wissen was Du für eine LED hast). Zum Vergleich: eine sogenannte 10W LED wird  im Hellfeld vielleicht mal mit 100-200 mA betrieben. Die starke Reserve braucht man nur für lichtschluckende Kontrastverfahren. Wenn Du es Dir dunkler einstellst, wirst Du feststellen, dass sich Deine Augen daran sehr schnell gewöhnen und Du kannst trotzdem alles sehen!

Hast Du denn keine mikroskopische Vereinigung in der Nähe? Dann könntest Du dort einfach mal anfragen, und zu einem der Treffen gehen.

Herzlich,
Bastian
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Herbert Dietrich in März 31, 2012, 18:50:06 NACHMITTAGS
Hallo Markus,

Ich habe meine LED Mikroskopbeleuchtung für mich auf angenehm eingestellt und
meine Digital-camera hinters Okular gehalten bei ISO 100 und Blende 8 ist die Belichtungszeit 1/15 sec.
Ohne Präparat -Dabei habe ich soweit gezoomt, dass gerade keine Vignettierung mehr auftritt.

Vielleicht hilft Dir das etwas als Anhaltspunkt?

Viele Grüße
Herbert
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in März 31, 2012, 19:21:35 NACHMITTAGS
Hallo Bastian und Herbert,

ich merke es ist nicht so einfach wie ich mir das so naiv gedacht habe. Die Automatik der Kamera macht mir da ein Strich durch die Rechnung  :(
Ich werde jetzt zukünftig das Licht immer ganz runter regeln und dann langsam hoch regeln. Bei dem KF2 kann ich mir die Einstellung für ein angenehmes Licht merken.
Das wird nicht die letzte Erfahrung gewesen sein die ich mache...  ;)
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: Rawfoto in April 01, 2012, 08:17:42 VORMITTAG
Hallo Markus

Du kannst das Licht natuerlich auch messen. Ich hatte dazu einen Gossen Belichtungsmesser mit Vorsatz, den habe ich an der Stlle eines Okulars eingeschoben und anhand des Zeigers abgelesen wie viel Licht da war ...

Das Grundgeraet war ein Profisix ... Gibts in der Bucht sehr guenstig ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: -JS- in April 01, 2012, 08:46:30 VORMITTAG
Hallo Markus,
neben dem Anhaltspunkt von Herbert (ISO 100, f:8, 1/15) kann ich Dir aus 'alten Tagen' noch
einen probaten Weg zur Bestimmung einer erträglichen und für das Auge wenig belastenden
Beleuchtungsstärke empfehlen.
Lege bei normalem Tageslicht ein weißes Blatt Papier rechts neben Dein Mikroskop, schaue nun mit dem
rechten Auge auf das Papier und mit dem linken Auge durch den rechten Einblick Deines
Mikroskoptubus. Nun regelst Du die Beleuchtungsstärke zunächst einmal so weit hoch, dass
Du in beiden Augen etwa den gleichen Helligkeitseindruck hast und drehst anschliessend die
Beleuchtungsstärke um "gefühlte" 10% zurück. Auf diese Weise haben wir vor langer Zeit die optimale
Beleuchtung zur Anfertigung mikroskopischer Zeichnungen an nur mit Monotubus und leider ohne
Zeichenapparat ausgerüsteten Mikroskopen eingestellt. Diese Zeichnungen haben oft sehr viel Zeit erfordert,
so daß eine blendfreie Mikroskopbeleuchtung vorteilhaft war.
@Gerhard
Der geschilderte Vorschlag gilt natürlich auch, wenn der Gossen-Profisix mit Mikroskopvorsatz gerade mal
nicht zur Verfühung steht (wenn ich daran denke, was beides zusammen mal für Unsummen (in DM) gekostet
hat  >:()
Schönen Sonntag !
Joachim
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in April 01, 2012, 10:45:48 VORMITTAG
Ich danke Euch.
Ich werde die schnellste und einfachste Lösung, und zwar den Tipp mit dem Blatt Papier, als erstes ausprobieren. Mal sehen wie weit ich von meiner ursprünglichen Einstellung entfernt bin.
Titel: Re: Beleuchtung zu stark aufgedreht?
Beitrag von: MarkusP in April 01, 2012, 15:35:36 NACHMITTAGS
Hallo,

ich denke ich weiß jetzt warum ich manchmal helle Flecke nach dem mikroskopieren sehe :-[
Mir ist heute bei den Tests aufgefallen, dass ich beim korrekten einstellen eines Objekts die Beleuchtung gar nicht so weit aufdrehe als ich dachte.
Das große Problem entsteht dann beim herumspielen mit der Aperturblende. Ich bin mir jetzt sicher, dass ich mich immer dann geblendet habe, wenn ich bei Objektiven <10 zu schnell die Zusatzlinse herausgenommen habe. Dann erscheint das Licht extrem hell. Das werde ich zukünftig lassen ;)

Ich bin froh das Problem lokalisiert zu haben und werde zukünftig besser aufpassen.