Hallo
Gefunden im "Dr.G Schuchardt Lehrmittelkatalog 2011/2012":
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/102800_45933125.jpg)
und weiter
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/102800_4209949.jpg)
Man lernt nie aus ;D
Und ich verwende fallweise noch so ein altes Mikro aus den 70igern des vorigen Jahrhunderts -
und die neuen Innovationen verschlafe ich glatt!
mit freundlichen Mikrogrüßen
leo
Mensch Leo!
Das ist ja mal was - vor allem natürlich ein Armutszeugnis für Schuchardt...
Ich habe irgendwo noch eine alten Katalog von Bresser, wo augenscheinlich der Pförtner schnell noch ein Mikroskopie-Glossar für die letzte Seite gedichtet hatte - Wahnsinn! Was ich da alles z.B. über Kompensationsokulare (haben einen Drehring zum Scharfstellen!) lernen konnte!
Warum haben die niemanden, der solchen Blödsinn bemerkt, bevor er gedruckt wird ???
Herzliche Grüße,
Florian
Zitat von: Florian Stellmacher in September 06, 2012, 14:58:20 NACHMITTAGS
Das ist ja mal was - vor allem natürlich ein Armutszeugnis für Schuchardt...
Ich habe irgendwo noch eine alten Katalog von Bresser, wo augenscheinlich der Pförtner schnell noch ein Mikroskopie-Glossar für die letzte Seite gedichtet hatte - Wahnsinn! Was ich da alles z.B. über Kompensationsokulare (haben einen Drehring zum Scharfstellen!) lernen konnte!
Warum haben die niemanden, der solchen Blödsinn bemerkt, bevor er gedruckt wird ???
Dort arbeiten Einkäufer, Verkäufer, Buchhalter. Die können einkaufen, verkaufen und die Buchführung machen. Punkt. Und wenn sie das ordentlich beherrschen, dann brummt der Laden. Wer sich ein wissenschaftliches Instrument kauft, muß das notwendige Wissen selbst mitbringen. So war es schon immer, und so wird es bleiben. Punkt.
Mikrogrüße!
KH
...bitte: das ist doch nicht wahr, oder?
Aber vieleicht ist das ja wirklich eine Hi-Tech-Entwicklung, die genauso an uns vorbei gegaangen ist wie die "drehbaren Okulare" ::) ;D ::).
Herzlich lachende Grüße
Thomas
ZitatWarum haben die niemanden, der solchen Blödsinn bemerkt, bevor er gedruckt wird
Hallo Florian,
warum sollten sie? In einer Phase der Beliebigkeit bei der Interpretation der Realität wird Wahrheit zunehmend lästig, manchmal sogar wieder gefährlich.
Lieber Herr Henkel,
lieber Eckhard,
so ist es wohl, und trotzdem ist es erstaunlich, dass man mit den Dingen handeln kann, ohne dass man sich Gendanken um solche Peinlichkeiten macht. Und peinlich ist es allemal!
Ob man hoffen darf, dass der typische Kunde einer Lehrmittelhandlung tatsächlich genug Sachverstand mitbringt, um solchen Blödsinn zu entlarven? Ansonsten würde sich der Quatsch ja auch noch von Generation zu Generation fortsetzen - oder tut er das bereits? Wahrschenlich...
Es ist übrigens ganz erstaunlich, dass sich einmal verinnerlichter Unfug chronisch hält, und die Leute kaum mehr davon abzubringen sind. Ich hatte in der Uni im Kursus der mikroskopischen Pathologie meine liebe Not damit, den Studenten auszureden, dass es sich um Phasenkontrast handelt, wenn man die Aperturblende bis zum Anschlag zuzieht. Eine Kollege aus der Biologie hatte es ihnen so im Biologiekurs in der Vorklinik erklärt. Außerdem waren etliche Studenten steif und fest davon überzeugt, dass das mikroskopische Bild bei zugeknallter Aperturblende detailreicher wäre als bei geöffneter bzw. korrekt eingestellter. Man redet wie gegen die Wand. Da schafft man es eher - wie man hier sagt - eine Qualle an die Wand zu nageln. Wie wird es da erst sein, wenn ein Lehrer glaubt, man käme mit einem 100x 1,25 im sichtbaren Licht ohne Öl aus? Oh je!
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo,
ich habe den Blödsinn mit der Super-LED schon vor einem halben Jahr im Schulausstatterkatalog gefunden und dort angerufen. Die haben mich durchgestellt zu ihrem "Physikexperten", der dann kleinlaut zugegeben hat, dass das von der Mikroskopfirma käme und wohl "Werbung" wäre, als wenn man bei der Werbung davon ausgehen muss, dass man belogen wird.
Güße
Gerd
ZitatDort arbeiten Einkäufer, Verkäufer, Buchhalter
das sind aber nicht die schlimmsten,
denn vor allem arbeiten dort, oder sollte man schreiben, treiben dort ihr Unwesen, Marketingexperten, und die wissen, wie man alles den Leuten auf der Straße, die eh nichts verstehen, vertickert.
Und da ist so eine Äußerung einfach griffig.
und da die Marketingexperten auch quer durch alle Branchen wandern, denn Marketing geht immer gleich, kommt heute der Sch... in der Mikroskopie und morgen im Stahlhandel und vorher war er schon in der Pharmazie.
Sicherlich nicht ganz zum Thema, mußte es aber trotzdem mal loswerden
Grüße
Ulrich
Hallo,
Und das Schlimmste an dieser ganzen Sache ist, dass die Lehrmittelverlage in keiner Weise mehr auf Qualität achten und diesen ganze SCHROTT überhaupt in ihr Programm aufnehmen!! Und leider, leider, leider sind zahlreiche Lehrer auf die Bezugquelle "Lehrmittelverlag" fixiert. Ich kenne mich im Schulwesen nicht so aus, aber eine Bestellung dort scheint für Lehrer der offenbar einfachste Weg zu sein.
Und so findet der ganze Schund seit Jahrzehnten den Weg in die Klassenzimmer. Gruselig.....
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Florian,
es paßt sehr gut zu dem Bild von der Erlanger UNI Fakultät Biologie. Dort wurde vor einigen Jahren gelehrt, dass die Blende unter dem Kondensor zur Helligkeitseinstellung dient !! Wir werden sicher noch viel erleben dürfen.
Viele Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in September 06, 2012, 22:37:29 NACHMITTAGS
Hallo,
Und so findet der ganze Schund seit Jahrzehnten den Weg in die Klassenzimmer. Gruselig.....
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Peter
.. der ganze Schund seit Jahrzehnten den Weg in die Klassenzimmer..
Teilweise muss ich Dir Recht geben, teilweise widersprechen.
In meiner aktiven Dienstzeit als Lehrer an einem Gymnasium war ich fast 30 Jahre Sammlungsleiter für Biologie. Zu Beginn der Achtziger betrug mein Jahresetat etwa DM 2000.- , das war damals etwa der Nettomonatslohn eines Studienassessors. Heute liegt der etwa bei € 2500.-. Der mir für 2011 zur Verfügung stehende Biologieetat für ein Gymnasium mit etwa 900 Schülern hatte sage und schreibe die Wahnsinnshöhe von € 570.- . Da können nur Billigmikroskope gekauft werden, wenn mal die Bakelitbeleuchtung der alten HERTEL&REUSS-Mikroskope ihren Dienst aufgibt oder die Schüler Teile des Mikroskopes auch zuHause gebrauchen können.
Ich hatte damals das Glück bei der Neuaustattung der Med.Fakultät einen Zuständigen zu kennen und die 40 alten Zeiss-Kursmikroskope, die ansonsten verschrottet geworden wären, zu erhalten.
Aber die anderen Gymnasien ....
Motto: Die Fahnen wehen, aber das Schiff sinkt immer schneller.
lG
Wolfgang
Liebe Schrottverweigerer,
dann ist es ja gerade essentiell, dass bei der Anschaffung neuer Mikroskope der nötige Sachverstand eine Rolle spielt. Ob man in der Schule wirklich ein 100er Objektiv benötigt, weiß ich nicht, ein Kreuztisch und ein Binokulartubus sind sicherlich entbehrlich, dafür sollten die Mikroskope mechanisch belastbar und langfristig reparierbar (Ersatzteile?) sein. Ich bin mir allerdings nicht einmal sicher, ob man solche Miroskope heute überhaupt noch irgendwo kaufen kann...
Herzliche Grüße,
Florian
Zitat von: peter-h in September 06, 2012, 23:34:35 NACHMITTAGS
Lieber Florian,
es paßt sehr gut zu dem Bild von der Erlanger UNI Fakultät Biologie. Dort wurde vor einigen Jahren gelehrt, dass die Blende unter dem Kondensor zur Helligkeitseinstellung dient !! Wir werden sicher noch viel erleben dürfen.
Viele Grüße
Peter
Das ist noch gar nichts. Wahrscheinlich hatte man das aus einer Firmendruckschrift entnommen, wie dieser einer:
Carl Zeiss Jena, Mikro G 11-105-1, 1942):
"Die Regelung der Helligkeit [der Beleuchtung]
erfolgt durch Betätigen der Irisblende des Kondensors, oder durch Einlegen von Mattgläsern in den [Iris-]
Blendenträger [des Kondensors]."
Der Text in eckigen Klammern ist zum besseren Verständnis von mir hinzugefügt. Er ergibt sich aus dem Kontext der ca. 48-seitigen Broschüre.
Den näheren Titel der Druckschrift kann ich nicht mehr genau nennen, weil sie sich nicht mehr in meinem Besitz befindet. (In etwa: Anleitung zum Gebrauch des Lu-Mikroskops.)
Grüße von der Iris!
KH
Hallo
ZitatIch bin mir allerdings nicht einmal sicher, ob man solche Miroskope heute überhaupt noch irgendwo kaufen kann...
Doch, kann man: bei Ebay bzw. im serösen Gebaruchthandel!
Durch einen befreundeten Gymnasiallehrer weiß ich, wie es heute finanziell in Schulen zugeht :o
Die Budgets sind mittlerweile absolut lachhaft, so 300 bis 500 EUR pro Jahr sind wohl üblich, manchmal auch sogar weniger. - und das für Fächer wie Chemie, Biologie und Physik! Unfaßbar, wie davon überhaupt noch Chemikalienbestände aufrecht erhalten und Glasbruch kompensiert werden können. Wohl auch ein Grund, dass Versuche heutzutage primär an der Tafel oder auf der OHP-Folie "virtuell" stattfinden. Von Neuanschaffungen von Geräten ganz zu schweigen. Und wenn EIN Primostar bereits den kompletten Etat für 3 Jahre aufbrauchen würde....
Es ist wirklich mehr als traurig, wie wenig in Deutschland in Bldung investiert wird.
Hinzu kommen die strengen Regeln des öffentlichen Dienstes: Der Lehrer kann für 400 EUR ein klapperiges Chinamikroskop bei Schuchardt, Windaus und Co. kaufen - nicht aber mit entsprechendem Engagement zum Beispiel zwei oder drei hochwertige Marken-Gebaruchtmikroskope bei Ebay.
Die einzige Hoffnung auf eine moderne Ausstattung ist offenbar ein finanziell potenter Förderverein. Aber den haben wohl nur die wenisgsten Schulen....
Wie würde der früher sehr bekannte Gymnasialdirektor Theo Lingen näseln: Traurig, trauruig, traurig.....
Herzliche Grüße
Peter
Hallo an alle,
in Stuttgart konnte ich ( kann jeder) im Optik-Labor-Fachhandel durch ein Mikroskop das unter dem Namen Optika verkauft wird eine Probe ansehen.
Damals hatte ich keine Vergleichsmöglichkeit. Aus der Erinnerung muss ich aber zugeben, dass das dortige Objektiv 100x ohne Öl eine mindest gleichwertige Auflösung hatte als mein zugegeben preiswertes Müller 100xPlan Objektiv mit Öl.
Begründet wurde es mit der speziellen Beleuchtung.
Auf diesem PDF ab Seite 20 kann man es nachlesen.
http://www.optikamicroscopes.com/RESOURCE/PDF/PDF%20LR/EDUCATIONAL/DE/EDUCATION%202010_DE.pdf
Man müsste halt einen direkten Vergleich
In der Broschüre steht richtigerweise 100x(Öl).
Da der Brechnungsindex von Luft = 1 ist, kann sich das Objektiv anstellen, wie es will: eine Numerische Apertur > 1 ist nicht zu schaffen - LED hin oder her. Aber dafür kann man leichter im Dunkelfeld Runen oder Blutkörperchen befragen.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Ich weiß gar nicht, was ihr habt. Hab schon als Schüler etwas Ähnliches gemacht. Man verlängert einfach den Tubus. Und beleuchtet etwas stärker. Schon bekommt man eine stärkere Vergrößerung. Bildqualität lassen wir mal außen vor, das kriegen wir später.....
Im Ernst: Natürlich kann die Linse 100 fach vergrößern. Auch ohne Öl. Wie es mit der Auflösung aussieht, und ob die förderliche Vergrößerung eingehalten ist, steht halt auf einem anderen Blatt.
Schöne Grüße
Jürgen
Zitat von: Joachim7 in September 07, 2012, 15:50:41 NACHMITTAGSAuf diesem PDF ab Seite 20 kann man es nachlesen.
http://www.optikamicroscopes.com/RESOURCE/PDF/PDF%20LR/EDUCATIONAL/DE/EDUCATION%202010_DE.pdf
Hallo Joachim,
in der miserabel übersetzten und ohne jeden fachmännischen Anspruch geschriebenen Broschüre habe ich kein Wort zur Eignung von Immersionsobjektiven ohne Öl gefunden.
Ich bin solchen Entwicklungen gegenüber sehr aufgeschlossen, aber im Falle des Weglassens von Immersionsöl kann ich mir wirklich nicht ausmalen, wie sich durch Veränderung der Lichtquelle (LED statt konventionellem Leuchtmittel) die Grundregeln der Abbildung ändern sollten. Auch wenn eventuell ein passables Bild entsteht fehlt diesem die Auflösung, die bei Ausnutzung der vollen Apertur möglich wäre. Oder habe ich da eine wichtige Entwicklung verschlafen?
Wochendreife Grüße
Thomas
Lieber Thomas,
in der Broschüre ist sogar ein Bildchen drin. Aufgenommen mit der 100er ohne Öl, so steht es jedenfalls da.
Nur von der Apertur des Objektives, davon steht da nichts. Irgendwas unter 1 wird sie jedenfalls sein.
Schöne Grüße
Jürgen
Hallo Thomas,
fachlich beurteilen kann ich das natürlich nicht. Aber es handelt sich ja in Stuttgart um einen Betrieb mit ausgebildeten Optikern. Leider gibt auch die Seite der Hersteller? und/oder Vertriebsfirma? in Italien nicht mehr Informationen her. Oder ich finde die Info nicht.
http://www.optikamicroscopes.com/ABOUT_OPTIKA_DE.asp
http://www.edumad.it/en/index.php?option=com_virtuemart&page=shop.browse&category_id=63&Itemid=4&lang=en
Sind die genannten IOS Objektive ( Seite 23 " verfügbar mit IOS TM objektives " ) für Phasenkontrast?
Zumindest bei dem Artikel B190 Serie werden beim Zubehör auf Seite 22 zwei Objektive angeboten. Einmal 100x ÖL und 100x IOS.
Hallo,
also, das Lesen der Broschüre ist ja wirklich gruselig! Krude Überesetzung ("Unendlich korrekte Objektive" ;D), seltsame Aussagen, die wörtlich genommen, die Physik auf den Kopf stellen ("ermöglicht eine Verdoppelung der Intensität des vom LED erzeugten Lichtes."). Und wenn ich so einen stolz präsentierten Humbug lese: "Daraus resultiert ein Licht, der dieselbe Leistung wie eine 30-35W Halogenlampe erzeugt, aber mit einer Farbtemperatur von 6300 °K." Ja und? 30 - 35 Watt sind ja nicht gerade der "Burner", und ich bin überzeugt, dass JEDE Eigenbaulösung von Hiller, Bernd und Bastian oder sonstwem hier im Forum locker die Lichtleistung einer 30 W Halogenlampe übertrifft! Dazu bedarf es nicht der großartigen Entwicklungen von Optika!
Nein, nein - auch, wenn Italien vielleicht noch etwas "soldier" klingt als China, ist es genau der gleiche Stil.
Und - wie meine Vorschreiber schon erwähnten - ist die 100er-Vergrößeurng ohne Öl schlicht Humbug, wenn sich nicht heimlich die Physik geändert haben sollte.
Auch mit meinen 100er-Objektiven verschiedener Hersteller kann ich ein Bild erzeugen! Das Bild in der Broschüre ist sicher weniger flau, als ich es vom 100er ohne Öl kenne, aber auch da vermute ich primär Photoshop. Aber selbst, wenn nicht: Welchen Sinn soll das 100er haben, wenn es keine hohe Apertur hat (die es nicht haben kann!)? Nominelle Vergrößerungen bis 100 bekomme ich auch mit hochvegrößernden Okularen oder durch Zoomen eines Mikrofotos ;) Es kommt auf die Auflösung an. Und DAS Objekt (Froschblut) als Beweis zu nehmen, dass man ein 100er ohne Öl betreiben könne, ich doch wohl hanebüchen! Was man dort sieht, wird auch durch ein 4er-Objektiv aufgelöst!
Durch DIESE Broschüre disqualifiziert sich Optika selbst! Aber offenbar gehen solche Werbekonzepte ja auf, denn es gibt genügen Kunden, die sich nicht auskennen und solchen Unsinn glauben.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat...ist die 100er-Vergrößerung ohne Öl schlicht Humbug, wenn sich nicht heimlich die Physik geändert haben sollte.
Lieber Peter,
Leica produzierte (noch?) 2 Trocken-Planapos für 150fache Vergrößerung und eins sogar für 250fache Vergrößerung. Aperturen zwischen 0,90 und 0,95.
Gruß - EFH
Hallo Eckhard,
wo ist der Widerspruch? Die Grenze für Trockenobjektive liegt bei 0,95, völlig unabhängig von der Vergrößerung. Was in der Diskussion gerne übersehen wird: Immersionsobjektive sind für Immersionsöl gerechnet und liefern ohne Öl ein Bild, das schlechter ist, als es sein müsste, wenn sie als Trockenobjektive gerechnet wären.
Herzliche Grüße
Detlef
Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in September 08, 2012, 08:57:10 VORMITTAG
Zitat...ist die 100er-Vergrößerung ohne Öl schlicht Humbug, wenn sich nicht heimlich die Physik geändert haben sollte.
Lieber Peter,
Leica produzierte (noch?) 2 Trocken-Planapos für 150fache Vergrößerung und eins sogar für 250fache Vergrößerung. Aperturen zwischen 0,90 und 0,95.
Gruß - EFH
Lieber Eckhard,
sicher, z.B. bei Auflichtuntersuchungen benötigt man Objektive, die über 100-fach vergrößern. Aber die Auflösung steigt nicht, das Bild wird eben nur größer, denn Auflösung und Vergrößerung hängen nur bedingt miteinander zusammen,
weshlab es doch den Begriff der
förderlichen Vergrößerung gibt.
Herzliche Grüße
Peter
ZitatDie Grenze für Trockenobjektive liegt bei 0,95, völlig unabhängig von der Vergrößerung.
Lieber Detlef,
sorry, ich habe Trockenobjektiven mit Vergrößerungen jenseits 100 nicht den Sinn abgesprochen, sondern lediglich erwähnt, daß Leica solche gebaut hat. Zugegeben, deren Sinn will sich mir nicht überzeugend erschließen. Allein wegen des größeren Bildes? Das kann man auch billiger erreichen und zudem mit größerem Arbeitsabstand. Wer kann mit eigenen Worten Nachhilfe erteilen? ;D
Gruß - Eckhard F. H.
Lieber Eckhard,
ich denke, Peter hat schon die zutreffende Antwort gegeben. Das waren Exoten, die für irgendwelche Messzwecke gebaut wurden. Näheres weiß ich aber nicht. Jedenfalls konnten sie die Abbe-Formel nicht auf den Kopf stellen, was Du ja mit der Angabe NA=0,95 bestätigt hast.
Noch ein Wort zu der ursprünglichen Diskussion um das Optica: das dort gezeigte Foto beweist eigentlich das, was wir alle sagen, das ist so etwas von miserabel, das wäre mit einem 40x/0,65 besser geraten. Peter hat auch in dem Punkt völlig recht. Das ganze pdf beweist, dass dieser Händler keine Ahnung hat.
Herzliche Grüße
Detlef
ZitatDas waren Exoten, die für irgendwelche Messzwecke gebaut wurden
Naja, lieber Detlef,
sooo exotisch sind diese Dingens gar nicht.
Gruß - Eckhard F. H.
http://www.ebay.de/sch/i.html?_sacat=0&_nkw=planapo+150&LH_PrefLoc=2&_arm=1&_armm=63&_ruu=http%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fsch%2Fi.html%3F_sacat%3D0%26_nkw%3Dplanapo%2B150%26_arr%3D1&LH_AvailTo=77
Hallo ihr Skeptiker,
was ihr immer zu meckern habt ....
Hat sich schon jemand das Datenblatt der X-Ray LED angeschaut??
Durch deren hochenergetische Strahlung wird der Luftspalt zwischen Deckglas und Objektivlinse ionisiert und in Ozon umgewandelt; am unbelüfteten Arbeitsplatz wäre somit eine Dichte von 1,65 möglich und der Eisatz von weiteren Immersionsmedien nicht mehr notwendig!
Durch die spezielle LED-Dimmeinrichtung -mit dieser wird der Ionisationsgrad geregelt- können Trocken-, Wasser-, Glycerin- und Ölobjektive gleichermaßen bedient werden.
Mit ziemlicher Sicherheit besitzen die angeboten Objektive auch eine -O³-Vergütung.
Als positiver Nebeneffekt, ..... der Arbeitsplatz bleibt keimfrei und frisch.
Also ich finde das genial!
Frank
Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in September 08, 2012, 13:07:41 NACHMITTAGS
ZitatDas waren Exoten, die für irgendwelche Messzwecke gebaut wurden
Naja, lieber Detlef,
sooo exotisch sind diese Dingens gar nicht.
Gruß - Eckhard F. H.
http://www.ebay.de/sch/i.html?_sacat=0&_nkw=planapo+150&LH_PrefLoc=2&_arm=1&_armm=63&_ruu=http%3A%2F%2Fwww.ebay.de%2Fsch%2Fi.html%3F_sacat%3D0%26_nkw%3Dplanapo%2B150%26_arr%3D1&LH_AvailTo=77
Lieber Eckhard,
nicht selten - dennoch nur für
einen Zweck, nämlich werkstoffkundliche Auflichtuntersuchungen, die bestimmte
Vergrößerungen vorschreiben.
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Frank,
ZitatMit ziemlicher Sicherheit besitzen die angeboten Objektive auch eine -O³-Vergütung.....
und das alles ohne ;D ;) 8)
Schelm du, oller! ::)
Hallo,
Was ich übriegns wohl nie im Leben verstehen werde: Wie kommt es immer zu diesen grauenhaften Übersetzungen? Ich habe keine Ahnung, wie das bei solchen Unternehmen läuft, ob professionelle technische Übersetzungsbüros beauftragt werden oder die Giovanna aus der Verpackung, die doch mal drei Jahre in Deutschland gelebt hat, damit für diese Aufgabe qualifiziert war?
Es wäre doch ein Leichtes, einen "native speaker" mit etwas Ahnung von der Materie (ein ambitionieter Hobbymikroskopiker reicht völlig aus) Korrektur lesen zu lassen! Das würde kaum mehr als ein paar Hundert Euro kosten....
Fragende Grüße
Peter
Liebe Hochaperturige,
ich finde ja, dass es durchaus große Vorteile hat, nicht die volle Apertur der Objektive auszunutzen:
Zum einen findet an den Linsen und der Vergütung deutlich weniger Verschleiß statt als wenn man dauernd "volle Pulle" auflöst - die Objektive halten also wesentlich länger; zum anderen tun mir bei weicherer Abbildung die Augen nicht so weh!
Beispiel:
1. Zeiss Plan Neofluar 63x 1,25
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/102930_20020630.jpg)
Die knackscharfe Abbildung führt innerhalb weniger Minuten zu Augenschmerzen.
2. Zeiss Plan Neofluar 63x 1,25 - diesmal mit reduzierter Apertur
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/102930_15539494.jpg)
Aaaah, welche Wohltat! Endlich keine Augenschmerzen mehr, ferner deutlich weniger Verschleiß!
Zusätzlich wird die Phantasie in wohltuender Weise angeregt!
Nur mal so als Denkanstoß...
Herzliche Grüße,
Florian
Lieber Florian,
endlich ein wissenschaftlicher Vergleich und auch eine sehr einleuchtende Erklärung. Du solltest als Fachmann der Firma Deine Bilder incl. dem erläuternden Text anbieten. Bekommst vielleicht auch noch Werbehonorar. Toll !
Und ich öle die arme Amphipleura pellucida immer ein, werds mir sparen.
Viele Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in September 08, 2012, 13:55:28 NACHMITTAGS
Was ich übriegns wohl nie im Leben verstehen werde: Wie kommt es immer zu diesen grauenhaften Übersetzungen? Ich habe keine Ahnung, wie das bei solchen Unternehmen läuft, ob professionelle technische Übersetzungsbüros beauftragt werden oder die Giovanna aus der Verpackung, die doch mal drei Jahre in Deutschland gelebt hat, damit für diese Aufgabe qualifiziert war?
Es wäre doch ein Leichtes, einen "native speaker" mit etwas Ahnung von der Materie (ein ambitionieter Hobbymikroskopiker reicht völlig aus) Korrektur lesen zu lassen! Das würde kaum mehr als ein paar Hundert Euro kosten....
Lieber Herr V.!
Selbstverständlich haben Sie recht: Native speaker, Korrekturlesen usw. Aber so läuft das nicht in Japan oder China. Die Übersetzungsaufträge bekommt ein alter Firmenpensionär, der daheim im Kämmerlein sitzt, neben sich verschiedene Wörterbücher für Englisch, Französisch vielleicht noch. Der Produktmanager hat ihm den Auftrag gegeben, weil der Alte, als er noch im Dienst war, jenem oftmals geholfen hat.
To make a snapshot take off the lens hood. Das soll er nun ins Deutsche übersetzen. Er schaut ins Wörterbuch English/German. Aha
hood - Kaputze er schmunzelt, das kennt er doch aus seiner Jugend, den alten Film
Robin Hood mit Errol Flynn. So entsteht dann der deutsche Satz:
Für zu machen eine Snaps shuss man abnehme der Linse die Verkapuzung .... Dieser Satz stand wirklich so in einer Gebrauchsanleitung für eine Kamera.
Korrektur von einem zweiten Deutsch-Kenner lesen lassen? Niemals würde der Product Manager das wagen! Denn der Alte hat auf die Frage, ob er eine Übersetzung ins Deutsche anfertigen könne, doch mit einem erfreuten Lächeln genickt! Niemals würde ein Japaner die Frage eines Ranghöheren oder eines Fremden verneinen, das wäre der Gipfel der Unhöflichkeit! Den Alten, der manches Jahrzehnt in der Firma treu und fleißig gearbeitet hat, dann aber mit seinen Übersetzungsfehlern konfrontieren, hieße ihn beleidigen, ihm seine Ehre nehmen. Er hätte für den Rest seines Lebens sein Gesicht verloren. Da böte eigentlich nur noch Harakiri einen angemessenen Ausweg ... Danach verlöre dann der Product Manager seine Stellung, müßte vielleicht von nun an auf Übersetzungsaufträge hoffen ...
So oder so ähnlich läuft das, wenn Ihnen auch manches an meiner Darstellung etwas überzeichnet vorkommen könnte.
ODER können Sie sich IRGEND eine andere vernünftige Erlärung vorstellen?
Translation Greetings!
KH
Lieber Herr Henkel,
ZitatSo oder so ähnlich läuft das, wenn Ihnen auch manches an meiner Darstellung etwas überzeichnet vorkommen könnte.
ODER können Sie sich IRGEND eine andere vernünftige Erlärung vorstellen?
Ja, Google Translate. Zur Illustration die Übersetzung des obigen Textes:
Or so goes that if you could also happen much in my view somewhat overstated.
OR you can imagine ANY other judicious UDM_ISPELL_TYPE_DB?
Herzliche Grüsse
Eckhard Völcker
Zitat von: peter-h in September 08, 2012, 15:04:21 NACHMITTAGS
Lieber Florian,
endlich ein wissenschaftlicher Vergleich und auch eine sehr einleuchtende Erklärung. Du solltest als Fachmann der Firma Deine Bilder incl. dem erläuternden Text anbieten. Bekommst vielleicht auch noch Werbehonorar. Toll !
Und ich öle die arme Amphipleura pellucida immer ein, werds mir sparen.
Viele Grüße
Peter
Lieber Peter,
richtig! Und das führt uns zu einem weiteren Argument: Das Einsparen von Immersionsöl senkt nämlich langfristig auch den Cholesterinspiegel!
Herzliche Grüße,
Florian
Herr Stellmacher!
Nachdem ich mir solche Mühe gegeben habe, eine Frage ernsthaft zu beantworten, verspaßgeigen Sie das wieder!
Ich werd hier nochmal was schreiben!
KH
Lieber Herr Henkel,
ZitatIch werd hier nochmal was schreiben!
Ich bitte darum!
Herzliche Grüße,
Ihr
Florian Stellmacher
Warum die Aufregung? Mit den Mikroskopen schaut man sich (mit offensichtlicher Begeisterung) doch eh nur die Staubkörner auf der Kondensorfrontlinse an (siehe zweite Titelseite des Prospekts).... :)
übrigens bei ausgeschalteter Beleuchtung!
Grüße
Martin
Hallo.
Meines Wissens heißt die "schöne japanische Sitte" nicht Harakiri sondern Seppuku. Es gibt dafür genaue Regeln, auf die ich hier lieber nicht eingehen will. Das wäre nun wirklich total OT.
Schönen Gruß aus dem Hintertaunus
Holger
Hallo,
ZitatDie im Deutschen verbreitete Bezeichnung Harakiri (腹切り - umgekehrte Reihenfolge der Schriftzeichen -, von japanisch hara = Bauch und kiru = schneiden) ist ein umgangssprachlicher und herabsetzender Ausdruck, der vor allem von Europäern und Amerikanern benutzt wird. Er beschreibt nur einen Teil des Rituals, und seine Verwendung kann in Japan als Beleidigung empfunden werden.
Na hoffentlich hat Safari in seinen tägliche Telefonaten mit Japan nicht zum (腹切りaufgefordert, da könnte die Geschäftsbeziehung darunter leiden. ;D
"Beleidige nie einen Japaner zum Scherz, sonst zeigt er dir den Höllenschmerz!"
Liebe Translationisten,
asiatische Manager, die ihres Gesichtes verlustig gehen könnten, sind das Eine, deutsche Verkäufer, die kritiklos diesen Blödsinn übernehmen, sind das Andere.
Bei Firmen, die vorwiegend mit elektronischen Baugruppen und Kneifzangen handeln und nur gelegentlich ein Kontingent von Billig-Mikroskopen aus Fernost im Internet verhökern, würde es mich ja eher wundern, wenn es dort einen Ansprechpartner gäbe, der mir erklären könnte, welchen Sinn 20x-Okulare bei einem normalen Durchlichtmikroskop mit den üblichen Objektiven haben. Ich habe vorwiegend Kontakt zu Außendienstlern der "großen Vier", und diese sind so kompetent, dass sie mir sagen können, was ich will, nachdem ich ihnen erklärt habe, was ich machen möchte. Die Aufgabenstellung kann hierbei z.T. recht komplex sein. Aber eine Lehrmittelhandlung, die vorwiegend mit immer der selben Fragestellung konfrontiert sein dürfte - nämlich möglichst gut für möglichst billig - sollte doch wohl zumindest im Bereich einfacher Schul- und Kursmikroskope basale Kenntnisse vorweisen können. Mal davon ab: Das ist ja nun auch kein Hexenwerk sondern vergleichsweise einfach erlernbarer Stoff, der prinzipiell sogar ohne mathematische Formeln zu kapieren ist. Und es würde einem dann wohl doch so manche Peinlichkeit ersparen.
Herzliche Grüße,
Florian
Leiber Herr Henkel,
eine nette Darstellung, die vermutlich schon viel Wahrheit enthält.
Aber hier sind's doch Intaliener! Obwohl...da geht es dann vermutlich um "die Ääääääähre von die Familie"!?
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in September 08, 2012, 19:34:10 NACHMITTAGS
eine nette Darstellung, die vermutlich schon viel Wahrheit enthält.
Aber hier sind's doch Intaliener! Obwohl...da geht es dann vermutlich um "die Ääääääähre von die Familie"!?
Ja, aber diese japan. Sachen kenn ich einfach besser!
Mutatis mutandis: Guillano gilt im Genueser Familinenunternehmen als der Deutschland-Fachmann, hat er doch in den Sechzigern in Wolfsburg gearbeitet. Er formuliert also besagte Druckschrift, läßt sie heimlich von Vetter Pietro korrigieren, denn der ist ihm wegen einer bestimmten amourösen Sache zur Verschwiegenheit verpflichtet. Da er sich jahrzehntelang als Heimkehrer mit perfekten Deutschkenntnissen ausgegeben hat, fällt ihm nicht im Traum ein, irgendwelche Zweifel an denen aufkommen zu lassen, sonst würde er sich dem Gespött der ganzen Familia aussetzen, besonders dem seiner Cousine Amaretta. Also zieht er die Sache durch, hofft daß ihm Amaretta huldvoll zulächeln wird. Usw usw ...
So ist das Leben. Seien Sie nicht so streng mit dem alten Schlawiner!
KH