Liebe Makrofotografen / innen,
in letzter Zeit wurden schon ausgezeichnete Bilder von allen möglichen Objekten gezeigt. Teilweise mit sehr gut beschriebenen Ausrüstungen, teilweise mit etwas unkonventionellen Kombinationen optischer Glasteile. Vereinfacht : ein Bild gibts immer ;)
Nun hat mir ein liebes Forenmitglied sehr exklusive feine Testplatten geliehen und habe damit begonnen einige Testreihen zu fahren. Ziel der Untersuchung ist herauszufinden, ob ein einfaches System aus einem Objektiv, oder ein zusammengesetztes System aus 2 Objektiven (Tandem) die höhere Auflösung bei besserem Kontrast liefert. Klingt einfach, aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Dazu kommt eine sehr zeitintensive Auswertung und ganz zu schweigen von der Materialschlacht an Zwischenringen, Verlängerungen, Reduzierstücken usw.
Noch ist das Ende nicht in Sicht, aber einen ersten Eindruck möchte ich geben. Zunächst der Aufbau für die 2 unterschiedlichen Systeme.
Ein Objektiv in Retrostellung mit entsprechendem Auszug für M = 4 : 1
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/106037_46496823.jpg)
Zwei Objektive als Tandem mit Brennweiten für für M = 4 : 1, ähnlich der Beschreibung von H.Husemann.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/106037_27321561.jpg)
Als Testobjekt eine Lithografiemaske Chrom auf Glas mit Teilungen bis 0,7µm Linienbreite bzw. 715 Lp/mm. Der zu untersuchende Bereich liegt aber nur bis 300 Lp/mm, danach wird es mikro- und nicht makroskopisch.
Testobjekt , die rote Linie markiert die spätere Auswertung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/106037_46442214.jpg)
Die Intensitätssprünge werden mit einem Programm (Fitswork) ausgewertet und in Kontrast umgerechnet. Dann die ersehnte Auswertung und Darstellung im Diagramm für unterschiedliche Blendenwerte.
Eine erste Grafik für ein Einfachsystem mit einem guten Vergrößerungsobjektiv in Retrostellung.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/106037_25082589.jpg)
Leicht zu erkennen, dass niemals ein Zahlenwert eine Entscheidung über gut oder schlecht bringen kann, sondern nur der leider etwas komplexe Zusammenhang von Maßstab, Blende, Kontrast und Auflösung eine Beurteilung erlaubt.
Und selbst mit dieser Darstellung fehlen noch die Kriterien wie, Farbreinheit, Planität, Randschärfe usw.
Trotzdem hoffe ich, dass durch diese Meßreihen ein klein wenig Licht ins Dunkel kommt.
Es kann noch spannend werden ;) wer wird Sieger ? Einfachsystem mit wenig Linsen oder 2 Objektive zusammengesetzt mit 10 - 15 Linsen? Für die Auflösung werden leider noch Tage oder Wochen vergehen. Ich hoffe dass dann noch Interesse besteht. ;D
Viel Spaß und Grüße
Peter
P.S. die vielen techn. Details zum Aufbau und Auswertung folgen später.
Hallo Peter!
Ich kann mich Wolfgang nur anschliessen und bin gespannt wie ein Flitzebogen!
Liebe Grüße
Franz
Hallo Peter
Natuerlich finde ich das spannend!!!
Im Besonderen weil ich seit kurzem auch ein Testtarget mein Eigen nenne und das Canon MP 65 unter die Lupe genommen habe, allerdings ohne die schoene Auswertung. Ich mache die Kontrolle bei 100% am Bildbearbeitungsplatz, also wie in der Praxis mit normalen Bilddaten ...
Wobei ich noch nicht wirklich verstanden habe wie Du die Diagramme erzeugst, ich gehe gehe von Automatisierung aus?!?
Ich kann da nur manuell mit dem X-Rite Colorimeter manuell rangehen ...
Liebe Gruesse
Gerhard
Hallo Peter
Da bin ich dabei, als treuer Leser,
werde auch eventuelle Ideen oder Kritik verlauten lassen
und wenn es mir den Deckel hebt, intervenieren.
UND natürlich auch Lob und Zustimmung senden.
Am Ende werde ich dann eventuell genötigt sein, meine Ergebnisse
zusammen zu suchen und zu präsentieren.
Das wird spannend.
Vorerst vielen Dank für die grosse Arbeit.
Kurt
Lieber Peter,
auch ich bin sehr an den Ergebnissen interessiert und danke Dir bereits jetzt für Deine gezeigten Messergebnisse!
Gespannte Grüße
Thomas
Hallo Peter,
Klar, das ist ein tolles Thema. Ich habe gerade mal geschaut, meine CMOS 5MP Farbkamera läßt sich auch monochrom betreiben. Nun die Frage zum Sensor . Hast du da noch eine Optik zur Anpassung des Cropfaktors drinn oder wird der sicherlich nicht riesige Sensor direkt verwendet. ? Bei mir ist der ja vergleichsweise winzig und bringt dann eine Art Ausschnittvergrößerung. Aber um die Auflösung zu testen, sollte das fast egal sein. Ein weiterer Parameter könnte dann noch das verwendete Fotoobjektiv werden. Vorgestern habe ich mal mit einem 70 bis 200 mm Zoom gearbeitet, was aber nicht an sie Kombination Macro 105mm herankam, aber eine variable Vergrößerung ermöglicht. Na dann frohes Schaffen !
Gruß Lothar
Liebe Leser der Testfraktion,
es überrascht mich, dass in so kurzer Zeit solch ein Interesse an meinen eher langweiligen Meßreihen vorhanden ist. Was ich berichten kann ist :
1. es sind bereits 11 Systeme gemessen !
2. jede Aufnahme wird aus 100 Einzelbilder gemittelt (kein Stack !) um das Rauschen zu eliminieren und die Dynamik etwas zu erhöhen. Gespeichert in TIF 16bit.
3. nach jeder Aufnahme wird der Intensitätsverlauf als Diagramm ermittelt und grafisch ausgegeben. Hier reichen 8bit.
4. jetzt erfolgt die Auswertung der Min. Max. Werte und Berechnung des Michelson-Kontrasts (Excel)
5. Eintrag der Werte in ein Eigenbau-Programm mit grafischer Darstellung und Anpassung nach der Methode der kleinsten Fehlerquadrate, entweder nach Y = A + B x ln(X) (logarithmisch) oder Y = A x X ^ B (nach der Potenzfunktion) , je nach besserem Korrelationskoeffizient.
6. Zusammenfügen der Ergebnisse für die unterschiedlichen Blendenwerte und Aufbereitung für die Darstellung.
Wer nun der Ansicht ist, dass es automatisch abläuft der irrt leicht :D
Als Beleuchtung ist eine stabilisierte LED vorhanden, Kamera die ImagingSource DMK72 (monochrom) damit keine Bayermaske und eine Kamerasoftware noch etwas dazu dichtet. Pixelgröße mit 2,2 x 2,2 µm ausreichend klein. Die Besonderheit : zwischen Intensität und Kameraausgang herrscht tatsächlich Linearität !
Soweit noch als vorläufige Ergänzung zu meiner Ankündigung.
Schöne Mikrogrüße
Peter
Hallo Peter,
die Meßreihen und ihre Präsentation sind keineswegs langweilig!
Viele Grüße
Rainer
Hallo,
das Thema ist hoch interessant, da es ja schier beliebig viele Wege gibt, zu diesen Abbildungsmaßstäben vorzudringen.
Bildqualität und Handhabbarkeit sind dabei jedoch nicht immer so gegeben.
Was ist das übrigens für ein nettes Stativ?
Viele Grüße
Wolfgang
Lieber Herr Höbel,
wieder sehr eindrucksvoll, Ihre interessanten Messungen!
Nur ein Hinweis bezüglich des Zusammenhanges zwischen am Objektiv eingestellter Blendenzahl K und wirksamer Numerischer Apertur NA bei Benutzung a) von Tandem-Sytemen ( wie in meinem Beitrag Mikro- und Makrofotografie mit Kombinationen ... vom 28. 09.) und b) nur eines Objektivs wie bei Ihnen hier.
a) Beim Tandem ist die Gegenstandsweite g gleich der Brennweite f1 des vorderen, die Bildweite b gleich der Brennweite f2 des hinteren Objektivs; Der Abbildungsmaßstab M = b/g = f2/f1 . Die Blendenzahl K des vorderen Objektivs beträgt f1/D (mit D als Durchmesser der wirsamen Aperturblende), die Numerische Apertur - Einhaltung der Sinusbedingung vorausgesetzt - NA = D/2g = D/2f1 = 1/2K.
Damit ergibt sich für K = 4 / 5,6 / 8 jeweils NA = 0,125 / 0,0893 / 0,0625
b) Beim Einzel-Objektiv gilt 1/f = 1/g + 1/b und M = b/g bzw. b = g x M. Umformen und Einsetzen ergibt g = f x (M+1)/M ; damit für die NA :
NA = D/2g = (D/2f ) x [M/(M+1)] = (1/2K) x [M/(M+1)]
Mit M = 4 , wie bei Ihnen vorgegeben, ergibt sich für K = 4 / 5,6 / 8 jeweils NA = 0,10 / 0,071 / 0,050 .
Das Auflösungsvermögen sollte hier - zumindest theoretisch - etwas geringer, die Schärfentiefe etwas größer sein.
Freundliche - leicht theoretisierende - Mikrogrüsse
H. Husemann
Lieber Peter,
insgeheim habe ich es mir gleich gedacht, dass die Testobjekte bei dir in sehr guten Händen sind.
Endlich mal belastbare quantitative Daten zur Kontrastübertragungsfunktion von Makroanordnungen.
Ich bin mal gespannt wie der Vergleich der Kurven Einzelobjektiv gegen Tandemoptik ausfällt und ob die theoretisch
bessere Auflösung der Tandemoptik tatsächlich herauskommt, oder die vielen Linsenflächen der Tandemoptik den Kontrast doch zu sehr verschlechtern.
Obwohl ich erahnen kann wieviel Arbeit noch im Makrobereich auf dich wartet, würde mich das ganze auch im Mikrobereich interessieren. Also z.B. Vergleich 40 x Planapochromat, Neofluar, einfacher Achromat.
Da braucht man natürlich noch viel feinere Testobjekte. Du kannst dir ja schon mal Gedanken machen, wie ein ideales Testobjekt hierfür aussehen müsste und ich werde mich bemühen eine entsprechende Lithografiemaske zu liefern.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Peter
Deine Arbeit beschäftigt mich sehr - das Du dabei so viel manuell machen must - Respekt ...
Meine Gedanke drehen sich um die Umsetzbarkeit der Erkenntnisse in die Praxis ==> nicht nur von Deinem Vergleich, das trifft auch auf meine Tests zu.
Ich muss nach meiner Erfahrung zwei Positionen betrachten, die Bildmitte und eine zweite Position in der Bildecke. Dabei fallt mir neben einem Qualitätsunterschied im Ergebnis (Kontrast, Verzeichnung, Farbsäume, ...) auch eine leichte Fokusdiffenernz (Planlage) auf ...
Wenn Du jetzt bei Deinem Testaufbau nur die Mitte betrachtest - und so sehe ich Deinen Aufbau - frage ich mich wie ich die Erkenntnis in die Praxis umsetze?
Du thematisierst da auch den Sensor, ja das kann ich nur bestätigen das der das Ergebnis beinflusst. Die Ergebnisse in der Bildmitte unterscheiden sich zwischen Canon 1D Mark IV und der neueren Canon 1DX ...
Was für ein Target hast Du da abgebildet?
Spielt Rauschen bei Deinen Vergleichen wirklich eine Rolle? (ich sehe bei ISO 50 oder 100 nicht wirklich einen Unterschied)
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Peter
Für mich wäre interessant:
Die Chipgrösse im Millimeter und Anzahl Pixel x Anzahl Pixel.
Vielen Dank
Kurt
Liebe Makrofreunde,
oh oh, was habe ich da losgetreten :)
Zunächst das ursprüngliche Stemi.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/106104_39695022.jpg)
BMS 144 Trino Zoom Stereomikroskop
Kein schlechtes Stemi (sehr ähnlich einem Olympus SZ40) zu einem sehr günstigen Preis und mit einer Optik, welche noch 300 Lp/mm gut zeigt. Großer Vorteil ist die Auf- und Durchlichtbeleuchtung, welche aber von mir in eine LED Beleuchtung umgebaut wurde. Der Trinoausgang ist eher als Spielzeug zu bewerten und ein Notbehelf.
@ Herrn Husemann,
vielen Dank für die erklärende Theorie zu beiden Systemen. Noch will ich die Katze nicht aus dem Sack lassen, aber es ist hinsichtlich der Auflösung Theorie und Praxis im Einklang. Wenigstens was meine Tests zeigen.
@ Gerhard,
es ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Bereich der Makrofotografie. Selbstverständlich wären für eine umfassende Analyse noch weit mehr Parameter von Interesse, aber wo als kleiner Amateur aufhören?
Weiter ist zu bedenken, dass jedes Objektiv, jedes System immer ein einzelner Testfall darstellt. 10 Objektive der gleichen Baureihe, des gleichen Typs würden sicher auch unterschiedliche Ergebnisse zeigen. Oder wo gibt es NULL Fertigungstoleranz?
Es bleibt also bei allem guten Willen ein vorsichtiger Versuch die beiden Versionen zu vergleichen.
Das verwendete Target ist leider nicht käuflich zu erwerben und ein Testfeld auf einer Lithomaske.
@Kurt,
der Sensor in der Kamera hat : 2592 x 1922 Pixel mit 2,2 x 2,2 µm Pixel = 5,70 x 4,28 mm Chipfläche.
Es wurde absichtlich eine monochrome Kamera verwendet, damit nicht durch die bekannte Bayermaske und unbekannte Algorithmen, zusätzliche Störungen auftreten.
Mit dieser Pixelgröße liegt man in den meisten Fällen unterhalb der Pixelgröße von großen DSLRs.
Es wäre noch denkbar in ausgewählten Spektralbereichen diese Analyse durchzuführen, oder mittels variabler exzentrischer Kameraadaption auch in den Bildecken zu forschen, aber wo hört der Spaß dann auf? Ist jetzt schon eine "nette" Fleißarbeit.
Viele Grüße
Peter
Hallo Peter
Das Objektive unterschiedlich sind kann ich nur bestaetigen, ich habe etliche meiner Objektive aus mehreren ausgewaehlt und es gab immer visuell sichtbare Unterschiede. Es ist oft wirklich nicht leicht eine Entscheidung zu treffen und sich fuer eines zu entscheiden. Dabei spreche ich von Objektiven einer Serie und nicht von vergleichbaren Objektiven quer ueber unterschiedliche Hersteller ...
Meine Erfahrungen beruhen auf Hersteller wie Canon, Leitz, Nikon, Rodenstock, Schneider und Zeiss und bei drei dieser Hersteller steht die Entscheidung an welche Objektive ich wieder abgebe ... Ich hoffe mit Hilfe von einem Testtarget der Entscheidung leichter treffen zu koennen, in der Vergangenheit bin ich nur ueber reale Motive vorgegangen. Jetzt bin ich gespannt und lerne durch Deine Beitraege dazu ...
Danke dafuer, schoenen Abend
Gerhard
Zitat von: Rawfoto in Oktober 17, 2012, 21:20:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter
Das Objektive unterschiedlich sind kann ich nur bestaetigen, ...
Gerhard
Guten Abend Peter H. und Gerhard Z.!
Je höher die Apertur des Objektivs und je mehr Linsen es enthält, um so "individueller" sind seine Leistungsmerkmale. Je komplizierter der Aufbau ist, um so mehr Handarbeit ist bei seiner Herstellung, speziell bei der Montage erforderlich. Geringe Abweichungen beim Krümmungsradius oder der Glaseigenschaften, die nicht irgendwelchen "Normen", sondern der Kunst der Glasschmelzer und der Linsenschleifer unterliegen, müssen stets mit zu den Abweichungen passenden anderen Linsen ausgeglichen werden. Für eine Krümmungsabweichung beispielsweise nach Minus wird dann eine solche nach Plus gesucht, welche den Ausgleich bewerkstelligt. Bei bis zu 13 Linsen in einem Planapochromaten ist das eine rechte zeit- und personalintensive Sache. Da kann es dann auch zu Unterschieden in der Abbildungsleistung kommen oder in der Farbkorrektur der Linsenfehler.
Mir hat einmal jemand ein Planapo zum Kauf angeboten, mit dem Hinweis, er habe es unter sechs Objektivindividuen als bestes ausgesucht.
Ich habs natürlich genommen! Es ist wirklich gut.
Abendgrüße!
KH
Zitat von: Rawfoto in Oktober 17, 2012, 21:20:03 NACHMITTAGS
Hallo Peter
Das Objektive unterschiedlich sind kann ich nur bestaetigen, ...
Gerhard
Zitat von: Klaus Henkel in Oktober 17, 2012, 22:05:29 NACHMITTAGS
.......
Mit hat einmal jemand ein Planapo zum Kauf angeboten, mit dem Hinweis, er habe es unter sechs Objektivindividuen als bestes ausgesucht.
Ich habs natürlich genommen! Es ist wirklich gut.
.....
Guten Morgen Gerhard, guten Morgen Herr Henkel,
den Hinweis eines Zeiss-Mitarbeiters zu den, wenn auch geringen, Qualitätsunterschieden eines Objektivtyps möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Zitat:
"Ein aufgravierter weiß oder schwarz ausgelegter waagerechter Strich oder ein Punkt bedeutet, dass Sie ein Objektiv haben, das zwei mal durch die Qualitätskontrolle musste, da unsere Objektivendkontrolle noch Bildfehler messen konnte. Strich= Astigmatismus, Punkt= Achsfehler, z.B. chromatische.
Bei den markierten handelt es sich somit um meist sehr gute, da gründlich bewertete Objektive.
Eignung oder Nichteignung für bestimmte Verfahren waren mit der Markierung nicht gemeint.
....
Bei CARL ZEISS werden und wurden nur einwandfrei geprüfte Objektive ausgeliefert. Selbstverständlich hat so ein markiertes Objektiv die Kontrollmessungen bestanden. Strich heißt also, dass das Objektiv auf diesen Bildfehler erneut und besonders eingehend justiert wurde. In der Optikfertigung von CZ halten wir sehr strenge Kriterien ein und unsere Toleranzen sind sehr eng. Die besondere Markierung mancher Objektive sollte dies unterstreichen, was insbesondere bei Reparaturen wichtig war.
Die Information war also nicht für den Endnutzer, sondern das Werk wichtig."Mit freundlichen Grüßen
Frank Donat
Guten Morgen
Ich durfte bei Linhof 1992 ein paar Stunden bei der Eingangskontrolle der Schneider und Rodenstockobjektive zusehen. Da gab es eine sehr nette Dame die entschieden hat ob das Objektiv den Linhof Schrifttzug bekommen durfte oder eben nicht und wieder zurueckgeschickt wurde.
Das Objektiv wurde in eine Testvorrichtung montiert und es wurde ein Testmuster auf die speziell beschichtete Wand projeziert. Ihr glaubn nicht wie viele Objekive die Werkskontrolle bei Rodenstock oder Shneider bestanden haben aber die Linhof Kontrolle nicht. An diesem Tag habe ich drei Objektive ausgesucht die dann zu meinen wurden ...
Die damals gesetzten Toleranzen weren einfach enger und mir scheint das war auch sehr von der Erfahrung dieser Dame abhaengig ... Ein paar Jahre spaeter wurde diese Abteilung aufgelassen und Linhof reorganisiert ...
Liebe Gruesse, ich freue mich auf die naechsten Auswertungen von Peter
Gerhard
Hallo Peter,
Dein Vorhaben finde ich sehr interessant, ich befürchte aber, dass es sich zu einer Sisyphos-Arbeit ausweitet, da kein Objektiv dem anderen gleicht.
Auch ich beschäftige mich mit dieser Thematik, allerdings mit geringerem Aufwand. So fotografiere ich eine Rasiermesserschneide im Gegenlicht und werte die Kantenbilder mit dem Programm QuickMTF aus. Angeregt von Deinem ersten Diagramm habe ich heute in Ermanglung eines Rodenstock ApoRodagon 50mm/2,8 mein Sigma 50mm/2,8 Makroobjektiv retro im ABM 4:1 montiert und Fotos mit einer Sony NEX-5N gemacht. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Ergebnisse sehr von der Fokussierung abhängen. Nur wann ist die Fokussierung richtig?
Viele Grüße,
Stuessi
Liebe angespannte Runde,
die Erwartungshaltung ist ja sehr hoch ::) und ich werde ganz sicher nicht alle Fragen mit meinem Bericht erklären können. Wer nun glaubt, dass ich 100 oder mehr Objektive für alle erdenklichen Aufgaben in großen Kisten schlummern habe der irrt gewaltig. Was will ich zeigen ? Die beiden Systeme : ein geeignetes Objektiv in Retrostellung am Balgen/Zwischenring verglichen mit einem System aus einer Tandemkonstruktion. Dabei ist zu klären, ob die theoretische Abschätzung von H.Husemann mit der Berechnung der NA richtig ist, oder ob noch zusätzliche Faktoren diese Theorie stören.
Die Katze lasse ich aber noch nicht aus dem Sack, ich arbeite noch (immer :-[).
@Stüssi
ist das QuickMTF brauchbar und welche Version muß man haben?
Grüße
Peter
Zitat von: peter-h in Oktober 18, 2012, 17:02:19 NACHMITTAGS...
ist das QuickMTF brauchbar und welche Version muß man haben?...
Guten Abend Peter,
ich verwende Quick MTF (Light Edition) Vers. 1.13 und bin damit zufrieden. Wie genau die angegebenen Werte sind weiß ich nicht. Ich vergleiche meine Ergebnisse mit einem Objektiv mit meinen Ergebnissen eines anderen Objektivs. Interessant wäre sicher auch einmal ein Vergleich mit Deinen Ergebnissen anhand desselben Objektivs...
Viele Grüße,
Stuessi
Zwischendurch
Endlich habe ich die Bestätigung, dass mein Gefühl mich nicht getäuscht hat. Bei allen Messungen waren immer die guten alten Objektive im Einsatz. Was ist mit heutigen Glasgräbern zu erwarten? Mein sog. Kit-Objektiv Zoom EF-S 18-55mm 1:3,5 - 1:5,6 IS macht Bilder, aber zufrieden war ich nie damit ! >:(
Wie aber testen, denn die Blendensteuerung geht nur über die Kontakte. Hilfe wie immer aus dem Netz.
1. Objektiv in der Kamera und Kamera einschalten
2. Kamera auf M stellen und die Blende manuell auf den gewünschten Wert bringen.
3. Abblendtaste an der Kamera drücken und gedrückt halten
4. Objektiv abnehmen.
Und siehe da die Blende bleibt wie gewünscht auf dem Wert stehen.
Nach dieser Methode also das Objektiv @ 50mm/5,6 in der Retrostellung mit einem 200mm Objektiv gekoppelt und den "standardisierten" Test durchgeführt.
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/grafik4m9dglz3jor.jpg
Wer hat bessere Werte erwartet? Ein 11 Linser Zoom für schlappe 50 € (oft incl. Garantie zu finden) und dann noch Spitzenwerte zu verlangen wäre sicher zu viel! Viele schlechte Bilder und der Test sind voll im Einklang , Korrelation > 0,9 !
Schönes Wochenende
Peter
Hallo Peter,
kannst du bitte das Objektiv einzeln in Retrostellung mal mit offener Blende 3,5 in 18 mm Stellung (müsste dann so etwa 4,5 :1 auf dem APS Canon Chip sein) testen.
Da war ich positiv überrascht, da ich mit der Canon 600D am Zeiss Testobjekt locker 250 Linien/mm aufgelöst habe. Interessant wäre aber der Verlauf des Kontrasts.
viele Grüsse
Wilfried
Der Charakter eines Objektiv
Ich denke, man muss sich bewusst sein, dass wir uns in der digitalen Zeit befinden.
Jeder der Photoshop zu bedienen weiss ist mit dessen Möglichkeiten besser bedient wie einst ein Photolithograph zur analogen Zeit.
So kann heute relativ einfach der Charakter eines Objektiv bei der Bearbeitung zerstört oder unterstützend herausgearbeitet werden.
Nach meiner Meinung sind die ganz alten Objetive vom Kontrast eher schwach, dies lässt sich allerding heute durch Bearbeitung ändern.
Später, vor der digitalen Zeit wurden Objektive hergestellt die einen etwas höheren Kontrast hatten und somit (zur analogen Zeit)
den Eindruck vermittelten, dass die Auflösung höher sei. Ebenfalls wurde erreicht, dass die Auflösung in der Bildmitte etwas gesteigert wurde, am Rand sackte sie aber ab.
Nun, mit der digitalen Zeit und deren Bearbeitungsmöglichkeiten (Details können relativ einfach mit der Bearbeitung verstärkt werden) ist scheinbar vorwiegend Auflösung gefragt.
Leider wird heute oft ein Objektiv nach seiner Tauglichkeit anhand von digitalen, unbearbeiteten Aufnahmen beurteilt, ein hoher Kontrast,
der zum Teil auf Kosten der Auflösung geht, schliesst besser ab wie ein etwas kontrastarmeres Objektiv mit mehr Auflösung.
Es gehört auch zur Messmethode, dass die digitale Auflösungsgrenze bei 10% des Kontrastes ermittelt wird, was ein Objektiv darunter zu bieten hat,
wird nicht berücksichtigt. So wird die Auflösung der Kamera oft so gewählt, dass eine Auflösung bis zu 10% Kontrast noch erfasst wird,
alles was darunter ist wird verschenkt. Dies ist sehr ungeschickt, denn gerade durch die digitale Bearbeitung können
auch Details die sich durch weniger wie 10% Kontrastunterschied abbilden verstärkt und herausgearbeitet werden.
Für mich ist wichtig, wie steil die Kurve der Auflösung unter 10% Kontrast abfällt!
Ich behaupte mal, dass sie bei den sehr alten (nicht Kontrast optimierten Objektiven) sehr flach abfällt und somit durch Bearbeitung mehr Potenzial bieten.
Ich verwende deshalb eine (digitale) Kamera die doppelt oder noch höher auflöst wie die optischen Daten (Grenze bei 10% Kontrast) eines Objektiv lauten.
Alte Mikroskop Objektive halten ihren etwas geringen Kontrast und Auflösung mit wenig Verlust bis an den Bildrand,
die Auflösung sinkt am Bildrand nicht so stark ab, wie bei den neueren (in der Bildmitte eher höher auflösenden) kontraststärkeren Objektiven.
Ein Zeiss Luminar (konstruiert für Fotografie, da ist eine gleichmässige Auflösung bis zum Bildrand erwünscht) löst nicht so kontrastreich auf,
wie ein Mikroskopobjektiv bei gleicher Vergrösserung, jedoch ist seine (Zeiss Luminar) Auflösung am Rand höher wie die des vergleichbaren Mikroskopobjektiv, ebenfasst sind die CA's geringer.
Quält man ein 105mm Foto Maktoobjektiv mit Zwischenringen oder/und Balgen bis zu einer Vergrösserung bis zu 5X,
dann erhält man ein in der Auflösung geringes aber in der Auflösung gleichbleibendes Bild bis zum Rand.
Ein Mikroskopobjektiv löst in der Bildmitte höher auf, jedoch ist seine Auflösung am Rand geringer wie beim gequälten Fotoobjektiv.
Zur Betrachtung mit dem Auge am Mikroskop ist das Mikroskop Objektiv besser geeignet, der Ausschnitt kann verschoben werden,
für die Fotografie, wenn ein gleichmässiges Bild ohne CA's am Rand erwünscht ist, eignet sich ein gequältes 105mm Fotoobjektiv oder Zeiss Luminar besser.
Falls es der Leser bis hier hin geschafft hat, wird ihm vermutlich klar, was ich mit Charakter eines Objektiv meine.
Wichtig ist, für was man eine Gerätschaft braucht!
Das Maximum der Auflösung wurde schon im vorletzten Jahrhundert erreicht.
Neu ist lediglich, dass man durch Bearbeitung die schwächeren (unter 10% Kontrast) Details bei der Bildbearbeitung herausarbeiten kann und hier ist das Potential bei alten (guten) Objektiven höher.
Somit sind ganz alte Objektive ohne CA's im Randbereich für die Fotografie sehr gut geeignet.
Ich teile hier meine Erfahrung mit, die nicht nur auf einem Faktor (Auflösung in der Bildmitte) basieren.
Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich mich auch noch über Objektivkombinationen auslassen.
Doch vorerst möchte ich gerne den weiteren, durch mich unbeeinflussten Fortgang dieses Themas verfolgen.
Gut Licht
Kurt
Hallo liebe Makroskopiker,
mit der Testmaske von Wilfried habe ich inzwischen viele Kombinationen getestet.
Dies sind meine Ergebnisse mit einem Kinoobjektiv Zeiss Biotar 12,5/2 bei Blende 2 retro vor Minolta MC 200/4 bei Blende 4 an der Sony NEX-5N.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/120696_30607723.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/120696_35170261.jpg)
Interessieren würde mich ein Vergleich mit einem Photar 12,5/1,9 oder Luminar 16/2,5 am 200-er Objektiv. Leider besitze ich aber keins dieser Objektive.
Viele Grüße,
Stuessi
Hallo Stüssi
Im Moment verfolge ich einen anderen Weg zur Erhöhung der Auflösung von 1:1 bis 10:1, wie ich einst hier beschrieb:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=12046.0
Da der Bildkreis der Luminare sehr gross ist, fotografiere ich inzwischen erfolgreich im Bereich von 1:1 bis 10:1 mit einer Vollformat Kamera.
Um den gleichen Bildausschnitt zu erhalten, ist es nötig, optisch 1.5x mehr zu vergrössern, dadurch wird die Auflösung zwischen 15-30% höher.
Bei der Messung der Auflösung mit schwarzen Linien, stelle ich diese in einem 30° Winkel zum Bild und somit zur Anordnung der Chip-Pixel.
Die Ergebnisse (LP/mm) fallen dadurch etwas (ca. 10%) geringer aus, doch ist der Übergang von "aufgelöst" zu "nicht mehr aufgelöst" eindeutiger.
Gut Licht
Kurt