Hallo
ich fotografiere mit der Nikon Coolpix 990 am Wild M5A z.Z. noch freihändig über das Okular. Ich möchte einen satt schwarzen Hintergrund.
Ich habe folgenden Aufbau:
- schwarze Einlegeplatte auf dem Stativfuss
- darauf ein Mattglas ---> ermöglicht schattenfreie Ausleuchtung
- Objekte: hier Mooskapseln
- Als Beleuchtung zwei gegenübergestellte LED Leuchten mit einer Ausrichtung seitlich / von oben
Wie kann ich einen satt durchgefärbten Hintergrund erreichen?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107495_48602916.jpg)
Für Tipps bin ich dankbar!
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Arnold,
mir ist nicht ganz klar: Soll der Hintergrund satt schwarz werden oder satt irgendwiefarbig?
Prinzipiell ist es problematisch, wenn die Objekte direkt auf oder knapp über dem Hintergrund liegen, weil der Hintergrund dann immer genauso wie das Objekt mitbeleuchtet wird und oft ziemlich blass ausfällt. Einen satt schwarzen Hintergrund erreicht man am besten mit einem schwarzen Loch. Ich mache es beispielsweise so: Unten steht ein nach oben und unten offener Zylinder aus schwarzem Fotokarton, darunter wiederum ein schwarzer oder farbiger oder auch mehrfarbiger Fotokarton, darüber wird das an einer Nadel aufgespießte Objekt platziert. Der Zylinderboden wird je nach Beleuchtung gar nicht oder nur schwach mitbeleuchtet, so dass er bei schwarzem Fotokarton tiefschwarz bis schwarz bleibt. Deine Objekte dürften zu klein fürs Aufspießen sein, man müsste ein Glasplättchen auf den Zylinder legen. Das geht oft ganz gut, manchmal muss man aber auch Reflexe per Polfilter ausschalten.
Schneidet man aus dem Zylinder seitlich einen Teil heraus, kann man den Boden separat beleuchten und die Hintergrundhelligkeit abstufen. Das sieht dann etwa so aus:
(http://www.bewie.de/images/FuerExterneSeiten/Stack/FlorfliegeB.jpg)
Wichtig ist in jedem Fall aber, dass der Hintergrund weit genug vom Objekt entfernt ist und unscharf bleibt. Denn wenn man seine Struktur sieht, lenkt das nur unnötig vom eigentlichen Ojekt ab, und das haben Deine schönen Sporenkapsel ja wirklich nicht verdient!
Herzliche Grüße
Bernd Wiedemann
Hallo Arnold,
ganz einfach: du legst das Mattglas, auf das du deine Objekte legst, auf einen dunklen Ring, damit du Abstand von der schwarzen Einlegeplatte hast. Der verhindert zusätzlich, dass deine Einlegeplatte seitlich angeleuchtet wird - die wirkt durch die Reflexe nämlich gar nicht mehr tief schwarz, sondern grau.
Heike schrieb mal , dass sie ihre Objekte auf ein Polfilter legt. Habe ich noch nicht probiert.
Hallo Bernd und Klaus
besten Dank.
Zur Farbe des Hintergrundes habe ich mich zu wenig präzis ausgedrückt.
Die Farbe des Hintergrundes soll das abzubildende Objekt vorteilhaft unterstützen.
Das kann ich nun mit Hilfe eurer Vorschläge machen!
Gruss Arnold
Hallo Arnold,
ZitatDas kann ich nun mit Hilfe eurer Vorschläge machen!
dann ist mein Vorschlag zu modifizieren: der Abstandsring muss lichtdurchlässig sein, damit du den beliebig farbigen Karton als Untergrund beleuchten kannst. Wichtig ist: Abstand, damit die Oberfläche diffus wird!
Hallo Herr Büschlen,
übrigens sind die Orthotrichum-Sporogone wunderschön. Egal ob mit schwarzen oder diffusen Hintergrund. O.speciosum?
Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser
Hallo Herr Kaiser
ja, O. speciosum. Standort auf Eiche, Kalyptra stark behaart, lange Seta und phaneropore Spaltöffnung.
Herzliche Grüsse
Arnold Büschlen
Hallo
ich habe nun eine Änderung der Plattform vorgenommen und das Ergebnis kommt nun meinem Anspruch näher!
Ich habe bei der Stereolupe am Fuss die Einlegeplatte entfernt und in die Öffnung ein ca. 3cm hohe Plattform (schwarzes Rohr) gestellt. Als Auflagefläche für die Mooskapseln nahm ich ein gefasster Filter mit der Bezeichnung "544".
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107596_38461939.jpg)
Das Ergebnis lässt sich sehen!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107596_33435638.jpg)
Besten Dank für die Hilfestellungen.
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Arnold,
wenn du jetzt noch diesen Unterbau gegen eine 50 ml Kristallisationsschale oder ähnliches austauschen tust, kannst du auch den bereits von Klaus angesprochenen Farbhintergrund verwenden. So eine Schale ohne Ausguss könnte ich dir gegebenfalls gegen Portoerstattung spendieren, falls du da keinen Zugang hast. Die hat 50 mm Durchmesser und ist 35 mm hoch. Mit mehreren Farben als Unterlage gibt das auch hübsche Farbverläufe.
Gruß Lothar
Hallo Arnold!
Sensationelle Verbesserung!
Ich würde bei der Fotobearbeitung einen Hauch die "Klarheit" heben! Bei den verschiedenen Programmen heisst das verschieden.
Liebe Grüße
Franz
Hallo
hier nun noch einmal das gleiche Bild wie oben, aber mit einer Verstärkung der Kontraste mittels Anwendung des Hochpass-Filters im CS4.
Wie schon oben erwähnt ist die Kamera eine Nikon Coolpix 990 freihändig am Wild M5A eingesetzt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107637_35189229.jpg)
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Arnold,
da gibt´s nichts mehr zu meckern.
Sehr schöne Aufnahme !
Hallo Arnold
Sorry, aber die Aussage von Hugo verleitete mich zur Kritik :-)
Es ist zu wenig Gelb vorhanden, das Grün ist viel zu kalt. Also selektive Farbkorrektur und Farbtemperatur anpassen ist angesagt ...
Betrachtung erfolgte am kalibriertem Bildbearbeitungsplatz bei K5000
Bitte als kleinen Tipp zur Verbesserung ansehen, auch ich finde das das neue Ergebnis deutlich besser ist. Auch da gibt es Potential in Richtung eines neutralen Hintergrunds (Grüntöne?) ==> Mein Tipp vor Ort immer nachsehen was da in der Natur für ein Hintergrund steht ...
Liebe Grüße aus dem Fotostudio
Gerhard
Hallo Arnold,
da möchte ich mich Gerhards Äußerungen anschließen und noch einen draufsetzen. Schwarz ist keine Farbe lernt man in der Kunstschule. Und wird wenn eingesetzt als Loch im Bild bezeichnet. Dunkel ja, aber nicht absolut schwarz. Probiere das doch mal mit einem unscharf gestellten Hintergrund aus etwa buntem. Die dezente Färbung erreicht man mit der Lichtmenge, die auf diesen Hintergrund fällt. Von der Farbe her würde ein dezentes, dunkelbraunrotes Gemisch sehr gut passen.
Gruß Lothar
Zitat von: Lothar Gutjahr in November 02, 2012, 17:42:29 NACHMITTAGS
da möchte ich mich Gerhards Äußerungen anschließen und noch einen draufsetzen. Schwarz ist keine Farbe lernt man in der Kunstschule. Und wird wenn eingesetzt als Loch im Bild bezeichnet. Dunkel ja, aber nicht absolut schwarz. Probiere das doch mal mit einem unscharf gestellten Hintergrund aus etwa buntem. Die dezente Färbung erreicht man mit der Lichtmenge, die auf diesen Hintergrund fällt. Von der Farbe her würde ein dezentes, dunkelbraunrotes Gemisch sehr gut passen.
Gruß Lothar
Hallo Lothar
Sie mögen vom ästhetischen Standpunkt durchaus rechthaben. Aber:
In der wissenschaftlichen Pflanzenfotografie (von kleinen Details vor allem) ist der pechschwarze Hintergrund seit Jahrzehnten die Regel. Viele Redaktionen von wiss. Publikationen bestehen darauf.
Warum, das weiß der Himmel. Eine botanisch orientierte Begründung dafür gibt es nicht, eine fotografische meines Wissens auch nicht.
Gruß KH
Hallo Arnold,
ich finde Deine neuen Aufnahmen schön, da kommen alle Details gut raus. Klar, die Farbe müsste noch ein wenig justiert werden, aber das dürfte kein Problem sein. Der tiefscharze Hintergrund hat den Vorteil, dass er gar nicht mehr vom Objekt ablenkt und für Vergleichbarkeit bei verschiedenen Aufnahmen sorgt. Das finde ich bei dokumentarischen Fotos einfach gut und richtig, da kann die Kunstschule sagen, was sie will. Mit Farbe kann man allerdings Stimmung ins Bild bringen, dass ist dann aber ein anderer Spielplatz, der mit Dokumentation nichts zu tun hat.
Herzliche Grüße
B. Wiedemann
Hallo Arnold,
schöne Bilder hast du da.
Ein von Unten nach Oben dunkel werdender Hintergrund erzeugt eine räumliche Tiefe, dies ist einer der wenigen Tricks die ich kenne.
Ist sicher nicht der Geheimtipp, aber bei der Lage des Objektes auf den ersten Bild, könnte ich mir das so sehr gut vorstellen.
Viele Grüße,
Johannes
Guten Abend
ich danke euch für die konstruktiven Anregungen zum erreichen eines gleichmässig durchgefärbten Hintergrund (im gezeigten Beispiel tief schwarz). Mein Ziel ist, eine reproduzierbare Lösung zu finden die sehr einfach in der Anwendung ist.
Gruss Arnold Büschlen
Hallo Arnold,
das letzte Foto ist richtig super, und der schwarze Hintergrund passt perfekt. Mir ist es egal, was die Theorie sagt, schwarz und weiß sind für mich genauso Farben wie ein neutrales grau. Welche Hintergrundfarbe man optimalerweise verwendet, hängt natürlich auch vom Motiv ab.
Liebe Grüße
Angie
Hallo,
ZitatIch möchte einen satt schwarzen Hintergrund
Das hatte ich überlesen, sorry,
Dann ist sicher ein matt schwarzer Hintergrund, möglichst weit von Objekt entfernt, das Mittel der Wahl.
Auf diesen Hintergrund sollte auch so wenig Licht wie Möglich scheinen, zum Beispiel durch eine Schreibtischlampe.
Viele Grüße,
Johannes
Lieber Arnold,
mal wieder hat es mich in Fingern gejuckt ... habe mal dilettantisch den Hintergrund leicht verändert (etwas heller, etwas wärmer). Ob das Motiv nun deutlicher oder ansprechender wirkt - keine Ahnung. Ich meine, dass die Pflanzendetails nun nicht mehr so brillant erscheinen wie vor dem schwarzen Hintergrund. Aber urteile selbst:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107748_46967506.jpg)
Herzliche Bastelgrüße
Angie
Guten Abend
Die Kunst und die Wissenschaft liegen gar nicht so weit auseinander, alle Toene auf der Grauachse werden als keine Farben gesehen. Das ist auch der Grund warum genau diese als neutral bezeichnet weden und in der wissenschaftlichen Fotografie als Hintergrund herhalten muss ...
In den letzten ca. 15 Jahren tritt diese veralterte Ansicht aber in den Hintergrund und es werden struktorlose Hintergruende der natuerlichen Umgebung gefragt und gekauft. Diese sind allerdings um einiges komplizierter zu realisieren und erfordern Kenntnisse der natuerlichen Umgebung. In den letzten 20 Jahren habe ich kaum schwarze Hintergruende fotografiert, neben den farbigen waren vor allem helle bis neutrale gefragt.
Die Schwarzen stammen noch aus der Zeit der SW-Aufnahmen
Die neue Arbeitsweise hat eine weit aufwaendigere Beleuchtung zur Konsequenz, der Hintergrund wird getrennt ausgeleuchtet und so kann auch dessen Helligkeit/Gewicht gut steuerbar ist ...
Liebe Gruesse
Gerhard
Guten Morgen Herr Büschlen,
für mich ist Ihr 1. Bild am natürlichsten. Genauso sieht ein reifes oder fast reifes Orthotrichum speciosum Sporogon aus. Da ist nichts mehr von grün zu sehen.
Die anderen, veränderten Bilder wird man in der Natur vergeblich suchen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser
Zitat von: Monsti in November 02, 2012, 21:23:51 NACHMITTAGShabe mal dilettantisch den Hintergrund leicht verändert (etwas heller, etwas wärmer). Ob das Motiv nun deutlicher oder ansprechender wirkt - keine Ahnung. Ich meine, dass die Pflanzendetails nun nicht mehr so brillant erscheinen wie vor dem schwarzen Hintergrund.
Das Bild wirkt so deutlich angenehmer.
Ein Tipp noch von mir. Das habe ich vor einer Weile in einem Makro-Forum gesehen. Warum sollte es nicht auch für die Mooskapseln funktionieren? Fotografiere dazu einfach eine grüne Fläche, so dass das gesamte Bild möglichst unscharf ist. Dann lasse das beim Fotohändler entwickeln (entweder matt oder glänzend, glänzend hat vermutlich Gefahr auf Reflexionen?) und lege das Foto einfach drunter. So sieht man auch nicht das die Kapseln ausgeschnitten wurden.
@ all:
Natürlich hat Herr Kaiser recht. Die Kapseln auf dem ersten Bild sind deutlich reifer und zeigen sich in einer Farbe die für O. speciosum zutrifft und auch im Feld als wichtiges Erkennungsmerkmal gilt.
Durch eure Anregungen konnte ich die hier noch einmal gezeigte Vorrichtung zusammenstellen und einsetzen.
Ich gehe davon aus, dass ich damit nun sehr einfach vorteilhafte Bildhintergründe entwerfen kann. Nicht nur schwarz ;)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/107851_63948091.jpg)
Anspruchsvoll wird weiterhin die Bildbearbeitung sein.
Gruss Arnold Büschlen