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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 15:27:14 NACHMITTAGS

Titel: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 15:27:14 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,
heut hab ich 2 Jansjö-Lampen geliefert gekommen und sofort angetestet.
Weberknechtfuss 45x mit Nasentropfenfläschchendiffusor, 45x Projektiv und Lomo-Apo 10x.
Mehr wird die verwendete Optik wohl nicht hergeben, aber kein Vergleich zu meinen
Lomo-Versuchen, oder?


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105231_60265846.jpg)


Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Herne in Oktober 05, 2012, 15:35:04 NACHMITTAGS
Hallo Heike,
DAS sieht ja schon ganz prima aus. Der Rest ist Beleuchtungstechnik.
45-fach Projektiv?  Das scheint mir ein wenig stark. Ist das nicht doch eher ein 4,5er?
Und : Wie sieht ein Nasentropfenfläschchendiffusor aus?   :D

m.f.G.
Herbert
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 15:46:12 NACHMITTAGS
Hallo Herbert,
upps, vertippt, natürlich ist es ein 4,5x Projektiv.

so sieht ein Nasentropfenfläschchendiffusor aus  ;D


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105233_54980596.jpg)
passt wie angegossen


Frage: ich hab eben mal, für Spass das 12x Okular aufs 10xApo gesetzt und hatte eigentlich eine höhere
Vergrößerung erwartet (10x12=120x), aber stattdessen war die Vergrößerung kleiner als mit dem 4,5x Projektiv....
kann mir das jemand erklären?
Wohlmöglich hab ich eine viel höhere Vergrößerung mit dem 4,5x Projektiv, als ich dachte, oder? Kann das sein?

Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Johannes Kropiunig in Oktober 05, 2012, 16:29:57 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

vielleicht ist das 12x Okular in Wirklichkeit nur ein 1,2x Okular  ???

Viele Grüße,
Johannes
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 05, 2012, 16:30:47 NACHMITTAGS
Liebe Heike,

ja das sieht anders aus. Nur was mich jetzt interessieren würde, ist das Stackingergebnis schon so oder ist das mit Bildbearbeitung zwangsgeschönt ?

Das ist das erste mal, das ich an so einem Krabblerbein "tannennadelähnlichen" Bewuchs sehe. Sei doch so lieb und poste mal eine unbearbeitete  Einzelaufnahme aus dem aufgenommenen Stapel, wo ein Teilbereich dieser Haare scharf ist.

Wenn die dort schon so flach aussehen, kann ich mir nur eine ungünstige Wechselwirkung mit der Beleuchtung und Interferrenzen daraus vorstellen. Es ist natürlich schon zu erwarten, daß mit kleiner werdenden Objekten neue Schwierigkeiten in der Abbildungstreue auftauchen. Nur darf es doch auch nicht sein, daß solche "Kleinigkeiten" per Software geschönt werden und so ganz falsche Vorstellungen entstehen, oder ? Nimm das bitte als positive Kritik und nicht als Ausbruch von Schadensfreude eines geschmähten und somit fachlich nicht anerkannten Mikroskopbastlers. Aus meiner Erfahrung heraus würde ich den "Lichtdom" größer machen, wenn es am Licht liegt.

Liebe Grüße aus dem fast hochsommerlichen BGL

Lothar
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 16:37:01 NACHMITTAGS
Zitat von: Kropiunig Johannes in Oktober 05, 2012, 16:29:57 NACHMITTAGS
vielleicht ist das 12x Okular in Wirklichkeit nur ein 1,2x Okular  ???

Hallo Johannes,
nee nee, das ist schon ein 12x, ich habs auch mit dem 10x Okular ausprobiert, da müsste es ja dann 100x sein,
der Effekt ist der selbe, wie beim 12x. Auch da ist die Vergrößerung kleiner als mit dem 4,5x Projektiv  ??? ratlos....

am Licht muss ich noch basteln, hab die Lampen ja erst seit heut Mittag.
Das Bild ist "zwangsgeschönt" (was für ein Wort!)
Sorry, aber der Stapel ist schon Geschichte, meine SD-Karte ist nicht die allergrößte, ich brauch Platz für
neue Gemeinheiten  ;D
Habs eben mal mit dem 20x Objektiv versucht, mal sehen, obs vorzeigbar ist.

Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 05, 2012, 18:29:14 NACHMITTAGS
Zitat von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 16:37:01 NACHMITTAGS

nee nee, das ist schon ein 12x, ich habs auch mit dem 10x Okular ausprobiert, da müsste es ja dann 100x sein,
der Effekt ist der selbe, wie beim 12x. Auch da ist die Vergrößerung kleiner als mit dem 4,5x Projektiv  ??? ratlos....


Hallo Heike!

Ein 10faches Okular wirkt wie ein 5faches Projektiv, ein 20faches wie ein 10faches usw.

Möglicherweise liegt hier (ein Teil) des Rätsels Lösung. Näheres dazu steht in der Mikrofibel unter Kapitel 4.4.2.3  Anpassung von Mikroskop und Kamera, Unterkapitel (2.2.4).

Gruß
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Rawfoto in Oktober 05, 2012, 19:17:34 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

Also ich muss bei meinen Projektiven den Tubusfaktor mit in die Berechnung einbeziehen und davon nimmt die Kamera abhaengig vom Cropfaktor einen unterschiedlichen Ausschnitt der verfuegbaren Bilddaten auf ...

Liebe Gruesse

Gerhard
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 22:06:07 NACHMITTAGS
Ja wat denn nu?
Hab ich jetzt mit dem Projektiv (4,5x) und dem 10er Objektiv nun eine 45fache oder eine 90fache
Vergrößerung  ??? Ooooooder wie????

ratloser Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 05, 2012, 23:54:37 NACHMITTAGS
Zitat von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 22:06:07 NACHMITTAGS
Ja wat denn nu?
Hab ich jetzt mit dem Projektiv (4,5x) und dem 10er Objektiv nun eine 45fache oder eine 90fache
Vergrößerung  ??? Ooooooder wie????


Hallo Heike!

Wenn es wirklich ein Projektiv ist, sollte es korrekt mit "4,5:1", aber nicht mit "4,5 x", gekennzeichnet sein, denn ein Proj. hat keine "Vergrößerung" wie ein Okular, sondern liefert einen Abbildungsmaßstab von 4,5:1, wenn sich die Bildebene (Chip-Oberfläche z. B.) im korrekten Abstand von 125 mm oberhalb der Austrittspupille des Mikroskops befindet.
Dann ist seine Wirkung gleich der eines 9fachen Okulars, erzeugt also eine Abbildung in der Bildebne von 90:1 mit einem Objektiv mit Abb.maßstab 10:1.

Diese Überlegung stimmt aber nur dann, wenn der Prismentubus den Vergrößerungsfaktor 1,0 hat. Hat er einen höheren, so muß die "90" noch damit multiplizert werden.
Weitere Voraussetzung: Die mechan. Tubuslänge muß eingehalten sein. D. h. die Objektive müssen für die mech. Tubuslänge des Mikroskops berechnet sein.
Und der Fotograf muß "rechtsichtig sein". Ist der Fotograf Brillenträger, so muß mit der Fernbrille fokussiert werden, keinesfalls mit der Lesebrille.

Sind die Bedingungen nicht alle eingehalten, dann gibts gewisse Abweichungen von der obigen Berechnung.

Einen schönen neuen Tag wünscht
KH

Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 23:59:45 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,
also da steht drauf "PZO" oder Null....und 4,5x und das Ding hat keine Frontlinse wie bei Okularen.

Was ist das denn dann für ein Teil??

Durchgucken geht nicht.

Is das kompliziert....ich werds mal dabei belassen, wenns gut aussieht, dann passts (Fotografendenken)

Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: beamish in Oktober 06, 2012, 00:11:00 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 05, 2012, 23:54:37 NACHMITTAGS
Weitere Voraussetzung: Die mechan. Tubuslänge muß eingehalten sein. D. h. die Objektive müssen für die mech. Tubuslänge des Mikroskops berechnet sein.
Und der Fotograf muß "rechtsichtig sein". Ist der Fotograf Brillenträger, so muß mit der Fernbrille fokussiert werden, keinesfalls mit der Lesebrille.

Lieber Herr Henkel,

plötzlich bin ich hellwach! Treffen die von Ihnen beschriebenen Bedingungen vielleicht auch auf das "bloße" Kalibrieren der Optik per Objektmikrometer zu? Muß hier auch auf die korrekte Brille geachtet werden? Wie groß könnten die Abweichungen sein? Ich z.B. bin kurzsichtig (ca. 2 Dioptrien, auf beiden Augen gleich) und benutze beim Mikroskopieren keine Brille. Natürlich sind meine Okulare dementsprechend eingestellt.

In gespannter Erwartung

Martin
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 06, 2012, 08:17:47 VORMITTAG
Guten Morgen Martin,

deine Frage hat mich auch erst mal aufgeschreckt, weil ich ja bekanntlich nur ganz selten die richtigen Tubuslängen nutze. Nur mit ein wenig nachdenken dazu, wurde mir schnell klar, daß sich der Millimeter auf dem Glasscheibchen unbeeindruckt zeigt. ;D

Selbst wenn man dann damit mal mit und mal ohne Brille ein Okularmikrometer eicht, ist die Auswirkung bestenfalls so, daß dir der abgelesene Bereich, also das für dich sichtbare Abbild um winzige Nuancen größer oder kleiner erscheint. Mit anderthalbfacher Tubuslänge siehst du dann weniger Striche des Objekt-Mikrometers. Aber die abgelesenen 70µm bleiben 70µm, nehmen aber im gesehenen Bild mehr Platz ein, da stärker vergrößert.

Ich denke mal das KH dem nicht widersprechen wird; sonst muß ich echt überlegen, ob ich meine Mikroskopie überhaupt in den Umzug einbeziehe. ;D

Liebe Grüße aus dem herrlichen, heute wieder sonnigen BGL

Lothar
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Kurt Wirz in Oktober 06, 2012, 11:15:14 VORMITTAG
Hallo
Die Tubuslänge kann nur bedingt mit Erfolg verlängert werden.
Beim Luminar LupenObjektiv erhöht sich die Auflösung kontinuierlich,
jedoch bleibt sie massiv unter dem Wert, den man mit einem höher
vergrössernden Objektiv erreichen würde.
Dass die Auflösung zurückgeht habe ich bei Mikroskop Objektiven
fest gestellt.
Z.B. NIKON M Plan, 20/0.4 LWD, 210/0
Vergrösserungsfaktor / Auflösung: Zeiss Auflösungstest-Objekt 3000 in LP/mm
13 / 900
14 / 939
15 / 978
16 / 1017
17 / 1056
18 / 1094
19 / 1133
20 / 1172
21 / 1211
22 / 1250
23 / 1231
24 / 1213
25 / 1194
26 / 1175
27 / 1156
28 / 1138
29 / 1119
30 / 1100
Nicht alle Werte wurden gemessen, sondern z.T. errechnet.
Die Werte sind NICHT Standardisierte Werte, sondern nach eigenem Ermessen,
bei immer vergleichbarer Qualität ermittelt.


NIKON M Plan, 40/0.5 ELWD, 210/0
25 / 1600
30 / 1600
40 / 1600
45 / 1575
50 / 1550
55 / 1525
60 / 1500
Hier zeigt sich klar, dass eine Verlängerung des Tubus, nicht nur
eine leere Vergrösserung bringt, sondern die Auflösung sinkt.

Die Messungen erfolgten OHNE Zwischenlinse.

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 06, 2012, 12:21:09 NACHMITTAGS
Zitat von: Kurt Wirz in Oktober 06, 2012, 11:15:14 VORMITTAG

Die Tubuslänge kann nur bedingt mit Erfolg verlängert werden.
Beim Luminar LupenObjektiv erhöht sich die Auflösung kontinuierlich,
jedoch bleibt sie massiv unter dem Wert, den man mit einem höher
vergrössernden Objektiv erreichen würde.
Dass die Auflösung zurückgeht habe ich bei Mikroskop Objektiven
fest gestellt.
Z.B. NIKON M Plan, 20/0.4 LWD, 210/0
Vergrösserungsfaktor / Auflösung: Zeiss Auflösungstest-Objekt 3000 in LP/mm
[...]
Hier zeigt sich klar, dass eine Verlängerung des Tubus, nicht nur
eine leere Vergrösserung bringt, sondern die Auflösung sinkt.


Hallo Herr Wirtz!

Jede Verlängerung des Kameraauszugs vermindert die Apertur bzw. in Fototerminilogie die wirksame Blende. Die Lichtstärke eines Objektivs wird ja ausgedrückt mit dem Verhältnis Brennweite:Durchmesser der Eintrittspupille. Durch Verlängerung des Auszugs mit Balgengerät oder Zwischenringen entfernt man das Objektiv weiter von der Bildebene weg, die Bildebene "sieht" die Eintrittspupille optisch kleiner, obwohl sie mechanisch gleich bleibt. d. h. die Lichtstärke sinkt und damit das Auflösungsvermögen.

Dieser Zusammenhang ist durch die Verwendung automatisch belichtender Kameras mit hoher Lichtempfindlichkeit des Chips ein wenig verloren gegangen. Vor einem Jahrzehnt noch gehörte die Entscheidung des Makrofotografen Größere Abbildung oder schärferes Bild zum täglichen Kampf um die Bildqualität.

Bei Lupenobjektiven wird dieser Effekt deshalb erst bei recht langen Kameraauszügen wahrgenommen, weil sie ihr Auflösungsoptimum bzw. -maximum sowieso erst bei längeren Auszügen erreichen, denn sie sind ja seinerzeit für Balgenkameras mit Bildformaten bis zu 18 x 24 cm optimiert worden.

Luminarische Grüße!
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Kurt Wirz in Oktober 06, 2012, 15:01:59 NACHMITTAGS
Hallo Herr Henkel
Vielen Dank, für ihre Bestätigung meiner Äusserung.
Da Luminare für die Fotografie entwickelt wurden, ist es somit
auch wichtig, wieviele Zeilen auf die Bildbreite des resultierenden Bildes aufgelöst werden.
Da sieht es bei einer Verlängerung der Tubuslänge bei Luminaren
nicht sehr gut aus.
Beispiel Luminar25mm
Bei 4:1 beträgt die Auflösung 320 LP/mm. Die Nikon D7000hat eine Chipbreite 23.6mm,
somit ist der dargestellte Bildausschnitt in Realität 23.6/4= 5.9mm.
Auf der resultierenden Bildbreite erhält man somit 5.9mm x 320 LP/mm = 1888 LP/Bildbreite.

Bei 10:1 beträgt die Auflösung des Luminars 25mm 450 LP/mm.
somit ist der dargestellte Bildausschnitt in Realität 23.6/10 = 2.36mm
Auf der resultierenden Bildbreite erhält man somit 2.36mm x 450 LP/mm = 1062 LP/Bildbreite.
Obwohl die Auflösung bei 10:1 höher ist wie bei  4:1, so sinkt doch die Menge der Information
auf dem Bild gewaltig (von 1888LP auf 1062 LP/Bildbreite).

Verwendet man für 10:1 ein Mikroskop Objektiv,
z.B. Nikon CFN PLAN 10/0.30, sieht es folgendermassen aus:
Bei 10:1 beträgt die Auflösung des Nikon 10X, 900 LP/mm.
Hier beträgt die Bildbriete ebenfalls 2.36mm.
Auf der resultierenden Bildbreite erhält man somit 2.36mm x 900 LP/mm = 2124 LP/Bildbreite.
Das ist eine doppelt so hohe Auflösung!

Ich erachte es somit als sinnlos, sofern man eine gute Auflösung möchte, die Tubuslänge bei
den Luminaren zu erhöhen.

Gut Licht

Kurt

Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 06, 2012, 21:56:28 NACHMITTAGS
Zitat von: rheinweib in Oktober 05, 2012, 23:59:45 NACHMITTAGS
also da steht drauf "PZO" oder Null....und 4,5x und das Ding hat keine Frontlinse wie bei Okularen.
Was ist das denn dann für ein Teil??
Durchgucken geht nicht.
Is das kompliziert....ich werds mal dabei belassen, wenns gut aussieht, dann passts (Fotografendenken).

Hallo Heike!
Es könnte sich um ein Fotookular handeln. Die Angabe 4,5x ist ungewöhnlich, sogar für Olympus. Eventuell würde es mir helfen, wenn ich gute Bilder von dem Teil sehen könnte, aber Erfolg versprechen will ich nicht. Im Forum gibt es ja eine gute Anzahl Oly-Spezialisten, vielleicht kann jemand das Teil identifizieren.

Im übrigen pflichte ich Dir bei, was das Fotografendenken anbelangt.

Gruß
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 06, 2012, 22:13:38 NACHMITTAGS
Zitat von: beamish in Oktober 06, 2012, 00:11:00 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 05, 2012, 23:54:37 NACHMITTAGS
Weitere Voraussetzung: Die mechan. Tubuslänge muß eingehalten sein. D. h. die Objektive müssen für die mech. Tubuslänge des Mikroskops berechnet sein.
Und der Fotograf muß "rechtsichtig sein". Ist der Fotograf Brillenträger, so muß mit der Fernbrille fokussiert werden, keinesfalls mit der Lesebrille.

plötzlich bin ich hellwach! Treffen die von Ihnen beschriebenen Bedingungen vielleicht auch auf das "bloße" Kalibrieren der Optik per Objektmikrometer zu? Muß hier auch auf die korrekte Brille geachtet werden? Wie groß könnten die Abweichungen sein? Ich z.B. bin kurzsichtig (ca. 2 Dioptrien, auf beiden Augen gleich) und benutze beim Mikroskopieren keine Brille. Natürlich sind meine Okulare dementsprechend eingestellt.


Lieber Herr Be...nn!

Wenn Sie den Mikrometerwert eines Objektivs bestimmen, geschieht das ja anhand der beiden Skalen im Objekt- und im Okularmikrometer. Das sind ja reale Strecken mit Angabe der Werte. Da passiert nichts,
Aber wenn Sie durch Brille, Okulardioptrieneinstellung, oä. eine Tubuslängenänderung verursacht haben, wird das Bild des Objekts, das Sie durch das Meßokular sehen, größer oder kleiner sein als bei Benützung der korrekten Tubuslänge. Dabei entsteht ein Meßfehler. Ob und in welchen Fällen er gravierend ist, kann ich leider nicht berechnen. Doch haben wir im Forum begnadete Optiker, die das können und eventuell Hinweise geben.

Beste Grüße!
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: beamish in Oktober 07, 2012, 00:28:41 VORMITTAG
Lieber Herr Hen...el,  :D

ich habe mich schon wieder beruhigt. Ich messe ja nicht per Okularmikrometer sondern ich habe meine Objektive mit einem Objektmikrometer im Verhältnis zur Pixelanzahl meiner Kamera geeicht. Das sind z.B. bei meiner Coolpix 5000 beim 10er Achromaten 1002 µm auf 2560 Pixel. Da ich mit müden Augen lieber verzichte zu mikroskopieren, als an den Okularen herumzuschrauben und damit die Tubuslänge zu verändern, passiert da auch nichts. Mein Denkfehler war, daß ich da von Anfang an etwas nicht berücksichtigt haben könnte, was natürlich Blödsinn ist. So ähnlich hat das auch Lothar schon angedeutet. (Danke dafür.)
Aber lieben Dank, daß Sie sich nochmal mit meiner unbedarften Frage beschäftigt haben!

Herzlich

Martin B.
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 07, 2012, 00:55:44 VORMITTAG
und ich versuche, das alles zu verstehen....... :-[ hmmmm

Hallo Klaus,
Projektivbilder? Daaaa kann ich helfen:


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105340_48017968.jpg)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105340_22579632.jpg)
Unterseite

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105340_53349706.jpg)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/105340_39854335.jpg)

detailliert genug?


Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: junio in Oktober 07, 2012, 10:20:57 VORMITTAG
Hallo Heike,

es wird sich hier um ein negatives Projektiv handeln.

Hierzu schreibt Gerhard Göke in seinem Buch "Moderne Methoden der Lichtmikroskopie":

"Neben den Projektiven normaler Bauart gibt es Projektive mit negativer Brennweite. Hierzu gehören die heute nicht mehr hergestellten Homale.... Es sind auch sind auch Projektive mit negativer Brennweite in Gebrauch (PZO), die mit Achromaten und Planachromaten benutzt werden und eine sehr kurze Objekt-Bildentfernung haben. Der Abstand zwischen Projektiv und Filmebene ist so gering, daß die Ecken des Filmformates gerade nicht vignettiert werden. Da das reelle Zwischenbild im inneren ihres Systems liegt, erfordern sie sehr kurze Fototuben."

Das wird die Erklärung sein, weshalb "durchgucken nicht möglich ist" und Ungänzen in der Vergrößerungsfrage aufgetaucht sind, da bei Deiner Anwendung wohl diese kurzen Objekt-Bildentfernungen nicht eingehalten sind .

Grüße aus Hagen von Jürgen
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 07, 2012, 11:12:16 VORMITTAG
Zitat von: junio in Oktober 07, 2012, 10:20:57 VORMITTAG

es wird sich hier um ein negatives Projektiv handeln.
Das wird die Erklärung sein, weshalb "durchgucken nicht möglich ist" und Ungänzen in der Vergrößerungsfrage aufgetaucht sind, da bei Deiner Anwendung wohl diese kurzen Objekt-Bildentfernungen nicht eingehalten sind .
Grüße aus Hagen von Jürgen

BINGO!

Lieber Jürgen

Da hatte ich irgendwas in den falschen Hals gekriegt, war fälschlicherweise auf der Spur Olympus. Danke für Deine Hilfe. Herzl. Gruß an T.

Heike, ich gebe Ihnen in Kürze einen Link auf eine Schnittzeichnung etc von Göke zu diesem Negativen Projektiv. Daraus können Sie erkennen, ob Sie Ihre Kameraadaption mit geringem Aufwand noch etwas optimieren können.
Sonntagsgrüße!
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: rheinweib in Oktober 07, 2012, 13:10:41 NACHMITTAGS
Donnerknispel, genau das hat Günter doch gesagt, ich erinnere mich:
"das ist ein negatives Projektiv, nimm den abgesägten Tubus, den kürzesten, den du hast".

@Klaus H.: ich mags gern "per Du"  ;D

Gruss
Heike
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 07, 2012, 13:19:27 NACHMITTAGS

Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 07, 2012, 11:12:16 VORMITTAG
in Kürze einen Link auf eine Schnittzeichnung etc von Göke zu diesem Negativen Projektiv. Daraus können Sie erkennen, ob Sie Ihre Kameraadaption mit geringem Aufwand noch etwas optimieren können.

Hallo Heike!

Der wesentliche Vorteil des negativen Projektivs, ist die damit erzielbare geringe Bauhöhe der ganzen trinokularen Kameragimmik, was Erschütterungen und Schwingungen merklich reduziert. Man könnte sogar mit einem Winkelsucher an der Kamera im Sitzen einstellen! Auif diesen Fotos ist das gut erkennbar.
http://www.weihenstephan.org/~fsrklauhenk/FotosAufbau.mitNeg.Proj2.jpg

Hier sieht man dann den Aufbau schematisch
http://www.weihenstephan.org/~fsrklauhenk/SchemaProjektive2.jpg

und hier sind die Erläuterungen zu der Grafik
http://www.weihenstephan.org/~fsrklauhenk/Erlaeut.Schemazeichnung2.jpg

Und aus der folgenden Preisliste von Göke (1999) ist ersichtlich, daß das 4,5x neg. Projektiv für achromatische Objektive
gerechnet ist.
http://www.weihenstephan.org/~fsrklauhenk/Preislist,mitSkizze2.jpg

Auf dieser Schemazeichnung ist auch eine Schnittzeichnung eines negativen Projektivs (Abb. Nr. 4), man sieht die tief in der Fassung liegende
Linsengruppe, wie das auch schön aus Ihren Fotos ersicht ist.
http://www.weihenstephan.org/~fsrklauhenk/NegProj4,5PZO.jpg

Bei anderen Objektiven z. B. Planachromaten oder andere Planobjektiven, ist mit geringen Qualitätseinbußen zu rechnen.
die aber sicherlich nur an den Bildrändern auftreten, wenn sie denn auf einem Chip überhaupt sichbar werden.

Die Okulare und Projektive von PZO harmonieren ausgezeichnet mit denen von Carl Zeiss (West),
weil die Polnischen Opt. Werke die opt. Konstruktionsparameter von Zeiss-West verwendet haben!

So. Das wars nun aber
Einen schönen Sonntag! - Hier regnets.
KH
Titel: Re: Jansjö-Knechtfuss
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 07, 2012, 13:20:34 NACHMITTAGS
Zitat von: rheinweib in Oktober 07, 2012, 13:10:41 NACHMITTAGS
Donnerknispel, genau das hat Günter doch gesagt, ich erinnere mich:
"das ist ein negatives Projektiv, nimm den abgesägten Tubus, den kürzesten, den du hast".

@Klaus H.: ich mags gern "per Du"  ;D
Gruss
Heike

Danke. nächstes Mal - bestimmt.
KH