Liebe Pflanzenfreunde,
der Name der Gattung wurde nach einem spanischen Pflanzensammler Escalon benannt; ruba lat. = rot, wegen der Blütenfarbe. Der Rote Andenstrauch erreicht eine Wuchshöhe bis zu zehn Meter. Neben dem Roten Andenstrauch umfasst die Gattung Escallonia noch 39 weitere Arten. Sein Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich in Chile. Einige Escallonia-Arten machen einen wesentlichen Bestandteil der natürlichen Vegetation der Anden aus. Durch Überweidung und übermäßige Nutzung für Brennholz sind sie in ihren Beständen bedroht.
Der Andenstrauch ist eine immergrüne Pflanze, deren junge Triebe und Blütenstiele mit auffälligen Drüsen besetzt sind. Escallonia rubra ist immergrün, die Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie sind verkehrt eiförmig und haben einen gezähnten Rand.
Bild 01 Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_16929314.jpg)
Systematik:
Ordnung: Escalloniales
Familie: Escalloniaceae (Andenstrauchgewächse)
Gattung: Escallonia
Art: Roter Andenstrauch
Wissenschaftlicher Name: Escallonia rubra
Volkstümlicher Name: Rote Eskallonie
Englischer Name: red Andean shrub
Bild 02 Illustration
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_23013239.jpg)
Escallonia rubra (Ruiz. & Pav.) Pers. | BM t.2890/1829 | BHL
Spross, Querschnitt, 40 µm
Bild 03 Spross, Schnittstelle, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_4018735.jpg)
Auffällig sind die aromatisch duftenden dickstieligen Harzdrüsen die die Sprossachsen bekleiden.
Bild 04 Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_30550408.jpg)
Dieses Foto zeigt die unterschiedliche Färbung eines jungen herunterhängenden Sprosses.
Oberseite : rote Färbung; Unterseite: grüne Färbung
Bild 05 Schnitte mit dem Reichert Schlittenmikrotom.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_44607214.jpg)
Arbeitsanleitung:
Original Färberezept siehe Seite von Herrn Armin Eisner http://www.aeisner.de/
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf :
1. Schnitte liegen in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 8 Min.
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca. 12 Sekunden !!!.
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 2 Minute.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben.
9. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % ).
10. Als letzte Stufe vor dem Eindecken Xylol einsetzen.
11. Einschluss in Entellan.
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Fotos: Nikon D5000, die Übersichtsaufnahme wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 06 ungefärbter Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_16956464.jpg)
Bild 07 ungefärbter Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_24126408.jpg)
Markparenchymzelle mit typischen Tüpfeln
Bild 08 ungefärbter Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_49658646.jpg)
Bild 09 ungefärbter Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_22738596.jpg)
Dickwandige Sklerenchymzellen und Calciumoxalat – Kristalle
Bild 10 s/w Aufnahme Polarisation, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_59867235.jpg)
Bild 11 s/w Aufnahme Polarisation, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_38637547.jpg)
Bild 12 Übersicht, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_40635582.jpg)
Die Übersichtsaufnahme wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 13 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_55446149.jpg)
CU = Cuticula, EP = Epidermis, R = Rindenparenchym, SK = Sklerenchyminseln (kein geschlossener Sklerenchymring), P = Parenchym, PH = Phloem, K = Kambium, T = Trachee, X = Xylem
Bild 14 Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_58699600.jpg)
CU = Cuticula, EP = Epidermis, R = Rindenparenchym, K = Kristalldruse,
SK = Sklerenchym
Bild 15 Vergrößerung aus der Übersicht, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_57873368.jpg)
Bild 16 AF – Fluoreszenzaufnahme, Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_23997888.jpg)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 519 IF.
Bild 17 AF – Fluoreszenzaufnahme, Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_44389327.jpg)
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 519 IF.
Spross, Längsschnitt, 40 µm
Bild 18 Spross, Übersicht, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_8023095.jpg)
Die Übersichtsaufnahme wurde mit ,,MagniFlash" erstellt (Nahkonverter mit 40 dpt.)
Bild 19 Spross, Vergrößerung aus der Übersicht mit Beschriftung, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_60511440.jpg)
CU = Cuticula, R = Rindenparenchym, SK = Sklerenchym, PH = Phloem, XY = Xylem, MA = Markparenchym
Bild 20 AF – Fluoreszenzaufnahme, Spross, Escallonia rubra
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/101052_65049948.jpg)
Schraubengefäße mit Windungen verschiedener Weite.
Fluoreszenzaufnahmen mit Anregungswellenlänge RoyalBlue mit 455 nm, 3 Watt LED, Sperrfilter LP 519 IF.
Literatur und Quellen:
Peter A. Schmidt / Ulrich Hecker ,,Taschenlexikon der Gehölze" ISBN: 978-3-494-01448-7
Lieber Detlef, herzlichen Dank für Deine Unterstützung bei der Beschriftung von Bild Nr. 07.
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen
Lieber Hans-Jürgen
Da hast du wieder eine sehr schöne Arbeit gemacht
Die Bilder haben mich gefreut
Danke dafür
Herzlichen Gruss
Jan
Lieber Hans-Jürgen,
wie immer vielen Dank für Deine schöne Dokumentation! Die Längsschnitte finde ich wieder beeindruckend.
Eine Frage habe ich jedoch: die Blüten in der Illustration wirken deutlich "röhrenförmiger" als die auf Deinem Bild. Täuscht da der Aufnahmewinkel oder gibt es vom Andenstrauch mittleweile auch viele "marktgängige" Hybride mit z.B. vergrößerter Blüte?
Herzliche Grüße
Jörg
Lieber Hans-Jürgen,
wie immer ist es eine hervorragende Arbeit von dir.
Sie ist für mich sehr lehrreich.
Herzlichen Dank dafür.
Liebe Grüße
Jochen
Lieber Hans-Jürgen,
es tut gut wieder einmal für ein Mikroskopie-Forum angemessenen Beitrag zu lesen. Dazu gehört natürlich auch der letzte Beitrag von Jörg (Fahrenheit).
Ok, klagen hilft nichts, man muss selbst dafür Gutes tun. Und da ich ja von Dir das wunderschöne Jung-Mikrotom übernehmen konnte, sollte es keine Frage der Zeit sein, wieder einmal einen eigenen Beitrag einzustellen.
Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter
Hallo Hans-Jürgen
Ich nütze die Unterrichtspause - wir waren heute schon im Morgenlicht fotografieren - um Deinen Beitrag zu bewundern und genau zu studieren :-)
Ist wieder spitze geworden, liebe Grüße
Gerhard
Liebe Pflanzenfreunde,
danke für Euer Lob, so macht die Arbeit Spass.
@ Jörg,
Das Foto Nr. 01 ist vor ca. 14 Tagen gemacht worden. Es waren die einzigen Blüten an dem Strauch, die ich finden konnte. Erst jetzt entstehen so langsam viele kleine roten Blüten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es Kreuzungen aus verschiedenen Arten oder Unterarten gibt, die evtl. eine größere Blüte haben.
@ Rolf-Dieter,
toll, dass Dir das Mikrotom gefällt. Ich freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag hier im Forum.
Viele Grüße aus Bremen
Hans-Jürgen
Hallo Gerhard,
auch Dir möchte ich Danke sagen.
Ich wünsche Euch interessante Fotos und einen erfolgreichen Lehrgang.
Gruß nach Österreich
Hans-Jürgen