Hallo,
ist es theoretisch möglich, ein rudimentäres Auflicht zu konstruieren, in dem man beim Trinokulartubus das Auflicht über die Okulare in den Strahlengang einfädelt?
Beim Binotubus ist es so, dass über die Prismen das Licht auch zum anderen Okular gespiegelt wird. Wenn man eine Kamera darauf setzen hat: Keine gute Möglichkeit...
Beim Trino dagegen könnte der Fotoausgang von den Okularen "abgekoppelt" sein (halbdurchlässiger Spiegel etc.), sodass es möglich wäre...
Wobei das Auflicht über Lichtwellenleiterarme (PMMA, Durchmesser 2mm, "Sternenhimmel"-Bastelshop) zumindest bis zum 10er Objektiv ohne Komplikationen aufs Objekt gelangen könnte.
Die klassische Methode über einen Strahlteilerwürfel schließt sich bei mir leider aus, da die Dinger mir zu teuer sind.
Welche der beiden Möglichkeiten ist die bessere? Ist es überhaupt sinnvoll, Auflicht jenseits des 10er-Objektives zu betreiben?
Gruß,
Eubel
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8739.msg61486#msg61486
Herzliche Grüße
Peter
Danke für den Link, den hab ich vor langer Zeit mal gesehen, ihn aber irgendwie nicht wiedergefunden.
Das Problem bei der Methode ist allerdings, dass am Fotoausgang keine Lichtquelle positioniert werden kann, da dort ja die Kamera angebracht werden sollte.
Hat irgendjemand schon probiert, durch die okulare das Licht zu leiten?
Gruß,
Eubel
Hallo Eubel,
ja geht. Haben wir vor Jahren so gemacht bei einem Zeiss Stemi, Okular raus, Lampe der Schräglichtbeleuchtung rein.
Als Notbehelf für einen bestimmeten Zweck ok, aber unergonomisch.
Grüße
Manfred
gut zu wissen, dass es möglich sein könnte :D
Nur: ein Stemi hat zwei GETRENNTE Strahlengänge. Beim normalen Mikroskop dagegen bin ich mir da nicht so sicher.
Könnte jemand, der mit einem Trinotubuis gesegnet ist, eine Taschenlampe an ein Okular halten und dann ein Foto machen? Wenn kein Präparat darunterliegt und die normale Mikroskopbeleuchtung ausgeschaltet ist, müsste das Bild schwarz sein.
Gruß,
Eubel
Zitat von: Eubel in Juni 23, 2012, 18:30:30 NACHMITTAGS
gut zu wissen, dass es möglich sein könnte :D
Nur: ein Stemi hat zwei GETRENNTE Strahlengänge. Beim normalen Mikroskop dagegen bin ich mir da nicht so sicher.
Könnte jemand, der mit einem Trinotubuis gesegnet ist, eine Taschenlampe an ein Okular halten und dann ein Foto machen? Wenn kein Präparat darunterliegt und die normale Mikroskopbeleuchtung ausgeschaltet ist, müsste das Bild schwarz sein.
Gruß,
Eubel
Hallo,
habe es gerade an einem Leitz-Trino getestete. Es geht nicht! Das Licht fällt direkt in das gegenseitige Okular und dort ist dann alles stark überstrahlt, sodaß nichts mehr erkennbar ist.
Herzliche Grüße
Peter
@Peter V.: Das habe ich bei mir ebenfalls ausprobiert. Das funktioniert nicht augrund des Prismas, welches sich im Tubus befindet.
Nur: ich habe die Hoffnung, dass die Teilung der Strahlengänge zwischen Okularen/Prisma und dem Fototubus mit einem Strahlteiler funktioniert. Also auf die gleiche Weise, wie Auflicht in der Regel eingespeißt wird.
Jetzt ist es interessant, ob das Licht der Taschenlampe nicht nur in das andere Okular trifft, sondern AUCH in den Fototubus. Wenn da ein Strahlteilerspiegel verbaut ist, könnte es sein, dass das Licht von der Taschenlampe nicht in den Fototubus gelingt, sondern nur ins andere Okular. Ist das der Fall?
Gruß,
Eubel
Viele Worte und kein Bild ?
Dass ein Bild, wenn auch nur rudimentär zu sehen ist kann ich hier zeigen.
An einem Olympus BH-2 Stativ mit Trino wird das Licht über den Fotoausgang eingebracht (LED mit Mattfilter). Ein Okular mit einer Adapteroptik und der DFK72 bestückt, das 2. Okular zur freien Benutzung.
Objektiv Olympus SPlanApo 10/0,4. Objekt etwas Papier mit Schrift von einem Filzschreiber.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/95978_13134304.jpg)
Wie gut, wie schlecht muß jeder für sich beurteilen. Mit Polfilter in der Beleuchtung und vor der Kamera wird der Kontrast noch erheblich besser.
Einen schönen Sonntag
Peter
Lieber Peter,
ja, so geht's, habe ich auch ausprobiert.
Aber Eubel möchte ja das Licht ja nicht durch den Fotoausgang, sondern durch ein Okular einspeisen und das geht (zumindest an einem Leitz-trino am Laborlux) nicht. Man bekommt weder ein Bild im gegenseitigen Okular noch im Fotoausgang, sondern nur einen hellen Fleck,
Hezrliche Grüße
Peter
Hallo Eubel -
Deine Fragen wären besser zu kommentieren/beantworten, wenn du erwähnen würdest, welches Mikroskop du benutzt und welche Objekte damit untersucht werden (sollen).
Ich habe es an einem Zeiss Universal mit Taschenlampe durch Binoöffnung probiert und in der Tat bekommt man am Fototubus ein relativ helles Auflicht-Bild. Der Strahlenteiler ist 30/70 oder so ähnlich. Allerdings ist der Kontrast sehr schwächlich und man müsste noch mit der Lampenoptik experimentieren (hat sich überlappt mit Peters Test).
Die Einspiegelung über Strahlenteiler, der nicht dafür vorgesehen ist, bringt eben starke Kontrastprobleme durch Streulicht. Nehmen wird an, du hast einen 70/30 Strahlenteiler für Fototubus/Bino. Dieser wird 30% des Lichtes, das aus der Okularbeleuchtung kommt nach unten durch das Objektiv auf das Objekt lenken. Der Rest geht waagerecht durch und sollte dort durch mattschwarze Farbe o.ä entsorgt oder ins Nirwana gelenkt werden. Je nach Konstruktion wird aber ein größerer Prozentsatz dieses Streulichtes von der Rückseite des Strahlenteilerspiegels nach oben in die Kamera gelenkt.
Das Problem ist natürlich auch bei den Strahlenteilern für Auflichtkondensoren vorhanden, wird dort aber anscheinend konstruktiv besser gelöst - vor allem bei Dunkelfeld-Auflicht.
Für Fluoreszenzzwecke lässt sich die vorgeschlagene Beleuchtung übrigens verwenden, wenn in Okular und Fototubus je ein Sperrfilter eingebaut wird.
Auflicht bei normale Objektiven größer 10 ist nicht besonders, weil man ein Deckglas verwenden müsste, was weitere Reflexions- und Streuverluste mit sich bringt - oder natürlich ein Epiobjektiv mit - am besten - Dunkelfeld-Auflicht. Normales Auflicht ist bei starken Vergrößerungen bei den meisten Objekten eine sehr fade Angelegenheit, sogar mit Epi-Objektiven, die wesentlich reflexionsärmer konstruiert sind als die normalen.
Gruß
Rolf
Ok. Ich verwende ein Zeiss Std. 14 mit normalen Achromaten. Als Objekte habe ich an Flechten oder Oberflächen von Baumrinden gedacht.
Ich bin mitlerweile der Meinung, dass das Auflicht lieber durch LWL wie bei Stemis üblich kommen sollte. Somit wird das Bild im Strahlengang nicht abgelenkt und durch Streulicht verfälscht. Außerdem ist eine schiefe Beleuchtung damit gut mögklich. Ich hätte an dieser Lösung gedacht:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/95997_27973187.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-14815446/Bild1.jpg.html)
Gruß,
Eubel
Hallo Eubel
Einen normalen Papierstreifen zu einem Ring zusammengeklebt,
um das Objektiv und das Objekt gestellt und dann
mit viel Licht oder Blitz, ergibt sehr gute Bilder.
Diese Beleuchtungsmethode ist einfach, preisgünstig und gut,
ich finde sie cool, für starke 3D Objekte.
Deshalb habe ich ihr den Namen DIC 3 gegeben (Das Ist Cool für 3D).
Gut Licht
Kurt
Danke für den Tipp! Werd ihn mal ausprobieren...
Zitat von: Eubel in Juni 24, 2012, 18:25:37 NACHMITTAGS
Danke für den Tipp! Werd ihn mal ausprobieren...
Und im Gegensatz zu DICK ist DIC3 auch gar nicht geheim.... ;D
Herzliche Grüße
Peter