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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: schuppi in Juli 02, 2012, 18:05:00 NACHMITTAGS

Titel: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: schuppi in Juli 02, 2012, 18:05:00 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

zur Zeit ist der ausgeblühte Klatschmohn überall zu finden.

Dieses Bild möchte ich euch nicht vorenthalten.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/96611_41065483.jpg)

189 Einzelbilder mit Imaging-Source Kamera an Motic BA310, geschärft mit Neat Image, gestacked mit Picolay.

Viele Grüße
Rainer
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: schuppi in Juli 07, 2012, 11:30:37 VORMITTAG
Hallo zusammen,

auch wenn ich hier Feedback vermisst habe, nun ein neues Bild; diesmal sind es 88 Einzelbilder, aber die Beleuchtung war dieses Mal so angebracht, dass sich die Lichtverhältnisse für das Objekt nicht ändern, wenn in den Stapel hineingefahren wird (analog zum Stacking-Gerfät von Herrn Cypionka) :-)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/97055_12831165.jpg)

Gruß
Rainer
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Holger Adelmann in Juli 07, 2012, 11:44:50 VORMITTAG
Sehr eindrucksvolle, schöne & plastische Bilder, Rainer !

Sorry der erste Beitrag ist mir irgendwie durchgegangen.

Herzliche Grüsse
Holger


Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 07, 2012, 12:16:49 NACHMITTAGS
Hallo Rainer
Dein Bild habe ich auch schon mal an anderer Stelle gesehen
und mich schon damals gefragt, was ist mit diesem Bild los.
Irgend etwas ist ungewöhnlich.
Hast du überschärft, keinen Refrektor für den Blitz verwendet, hat dein Objektiv viel CA?
Die Auflösung ist nicht schlecht, aber das Bild, die Details machen einen
sehr unruhigen Eindruck. Einzelne Pixelgruppen sind zu hell, am Anschlag, ausgefressen.
Betrachte die anderen Mohnsamen in diesem Forum
und du wirst verstehen, was ich meine.
Um einen natürlicheren Eindruck zu erhalten sollte das Licht
viel diffuser sein!

Folgenden Satz habe ich schon öfter gelesen, dem Sinn nach:
"die Beleuchtung war dieses Mal so angebracht, dass sich die Lichtverhältnisse für das Objekt nicht ändern"
Wo hast du das her?
Meine Stacks sind von 1:1 bis etwa 60:1.
Bis jetzt habe ich in den letzen 5 Jahren etwa 2000 Stacks gemacht und mich noch NIE um dieses
"Problem" kümmern müssen.

Gut Stack

Kurt

Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Rawfoto in Juli 07, 2012, 13:08:04 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Was damit gemeint ist kann ich nachvollziehen:

1.) um su kuerzer die Distanz zwischen der Lichtquelle und dem Objekt ist desto groesser wirken sich Hoehenverschiebungen des Objektes auf die entstehenden Schatten aus. ==> Abhilfe bringt a) den Abstand der Lichquelle zu vergroessern b) die Lichtquelle zu vergroessern und c) die lichtquellen mitzubewegen

2.) um so punktfoermiger die Lichtquelle ist ... (siehe oben) ==> man verliert dabei den Hauptkegel der Lichtquelle ...

Da Du - und nicht nur Du - die Lichtquelle mittels translizentem Objekt stark vergroesserst (Tischtennisball, Zahnbecher, Klebstoffflaschenteil, ...) wirkt auf das Objekt die Halbkugel mit ihren Reflexionen und das Problem wird deutlich gemindert ...

Wuerden wir die eigentlich Lichtquelle und deren direkten Licht verwenden haetten wir das Problem auch. Das ist 1:1 wie im richtigen Studio, nur kleiner ...

Liebe Gruesse nach CH

Gerhard
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: schuppi in Juli 07, 2012, 13:27:22 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

nett, danke erst einmal für die Rückmeldungen!

Zu den Aufnahmen selbst: Sie wurden am Mikroskop mit einem 10* Okular und Imaging Source Kamera erstellt.

Ja, ich beleuchte das Objekt direkt mit einer angebrachten LED. Der erste Versuch war so, dass die Lampe am Mikroskop-Tisch befestigt war, wobei sich dann beim Verschieben des Tisches in die z-Achse die Quelle mitbewegt hat. Beim zweiten Versuch war die Lampe oberhalb des Tubusses befestigt, so dass immer der gleiche Lichteinfall vorhanden war.

Beim ersten Beispiel erkennt man vielleicht auch in einigen Ausbuchtungen des Korns größere, etwas störende Flecken, die von der Bewegung der Lichtquelle herrühren *könnten*.

Hier mal der vorerst letzte Versuch, diesmal ist die Beleuchtung indirekt mittels eines TT-Balles, der von außen angestrahlt wird. Zur Rechten sieht mal leider einen Hotspot. Ich bitte hier auch um die fachkundigen Kommentare der Forumsmitglieder!

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/97064_56315743.jpg)

Viele Grüße
Rainer
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Heribert Cypionka in Juli 07, 2012, 15:52:00 NACHMITTAGS
Lieber Rainer,

vielleicht noch ein Tipp: Stacken Sie einmal mit 'Minimum contrast' = 0. Dann sollten die strukturlosen (= gemittelten) Bereiche eigentlich besser aussehen...

Besten Gruß

Heribert Cypionka
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 07, 2012, 19:09:15 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard
Da hast du Recht!
Ich versuche immer so diffus wie möglich zu beleuchten,
den höheren Kontrast mache ich bei Bedarf mit der Bildbearbeitung!

Hallo Herr Cypionka
So ist es!
Die besten Stacks erhält man, wenn man in RAW Fotografiert,
den Kontrast NIE erhöht, sondern eher die Lebendigkeit der Farben.

Gut Stack

Kurt
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: rheinweib in Juli 07, 2012, 20:45:04 NACHMITTAGS
Zitat von: Kurt Wirz in Juli 07, 2012, 19:09:15 NACHMITTAGS
Die besten Stacks erhält man, wenn man in RAW Fotografiert,
den Kontrast NIE erhöht, sondern eher die Lebendigkeit der Farben.

Hallo Kurt,
das hab ich heute versucht, Picolay kann RAW aber nicht verarbeiten, oder ich mach was falsch.

Gruss
Heike
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: koestlfr in Juli 07, 2012, 20:56:21 NACHMITTAGS
Hallo Heike!

Ja, das ist bei Picolay so, wenn´es könnte, dann sicher das PEF nicht! :-))

Ciao Heike und "jib Jas"

Franz
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Heribert Cypionka in Juli 07, 2012, 23:02:21 NACHMITTAGS
Sorry, lieber Rainer,

jetzt muss ich mich doch noch einmal melden - obwohl es nicht mehr um den Klatschmohn geht.

Aber um PICOLAY und RAW-Dateien!

Also, PICOLAY kann DNG-Dateien lesen, das vom Hersteller unabhängige RAW-Format, außerdem die Formate CR2 (Canon) und NEF (Nikon), falls man die entsprechenden Codecs installiert  hat.

Frage: Braucht man RAW-Dateien zum Stacken?
Antwort: RAW ist sicher das richtige Speicherformat für spezielle Fälle, auch wenn es sehr viel Speicherplatz benötigt und die Bearbeitung verlangsamt. Zum Stacken braucht man es sicher nicht. Während des Stackvorgangs werden alle Bilder verkleinert und gemittelt. Man mache sich bitte klar: Eine Farbänderung um 1/255 eines der RGB-Kanäle, die kleinste Abstufung beim 24 Bit-Format (Rot, Grün und Blau jeweils acht Bit, insgesamt 255^3 = 16,6 Millionen Farben) sieht man mit dem bloßen Auge nicht mehr. Alle Stackingprogramme verkleinern die Bilder oder verwenden nur Teilmengen der Pixel für die Analyse. Dabei gehen feinste Abstufungen verloren. PICOLAY und wahrscheinlich die Konkurrenzprogramme auch wandeln sogar für die Analyse alle Farbwerte in Graustufen um (wobei R, G, und B unterschiedlich gewichtet werden). Es wird auch nicht der Kontrast erhöht, sondern benachbarte Pixel werden sogar gemittelt, um das Rauschen zu unterdrücken.

Hier habe ich einmal diese Mittelung deaktiviert, um zeigen zu können, was sie bewirkt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/97117_14394393.jpg)

Wenn nun das Endergebnis produziert wird, werden natürlich wieder die Originale herangezogen. Aber auch hier werden Anteile verschiedener Bilder gemixt. PICOLAY ist das einzige mir bekannte Programm, das man zwingen kann, jeweils nur das schärfste Orignal-Pixel für das Ergebnis zu verwenden (dazu Minimum contrast und Weighted average = 0 und autoenhance off setzen).


Jetzt noch eine Erklärung zu der Funktion von Minimum contrast: Setzt man den Wert > 0, wird nicht der Kontrast erhöht, sondern Bereiche, die den Wert nicht erreichen, werden gemittelt.  Das verringert das Rauschen, kann helfen, Strukturen freizustellen, kann aber auch schwach ausgeprägte Strukturen weglöschen.

Auch hierzu noch die Demo:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/97117_53299218.jpg)

Für die Härchen ist der Minimum-Kontrast sicher hilfreich, aber im Inneren löscht er Strukturen... 

Sorry noch einmal, und allen ein gutes Wochenende!

Heribert Cypionka
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: koestlfr in Juli 08, 2012, 07:16:52 VORMITTAG
Hallo Herr Cipionka!

Danke für die Erläuterungen!

Sie haben aber schon das ":-))" daneben gesehen - das war ein Scherz unter Pentax-Besitzern!

Spaß beiseite, ich fotografiere prinzipiell alles im RAW-Format (bei Pentax PEF) und wandele dann gezielt um.

Liebe Grüße & schönes Wochenende

Franz
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2012, 12:25:43 NACHMITTAGS
Hallo
Wenn ich diffus schreibe,
dann meine ich das so,
wie unten auf dem Bild.
Mohnsamen mit 20x Objektiv.
Ich verwende Styropor Becher,
deren Innenfläche nicht glänzend ist.
Der Becher ist rund herum um das Objekt
und bewusst nicht zentrisch,
damit sich eine leichte "Schattenbildung"
ergibt.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/97155_31408037.jpg)

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Juli 08, 2012, 16:56:51 NACHMITTAGS
Grüß dich Kurt,

Neugierige Frage: was ist das für eine Mohnsorte die du da zeigst ? Vielleicht ist der noch "grün" ? Mein Körnchen stammt aus dem Vorrat des Bäckers, was die so auf Semmeln streuen und das Tütchen habe ich schon einige Monate hier liegen.

Die feine Narbung in diesen Zellen kann man in dem weißen Material dann noch nicht erkennen.

Lienem Gruß

Lothar
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2012, 19:56:59 NACHMITTAGS
Hallo Lothar
Sieh dich mal hier um:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11897.0
Da waren deine Mohnsamen um einiges mehr strukturiert!

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Juli 08, 2012, 21:19:44 NACHMITTAGS
Lieber Kurt,

ich habe um mal aufzuzeigen welche Strukturen ich meinte ein etwa 1000 Pixelstück aus dem Originalbild ausgeschnitten und danach haben wir diese feine Narbung, die ich zuvor noch nie aufgelöst hatte. Der Mohn hat sich verändert. Das zellulare in den einzelnen Feldern ist einer getrockneten Fläche mit dieser feinen Struktur gewichen.
Sorry wenn ich mich da so drann aufhänge.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/97203_36636535.jpg)

Gruß Lothar
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2012, 21:44:35 NACHMITTAGS
Hallo Lothar
Bist du sicher, dass du keine gebackenen Mohnsamen
von einem Brötchen zeigst, sondern ungebackene?

Ich habe Mohnsamen, frische und solche die
mehrere Jahre alt sind, (trocken aufbewahrt)
doch solche wie du sie zeigst besitze ich nicht.
Ich weiss also nicht, was mit deinen Samen los ist.

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Juli 08, 2012, 22:44:08 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

der Mohn ist aus der selben "Charge" wie die damaligen und lag hier in einer Papiertüte im Regal. Da sind etwa noch 50 Gramm drinn und ich werde morgen mal ein paar weitere Körner anschauen.

Guts Nächtle

Lothar
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Kurt Wirz in Juli 08, 2012, 23:29:26 NACHMITTAGS
Hallo Lothar
Wie erwähnt, lagere ich den Mohn trocken verschlossen,
in einem trockenen Raum im oberen Teil des Hauses.
Ev. ist eine Papiertüte in einer warmen Küche in einem feuchten
Sommer das ideale Klima zum Keimen oder zum Schimmeln.

Kurt
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: reblaus in Juli 09, 2012, 01:23:58 VORMITTAG
Hallo -

es handelt sich hier keinesfalls um Schimmel, sondern um Wachs. Die Abdichtung von Pflanzenorganen gegen Wasserverlust geschieht bekanntlich durch die Cuticula. Dabei handelt es sich aber nicht etwa um eine Art homogene, dichte Kunststofffolie, sondern um eine schwammartige, um 1 µm dicke Schicht, die mit Wachs getränkt ist. Wenn die Zellen darunter mehr Wachs produzieren als die Cuticula aufnehmen kann, tritt dieses oben wieder aus und bildet eine m.o.w. dicke Schicht aus Wachsschuppen/-schollen/-körnchen, die z.B. als "Reif" auf Früchten auffallen.
Diese Vorgänge sind u.a. sehr temperaturabhängig. So halte ich es für möglich, dass warme Lagerung eine verstärkte Wachsausscheidung induziert, was ja auch sinnvoll ist um totale Austrocknung zu verhindern.

Viele Grüße

Rolf

Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: schuppi in Juli 09, 2012, 15:12:26 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

nun habe ich den Parameter minimun contrast=0 gesetzt und vorab die Bilder mit neatimage geschärft.

Dabei ist aus den Bildern nun folgendes Ergebnis entstanden (zuzugeben habe ich mit einem Klonpinsel die Randbereiche bereinigt).

Wie sieht es nun aus?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/97279_49968416.jpg)

Viele Grüße
Rainer
Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: Holger Adelmann in Juli 10, 2012, 13:02:51 NACHMITTAGS
Hallo Rainer,

das wirkt jetzt sehr natuerlich auf mich - ein schönes Ergebnis !

Teilweise sieht man im Forum zu stark nachkontrastierte Aufnahmen, die gefallen mir persönlich nicht - es sei denn man deklariert die Bilder als "expressionistisches Kunstwerk" und nicht als Foto "nach der Natur".

Herzliche Gruesse
Holger

Titel: Re: Klatschmohn-Samen
Beitrag von: schuppi in Juli 15, 2012, 12:00:11 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

hier noch mal als 3D-Anaglyphenbild, erstellt mit Picolay. Der "Rand" muss noch geputzt werden.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/97831_31213533.jpg)

Gruß

Rainer