Liebe Stemi- und Makrofreunde,
die letzten Monate wurde sehr viel über die Makrofotografie berichtet. Nun zeige auch ich eine Variante welche aus einem Stemi hervor ging.
Grundsystem ist das BMS144, eine Kopie / Nachbau oder ? mit durchaus guten Eigenschaften und weit günstiger als die Olympus SZ4045 - SZ4060. Zudem auch mit Durchlich und einem Trino versehen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_26199073.jpg)
Nach Umrüstung der Auf- und Durchlichtbeleuchtung auf LED ist es nun für visuelle Zwecke sehr gut. Der Trino ist für meine Anwendung gewöhnungsbedürftig und eher für reine Dokumentation zu gebrauchen. Hier merkt man die Grenzen der Optik.
Also wurde ein kleiner Makroeinsatz konstuiert, der einfach ausgetauscht werden kann. Die reine Mechanik ist sehr stabil und läuft sehr sauber.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_420181.jpg)
Da fast immer eine Bildserie für Stackprogramme aufgenommen wird und ich eine Motorisierung für übertrieben halte, wurde noch ein kleiner Ausleger mit Meßuhr angebracht. Dank der präzisen und stabilen Mechanik ist es eine Freude damit eine Bildserie durchzufahren.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_17227454.jpg)
Die Optik :
Ideal, wenn man nicht unbedingt Luminare o.ä. einsetzen will, sind Vergrößerungsobjektive in Retrostellung. Von Rodenstock werden immer wieder zu erschwinglichen Preisen die sehr guten Rodagone oder Apo Rodagone angeboten. Für meine Zwecke und Maßstäbe kommen ein Apo Rodagon 50mm/2,8 , Rodagon 80mm/4 , Rodagon 105mm/5,6 und Rodagon 135mm/5,6 zum Einsatz. Mit unterschiedlichen Zwischenstücken lassen sich so ein großes Spektrum an Vergrößerungen abdecken.
Beispiel für die 80mm Optik Rodagon:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_35237013.jpg)
Ein verzeichnungsfreies Bild ! Mit der EOS 450D (Chip Breite 22,2mm) erreicht man eine Vergrößerung von ca. 1,6-fach.
In Bildbreite sind das 4272 Pixel. Bei 13,5mm Bildbreite wird so ein Pixel ~ 3,2µm ausfüllen.
Für die Auflösung sollten ca. 2,8 x 3,2µm = 8,8µm noch erkennbar sein (Diagonale eingerechnet).
Der Test :
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_35431419.jpg)
Ausschnitt :
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100468_43402040.jpg)
Das Ziel ist erreicht ! Bei voll geöffneter Blende 4 zeigt das Rodagon 80mm keine Schwächen. Das 50mm Apo Rodagon ist noch einmal im Kontrast besser und läßt auch in kritischen Situationen keine Wünsch offen.
Fazit
mit Makrotechnik fast im Mikrobereich angekommen.
Ein schönes Wochenende und Grüße
Peter
Lieber Peter,
die Idee mit der Messuhr ist genial einfach oder einfach genial....
Dank für die Anregung!
Jürgen
Hallo Peter,
tolle Idee mit diesem Stativ und natürlich auch die mit der Messuhr!
Gedanklich reift bei mir jetzt eine Eigenlösung...
Besten Dank und
freundliche Grüße
Peter Reil
Hallo Peter,
ist zwar schön und bestimmt auch zweckmäßig, aber nicht ganz neu, denn für die alten Zeiss-Stemis II, III und IV gab es das auch schon.
Viele Grüße
Bernd
Lieber Peter,
aber so wenig Technik, Knöpfe, Gelenke, Räder, Wellen, Schnecken...da macht Lothars Lösung schon deutlich mehr her :D
Nur Mädchen wählen "sanfte" Wege
Ein echter Mann, der greift zur Säge!
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Bernd,
ich habe nicht geschrieben, dass das nun meine Erfindung mit der Meßuhr oder dem Aufbau ist ;D
Hat sich so ergeben und ist mir wurscht wer darauf ein Patent hat :D
@ Peter (V)
ach was habe ich schon Schrittmotorantriebe gebaut und Steuerungen dazu entworfen und programmiert. Und wenn es für mich Sinn macht ist es auch gut. Bei täglich 100 - 500 Bilder je 100 Einzelaufnahmen mit reproduzierbaren Daten käme mir sicher eine Lösung mit Steuerung in 5 Achsen, Einstellgenauigkeit 100nm/Schritt und unbegrenztem Verfahreweg sehr recht. Aber bei meiner Faulheit >:( >:( >:( Handbetrieb, gute Optik und eine fixe Nachbearbeitung.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
ZitatHat sich so ergeben und ist mir wurscht wer darauf ein Patent hat
soll das durch die runde blaue Scheibe auf dem ersten Foto zum Ausdruck gebracht werden? ;D
Viele Grüße
Bernd
Nachtrag: Ich wollte damit eigentlich nur gesagt haben, daß bei den Zeiss-Stemis diese Messuhrenhalter teilweise integriert waren. Ob es bei Leitz oder Will auch der Fall gewesen sein könnte, kann ich nicht sagen, daß ich das Zubehörprogramm nicht kenne. Aber im Prinzip kann man jedes Stemi mit so einem Messuhrenhalter nachrüsten. Ich würde dann aber nicht sagen, daß es sich dabei um eine große Erfindung handelt, die unbedingt patentiert werden sollte. Dann wäre ich ja nur noch beim Patentamt und könnte dort ein Feldbett aufschlagen.. ;D
Liebe Makroskopiker,
noch als Abschluß ein Beweisbild, dass mit den angesprochenen Vergrößerungsobjektiven auch reale Aufnahmen unter besonderen Bedingungen möglich sind.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100651_49995417.jpg)
Teil einer Beobachtungsuhr mit Unruhe und Hemmung von Ulysse Nardin. Natürlich ein Stack aus vielen Einzelbilder denn die Tiefe betrug vom Boden bis zum oberen Zahnrad 8,5mm ! Hier gibt es keine Anzeichen von CVD , chromatischen Unzulänglichkeiten, Vigenttierung oder Verzeichnung. Wenig Glas im Strahlengang lohnt ;D
Beleuchtung über 3 LEDs und Plasikbecher als Lichtzelt.
Schönes Wochenende
Peter
Hat sogar Breguet-Spirale. 8) Aber ist der Ring vom Rückerzeiger tatsächlich gerissen oder ist das nur ein Lichtreflex?
Die Unruhwelle ist jedenfalls nicht stoßgesichert.Dafür verschraubte Decksteinplatten am Anker und am Ankerrad.
Der Unruhreif sogar in Bi-Metall zur Kompensation, er ist nicht gerissen, das ist normal, daß er nicht geschlossen ist.
Viele Grüße
Bernd
Bernd hast gute Augen und einen super Bildschirm ! Ja leider ist da ein Riss >:( Das gute Stück muß sowieso zum Uhrmacher zur Reinigung und ...... mal sehen was er sagt.
Gruß
Peter
Lieber Peter,
man mag bei dem ansonsten tollen Bild ja nicht grne mäkeln...aber mit der Spirale hatte der Stacker offenbar ein Problem - oder? :-\
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: peter-h in August 12, 2012, 00:03:30 VORMITTAG
Bernd hast gute Augen und einen super Bildschirm ! Ja leider ist da ein Riss >:( Das gute Stück muß sowieso zum Uhrmacher zur Reinigung und ...... mal sehen was er sagt.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
man sieht nun leider den Rest des Werkes nicht, aber eine Reinigung dürfte sich dennoch lohnen. Scheint keine Billig-Zwiebel gewesen zu sein.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd, hallo Peter-H
Zitat von: peter-h in August 11, 2012, 23:44:15 NACHMITTAGS
Teil einer Beobachtungsuhr mit Unruhe und Hemmung von Ulysse Nardin.
@ Bernd: Nun ja, Ulysse Nardin gehört ja nicht gerade zu den Billigheimern. Die bauen auch heute noch richtig gute, schicke Uhren. Und eine Beobachter-Uhr ist eh etwas ganz besonderes. So was wurde meist auf modifizierten Taschenuhrwerken aufgebaut - daher die fehlende Stoßsicherung - und im militärischen Bereich für Artellerie-Beobachter verwendet.
@Peter-H : Das Bild ist prima. Mit ein paar winzigen Nachbearbeitungen könnte das einen Firmenkatalog zieren.
m.f.G.
Herbert
Liebe Makrofreunde,
bei solchen Aufnahmen spielt die Beleuchtung eine sehr große Rolle. Die Spirale z.B. kann mit einer anderen Einstellung der Lichtquellen besser herausgearbeitet werden. Auch am Zahnrad läßt sich was verbessern. Dass das gute Stück nicht von Billigheimer ist und auch kein Chinaböller zeigt doch sicher das nächste Bild. ;D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100688_36546205.jpg)
Damit einen schönen Sonntag
Peter
Eine gewisse Ähnlichkeit mit der Messuhr auf dem Stemi ist erkennbar, welche innen auch Zahnräder und eine Feder haben dürfte. ;D
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
und wie Du wieder recht hast ;D ;D ;D
Praktisch kein Unterschied zwischen Meß- und Beobachtungsuhr ! Immer nur Rädchen.
Noch ein schräger Blick ;)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100695_21999431.jpg)
Lob den Stackprogrammen !
Peter
Hallo Peter,
eine indirekte Zentralsekunde hat das Werk als auch noch, erst erkennbar durch diesen Stack.
Das aufgepresste Zahnrad treibt das Ritzel an, auf dessen Welle am anderen Ende der Sekundenzeiger sitzt. Das Spiel zwischen den Zahnflanken wird durch die Blechfeder, die man auch sieht, weggemogelt. Ansonnsten würde der Sekundenzeiger sich ruckweise bewegen wie bei einer Quarzuhr. ;D
In den meisten Fällen wird die Zentralsekunde halt immer direkt angetrieben ohne Huckepack-Zahnräder. Chronografenwerke sind aber noch um einiges komplizierter aufgebaut. Das wäre auch was für dich zum Stacken.
Das Werk macht aber noch einen ziemlich sauberen Eindruck, es kann nur das Öl in den Rubinlagern sein, das verharzt ist.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Peter,
das ist aber ordentlich geputzt, oder? Dieser Glanz auf den Rubinlagern?
Ich würde mich nicht wundern, ein solches Foto im Inventar einer
Bildagentur zu finden, sehr beeindruckend!
Viele Grüße
Timm
Hallo Timm,
weniger geputzt als angenommen ;D nur ein paar kleine Flecken und Schatten übertüncht. Sonst so durch Helicon genudelt und fertig. Kontrast und Helligkeit natürlich angepaßt. Gaaaaaaaaaaaaaaaaanz wichtig ist die Beleuchtung. Das dauert länger als die ganze Belichtungsreihe.
Gruß
Peter
Lieber Peter,
ich bin kein Uhrenliebhaber und weiß insofern nicht, welche Fotoqualität man in Uhrenkatalogen etc. üblicherweise vorfindet.
Für mich ist das Bild "der Hammer" und meiner Bewunderung darüber wollte ich kurz Ausdruck verleihen. Wie man sieht, geht's auch ohne mechanischen Overkill.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter,
ein richtig schönes Bild würde ich gerne von einer A. Lange & Söhne Armbanduhr machen. Leider beginnen diese Stückchen erst ab 20 Kilo € >:( und das gibt gerade meine Portokasse nicht frei. Muß noch etwas sparen ! Aber schön, wenn auch diese Mechanik einer ehrwürdigen Uhr gefällt.
Gute Nacht
Peter