Mikro-Forum

Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: rheinweib in Oktober 28, 2012, 21:48:09 NACHMITTAGS

Titel: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 28, 2012, 21:48:09 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,
HDD hat gemeint, da könnten winzige Sehnen an den Borsten sein,
denke mal er könnte Recht haben, oder? Können die ihre Haare aufstellen, legen sie sie beim fliegen vielleicht an?
Hätte nicht gedacht, das meine dienstälteste Fliege noch soviel "hergibt"

und diese Rillen........ein Traum  ;D


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107058_66661415.jpg)
MeMi - 16x Epiplan - Gruss an Klaus  ;), ohne Okular
ich versuchs mal etwas besser........


Gruss
Heike


P.S. ich hab eben ein Zeiss-MeMi geküsst  ;D

Titel: Re: haben Fliegenborsten Sehnen?
Beitrag von: Fahrenheit in Oktober 28, 2012, 21:51:38 NACHMITTAGS
Liebe Heike,

mit Fliegen kenne ich mich nicht so aus, aber ich denk, es könnte sich auch um Sinneshaare handeln, die auf Luftbewegung reagieren.
Oder vielleicht doch nur "Dreck"?
Jürgen kennt sich mit der Anatomie der Insekten auf alle fälle besser aus als ich - vielleicht meldet er sich noch.

Herzliche Grüße
Jörg

p.s.
Tolle Aufnahme!  :D

Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 28, 2012, 22:07:19 NACHMITTAGS

Hallo Jörg,
also Dreck ist es mit absoluter Sicherheit nicht, denn dieses Ding ist an jeder Borstenwurzel.

Mal sehen, ob jemand was weiss.

Gruss
Heike
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen?
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 28, 2012, 22:31:45 NACHMITTAGS
Liebe Heike,

super Bild! (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107069_56780999.jpg) (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107069_46319620.jpg) (https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107069_20056235.jpg)

Soweit so gut, aber einen kapitalen Fehler hast du gemacht:
ZitatMeMi

steht ja wohl für Mess-Mikroskop. Du benutzt aber ein Tiefen-Messmikroskop! Das sind Welten; da was du hast ist ein Präzissionsinstrument. Dagegen sind Messmikroskope Feld-Wald- und Wiesen-Instrumente.

Die korrekte alleine zulässige Abkü wäre dann TiMeMi. ;) Obwohl die in keiner Zeiss-Broschüre zu finden ist, aber das soll uns jetzt nicht stören!

Also nix gegen die wirklich anerkennenswerten Ergebnisse, die du damit erzielst, aber korrekte Bezeichnung muss schon sein! :D Du arbeitest mit einem TiMeMi! 8)

Das 16er Epiplan ist gar nicht so übel gelle?  ;) und in der LD-Ausführung hast du noch Platz für seitliche Beleuchtung!

Ein Genuß deine Bilder anzuschauen! :)

Edit: ach übrigens ich hab mich geirrt: das koaxiale Auflicht kannst du vergessen: das macht die Bilder nur flau - ich schick dir also den Reflektor nicht!
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen?
Beitrag von: JB in Oktober 28, 2012, 22:49:46 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

Genaue Angaben zu diesen Haaren konnte ich nicht finden.

Die Strukturen an der Basis der Haare sehen aber nach Bildungen der Cuticula aus. Solche assymmetrischen Haargruben (mit einem kleinen Segel an einer Seite) dienen dazu, dem Haar Direktionalitaet als Sinnesorgan zu verleihen. Durch das Segel wird das Haar hauptsaechlich seitlich bewegt und dadurch die Mechanorezeptoren an seiner Basis entsprechend angeregt. Die Haare auf der Oberflaeche des Insekts dienen zum Beispiel der Koordination beim Fliegen.

Insektenhaare sind in der Regel nicht willkuehrlich beweglich (sie haben keine Sehnen und auch keine Muskelansaetze). Waere das moeglich, wuerden wir mehr davon sehen (zB Insekten die wie Igel ihre Stacheln aufstellen koennen). Andererseits ware ich nicht ueberrascht wenn es Ausnahmen gaebe :)

Haare mit aehnlichen assymmetrischen Basen finden ich bei Calliphora auch an anderen Stellen: Quelle:
Structure and kinematics of the prosternal organs and their influence an head position in the blowfly Calliphora erythrocephala Meig.
Preuss, Hengstenberg (1992) J Comp Physiol A 171:483-493
http://www.springerlink.com/content/h3222wj312777t61/

Beste Gruesse,

Jon
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 28, 2012, 23:35:39 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

Kompliment ! Jetzt bist du mir etwas voraus. Diesen Becher in dem das Haar steht kenne ich von manchen Spinnenbeinen her. Damit "hört" die Spinne. ( erspürt geringste Luftschwankungen ) Da ist unten im Becher eine dünne Membran, welche bei der Fliege auch oben sein könnte.? Dann wäre der vermutete Sehnenteil eventuell der Rest einer aufgetrockneten Membran ?
Du müßtest also mal eine lebendige Fliege in Vollnarkose unter das Mikroskop packen. Geht übrigens ganz gut. Habe neulich eine mit reichlich Ethylacetat auf einem Stückchen Zellstoff in einem Plastikdöschen vermeintlich umgebracht und nach weniger als einer Minute entnommen, auf einen Objektträger gelegt und wurde zum Kaffee gerufen. Nach der halbstündigen Pause wurde ich bereits wieder von dem anhänglichen Tierchen angeflogen. Es ist also mehr die Verweilzeit und nicht so sehr die Intensität des Betäubungsmittels, welche zum Ableben führt.

Gruß Lothar
Titel: Jabberwocky, oder: wozu nicht ein paar neue Namen?
Beitrag von: TPL in Oktober 29, 2012, 00:00:02 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 28, 2012, 22:31:45 NACHMITTAGS
ZitatMeMi
steht ja wohl für Mess-Mikroskop. Du benutzt aber ein Tiefen-Messmikroskop! Das sind Welten; da was du hast ist ein Präzissionsinstrument. Dagegen sind Messmikroskope Feld-Wald- und Wiesen-Instrumente. (...)
Also nix gegen die wirklich anerkennenswerten Ergebnisse, die du damit erzielst, aber korrekte Bezeichnung muss schon sein! :D Du arbeitest mit einem TiMeMi! 8)

Nicht zu fassen, Klaus!
Du bist der unbestrittene Herr der totalen Verwirrung! Wie kommst Du darauf, das Heike ein "Mikroskop für Tiefenmessungen" benutzt? Es ist doch ganz offensichtlich keines (sondern das "Auflichtmikroskop")! Es ist zwar nicht extrem wichtig, aber doch ein bisschen unnütze, dem Ding laufend andere, und dann auch noch irreführende Namen zu geben. Ist das lustig und ich verstehe den Witz daran nicht?

Und warum nun ein Epiplan ohne die kompensierende Optik dazu? Warum überhaupt ein Plan-Objektiv? Das braucht man bei solchen (absolut nicht planen) Objekten doch gar nicht... Ich fand die Bilder mit den bisherigen Objektiven farbfehlerfreier. Aber... was weiß denn ich?

Irritierte Grüße
Thomas
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 00:14:26 VORMITTAG
Epi........Och nö.....
NÖÖÖÖÖ!! NÖÖÖÖÖÖÖÖÖ..............also ist ein Epiplan für plane/platte Objekte? Welcher normale (naja, vielleich ein bsichen drüber hinaus) Hobbyfotograf/in soll da noch durchblicken?

Der Einfachheit halber, es ist mir absolut wurscht, auf welchen Namen dieses wunderbare Teil hört - ICH LIEBE ES !
Ich nenne es weiterhin "MeMi".....hab mich halt dran gewöhnt.  Egal ob es ein MeMi, ein TiMeMi oder ein what-ever Mi is.....(bald) isses mein MeMi! Feddisch - und nu is Ruh  ;D

Das 16x Epi hab ich genommen weil, mehr Platz, größerer Arbeitsabstand, weil ich mit meinem 20x *ichbinausmOstenObjektiv*
zu dicht am Objekt klebe, da kann ich die Beleuchtung nicht mehr annähernd steuern und das 10er "Ossi" erschafft fürchterliche CA´s , wunderbare Regenbögen, soweit das Auge reicht. Ich blicke durch den Objektiv/Okular-Dschungel nicht ansatzweise durch....... ???

nochn Versuch (bischen Auschnitt), aber nicht wirklich besser.....
is halt recht klein, dat janze Jedöns (war für eine elementare Mikroskopie-Erkenntniss mitten in der Nacht! ;D)
da pappt was auf der Borste......

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107086_20110908.jpg)



Gruss
Heike
(die unter direktem Einfluss einer leckeren, leider fast leeren Flasche Pfälzer-Leckerschmecker steht  ;D und sich vorsorglich in aller Form entschuldigt, falls sie mal wieder Unfug gepostet haben sollte - Gute Nacht)



Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 06:57:08 VORMITTAG
Guten Morgen Heike,

"da pappt was auf der Borste"  Das ist eine Frage des "Blickwinkels". Versuche mal das als angebrochene Stelle mit einer Ausplatzung zu betrachten. Die Wahrscheinlichkeit dürfte höher sein. Man sieht recht oft abgebrochene Tasthaare in der Fliegenlandschaft.

Aber was ganz anderes; schau dir mal den "Kelch" im folgenden Bild an. Den, ob mehrere weiß ich nicht, trägt die im Bereich unter dem Kopf in Richtung Kopfbruststück. Das wäre schön, den mal in der Vergrößerung wie die Borste zu sehen. Ist vermutlich auch ein Sensor.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107087_19240895.jpg)

Das müßte in etwa hinter dem Rüssel/Zunge sein. In der Düne sind auch abgebrochene Haare zu sehen.

Dann weiterhin viel Spaß mit der "Kuckmaschin" und Grüße aus dem verschneiten BGL

Lothar
Titel: Re: Jabberwocky, oder: wozu nicht ein paar neue Namen?
Beitrag von: Klaus Henkel in Oktober 29, 2012, 08:58:35 VORMITTAG
Zitat von: TPL in Oktober 29, 2012, 00:00:02 VORMITTAG
Und warum nun ein Epiplan ohne die kompensierende Optik dazu? Warum überhaupt ein Plan-Objektiv? Das braucht man bei solchen (absolut nicht planen) Objekten doch gar nicht... Ich fand die Bilder mit den bisherigen Objektiven farbfehlerfreier. Aber... was weiß denn ich?
Thomas

Guten Morgen TPL!

Sie nehmen mir meinen Kommentar aus den Fingern. Man sagte früher "aus dem Munde".
Also Zustimmung zu Ihrer Anmerkung "plan" oder nicht-plan und zur imperfekten Farbkorrektion.
Für Lupen- und Auflicht-Dunkelfeld-Aufnahmen gibt es geeignetere Objektive bzw. Objektiv/Okular-Kombinationen.

Ihnen, Heike und dem Schwabenklaus eine gute Mikrowoche!
Und an Heike den Vorschlag, einfach so weiterzumachen wie bisher!
KH
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: reblaus in Oktober 29, 2012, 09:18:35 VORMITTAG
Hallo Entomakroskopiker -

der "Kelch" dürfte ein Schwingkölbchen sein, d.h. das reduzierte hintere Flügelpaar der Dipteren = Zweiflügler.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 09:42:46 VORMITTAG
Hallo Heike,

Das sind ganz tolle Bilder. Aber: Ist die ,,Sehne" wirklich mit dem Haar verbunden? Wenn ich mir Deine Bilder ansähe, habe ich daran meine Zweifel.

Eine Sehne, die ins Innere des Körpers führt, ist es offenbar ohnehin nicht. Vielmehr ist die ,,Sehne" unmittelbar das Integument des Körpers angeheftet. Wenn also mit dieser ,,Sehne" Zug auf das Haar ausgeübt werden sollte, müsste gleichzeitig auch das Integument mit bewegt werden. Dies erscheint doch sehr unwahrscheinlich.

Offensichtlich handelt es sich um ein mechanosorisches Haar. Es reagiert also auf Berührungsreiz. Ein durch Muskulatur gesteuertes Haar hätte meines Erachtens keinerlei Funktion.

Bei meiner histologischen Schnitten habe ich auch noch nie Muskulatur an einem Haaransatz gesehen. Sensorische Haare befinden sich allerdings über den gesamten Körper des Insekt verstreut.

Bei den Antennen wird allerdings der gesamte darauf befindliche sensorische Apparat in Stellung gebracht. Die Antennen sind ja, wie wir aus der Beobachtung der Natur wissen, sehr beweglich und vom Insekt in bestimmte Richtungen steuerbar.

-------------------------

Jon, da hast Du einen wunderbaren Artikel herausgesucht. Ganz herzlichen Dank dafür.

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Herne in Oktober 29, 2012, 11:06:44 VORMITTAG
Hallo zusammen,
ist der "Kelch" in Lothars Aufnahme nicht der etwas eingeschrumpfte Rest eines Schwingkölbchens?

m.f.G.
Herbert
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 12:19:16 NACHMITTAGS
Moin zusammen,

Zitat von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 09:42:46 VORMITTAG
Ist die „Sehne“ wirklich mit dem Haar verbunden? Wenn ich mir Deine Bilder ansähe, habe ich daran meine Zweifel.

Die Zweifel hab ich auch, es sieht eigentlich nicht so aus, als wenn da eine feste Verbindung wäre.

Nach dem "Kelch" hatte ich auch irgendwann mal gefragt, das ist wohl ein Schwingkölbchen, ehemals Flügel (oder?)

Gruss
Heike
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 12:32:25 NACHMITTAGS
Zitat von: reblaus in Oktober 29, 2012, 09:18:35 VORMITTAG
Hallo Entomakroskopiker -

der "Kelch" dürfte ein Schwingkölbchen sein, d.h. das reduzierte hintere Flügelpaar der Dipteren = Zweiflügler.

Viele Grüße

Rolf



Hallo Rolf,

in diesem Falle oder anders ausgedrückt, bei dieser Fliege sitzt das Schwingkölbchen deutlich weiter hinten und würde bei dem Maßstab das Bild ausfüllen. Bei der Aufnahme befinden wir uns am Rand des Mundes, wenn man das da so nennen kann. Also hinter der Zunge/Rüssel.
Die "Düne" ist vermutlich Teil des Trichters vom "Mundwerk"
Hier war gerade massiver Störeinfluß und ich konnte das nicht absenden. Das beantwortet auch die zwischenzeitlich aufgelaufenen Fragen.

Gruß Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 12:32:52 NACHMITTAGS
Liebe Heike,

So ein Kelch ist mir bei meinen Insekten auch noch nicht untergekommen. Es mag sein, dass Rolf mit seiner Diagnose recht hat, und es sich um ein deformiertes Schwingkölbchen handelt. Wie Rolf schon schrieb: Bei den Schwingkölbchen handelt es sich um ein zweites umgewandeltes Flügelpaar der Dipteren (also Zweiflügler), mit denen die Lage des Körpers der Insekten während des Fluges gemessen wird. Die Kölbchen selbst bestehen aus sehr lockerem Gewebe, dass durchaus eingeschrumpft sein könnte.

Was mich nur wundert, ist die Größe des pilzartigen Gebildes. Es scheint doch erheblich kleiner zu sein, als ein Schwingkölbchen wäre. Lothar müsste die Lage des Kölbchens etwas genauer mitteilen. Hier würde einmal ein Foto mit wesentlich schwächerer Vergrößerung hilfreich sein.

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 12:39:52 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

da haben wir gleichzeitig abgeschickt. Der Kelch sitzt sozusagen hinter der "Oberlippe" Meine Fliegenkadaver harren noch in einem Umzugskarton. Von daher vorläufig kein neues Foto meinerseits.

Gruß Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 14:35:03 NACHMITTAGS
Foto?....kommt gleich
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 14:43:19 NACHMITTAGS
hier sind welche


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/schwinger1.jpg)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/schwinger2.jpg)


Gruss
Heike

an der Fliege, die ich momentan in der Mache habe, kann ich diese Dinger einfach nicht finden....... :-\
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 15:51:49 NACHMITTAGS
Hallo Heike,

Danke für die schnelle Reaktion. Du müßtest die Fliege aufs Kreuz legen und den Kopf unterlegen um in etwa leicht schräg über die Zunge hinweg in Richtung "Hals" zu fotografieren. Das obige Foto entstand, wie ich versucht habe die "Reißzähne" der Fliege von vorne zu fotografieren.
Hier mal das Foto von dem vorderen Reißzahn. War für mich auch komplett neu, daß die so etwas haben. Wird vermutlich benötigt um bei eingetrocknetem Futter das trockene Häutchen aufzureißen. ( Hypothese eines ahnungslosen lieber Jürgen)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107129_59754391.jpg)

Der zweite Zahn sitzt auf der anderen Seite des bogenförmigen "Aufreißmechanismus". Hier leider im Schatten. Die Aufnahme sollte lediglich so einen Zahn zeigen und ist daher nicht überall scharf. Besagter Kelch ist in Verlängerung über so einen Zahn ins Blickfeld gekommen.

Gruß Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 16:10:52 NACHMITTAGS
Nach etwas suchen hier mal dieser "Aufreißmechanismus":

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107133_52270990.jpg)

Das sieht mir nach einer vorschiebbaren, gabelähnlichen Einrichtung aus.

@ Lieber Jürgen,

ist das bekannt oder hat sich das bisher in den unbekannten Kleinigkeiten versteckt, welche erst durch das Stacken offensichtlich werden ?
Für mich sind diese Reißerchen eigentlich viel interessanter als der "Kelch". Ist aber auch recht, wen ich/wir dazulernen, wenn du lachend schreibst wie das Zeugs heißt und für was es verwendet wird.

Gruß Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 16:14:59 NACHMITTAGS
Ja, das sind sie liebe Heike, und auch wunderschön abgebildet. Die Schwingkölbchen stellen übrigens auch ein gutes Objekt für Deine hervorragenden Stackingkünste dar. An den ,,Stängeln" im unteren und mittleren Abschnitt befinden sich viele kleine Sensillen. Damit Du sie findest, schau einmal hier: http://www.faunistik.net/DETINVERT/MORPHOLOGY/FLUEGEL/halteren.html Vielleicht gelingt es Dir, sie sichtbar zu machen.

Liebe Grüße

Jürgen
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 16:38:00 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,
die will ich ja sichtbar machen, aber ich suche und suche......und kann sie nicht finden. Gibts es eine Fliegenart, die keine hat?
Hab statt dessen genau an der Stelle, wo die Dinger sein müssten, etwas recht großes gefunden, auf beiden Seiten gleich.
Bins grad am stapeln. Bild folgt so in 20 Minuten (oder so, wenns was wird).

Gruss
Heike
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 16:40:11 NACHMITTAGS
Lieber Lothar,

Ich glaube bei dem" Doppelzahn" in Deinem Bild an keinen Kratzer. Du musst in Rechnung stellen, dass auf Deinem Bild der Rüssel eingezogen ist. Der Rüssel ist ja so etwas wie ein Tupfer. Die eigentlichen Kratzer sind die so genannten Pseudotracheen, die ich einmal im histologischen Schnitt dargestellt habe. http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=12359.0  Du siehst sie auf Deinem Bild auch: Der Rüssel hat deshalb eine kleine Streifen. Diese Streifen bestehen aus Chitin, und können Oberflächen abkratzen.

Wahrscheinlich handelt es sich bei Deinen "Doppelzahn" um das so genannte Labrum. Dein Kratzer dürfte daher der Stabilisierung des Rüssels dienen, wenn er ausgefahren ist.

Weißt Du, um welche Fliegenart es sich bei Deiner Fliege handelt?

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 17:19:30 NACHMITTAGS
Schwingkölbchen? das ist dann wohl eher ein amtlicher Kolben  ;D


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107149_499338.jpg)
zur Orientierung:
links oben - Flügel,
rechts - Beginn Hinterleib,
Kopf weeeeeeit außerhalb links  :D


Gruss
Heike

ich versuche mal, von der anderen Seite "reinzugucken"
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 17:39:22 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

vielen Dank für deine Ausführungen. Da es hier genügend Stallungen in der Gegend gibt, kann ich nicht sicher sagen, daß es sich um Musca domestica handelt. Ich bin für mich davon ausgegangen, weil sich die Fliege über längere Zeit in meinem Arbeitszimmer gut zu Hause fühlte. Sagt natürlich nichts, wenn sie mich für ein Rindvieh hielt. ;D Auch habe ich die sogenannten Reißzähne zunächst für abgebrochene Borsten gehalten, was spätestens bei dem Blick auf die Anordnung von oben unsinnig erschien. Vielleicht habe ich ja Glück bei den alten Bildern noch etwas dazu zu finden. Werde natürlich bei weiteren Fliegen darauf achten ob ähnliches festzustellen ist.

Schönen Abend noch

Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Lothar Gutjahr in Oktober 29, 2012, 17:58:10 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

ich muß zurückrudern, was diese zuletzt gezeigte Fliege anbelangt. Die war etwas größer und vom Körper her schwarz gefärbt und dürfte zu den Schmeißfliegen gehört haben. Sorry ich habe da zwei Untersuchungen durcheinandergekegelt.

Gruß Lothar
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 18:13:27 NACHMITTAGS
noch eins, Perspektive schräg von oben-hinten - versteht das jemand?
Also wenn die Fliege, von oben betrachtet mit dem Kopf auf 12 Uhr läge,
dann wäre meine Kamera so auf 5 Uhr schräg von oben-hinten....ohweia  ??? oder?  ;D


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107156_20472859.jpg)

Gruss
Euere Erklärbärin
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 29, 2012, 19:16:42 NACHMITTAGS
Liebe Heike,

leider sehe ich in diesem Falle nichts.... Die Vergrößerung ist leider zu stark :-)

Vielleicht ist das, was Du als Kolben bezeichnest ein Flügelschüppchen. Calyptraten verstecken ihre Halteren (Schwingkölbchen) unter einer Calyptra oder Squama, einem Teil des ersten Flügels. Müsstest Du mal vorsichtig drunterschauen....

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: liebe Entomologen: haben Fliegenborsten tatsächlich Sehnen (oder sowas)?
Beitrag von: rheinweib in Oktober 29, 2012, 21:51:47 NACHMITTAGS
ich auch nicht  ;D

ich glaube inzwischen, diese Fliege ist ohne unterwegs (gewesen), oder sie sind abgefallen.
Da ist einfach nichts, was auch nur ähnlich aussieht. Hab auf der einen Seite mal den Flügel
entfernt, aber "sie sehen, das sie nichts sehen", keine Kölbchen - nix, nur dieses Gebilde, das ich
fotografiert hab.

Gruss
Heike