Guten Abend liebe Forumpartner!
Ich habe eine neue Bifokalbrille erhalten und möchte gerne die Erfahrung von Brillenträgern bei Verwendung mit
Brillenokularen bei der Mikroskoparbeit erfahren.
Kann ich auch ohne diese Brille am Mikroskop gut arbeiten oder sollte ich die Brille immer tragen.
Zu eurer Info,ich habe 3 Mikroskope mit Brillenokularen und umstülpbaren Gummimuscheln.
strahlende Grüße aus dem Wendland
Reimar
Hallo Raimar,
meine ganz persönliche Erfahrung: ich bin auf dem rechten Auge mit 2,5 Dioptr. kurzsichtig und trage seit vielen Jahren, altersbedingt, eine Gleitsichtbrille. Für den Alltag empfinde ich das als ideal. Mikroskopieren kann ich damit aber nicht. Das ist einfach kein Genuss. Ich ziehe die Brille aus und schaue "nackt" in die Okulare, mit korrekt eingestelltem Dioptrienausgleich, versteht sich. D.h., weil ich auf dem linken Auge praktisch normalsichtig bin, stelle ich das so ein, dass ich zu dem Foto-Okular parfokal bin und stelle dann das rechte so ein, dass ich ebenfalls ein scharfes Bild habe.
Zugeben muss ich, dass ich beruflich ja seit ca. 1968 mikroskopiere, sei es an einem LM oder einem EM, bei dem man klassischerweise zum Fokussieren den Bildschirm mit einer Stereo-Lupe betrachtet. Ich habe mich in all diesen Jahren nie daran gewöhnen können mit Brille zu arbeiten. Das ging natürlich ganz gut, weil ich auf dem linken praktisch normal sehe.
Zurück zu Deiner konkreten Frage: ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Bifokal-Gläsern vernünftig mikroskopieren kann. Aber vielleicht irre ich mich ja?
Herzliche Grüße
Detlef
Zitatich ...persönlich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Bifokal-Gläsern vernünftig mikroskopieren kann. Aber vielleicht irre ich mich ja?
Hallo Detlef,
höchstwahrscheinlich irrst Du nicht. Bei mir läuft´s trotz Brillenokularen genau so: Durchblick ohne Brille, alles davor mit. Lästig, aber unvermeidlich.
Gruß - EFH
Hallo,
ich machs wie Detlef und habe dafür diesen elegant ;D aussehenden Bendel um die Brille vor der Zerstörung zu retten, wenn ich sie schnell absetze zum Mikroskopieren. Ist dann auch wieder schnell auf der Nase, weil sie ja am Bendel baumelt.
Hallo Reimar,
Ich habe ebenfalls eine Bifokalbrille, sprich es ist im unteren Bereich eine schwache Lesebrille (Anti Fatigue) mit gleitendem Übergang ins Glas integriert. Diese Brille behalte ich beim Mikroskopieren auf, wobei ich mir mitunter nicht sicher bin, ob ich wirklich immer durch das "unendlich" Glas gucke oder durch die Lesebrille. Das geht offenbar beides (wohl jeder Logik zum Trotz) völlig problemlos, und ich sitze täglich mehrere Stunden am Mikroskop. Wenn ich dabei dauernd die Brille auf- und absetzen wollte, hätte ich eine Menge zu tun. Letztlich musst Du das einfach mal ausprobieren.
Was man auch mit überlegen sollte: Für Leute, die die Brille benötigen, um ihren Augen ein paar Dioptrien mehr oder weniger zukommen zu lassen, mag das Bild am Mikroskop durch den Dioprienausgleich und Fokussieren befriedignd einzustellen sein, bei Leute mit einem Zylinder in der Brille hilft das nichts, und ich empfinde das mikroskopische Bild ohne Brille, obwohl meine Sehhilfe nur schwach ausgelegt ist, als unbefridigend.
Viele Grüße,
Florian
Hallo in die Runde,
als ebenfalls optisch Benachteiligter hatte ich "die Faxen dicke". (Brille rauf.... Brille runter.. usw.)
So habe ich mir denn einen größeren Bildschirm für den Rechenknecht, eine Analog- und eine Digitalkamera angeschafft (samt Software).
Die tägliche Arbeit wird so am Bildschirm erledigt; die richtig scharfen Aufnahmen gibts natürlich nur direkt (ohne Brille!)
Gruß
Wolfgang
Vielen Dank für eure freundlichen Antworten.Ich werde es mal ohne Brille und mal mit Brille eruieren und dann die Adäquate beste Lösung für mich verwenden.
Viele Grüße Reimar
Hallo Reimar -
bitte auch zu beachten: Wenn man als Brillenträger ohne Brille mikroskopiert und entsprechend fokussiert bzw. die einstellbaren Okulare nach dem Augenfehler justiert stimmt z.B. die Parfokalität bei einem Foto-Tritubus nicht mehr, auch muss man beim Objektivwechsel die Schärfe ziemlich nachjustieren und auch bei einem Stereomikroskop mit Vario-Optik muss man die Schärfe nachstellen, wenn man die Vergrößerung ändert.
Als Betroffener mit Gleitsichtbrille muss ich allerdings feststellen, dass ich beim Mikroskopieren nicht durch die korrekte Stelle des Brillenglases blicke (die wäre oben, also dort, wo das Auge entspannt ins Unendliche blickt), sondern eher durch den Mittelbereich, sodass die oben erwähnten Fehler eingeschränkt doch wieder auftreten.
Ein weiterer Punkt ist auch, dass trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Gummiränder die Brillengläser von den Okularen beschädigt und in ihrer Nutzungsdauer verkürzt werden, vor allem wenn es sich um teure "gehärtete" (haha) Plastik handelt. Deshalb habe ich mir extra eine billigere Zweitbrille aus Glas machen lassen - die ich allerdings meist vergesse aufzusetzen.
Viele Grüße
Rolf
Lieber Rolf,
die Brille, die ich vorwiegend trage, hat ebenfalls gehärtete Kunststoffgläser, und sie hält jetzt schon eine ganze Weile ohne jeden Kratzer (toi toi toi!), obwohl ich sie bei Mikroskopieren konsequent aufbehalte. Das Axoiskop 40, das ich dienstlich nutze, hat natürlich Gummiringe auf den Okularen, ebenso etliche meiner Mikroskope zu Hause, beileibe aber nicht alle. Trotzdem habe ich bislang einwandfreie Brillengläser. Die Brille, die ich davor besaß, sollte angeblich ebenfalls gehärtete Kunststoffgläser haben, aber diese waren irgendwann trotzdem verkratzt, genauso wie Du es berichtest. Offenbar hat sich die Qualität noch einmal merklich verbessert.
Herzliche Grüße,
Florian
... Ich habe zwei Brillen im Gebrauch (Kurz- und dazu alterssichtig). Eine Gleitsichtbrille zum freien Rumlaufen und eine Bifokalbrille mit abgesetzten Gläsern zum Arbeiten an kleinen Teilen und für den PC (da muß ich den Kopf nicht immer hochstrecken, um in den Nahbereich zu kommen).
Am Mikroskop nehme ich meist die Nahbrille. Die Trennlinie zwischen den Gläsern kann man durch Unschärfe genau erkennen und muß dann nur den Kopf etwas anders heben. Bei einer Gleitsichtbrille ist das irritierend, wie von einigen schon erwähnt.
Für andere optische Geräte wie Ablese-Mikroskope oder Nivelliergeräte oder Polarimeter usw. gibt es aber keine Brillenträger-Okulare, hier muß man ohne Brille agieren. Zur Beseitigung des Augen-Astigmatismus hatte ich mir einen Zylinderlinsen-Rohling (Plastik) vom Augenoptiker besorgt und eine kleine Linse in Okularlinsen-Größe rausgesägt und gefeilt. Da ich aber nur 1,5 Dioptrien Zylinder habe, ist der Unterschied visuell nicht gravierend und der Mühe nicht wert.
Ob es inzwischen Kontaktlinsen mit reinem Zylinder gibt, weiß ich nicht - damals gab es sie nicht.
Viele Grüße - Werner