Hallo
Ich habe vor kurzem ein Zeiss Mikroskop von meinem Opa bekommen, welches er vor gewiss mehr als 40Jahren für meinen Vater und seine Geschwister als Weihnachtsgeschenk gebraucht gekauft hatte. Laut meinem Vater ein "Profi Gerät". Im Holzkoffer (falls ein Foto von diesem helfen könnte mach ich eins) befinden sich neben dem Mikro noch eine Lampe/n-Halterung von Kaiser (25W, aber nicht mehr die originale Birne). Dann wären da noch zwei Schienen mit Okkular (vl. auch Objektiv?) halterungen.
An Okkularen wären da, alle von Zeiss Jena : 5x 7x 10x und 15x
Objektive (alle am vierer Revolver): Carl Zeiss ...Germany 10/0,22 ; Carl Zeiss "homogene Immersion" 1"/12 ; Carl Zeiss Jena Hi 90 1,25 0,8
Hertel&Reuß Kassel 100:1 Oel A=1,30 f=1,8
Am Fuß, vorne bzw. hinten (bin nicht ganz sicher wie man sich dran setzt ???) steht: Nr. 222440
An der Halterung für die Objekt Schieber Triebe (?) am Kreuztisch steht "Carl Zeiss Jena 82315" wurd aber vl. auch erst nachträglich angebaut, wer weiß...
und, weil Bilder mehr sagen als tausend Worte
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/91297_62920918.jpg)
ich hoffe jemand kann mir näheres über das gute Stück sagen, will es nämlich demnächst reinigen (besonders der Kondensortireb ist stark verharzt) und da wäre eine Gebrauchsanweisung o.ä. sicher nicht schlecht
MfG Kobra
Hallo Konstantin,
ein schönes und vermutlich auch nicht allzu häufiges Mikroskop hast Du da, und dazu noch ein Stück Familiengeschichte ! 8)
Ich habe schon mehrere dieser alten Schätzchen gewartet, eigentlich kann man da nicht viel kaputtmachen, denn diese Geräte wurden "für die Ewigkeit" gebaut. Plastik ist da ein Fremdwort, Stahl und Messing waren die Materialien der Wahl.
Zum genauen Typ und zur vermutlichen Herstellung können Dir andere Mitglieder mit Sicherheit genaueres sagen.
Was die Wartung angeht, so benötigst Du gute Schraubenzieher, damit Du die Schraubenköpfe nicht vermurkst, WD40 zum Einweichen der durch das alten Fett verklebten Verschraubungen und nachher Waschbenzin und Pinsel zum Reinigen. Hab´ Geduld beim Zerlegen ! Schrauben, die 40 Jahre Zeit hatten festzugammeln, lassen sich nicht mit Gewalt lösen, sondern brauchen mitunter mehrere Wochen um durch WD40 gelockert zu werden ! Bloß keine Gewalt anwenden, das einzige was dabei rauskommt, sind kaputte Schraubenköpfe, die sich nie wieder drehen lassen.
An dem Binotubus würde ich erstmal nicht rumbasteln, das ist das empfindlichste Teil.
Vielleicht machst du ein paar Detailfotos bei Tageslicht, dann kann man evtl. eher erkennen, was Du zur Wartung und Reinigung abschrauben musst und was nicht.
Evtl. findet sich in Karlruhe auch eine mikroskopische Gesellschaft, wo man Dir helfen kann.
Hallo Konstantin,
Willkommen und schönes Mikroskop! Hier wird ein ähnliches Stativ im Forum gezeigt:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8459.msg59189#msg59189
Ich bin mir sicher, daß man dir hier bei der Restaurierung unter die Arme greifen wird.
Gruß
Martin
Hallo,
das scheint mir ein D-Stativ zu sein, ein DSB etwa. Obere Mittelklasse.
Hier ist ein frühes Stativ abgebildet: http://www.astropa.unipa.it/biblioteca/Strumenti/e-catalogues/Zeiss1925b/Catalogo.html
Für eine genauere Bestimmung wäre ein Blick von der anderen Seite nötig, um einen eventuellen Dezentriermechanismus der Blende zu erkennen (Abbescher Apparat).
Baujahr (wegen der silberfarbenen Bedienknöpfe) ca. 1930 - 1933 aber vor 1934, danach sehe der Fuß hinten anders aus.
Viel Freude damit
Jens
Hallo Konstantin,
das ist ein ganz tolles Mikroskop, das man keineswegs geringschätzen sollte. Es hat auch einen besonderen historischen Wert, denn es ist mit dem ersten in Großserie hergestellten Binokulartubus von Zeiss ausgestattet, der von Siedentopf konstruiert wurde. Ein sehr ähnliches Mikroskop findest Du z.B. hier (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9244.msg73939#msg73939). Neben drei originalen Carl Zeiss/Jena-Objektiven scheinst Du auch ein 10er von Zeiss/West an Deinem Revolver zu haben, stimmt's? Auf alle Fälle dürfte die Optik, sofern sie nicht verschmutzt oder beschädigt ist, auch für unsere heutigen Begriffe wirklich gut sein. Lediglich das Sehfeld der Okulare ist relativ klein, was aber tausenden von LOMO-Fans, die ähnliche Optik nutzen, auch nichts ausmacht (ich habe auch fast 15 Jahre nichts anderes gekannt).
Also - von mir einen herzlichen Glückwunsch, stilvoller kann man gar nicht seine Reise in den Mikroskosmos beginnen!
Viele Grüße,
Florian
Hallo Konstantin,
ein wirklich schönes Mikroskop. Wenn der Tubus i.O. ist, wird man gut damit arbeiten können.
Zitatscheinst Du auch ein 10er von Zeiss/West an Deinem Revolver
Das erkenne ich auch so und da gibt es ein Problem: das hat sehr wahrscheinlich eine andere Abgleichlänge, d.h. es ist "länger" und wird auf das Objekt schlagen, wenn man es einschwenkt. Ich würde es durch ein Zeiss-Jena-Objektiv (oder Lomo-) mit der passenden Abgleichlänge ersetzen. Ein solches ist nicht schwer zu bekommen.
Detlef
Guten Tag
So wie es ausschaut ist der Objektivsatz etwas einseitig bestückt. Drei Objektive mit sehr hoher Vergrösserung dafür nichts dazwischen. Alte Zeiss Jena oder Lomo Objektive sollten sich günstig finden lassen. Üblich sind 4x, 10x, 40x, 100x. Ich würde das 100x durch ein 20x ersetzten.
Gruss
Jürg
;D ;D ;D
Das ist ja wirklich toll
Ich hatte mir, nachdem ich den thread gemacht hab noch einge deiner Bilder angeschaut,Florian, und da hab ich mir auch gedacht, dass sie recht aehnlich sind, aber wegen hoehentriebe hab ich meins etwas neuer eingeschaetzt.
Das Gesichtsfeld ist wirklich etwas klein, bei den Schulmikros bin ich es groesser gewohnt, ist mir aber auch nicht soo wichtig 8).
Das mit den Objektiven stimmt auch, ist aber auch kein grosses Problem, denn mit dem suche ich dann nur eine geeignete Stelle auf dem Objekt und dann gehts auf die Immersionsobjektive (wobei ich das erst einmal gemacht habe, davor hatte ich nur kleinere Vergroesserungen benutzt, dank an die Mikrofibel :)) und beleuchten konnte ich auch bei diesem mal auch erst seit kurzem elektrisch, davor immer solar ;).
Wenn es so alt ist, waere es vielleicht erstmal fuer mich besser, wenn ich dass verkaufen wuerde und mir dafuer dann ein gebrauchtes Zeiss Standart o.ae. holen wuerde?. Ist aber schon huebscher als die neueren :P
Hallo Konstantin,
entschuldige, ich hab erst die Vorstellung gelesen; da ist dann ja auch das Bild.
Das Hertel und Reuss objektiv wird leider nicht passen, es ist für einen 170mm Tubus gedacht; auch wenn es funktioniert, wirst Du nnie das herausholen, was es wirklich kann. Such einen Tauschpartner.
Zum Gerät kann ich nur folgendes sagen: BEHALT ES!!
So etwas wirst Du nie wieder bekommen; mach Dich damit vertraut, dann reinige und fette es neu, und alle werden Dich darum beneiden!
Neugeräte kann jeder .... kaufen.
Irgendwann wird Dich der Hass reiten... dann bist Du reif für neue Objektive; da musst Du aber noch sparen!
Ich wünsche Dir viel Freude an dem Teil
Grüße
Wolfgang
ok ich behalts ;)
Die neuen Okkulare und Objektive will mein Opa mir mitfinanzieren, empfehlt ihr mir da neue (oder werden passende nicht mehr produziert) oder zu gebrauchten? Tauschen ist natuerlich auch eine gute Idee, ich fuerchte aber, dass die Objektive schon ein paar mal ins Deckblatt gekommen sind. Als Ausstellungsstueck duerften sie aber noch gehen ;)
Bestaende denn Interesse an Bildern vom Auseinandernehmen? Das Bild von der anderen Seite und ein paar vom Kondensor kommen natuerlich auch noch :) ,jetzt aber erstmal Feierabend.
Hallo Konstantin,
ich würde auf Ebay mal nach LOMO-Objektiven suchen. Die sind mit Deinen Zeiss/Jena-Objektiven kompatibel (zumindest die meisten, die man dort findet) und für ihren vergleichsweise moderaten Preis nicht schlecht. Vielleicht findest Du ja sogar einen Förderer im Forum?
Herzliche Grüße,
Florian
Apropos "Mikroskop identifizieren":
Gibt es eigentlich irgendein "Werk", das umfangreich Abbildungen der Mikroskope der vielleicht letzten 80 Jahre enthält? Gewissermaßen den "Briefmarken-Michel" für Mirkoskope?
Ich hatte ja mal vor der Veröffentlichung gehofft, dass der "Gerlach" so etwas sei - leider ist er es nicht.
Natürlich findet man im "Appelt", im "Otto" und "Schmitz" zahlreiche Abbildungen, aber nicht so richtig "geordnet".
Herzliche Grüße
Peter
Tja, Peter,
willkommen in meiner Welt! ;)
Was glaubst Du, hat ein Sammler so alles im Bücherschrank stehen? Ein so umfassendes Werk, wie das, nach dem Du fragst, ist bisher noch nicht geschrieben worden. Daher braucht man eben viele Bücher, um sich entsprechende Informationen zu besorgen: neben Werken zur allgmeinen Geschichte des Mikroskops sind auch Bücher zur Firmengeschichte der einzelnen Hersteller, Verkaufskataloge, Preislisten sowie Sammlungs- und Ausstllungskataloge interessant. Aber glaub mir, auch wenn der Bücherschrank überquillt, vermisst man genauso viele Informationen wie man schon hat. Wer Mikroskope sammelt, sammelt meist auch Bücher...
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Konstantin,
natürlich muss man dieses Schätzchen erhalten !
Dieses schwere Vollmessing F-Stativ wurde so zwischen 1925 und 1935 gebaut und hat ein ganz besonderes "Feeling".
Ich würde das einzig originale Objektiv (1/12 Ölimmersion Messing) dranlassen und die anderen durch die damaligen Apochromate mit passender Abgleichlänge (33mm) ersetzen. Das sind sehr gute Objektive ! Eines, das Apochromat
10/0,30 160/- wird z.B. gerade hier im forum angeboten:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=12224.msg91071#msg91071
Andere aus dieser Reihe gibt es relativ häufig in e-bay zu erschwinglichen Preisen.
Lomo Objektive würden zwar auch passen sind aber ein Stilbruch und können auch qualitätsmässig nicht mithalten.
viel Spass mit dem schönen Teil
Wilfried
der ab und zu auch noch durch ein solches Gerät schaut
P.S.: Hier noch der link zum Katalog von damals:
http://vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/technology/search?-max=10&-Op_lit.reference=eq&lit.reference=lit17688
Was mich etwas verwirrt: im Katalog scheint es mir, als hätten die Mokroskope in eine Seite des Stativfußes C.ZEiss, Jena eingraviert, was bei meinem fehlt. Auch haben, glaube ich, nur zwei einen Runden Objettisch mit Kreutisch. Aber nur eines hat ein Binokkular und bei dem sieht der Kondensor aufwendiger aus. Also gehe ich mal davon aus, dass der Vorbesitzer es ziemlich an seine Bedürfnisse angepasst hat, gerade auch wegen der wirklich etwas einsitgen Objektivauswahl.
Hier aber noch die Bilder, ich hoffe das klappt so, wenn nicht stell ich die einzelnen links rein
http://s1240.photobucket.com/albums/gg494/kobra49/
viele Grüße Konstantin
p.s: Was kann ich denn zur reinigung der Okkulare benutzen? Spüli dürfte ja recht problemlos sein, aber wie ist es mit agressiveren Lösungsmitteln? Die "Rezeptur von Carl Zeiss" oder geht auch was anderes, sofern nötig? Ich habe auch noch eine (leider schon häufiger Benutzte) "Brillen Bad" Lösung, an Inhaltsstoffen werden nur "Nonionische Tenside und Komplexbildner" angegeben.
Zuerst beschäftige ich mich aber noch mit dem Kondensor Trieb. Ist das einzige Teil was verharzt ist, wurde aber vermutlich auch am wenigsten benutzt.
p.p.s: Sehe ich es richtig, dass man das Mikro kippen kann? an der Schraube sind auch ein paar entsprechende Kratzer, mir fehlt aber das entsprechende Werkzeug
Hallo Konstantin,
die Gravur auf der Seite des Stativfußes kenne ich von Zeiss nur aus Katalogabbildungen; da man es früher mit dem Urheberrecht nicht so genau genommen hat, war so der Hersteller auch dann ersichtlich, wenn das Bild ohne Qellenangabe an anderer Stelle abgedruckt wurde, z.B. in einem Lehrbuch.
Leider kann ich auf Deinen weiteren Bildern keine Gravur der Objektive erkennen, es wäre aber wichtig zu wissen, was da eigentlich drauf steht. Die Originalobjektive gehören möglicherweise zur Erstausstattung dieses Mikroskops, aber Du kannst natürlich Objektive nachrüsten, um damit vernünftig arbeiten zu können. Wilfried hat von seiner Warte aus völlig Recht (und ich persönlich würde es auch so halten), dass LOMO-Objektive ein Stilbruch sind, gleichwohl haben insbesondere die tollen Apochromate von Zeiss/Jena durchaus noch ihren Preis. Da Du mit dem Mikroskop ja wirklich mikroskopieren möchtest, kannst Du natürlich auch pragmatisch an die Sache herangehen. Das eigentliche Problem ist, dass die originalen Objektive eine sog. Abgleichlänge von 33,3 mm haben, und dieses Maß wurde außer von Zeiss/Jena meines Wissens nach nur noch von LOMO produiert - kein Zufall, denn die sowjetischen Optiken aus Leningrad wurden auf Zeiss-Maschinen gefertigt, die als Reparationszahlung am Ende des 2. Weltkrieges demontiert worden waren. Allerdings gibt es von LOMO auch andere Maße.
Natürlich lässt sich das Stativ kippen, und dies sollte sich auch ganz ohne Werkzeug bewerkstelligen lassen. Zum Lösen der Kontermutter bräuchtest Du einen Spezialschlüssel. Ich würde ein bisschen Öl von hinten/unten in Richtung der Gelenkwelle laufen lassen und dann mit sanfter Gewalt versuchen, das Mikroskop zu neigen.
Zum Reinigen würde ich kein Spüli nehmen. Damit kann man zwar das Stativ und den Tisch säubern, für die Optik würde ich aber Benzin verwenden - aber gaaanz sparsam, denn der Linsenkitt könnte sich bei üppigem Gebrauch anlösen! Puristen nehmen natürlich nur Wundbenzin aus er Apotheke, aber unter uns: das Zeug aus dem Baumakrt geht genauso gut.
Um Deine Kondensorhöhenverstellung wieder flott zu bekommen, kannst Du Kriechöl (z.B. WD-40) verwenden (hatte Hugo ja schon geschrieben). Dies löst das alte Fett wieder an. Um es vernünftig zu machen ,muss man danach aber das alte Fett entfernen und durch neues ersetzen. Und da sehe ich ein Problem, denn ich kann Dir nicht sagen, welches Fett das richtige ist und wo man es bekommt. Eine Billigvariante wäre, das Fett mit wenig visköserem Öl (Fahrrad, Nähmaschine) anzulösen und sich zu freuen, dass sich der Kondensor überhaupt wieder bewegen lässt. Vielleicht hat aber auch jemand etwas Fett abzugeben?
Herzliche Grüße,
Florian
Hier die Bilder, wenn du irgendwo probleme beim entziffern hast schreib ich sie dir natürlich gerne auf.
1. (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/91429_55548289.jpg) (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/91429_62887372.jpg)
2.(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/91429_28245430.jpg) (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/91429_17211952.jpg)
Es lässt sich tatsächlich problemlos kippen, bis in die waagrechte, da erklärt sich mir auch das enorme Gewicht vom Stativfuß. Öl war garnicht nötig, nur am Anfang etwas Kraft, danach hat man das Gefühl es gleitet wie von selbst, tut es aber nicht sondern bleibt so, wie man es sich "hingebgogen" hat. Dadurch konnte ich dann auch leichter den Kondensor fotografieren.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/91429_40126541.jpg)
Ich habe gestern dann auch mal nach Lomo-Objektiven bei der Bucht geschaut, jedoch nicht viel gefunden, hat ja aber auch noch zeit. Das Angebot hier werde ich mir aber nochmal genauer anschauen, die Preise sind ja wirklich ok (zumindest aus den Augen eines Anfängers :P )
Ich hab gehört wd40 trocknet relativ schnell, wie es sich mit dem alten Fett zusammen verhält wäre natürlich die Frage.
Wenn ich das alte alles entferne, habe ich mir überlegt ob Graphitpulver funktioniernen würde, aber ich will mit dem Zeug liebr nicht am Gerät herumexperimentieren und die neuen Fette harzen ja kaum noch
Hallo Konstantin,
prima, geknickt ist es schon mal!
Was Deine Objektive anbelangt: Zwei 90er-Immersionsobjektive machen natürlich wenig Sinn, das 10er ist tatsächlich von Zeiss/West und hat eine 45 mm-Abgleichlänge, das vierte Objektiv kann ich immer noch nicht recht identifizieren. Also brauchst Du ein kompatibles 10x- bzw. 8x-Objektiv, wahrscheinlich ein 40x (wenn das nicht das vierte ist) und ein Lupenobjektiv; letzeres ist ziemlich selten.
Da stellt sich nun wirklich die Frage danach, was Du willst: Du kannst einerseits passende Objektive von Carl Zeiss/Jena besorgen, die zu einem Deiner beiden 90x-Objektive passen, andererseits könntest Du das Mikroskop auch völlig neu bestücken und wärst dabei frei, ob Du für 33,3 mm, 37 mm oder 45mm abgeglichene Objektive nehmen möchtest. Ich würde in diesem Falle trotzdem entweder zu den Originalobjektiven von Zeiss/Jena oder eben zu LOMO-Objektiven raten. Ein 20er von LOMO (wird gerade günstig auf Ebay angeboten, der Verkäufer hat wohl einen ganzen Sack voll davon) ist sehr empfehlenswert.
Graphit zum Schmieren würde ich lassen. Mal andersrum: Wie schwer geht denn die Kondensorhöhenverstellung? Hilft da ggf. schon etwas "Gymnastik"?
Herzliche Grüße,
Florian
Man braucht die ganze Hand um es zu verstellen, nur mit den Fingerspitzen ist da nichts zu machen.
Das Hertel & Reuss meinst du? Auf dem Foto kann mans schwer lesen: Hertel &Reuss Kassel 100:1 Oel (oder 100:10 el :- ) A=1,30 f=1,8
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/91437_9372452.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/91437_5077000.jpg)
Ja wa will ich denn? Da hab ich selber keine Ahnung, insofern das gute Stück ja kein Ausstellungstück werden soll, sehe ich das lockerer. Wie ist es denn mit den Obejktivgewinden, sind die schon alle genormt oder muss ich da auch aufs baujahr achten?
Ob und wie viele Objektive ich mir dann neu hole hängt auch davon ab wie unverkratzt sie noch sind.
Inwiefern ist es wichtig zu wissen, was man damit hauptsächlich machen will? Ist das nur bedeutend wenn man sich eines zulegt und ich hab da keine Wahl mehr, oder ist es wichtig um die passenden Objektive zu wählen?
Hallo Konstantin,
also noch ein Ölimmersionsobjektiv, diesmal 100x und mit einer Abgleichlänge von 37 mm. Damit wären es dann drei davon - eine interessante Zusammenstellung... ;)
Das Gewinde der Objektive ist seit Urzeiten auf 20,32 mm genormt (sog. RMS Gewinde, festgelegt von der Royal Microscopical Society), sodass Du eine Vielzahl von verschiedenen Objektiven nutzen könntest. Allerdings haben die Objektive neben dem Gewinde auch noch andere Eigenschaften, die aufeinander abgestimmt sein sollten, wenn man sie an einem Mikroskop kombinieren möchte.
Für den Einstieg kämst Du mit der untersten Objektivklasse, den Achromaten, aus. Dabei hat sich allgemein eine Abstufung in 4x, 10x, 40x und 100x durchgesetzt, die aber eigentlich, insbesondere für den Anfänger, gar nicht so sinnvoll ist. Das 100x-Objektiv braucht man verblüffend selten, sofern man sich nicht mit Bakterien (oder meinetwegen dem Auspuff von Fadenwürmern) beschäftigt, ein 20x-Objektiv ist hingegen eine wirklich gute Sache, da man dies eigentlich dauernd braucht. Die Vergrößerungen schwanken bei den Herstellern ein wenig, so baute Zeiss/Jena (und damit auch LOMO) 8x statt 10x und 90x statt 100x, Leitz fand es irgendwie besser, 45x-Objektive herzustellen, Zeiss/West schenkte der Welt so wunderbare Objektive wie 6,3x usw. Das heißt, es gibt eigentlich alles, es ist aber nicht alles mit allem sinnvoll kombinierbar.
Daher rate ich Dir, Dir einen kompletten Satz von Objektiven eines Herstellers und eines Typs zu besorgen, wobei ich - nochmal - darauf hoffen würde, entsprechende Objektive von Zeiss/Jena oder LOMO zu finden. Es gibt hier übrigens einen Mikromarkt, wo Du eine Suchanzeige aufsetzten kannst (ich kann ja auch mal gucken, ob ich noch was für Dich finde). Speziellere Optiken brauchst Du jedenfalls nicht.
Was Deine Kondensorhöhenverstellung anbelangt, dann musst Du wohl tatsächlich invasiver tätig werden und den Trieb mit Kriechöl gangbar machen. Hoffentlich meldet sich jemand, der Dir auch ein vernünftiges Fett besorgen kann.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Konstantin,
ein 8x Lomo könnte ich Dir schon mal für lau schicken; es braucht nur Deine Adresse.
Gruß
Wolfgang
Zitat von: Florian Stellmacher in April 28, 2012, 15:17:40 NACHMITTAGS
Da stellt sich nun wirklich die Frage danach, was Du willst: Du kannst einerseits passende Objektive von Carl Zeiss/Jena besorgen, die zu einem Deiner beiden 90x-Objektive passen, andererseits könntest Du das Mikroskop auch völlig neu bestücken und wärst dabei frei, ob Du für 33,3 mm, 37 mm oder 45mm abgeglichene Objektive nehmen möchtest.
Hallo Florian,
ist die Wahl der Objektive wirklich frei? Du hattest es natürlich angedeutet: die original Bestückung wäre optimal.
Ausschlaggebend für die Wahl dürfte doch sein, ob Tischtrieb und Kondensorhöhe jede Bestückung erlauben.
Ein Zeiss Junior Tisch bekomme ich jedenfalls nicht mit Abgleichllängen von 33mm hoch genug.
Völlig ahnungslose Grüße,
Nick
Hallo Nick,
im Falle von Konstatins Mikroskop ist das kein Problem - da kann man das 90er Objektiv bis unter die Objektebene absenken, und den Tubus kann man gut und gerne um 12 cm anheben. Da passt prinzipell erstmal alles dran, was es an Objektiven gibt.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Konstantin,
Du siehst, Wolfgang hat schon mal ein 8x für Dich. Leider habe ich in meinen Grabbelkisten keine LOMO-Objektive mehr gefunden, die ich Dir schicken könnte. Aber vielleicht setzt Du im Mikromarkt wirklich mal eine Suchanzeige auf?
Herzliche Grüße,
Florian
Danke für die Mühen ;D, die Objektive wären dann nach der Reinigung dran (oder wärs sinnvoller andersherum vorzugehen?).
Ich hab schonmal ein wenig die Methode getestet die in dieser Zeiss Broschüre über die Mikroskop Reinigung erklärt wird, jedoch nur mit einem Objektiv und Okkular Satz. Dabei ist mir erstmal aufgefallen, dass die Okkulare recht Staubig und verschmiert sind. Als ich dann das Objektiv ein wenig gedreht habe hat sich nichts geändert, als ich dann aber etwas dran gewackelt habe hat sich wiederum was bewegt. Mir war dann auch aufgefallen, dass auf der Oberseite vom Revolver (innen drinnen) eine nette Staubdecke ist. Wie kommt die da nur rein, aber vor allem, wie problematisch ist die Reinigung?
Den großteil könnte man durch die Objektiv-Öffnungen erreichen und solange der Staub nur an der Decke sitzt stört er ja eigentlich nicht.
Momentan bereitet mir der Kondensortrieb aber die größten Probleme. Hab ihn ganz runtergedreht, aber jezt scheint die Achse nicht mehr greifen zu können und lässt sich einfach durchdrehen.
Hallo Konstantin,
eigentlich wird die Kondensorhöhenverstellung nach unten durch den eigesteckten Spiegel gestoppt. Nun musst Du die im Schlitten geführte Kondensorhalterung wieder einfädeln und dabei nicht verkanten - Geduld ist dabei alles.
Wie der Staub in den Revolver gekommen sein mag, weiß ich nicht, vielleicht wurde das Mikroskop auch schon ohne Objektive gelagert, sodass der Revolver offen war. Ich würde jedenfalls nicht ohne Not den Revolver demontieren, denn dann fallen Dir etliche Kügelchen vor die Füße, die dann, nachdem sie gereinigt und neu gefettet wurden, wieder neu eingesetzt werden müssen. Da der Revolver offenbar tadellos läuft, würde ich mich auf das Entstauben beschränken. Ein mit Benzin benetztes Wattestäbchen kann dabei nützlich sein. Der Revolver selbst hat keine Glaskomponenten, die es zu reinigen gilt. Die Objektive sind hoffentlich nur von außen an der Frontlinse verschmutzt; sollte man sie von innen reinigen müssen, wird es schon schwieriger.
Herzliche Grüße,
Florian
Geduld war garnicht nötig, nur ein wenig Kraft. Aber es muss doch eine möglichkeit geben die beiden teile zu trennen. Jemand mit dem selben Stativ meinte ich könne es durch "abfahren" demontieren. Also einfach wenn es sich durchdrehen lässt mit gewalt nach unten drücken? Ansonsten läuft es wieder, allerdings ist eine WD40 Mischung mit harzendem Fett und Grünspan nicht das richtige denke ich mal. Vaseline soll wohl ok sein, wobei ein Spezialfett besser ist.
Aber ich werde mich dann zunächst erstmal den anderen Teilen zuwenden.
Grüße Konsti
Hallo Konstantin,
ich benutze für Zahnstangen einfach sparsam aufgetragenes "Mehrzweckfett" aus dem Baumarkt. Bisher gab es noch keine "Überaschungen"...
Grüße
Martin
Hallo Konsti,
wenn dem so ist, wie ich es kenne, dann musst Du tatsächlich nur den Spiegel herausziehen und,WICHTIG! die Spiegelhalterung herausdrehen.
Das Ding sieht aus wie eine Schraube mit Loch. Eventuell musst Du noch die untere Schraube der Zahnstangenbefestigung herausdrehen.
Dann drehst Du den Kondensortrieb bis er durchdreht; den Rest dann mit Gewalt weiterziehen. Das geht schwer, weil der Schlitten da normal nicht hinkommt; da ist alles voll altem Fett. Zur Not nochmal mit Benzin abpinseln.
Im Anschluss alles gut reinigen und die Laufflächen auf 300er Schmirgel abziehen. Durch das oxidieren sind die Oberflächen nämlich "aufgequollen". Danach leicht mit Vaseline einfetten und wieder zusammenbauen.
Zu dem 8er Lomo könnte ich Dir noch ein 90erÖl dazutun.
Gruß
Wolfgang
Lieber Wolfgang,
beim F-Stativ reicht es aus, den Spiegel herauszuziehen. Ich habe nicht so wahnsinnig große Lust, das versuchsweise auseinander zu fummeln, aber nachdem ich den Spiegel herausgezogen habe, lässt sich der Schlitten der Kondensorhalterung ganz weit abseneken, und ich möchte fast wetten, dass man ihn dann nach unten herausziehen kann.
Herzliche Grüße,
Florian
Ok, wenn man weiss, wann und wo man Gewalt anwenden kann, dann macht mans auch nicht so halbherzig ;)
Dann schau ich morgen mal bei der Apotheke vorbei, diese Watte und reines Benzin holen, ich frag mich bloss ob die auch Gummipusten haben. Vaseline muessten wir noch irgendwo haben, mein Bruder hat auch Motorradt Kettenfett, das ist auch sehr fest, aber auch anderes hochwertiges Fett (nur halt vl nicht extra fuer Feinmechanik :-\).
Bei einem Okkular ist sogar ein recht grosses Staubkorn INNEN, wie kommt das nur da rein.
Was koennte ich den alles als Immersionsoel nehmen? Mit Glyzerin gings recht gut. Hab es jezt auch mal mit Wasser versucht, aber da war das Mikro auch etwas schraeg, war aber auch nicht so hell... es steht ja nur bei einem Homogene Immersion, ist das was bestimmtes oder geht da alles was nicht noch getrennt ist?
In dem Kasten war auch ein kleines braunes Plastik Doeschen mit Gummistopfen, aber das Etikett ist ab. Riecht nicht und loest sich mit Wasser, ist auch nicht dickfluessig, beim verdampfen bleiben keine Reste (glaube ich zumindest).Dihydrogeniumoxid?
Du, Liftboy, danke, aufs Lomo muessen wir nochmal zu sprechen kommen, aber noch ein 90 Immersions, dass muss nicht sein ;) .
Moin ihr Bügelstativler, hallo Konstantin,
egal, ob F, D oder E - wenn der Kondensortrieb wie bei Dir Konstantin aussieht, lässt sich
der Kondensorträger nach unten rausschieben (vorher Spiegel rausnehmen und Stativ waagerecht stellen).
Dann mit Benzin reinigen und fetten - schon sollte es leichtgängig sein.
Für den seltenen Fall, das der Kondensor selbsttätig runterrutscht, kann der Trieb
durch unterlegen von etwas Metallfolie unter die Zahnstange/-leiste schwergängiger
gemacht werden - so fand ich es an meinem F-Stativ vor...
Gutes Gelingen
Jens
P.S.: Ich hätte da noch einen Dunkelfeld-Kondensor (Paraboloid-Kondensor) abzugeben.
Der passt gut zu einem 20er oder 40er Objektiv.
Bei Interesse einfach eine PM schicken, den könnte ich auch mal zur Ansicht zuschicken...
Zitat von: Florian Stellmacher in April 29, 2012, 21:24:37 NACHMITTAGS
beim F-Stativ reicht es aus, den Spiegel herauszuziehen. Ich habe nicht so wahnsinnig große Lust, das versuchsweise auseinander zu fummeln, aber nachdem ich den Spiegel herausgezogen habe, lässt sich der Schlitten der Kondensorhalterung ganz weit abseneken, und ich möchte fast wetten, dass man ihn dann nach unten herausziehen kann.
Zitatich frag mich bloss ob die auch Gummipusten haben
die haben! kleine Klistierspritze.
Grüße
B.Kaiser
Gut zu wissen, für den Moment habe ich jezt eine richtige Gummipuste mit Pinsel.
Der Trieb ließ sich einfach so runterziehen ohne noch was abzuschrauben, hoffen wir mal dass es jezt auch wieder drauf geht :P
Die Flächen sind noch ganz goldenglänzend, nichts vom Grünspan zu sehen, außer halt in den Fettresten, vl kommt die Farbe von kleinen Metalspähnchen. Dann nochmal abschmirgeln ist dann auch nicht nötig oder? Auf der Innenseite beim Kondensortrieb stand übrigens ganz fein 9o hat das was zu bedeuten?
Wäre irgendetwas gegen Gleitlagerfett einzuwenden?
Jezt läufts wieder wie geschmiert ;D Der Grobtrieb kriegt jezt auch mal nen "Ölwechsel"