Hallo Zusammen
Ich besitze ein Nikon Eclipse 200 mit Trinokulartubus an dem eine USB Kamera Micrometrics 319CU (weiss nicht ob es diese in Europa überhaupt gibt) angeschlossen ist.
Technisch funktioniert die Kamera korrekt, hätte auch 3,2MP, auch die Software dazu wäre soweit in Ordnung - aber die Bildqualität will mich einfach nicht begeistern. :'( - Im Gegensatz zum Mikroskop, da ist alles gestochen scharf und hell.
Andererseits habe ich eine Digitale Spiegelreflexkamera Nikon D5100 die mich begeistert. Am liebsten würde ich damit meine Bilder machen - aber der offizielle Nikon Importeuer hier sagt, das geht nicht, und das Nikoncenter ist für Mikroskopie nicht zuständig.
Weiss jemand ob es vielleicht doch möglich ist, diese Kamera mit dem Mikroskop zu nutzen? Oder kennt jemand die Micrometrics und hat einen guten Tipp dazu?
Viele Grüsse Roger
Hallo Roger
Das Thema DSL am Mikroskop haben wir je jede Woche, das geht auch in Deinem Fall, man muss sich meist den einen oder anderen Teil dazu selbst anfertigen ...
Wenn Du Bilder zeigst kann man dir einen Tipp geben an was dein Problem liegt, so gehts ohne Hellsehen leider nicht.
Bitte zeig uns ein paar deiner "schlechten" Bilder und beschreibe was dir beim jeweiligen Bild nicht gefaellt ...
Dann koennen wir darauf Bezug ....
Liebe Gruesse :-)
Gerhard
Hallo Roger,
neben den von Gerhard bereits erbetenen mikroskopischen Bildern wäre es zusätzlich sehr hilfreich, wenn Du die
an Deinem Eclipse 200 vorhandene optische Ausstattung beschreiben oder noch besser auch davon Bilder zeigen könntest,
insbesondere aber vom am Phototubus befindlichen Adapter, und, wenn vorhanden, Angaben zur Relaislinse und Ähnliches.
Viele Grüße
Joachim
Hallo zusammen, ...
ZitatIm Gegensatz zum Mikroskop, da ist alles gestochen scharf und hell.
...das ist des Pudels Kern.
Gruß - EFH
Guten Morgen nach Uruguay !
Lieber Roger,
Die D-5100 zu adaptieren ist mit etwas Bastelei verbunden. Dazu wäre der erste Schritt zum Beispiel ein Retroadapter. Das ist ein Adapterring, der in das Steckbajonet der Kamera passt und auf der anderen Seite ein Filtergewinde von beispielsweise 62 mm hat. Von diesem Gewinde läßt sich mittels ebenfalls preiswert erhältlichen Step-down-Ringen auf fast jedes gängige Gewinde reduzieren bestenfalls auch mit einem passenden Adapter wie T2 oder C-mount verkleben. Wichtig dabei noch, mit einer "Zwischenscheibe" den richtigen Abstand zum Mikroskop herzustellen, wenn Gleichlauf mit der Ansicht in den Okularen gewünscht ist. So ein Ring oder zwei zu haben ist allemal gut, wenn man etwas Basteln tut. Du kannst ja damit auch eines deiner Objektive im Retrobetrieb verwenden um Macros zu fotografieren.
http://www.ebay.de/itm/62mm-Umkehrring-Retroadapter-Makro-Nikon-D90-D300-D3000-D3100-D5000-D5100-/250942948605?pt=LH_DefaultDomain_77&hash=item3a6d5d84fd
Die verschicken weltweit. Nun warten wir erst mal auf etwas Detail zu deinem derzeitigen Kameraanschluß.
Einen schönen Sonntag
Lothar
Hallo,
hier mal ein Link zu den Daten (http://www.microscopesamerica.com/CMOS%20Digital%20Cameras.html) der Kamera (mit einer interessanten Preisgestaltung List price / Dicounted Price ;D ).
Das Thema hatten wir ja schon öfter, gerade erst noch in diesem Thread (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11952.msg88759#msg88759)
Es dürfte mittlerweile klar sein, dass eine Adapation einer Consumercam, z.B. einer geeigneten DSLR wie der Canon EOS 5../6..D, den manchmal 10 bis 20fach(!) teureren Mikroskopkameras mit Uralt-Technik bildqualitativ übelegen ist. Und so wundert es mich auch nicht, dass die Micrometrcis zunächst "unbefriedigende" Ergebnisse liefert und ziemlich sicher mit einer guten DSLR bessere Ergebnisse zu erzeieln sind.
Mikroskopkameras sind (von ganz wenigen zufriedenen Anwendern hier im Forum, die mit viel Einstellarbeit auch aus einer Mikroskopkamera gute Bilder herauskitzeln, abgesehen) die mit Abstand schlechteste Lösung und nur etwas für Institute, die mehr Geld als Wissen über Kameraadaptionen haben, bei denen die Bildqualität nur eine untergeordnete Rolle spielt und die sich eben die gnadenlos überteuerten "Lösungen" der Mikroskophersteller aufschwatzen lassen.
Die von Dir gemachten Erfahrungen sind leider (Wilfried berichtete ja Ähnliches) typisch für die Mikroskop- und Kamerhersteller, selbst, wenn sie (meist ja nur namentlich, es handelt sich ja um völlig eigenständig agierende Geschäftszeweige) identisch sind. Unqualifizierte, schlichtweg falsche Aussagen, Desinteresse an Problemlösungen, die über den Standardfall (Anpassung einer schweineteuren Mikroskopkamera aus dem eigenen Hause) hinausgehen!!! >:( >:( >:( Hier macht Zeiss wirklich eine Ausnahme, die man gar nicht genug loben kann.
Aber wie dem auch sei: Natürlich kann man jede DSLR an den Trino anpassen, und das für einen Bruchteil des Geldes, den die Micrometrics gekostet hat.
Ich vermute mal aufgrund Deiner Aussage, dass Nikon also für seine Mikroskope keine passenden Kameraadapter für DSLRs zur Vefrügung stellt*. Also muss man eben zur Selbsthilfe greifen. Ich gehe mal davon aus, dass die Optik des Eclipse 200 vollständig auskorrigiert ist. Dann gibt es kaum etwas Einfacheres: Du benötigst schlichtweg ein leeres, optikloses "Rohr", das unten einen Anschluß zu Deinem Trino hat (üblicherweise eine Ringschwalbechwalbe) und oben ein Gewinde, auf das Du einen T2-Adapter für die Nikon aufschrauben kannst. Die notwendige Länge des Rohres kann man recht einfach bestimmen oder bei Nikon erfragen (Zwischenbildlage). Der T2-Adapter kostet vielleicht 10 - 20 EUR bei Ebay. Einziger Haken ;): Man braucht eine Drehbark und einen "Mechanikus", der einem dieses Adapterrohr mit Gewinde und Schwalbe anfertigt. Aber da haben wir im Forum mehrere Experten, die man gegen eine erträglich Aufwandentschädigung bitten könnte, so etwas anzufertigen (per PN sage ich Dir gerne, wer da ein geigneter Ansprechpartner wäre). Jedenfalls kostet dieses Rohr sicher nur einen Bruchteil der Kamera, die Du bisher hast.
Ich habe ein solches "Rohr" auch an meinem Jenaval.
*Nachtrag: Bist Du Dir ganz sicher, dass es wirklich keinen DSLR-Adapter von Nikon gibt? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen. Was ist denn z.B. das (http://www.opticsplanet.net/nikon-microscope-d-slr-series-f-tv-tube-mxa29011.html) hier für ein Teil?
Hast Du wirklich bei Nikon Deutschland nachgefragt?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Roger,
ich habe im Download-Bereich von Nikon folgende Broschuere gefunden:
http://www.nikoninstruments.com/content/download/9862/143015/version/5/file/MICROSCOPE_COMPONENTS.pdf
Dort ist auf Seite 22 neben den üblichen C-Mount und TV-Adaptern zumindest ein Photo-Adapter aufgeführt,
zusammen mit einer 'Relais-Lens', beide passend zum Tubus T UW bzw. F UW.
Welcher von den dort gezeigten Tuben steht Dir denn zur Verfügung?
Viele Grüße
Joachim
Hallo Zusammen
Zuerst mal vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Wegen der Zeitverschiebung (5Std.) bin ich etwas später dran. Ich werde aber heute noch mehr Beschreibung mit Bildern veröffentlichen.
EBay ist leider kein Thema mehr, hatte viele Jahre einen Zugang, da ich aber nun in Uruguay wohne wurde der Zugang laufend gesperrt und es war jedesmal ein Theater ihn wieder nutzen zu können.
Bis dann Roger
Hallo,
wenn Roger allerdings weder Blitzen noch lange Belichtungszeiten verwenden will und trotzdem hohe Auflösung
haben will, sollte er auch Bedenken, dass eine Canon dann die einzige DSLR Kamera ist, wo der Verschluss nicht
stört (Verwacklung).
Ich habe daher sogar die kleine PEN Kamera Sony Nex verworfen, weil selbst dieser Winzling noch eine gewaltige Verwacklungsunschärfe produziert und das an einem viel massiveren Stativ wie dem Nikon E200.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Roger,
ZitatEBay ist leider kein Thema mehr,
Um Gottes Willen, da wäre ich nur ein halber Mensch.
Aber wenn es um dein Vorhaben geht, da bin ich gerne bereit zu helfen. Egal ob es um solche Kleinteile geht, dir diese zu bestellen und dann als Sammelsendung auf den Weg zu bringen. Daran soll es nicht scheitern.
Schönen Sonntag
Lothar
Aha !
Fazit: Zur Zeit kann ich keine Foto Kamera wirklich empfehlen.
Frage: dann lieber zeichnen ???
Verunsichert
Peter
Hallo,
wie wär's mit der Pentax K-01, Systemkamera mit elektronischem Verschluß,kein Spiegel.
Leider fehlt die Fernsteuerung vom Rechner aus AFAIK.
Gruss
Joachim
Roger hat ja eine Kamera! Lässt sich damit wirklich nicht's machen?
Frage Grüsse in die Runde Arnold Büschlen
Hallo Zusammen
Es freut mich echt, wich hoch die Anteilnahme an meinem Problem ist.
Hier habe ich eine Bildserie, welche ich mit der Micrometrics aufgenommen habe, Es sind die Originalbilder, beim Objekt handelt es sich um das Nikon Mikrometer.
Habe bewuss was schwarzes gewählt weil es mir um die Bildschärfe geht, an den Farben kann man recht viel rumstellen, das wäre nicht so ein Problem (denke ich mal).
4x Auflösung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89355_20055926.jpg)
10x Auflösung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89355_16986635.jpg)
40x Auflösung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89355_25363402.jpg)
Ist irgendwie nicht so so schön scharf, oder hat mich meine DLSR einfach schon zu fest verwöhnt?
Die Mikroskopdetails folgen noch.
Viele Grüsse Roger
Zitat von: A. Büschlen in April 01, 2012, 19:09:50 NACHMITTAGS
Roger hat ja eine Kamera! Lässt sich damit wirklich nicht's machen?
Schade Arnold. Jetzt ist alles vorbei, denn ich hatte mir schon in Erwartung weiterer am Thema vorbeigehender Antworten für heute Abend eine Tüte Chips bereitgestellt.
Natürlich hat Roger eine der für Mikrofotografie brauchbarsten Kameras überhaupt. Seine Kamera hat er im vorletzten Absatz benannt.
Und einen vorrangig zu betrachtenden Lösungsansatz hat Joachim (-JS-) in der sechsten Antwort ausführlich dargestellt.
Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter
Nachtrag: Ich sehe gerade, das Peter V. mit seinem letzten Satz auch noch einen guten Hinweis gegeben hat.
... und hier noch, wie versprochen, die Beschreibung der optischen Ausstattung. Auch eventuell ohne DSLR Lösung ist's vielleicht interessant anzsehen?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/89361_26173677.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89361_33266524.jpg)
Innendurchmesser 37,7mm mit zwei Schrauben
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89361_21750227.jpg)
Innendurchmesser 39,1mm auch mit zwei Schrauben befestigt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/89361_66487809.jpg)
Gewinde Aussen 29,9mm, Gewinde innen 24,4mm da ist auch sowas wie einel Lupe drin
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89361_19344104.jpg)
Viele Grüsse Roger
Hallo Roger,
also, mal ehrlich, so schlecht scheint mit die Micrometrics aber nicht zu sein. So richtig hätte ich an den Bilder nichts auszusetzen, insbesondere nicht an dem Bild mit dem 40er-Objektiv.
Ob es mit der Nikon "schärfer" geht, weiß ich nicht.
Was noch interessant wäre: Was fotografierst Du überhaupt? Vielleicht ist Stacking ja gar kein Thema für Dich. Und hat den wirklich mal jemand ausprobiert, ob mit der DSLR, insbesondere den besagten Canons (auch, wenn hier jetzt eine Nikon zum Einsatz kommen soll) tatsächlich Probleme beim Stacken auftreten?
Herzliche Grüße
Peter
- Hallo Lothar
Sowas wie der beschriebene Ring hatte ein Fotofachgeschäft hier auch, damit könnte ich den Bajonetverschluss zu einem Gewinde adaptieren, dieses ist dann aber für meinen Tubus immer noch zu gross, und kleiner gäbe es im Fotobereich nichts fertiges.
Und danke fürs Angebot bei Ebay was für mich zu kaufen.
- Hallo Peter (V)
Sieht so aus, als hätte ich die Teile, auf welche Dein Link verweist. Wie ich mir sagen liess, hätten diese aber keine zur Fotografie kompatiblen Masse. Ich weiss dabei auch nicht, ob die Kamera ohne Objektiv genutzt würde ud ob das "Lupenteil zu oberst" nötig wäre.
- Hallo Wilfried
Ich könnte meine D5100 auch als Filmkamera einsetzten, dann gäbe es keine Verschluss Verwackelungen. Blitzen sollte ich nicht müssen, sollte genug Licht vom Mikroskop bekommen - oder? Ich hätte sonst auch noch eine recht brauchbare Kaltlichtquelle.
Es gäbe auch eine Software um die Kamera direkt vom PC aus zu steuern, habe den Trial getestet, das würde sehr gut funktionieren.
- Hallo Safari
Die Kamera ht die Möglichkeit, eines geräuschlosenn Modus, da kann ich mehr oder weniger bestimmen, wann der Spiegel zurückklappt, weiss es nicht genau, aber eventuell wäre das etwas um bei Fotos nicht zu wackeln?
- Hallo Peter (H)
Wenn Du meine Zeichenkünste kennen würdest, wüsstest Du, das dieser Vorschlag absolut utopisch ist. :( Seufz.
Viele Grüsse Roger
Hallo Peter
Gestackt hatte ich auch schon, mit Helicon Focus und auch mit Photoshop, wobei mir die Photoshop Ergebnisse deutlich besser gefallen haben.
Mene Favoriten sind aber im Wasser lebende Winzlinge - und die wollen einfach (noch) nicht stillhalten, bis ich genug Aufnahmen znum Stacken gemacht habe.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/89370_41645642.jpg)
Hier siehst Du aus ca. 6m Entfernung, wie ne Hummel Pipi macht. So etwa hätte ich es gerne. ;)
Viele Grüsse Roger
Hallo Roger,
also, für Wassertierchen ist ja eine DSLR-Adaption prinzipiell sehr gut.
Das Mikroblitzen erfüllt nicht primär den Zweck, den es bei der normalen Fotografie, erfüllt, nämlich, für "genug Licht" zu sorgen. Licht gibt es am Mikroskop zumeist genug.
Es dient zwei anderen Zwecken:
1) Den Effekt des Spiegel- oder Verschlußschlages bei DSLRs zu unterbinden
2) Extrem kurze Belichtungszeiten zu erreichen, um Bewegungen bei z.B. Ciliaten einzufrieren.
Ich denke, das Thema Mikroblitz können wir zunächst mal außer Acht lassen.
Die Adaption ist ansonsten prinzipiell wirklich simpel. Ich habe Dir zur Verdeutlichung einmal Fotos angefertigt. Wie lang das Rohr sein muss, kann man errechnen, wenn man die Zwischenbildlage des Mikroskops kennt (die müsste von Nikon wohl erfahrbar sein) und das Auflagemaß der Kamera. Dann braucht man "nur" noch....den "Dreher"!
Das dritte Bild zeigt einen originalen 1,6x-Adapter für das Jenaval von Askania (also mit Optik), der aber einen deutlich kleineren Ausschnitt des Mikroskopbildes auf den Kamerachip bringt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89371_41702189.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89371_32068169.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89371_39726534.jpg)
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Leider glaube ich nicht, dass von Nikon irgendwas zu erfahren ist, jede Preisanfrage dauerte sowohl hier wie auch in der Schweiz mehrere Wochen sogar Monate, mit teilweise mehrfachem Nachfassen. :(
Nikon Service Mikroskopie = mässig (meine Erfahrungen).
Nikon Service Fotografie = Top (auch meine Erfahrungen).
Ich weiss nicht ob das noch hierher gehört - aber das mit der kurzen Verschlusszeit und dem Blitz kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Die DSLR kann mit 1/4000 Sekunde Verschlusszeit aufnehmen. Mit Blitz, egal ob eingebaut oder Zusatzblitz nur 1/200 Sekunde. (Bessere Modelle 1/320 Sekunde) Damit wird mir der Blitz immer wieder zum Bremsklotz bei kurzen Belichtungszeiten. So dürfte der Blitz hier doch eher kein Thema des Vorteils sein? Oder hilft das "Einfrieren" beim Verschlussvorhang mehr als eine ganz kurze Öffnungszeit?
Viele Grüsse Roger
Hallo,
Du hast Recht - aber nicht ganz ;)
In der Tat gibt es die "Synchronzeit" - das ist die Zeispanne oder besser das Zeitfenster, innerhalb dessen der Blitz gezündet wird. Früher typischerwesie 1/60s oder 1/125s, heute manchmal 1/200s. Die Abbrenndauer (oder Leuchtdauer) des Blitzes selbst ist aber unter Umständen wesentlich kürzer, z.B. beträgt die Abbrenndauer eines Nikon SB-800 bei 1/32 Leistung ganze 1/17000 (!) Sekunde.
Der Trick besteht darin, die ISO so zu wählen, dass das noch geringe normale Mikroskopierlicht (das möglichst weit herunterregelgelt werden muss) praktisch keinerlei Belichtung erzeugt und die Belichtung ausschließlich durch den sehr kurzen Blitz (eben vielleicht 1/8000 Sekunde) erfolgt.
Herzliche Grüße
Peter
PS: ...auch nicht mein heiliges Wissen. Mußte mir das Verständnis dafür auch mühsam anlesen bzw. hier rerklären lassen, als ich mich erstmalig damit beschäftigte.
Hallo Roger,
wenn Du nicht so lange auf Info von Nikon warten möchtest, kann vielleicht eine Art
'Bastelaufbau zu Probierzwecken' sinnvoll sein.
Dazu nimmst Du zunächst einmal den silbrigen C-Mount Einsatz mit der 'Lupe' vom oberen
Tubusrohr ab.
Dann brauchst Du ein Stativ, welches die Positionierung Deiner Nikon mit Bajonett
senkrecht nach unten zentrisch oberhalb des Fototubus (ohne Optik !) erlaubt.
Ein Stück schwarzer Karton, als Zylinder geformt und verschiebbar auf dem Mikroskoptubus
befestigt, verhindert zunächst einmal provisorisch den seitlichen Lichtzutritt. Ein Balgengerät
oder ein Satz Makro-Zwischenringe ist hierzu auch gut geeignet.
Nach visuellem Fokussieren Deiner Strichplatte schaltest Du an Deinem Tubus auf
Fotobetrieb um und verschiebst nun Deine Nikon am Stativ, bis das Bild auf dem Monitor
schön scharf erscheint. Dabei bitte die Fokussierung am Mikroskop nicht mehr
verändern.
Dieser kleine Test erhebt nun keinen Anspruch auf absolute Qualität, er soll lediglich
sicher stellen, ob prinzipiell die Kombination Mikroskopobjektiv plus Tubuslinse für
eine zufriedenstellende Abbildungsqualität ausreicht oder ob nicht doch noch eine Relais-
optik gebraucht wird (da schließe ich mich aber Peters Meinung an - ich denke nicht).
So ganz nebenbei erhälst Du zusätzlich die für die Fertigung eines 'anständigen'
Verbindungsstückes notwendigen Maße.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Zeige mal bitte die Bilder davon.
Gruß,
Joachim
Zitat von: -JS- in April 01, 2012, 23:12:38 NACHMITTAGS
Hallo Roger,
wenn Du nicht so lange auf Info von Nikon warten möchtest, kann vielleicht eine Art
'Bastelaufbau zu Probierzwecken' sinnvoll sein.
Dazu nimmst Du zunächst einmal den silbrigen C-Mount Einsatz mit der 'Lupe' vom oberen
Tubusrohr ab.
Dann brauchst Du ein Stativ, welches die Positionierung Deiner Nikon mit Bajonett
senkrecht nach unten zentrisch oberhalb des Fototubus (ohne Optik !) erlaubt.
Ein Stück schwarzer Karton, als Zylinder geformt und verschiebbar auf dem Mikroskoptubus
befestigt, verhindert zunächst einmal provisorisch den seitlichen Lichtzutritt. Ein Balgengerät
oder ein Satz Makro-Zwischenringe ist hierzu auch gut geeignet.
Nach visuellem Fokussieren Deiner Strichplatte schaltest Du an Deinem Tubus auf
Fotobetrieb um und verschiebst nun Deine Nikon am Stativ, bis das Bild auf dem Monitor
schön scharf erscheint. Dabei bitte die Fokussierung am Mikroskop nicht mehr
verändern.
Dieser kleine Test erhebt nun keinen Anspruch auf absolute Qualität, er soll lediglich
sicher stellen, ob prinzipiell die Kombination Mikroskopobjektiv plus Tubuslinse für
eine zufriedenstellende Abbildungsqualität ausreicht oder ob nicht doch noch eine Relais-
optik gebraucht wird (da schließe ich mich aber Peters Meinung an - ich denke nicht).
So ganz nebenbei erhälst Du zusätzlich die für die Fertigung eines 'anständigen'
Verbindungsstückes notwendigen Maße.
Viel Spaß beim Ausprobieren.
Zeige mal bitte die Bilder davon.
Gruß,
Joachim
Hallo Joachim,
(fast) exakt so habe ich es auch gemacht, um das Maß für mein "Rohr" zu bekommen, da es aus verschiedenen Quellen widersprüchliche Angaben zur Zwischebildlage an meinem Mikroskop gab. Wobei ich es noch etwas gemacht habe: Einfach die Kamera freihändig positioniert, und eine zweite Person hat gemessen. Mit Stativ und Pappröhre ist es natürlich deutlich eleganter.
Hezrliche Grüße
Peter
PS:
ZitatLeider glaube ich nicht, dass von Nikon irgendwas zu erfahren ist, jede Preisanfrage dauerte sowohl hier wie auch in der Schweiz mehrere Wochen sogar Monate, mit teilweise mehrfachem Nachfassen.
Erschreckend!!!!!
Zitat von: Safari in April 02, 2012, 00:20:59 VORMITTAG
Das ist wirklich Erschreckend. Bei Olympus werde ich nach etwa einer Woche befragt wie zufrieden ich mit den Antworten war.
...kamen denn vorher wenigsten Antworten? ;)
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Zusammen
Sehr gute Tipps - danke.
Wie findet man die beiden neuen Testbilder? Habe die Kamera sogar auf das bestehende Tubusrohr (Bild 4 der Beschreibung) auflegen können. :D
Die Bilder sind auf 800 Pixel Breite reduziert.
Ob wohl jemand eine praktische Befestigung bauen kann? Kamera - Rohr, welche schraubbar ist? Kleben will mir nicht so gefallen.
Olympus verkauft, glaube ich, in Uruguay keine Mikroskope.
10x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89404_61008036.jpg)
40x
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89404_18301513.jpg)
Viele Grüsse Roger
Das sieht doch schon gut aus Roger,
Übrigens dein Aprilscherz wurde scheinbar nicht als solcher erkannt. Mein Adlerauge sah aber den betauten Spinnenfaden, der da eingebaut wurde. Aber das nur am Rande. Ich hatte mich erst gewundert und versuchte nachzuempfinden welche Oberflächenspannung "Hummelpipi" haben müßte um solche winzigen Kügelchen zu formen. Landete dann gedanklich bei der Spinnenseide.
Daß du die Kamera auflegen konntest ist schon klar. Aber du hast dann vermutlich fokusiert ohne auf das Bild im Okular zu achten. Die üblichen Anstrengungen gehen dahin, daß man mit der Ansicht im Okular konfocal ist. Man also etwas beobachtet und nach Bedarf die Kamera auslöst. Hierdurch entsteht die Problematik, den rechten Abstand herauszufinden. So betrachtet sollte dein Adapter auch ein wenig einstellbar sein um die "Restgenauigkeit" dann einstellen zu können. Ich denke daß sich zur Möglichkeit einer Anfertigung noch jemand meldet.
Schönen Tag, schöne Woche und schönen Monat; um es mal auf griechische Art zu wünschen.
Lothar
Hallo Lothar
Bei den neueren Fotos habe ich zuerst mit den Okularen scharfgestellt und dann auf den Fotoausgang umgeschaltet, das hat fast gepasst, mit den neuern Erkenntnissen werde ich aber da mal genauer aufpassen und probieren.
Das Du mir bei solch ernsten Themen einen Aprilscherz unterstellst entsetzt mich natürlich masslos. Wenn man das Foto etwas erhellt und zoomt sieht man deutlicher, dass die Tropfen vom Hummelchen kommen. Zudem war es ca. 15 Uhr als ich das Foto aufnahm und windig, alles absolut trocken. Sogar unsere Strasse, wo ich normalerweise meinen Wasser-Kleinstlebewesen Zoo nachfülle ist absolut trocken.
Also doch Hummmelpipi. :) Ich habe zur Gegenprobe auch ein Bild, wo ein Kolibri während dem Flug pipelt, sieht sehr ähnlich aus und formt sich auch zu runden Kügelchen, nur etwas grösser.
Ich kann Dir zur genaueren Analyse auch gerne die Originalfotos senden wenn Du möchtest.
Viele Grüsse Roger - Wie man sich hier verabschiedet schreibe ich mal lieber nicht auf, das würde den Textrahmen deutlich sprengen.
Hallo Roger,
das sieht ja wirklich schon sehr gut aus!
Eine absolut "kunstgerechte" Adaption ist in der Tat parfokal, das heißt, dass, wenn das Bild auf dem Kamerachip scharf ist, es auch beim Blick durch das Oklular scharf ist. Dazu muss man dann "erpröbeln" (wie schon von Lothar und Joachim beschrieben), wie hoch die Kameras über dem Trinoausgang sitzen muß.
Wenn Du Dir mein Adapterrohr anschaust, sieht Du, dass das Gewinde über eine sehr lange Strecke geht. Die Länge des Rohres entspricht eben der "ungefähr" ermittelten Zwischenbildlage, die Feinanpassung erfolgt dadurch, dass man den T2-Ring mehr oder weniger weit aufschraubt. Das ght natürlich nur über eine bestimmte Strecke, selbstvertsändlich kann man den Ring nicht so weit aufschrauben, dass wieder ein Teil des Rohres ins Kamerainnere ragt ;) ).
Ein kleines Bauteil habe ich auf meinem Foto der Einfachheit unterschlagen, nämlich einen zweiten T2-Ring mit (abgefrästem, weil überflüssigem) Bajonett, der als erster Ring aufgeschraubt wird und nur als Konterschraube (von unten" zur Fixierung des eigentlichen T2-Ringes dient, wenn man dessen genauen Sitz eingestellt hat.
Zwei "Drehbefähigte" habe ich Dir ja per PN genant. Was der Mechaniker braucht, ist eben die besagte ermittelte Länge des Rohres und die Maße der (Rimngschwalben)aufnahme am Mikroskop.
Was mir einfällt: Ich kenne die Infrasturktur von Uruguay nicht und weiß nicht, wo Du genau tätig bist. Aber man hört doch oft, dass es gerade in nicht so stark industrialisierten Ländern noch gute "alleskönnende" Handwerker und kleine Werkstätten gibt, die mit einfachen Mitteln und für wenig Geld mechanische "Wunder" vollbringen. Ob sich da niemand vor Ort findet?
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Roger,
nach Vorstellung Deiner neuen Strichplattenergebnisse mit auf den Fototubs aufgelegter Kamera habe ich mal versucht, einen passenden Adapter zu skizzieren.
Er basiert auf einer T2-Lösung ähnlich der, die Peter bereits gezeigt hat, sowie auf dem in Deinem dritten Bild des Mikroskopaufbaus gezeigten Fototubus.
Der Zwischentubus (viertes Bild) wird hier nicht benötigt, da er zusammen mit einem T2-Adapter nach Deinen neuen Strichplattenaufnahmen wohl zu lang werden würde.
Basis ist ein Drehteil aus Al, schwarzes Polyoxymethylen (POM) ist jedoch auch sehr gut geeignet. Der angedachte Adapter trägt oben ein Gewinde M42 x 0.75 zur Aufnahme eines T2-Adapters (Nikon) sowie einen Anschlag, ausgestattet mit drei Gewindestiften M2.5. Letztere werden später für Feinjustierarbeiten benötigt.
Die Gesamtlänge des Drehteils inkl. aufgesetztem T2-Adapter ist so hoch wie die Gesamthöhe des Original-Zwischentubus (viertes Bild), also inkl. des in den Triple-Tubus hineinragenden Bereiches. Dieses Gesamt-Längenmaß müsstest Du bitte noch einmal mitteilen.
Ein Konterring (ebenfalls aus Al oder POM, arrettierbar mit drei Gewindestiften M2.5) vervollständigt den skizzierten neuen Tubus.
Angedachte Vorgehensweise:
T2-Adapter auf das neue Tubuszwischenstück schrauben, Anschlagring von unten auf das Zwischenstück schieben, Kamera auf den T2-Anschluß bajonettieren und die ganze Angelegenheit in die Fotoaufnahme Deines Triple-Tubus stecken (Dein drittes Bild vom Eclipse).
Objekt visuell scharf einstellen, anschließend den neuen Tubus so lange anheben, bis auf dem Chip (einigermaßen) gute Schärfe erzielt ist, Konterring in dieser Position mittels Stiftschrauben zunächst arretieren.
Probeaufnahme.
Wenn nun noch leichte Unschärfen vorhanden sind, kann entweder durch vorsichtiges Verschieben des Konterringes oder durch leichtes Verändern der Verschraubungshöhe am T2-Adapter sehr fein abgeglichen werden. Die Vorgehensweise am T2 ist für die Einstellarbeit m.E. bedeutend bequemer.
Der T2-Adapter wird nach dem Erzielen guter Konfokalität mit den drei Stiftschrauben gekontert.
Skizze (um vorzugreifen: sie soll keinerlei Anspruch auf DIN- oder ISO-Treue erheben :D):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/89411_2673986.jpg)
Die in der Skizze mit (xx) bzw. (xy) bezeichneten Bemaßungen sind vom Längenmaß Deines Zwischentubus /viertes Bild/ abhängig.
Vielleicht findet sich ja jemand aus der Leserschaft, der den hier vorgeschlagenen Tubus (gemeinhin auch als 'Ofenrohrlösung' bezeichnet, weil keine zusätzliche Optik implementiert ist) für den Roger wie gezeigt oder ähnlich herstellen kann.
Ich selbst habe leider keine Drehbank zur Verfügung.
Viele Grüße
Joachim
Hallo Peter
Insofern hast Du recht, dass hier nichts weggeworfen wird. Alles wird repariert, umgebaut, angepasst. Das klappt und man kann damit leben, sofern man nicht an Europäischen Ansprüchen festhällt.
Eines der Hauptprobleme ist, dass alle Importe (Ausser Chinaprodukten, die mit Staatsverträgen für den schundigesten Ramsch Vergünstigungen haben) horrend besteuert werden. So sind viele Dinge hier 2 bis 5x teuerer als in Europa. :( Demgegenüber stehen rund 5x tiefere Löhne. Leistungen sind also gut erschwinglich - aber sie werden ohne passende Werkzeuge oder gar Maschinen erbracht. - Ich würde trotzdem jederzeit wieder hierher auswandern. ;)
Hallo Joachiim
Vielen Dank für die Beschreibung und die Skizze. Toll. Habe von Peter zwei Adressen bekommen und werde da mal nachfragen.
Viele Grüsse Roger
Sorry Roger,
ich wollte dich nicht ärgern mit dem Aprilscherz. Aber nachdem ich auf die Regenbogen-Polarlichter der "Lausbuben am Südpol" hereingefallen bin dachte ich gestern nur daran weitere Aprilscherze mindest zu erkennen. Schau mal da: http://www.awi.de/de/go/atkaxpress Sieht ja traumhaft aus. Und wenn man schnell drüber wegliest fällt einem auch die viel zu kurze Zeit von einer Minute gar nicht auf,grins.
Lieben Gruß
Lothar
Hallo Lothar
Keine Angst, um mich zu ärgern braucht es schon deutlich mehr :) Manchmal ist mein Humor so trocken, dass es die Leute glauben. ;D - Hätte durchaus ein Aprilscherz von mir sein können, sei also nächstes Jahr vorsichtig beim Lesen.
Viele Grüsse Roger