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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Safari in November 20, 2012, 22:49:45 NACHMITTAGS

Titel: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Safari in November 20, 2012, 22:49:45 NACHMITTAGS
Erst einmal herzlichen Dank an Wilfried für das Test-Target. Ich hatte gedacht, einfach das Test Target fotografieren und tolle Erkenntnisse gewinnen. OK, so einfach ist das nicht.

Meine ersten Versuche habe ich an einer Reprosäule mit einer Olympus PEN E-PL3 gemacht. Diese Kamera ist Spiegellos und recht leicht. Besonders praktisch für solche Arbeiten ist das klappbare Display mit 10facher Vergrößerung. Um die nötige Auszugsverlängerung zu bekommen, habe ich einen Olympus Digital Four Thirds Adapter MMF-2 verwendet, ohne diesen Adapter könnte ich die weiteren Teile auch an der Olympus E-3 verwenden. Danach kommen 2 Zwischenringe und ein M42 auf RMS Adapter. Trotz der ganzen Zwischenringe ist das eine recht stabile Konstruktion.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/109764_23256791.jpg)


Abb. 1) Olympus PEN E-PL3 mit Zwischenringen und Mikroskop Objektiv.


Gehalten wurde die Konstruktion von einem Kaiser Reprostativ. Als Feineinstellung für die Schärfe habe ich ein Novoflex CASTEL-L Einstellschlitten verwendet.
Als Objektiv habe ich, ein Leica 4/0.12 160mm verwenden.
Als Beleuchtung: 2 Lampen aus einem schwedischem Möbelhaus.

Der ganze Aufbau sieht zwar recht gut aus, ist aber praktisch unbrauchbar.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/109764_14004374.jpg)

Abb. 2) Kaiser Reprostativ mit Novoflex CASTEL-XL Einstellschlitten


Ich werde jetzt damit weitermachen und würde mich über praktische Tipps freuen. Insbesondere suche ich noch eine Lösung um das Target vernünftig scharf zu stellen. Soll ich da ein Mikroskop absägen lassen?



Nachdem ich ein paar gute Tipps erhalten habe, habe ich den Aufbau verändert.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/109764_55661683.jpg)

Abb. 3) Kamera wie in Bild 1, aber mit Leitz Objektiv 4 / 0.12
Novoflex CASTEL-XL ausgewechselt gegen Manfrotto Einstellschlitten 454
Auflichtbeleuchtung gegen Durchlichbeleuchtung gewechselt.
 


Versuch mit Balgengerät.

Diesmal habe ich als Kamera eine Olympus E-3 genommen, weil es doch was solideres ist als eine PEN. Gut, die PEN hat eine bessere Auflösung und einen schwächeren AA-Filter, aber soll es. Der ganze Aufbau wackelt und ein richtiges scharfstellen ist praktisch unmöglich.

Verwendet wurde ein Novoflex Balgengerät und als Objektiv ein Staeble – Katagon 1:4,5 / 60 mm

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/109764_37308452.jpg)


Abb. 4) Staeble – Katagon 1:4,5 / 60 mm Blende 8

Die Versuche mit dem Reprostativ und dem Novoflex Einstellschlitten bringen nicht viel und ich werde die nächsten Versuche mit einem Mikroskop und Auflicht machen.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/109764_53251529.jpg)


Abb. 5) Staeble – Katagon 1:4,5 / 60 mm Blende 8
Leichte Verbesserung durch scharfstellen über den Balgen. Einstellschlitten entfernt.


Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 20, 2012, 23:06:06 NACHMITTAGS
Lieber Wolfgang,

bei mir wuchs das zunächst wegen der Wackelei mit 10 mm starkem Stahlblech und dann kamen die Entzugserscheinungen vom danebenstehenden und kaum noch genutzten Metalloplan. Der schöne große Tisch, die Durchlichteinheit und der stabile Stand.

Ich bereue es nicht im geringsten, der Säge mal etwas kostbares zum Fraß vorgeworfen zu haben. An nicht zu sägenden in etwas leichteren Form ausbaubaren Stativen gibt es zum Beispiel das Zeiss Amplival, welches ich per Zufall entdeckte nachdem der ebay Zeissturm mein eigen wurde und ich rescherchiert habe wo gehört der drann. Gerne säge ich dir aber auch ein Orthoplan passend. ;D

Den Makroschlitten müßtest du mit einer Gewindespindel versehen und dort den Vorschub stellen.

Schönen Abend

Lothar
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Klaus Henkel in November 20, 2012, 23:46:26 NACHMITTAGS
Zitat von: Safari in November 20, 2012, 22:49:45 NACHMITTAGS

Der ganze Aufbau sieht zwar recht gut aus, ist aber praktisch unbrauchbar.
Ich werde jetzt damit weitermachen und würde mich über praktische Tipps freuen. Insbesondere suche ich noch eine Lösung um das Target vernünftig scharf zu stellen. Soll ich da ein Mikroskop absägen lassen?


Heia Safari!

Mikroskop zersägen ist nicht erforderlich.
Man nehme ein SEHR stabiles Balgengerät, z. B. von Leica-R oder zur Not auch Olympus oder Hasselblad.
In Ihren Aufbau wird ein weiteres Teil eingefügt, dafür ein anderes etwa gleicher Länge weggelassen.
Und was wird eingefügt?

Man erwerbe auf dem Fotobasar eine Objektivfassung aus gutem Hause oder ein Objektiv für eine Kleinbild-SLR. Man entferne alle Linsen daraus. Hinten bringe man ein Bajonett oder Gewinde an, mit dem es an der Apparatur befestigt wird. Vorne an das Filtergewinde kommt ein Zwischenring aus Alu in ausreichender Dicke und in dessen Mitte ein Mutter-Mikroskopgewinde oder ein anderes passendes für das Aufnahmeobjektiv. Nun hat man einen hochpräzisen Schneckengang mit fingerfreundlichem Einstellring für die Feinfokussierung.

Einfacher geht es mit den ganz vorzüglichen Lupenobjektiven für die OM-Kamera mit 38 und 20 mm Brennweite. Die haben so einen Schneckengang schon eingebaut. Die Grobeinstellung macht man dann am Balgengerät, die Feineinstellung am Lupenobjektiv.

Servus.
KH
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Kurt Wirz in November 20, 2012, 23:52:11 NACHMITTAGS
Hallo Safari
Die Kamera sollte weiter oben befestigt sein, so dass beim zweiten Bild die Zahl auf dem Zwischenring auf Höhe der waagrechten Verbindung zur Reprosäule ist.
Falls du stacken willst, musst du beim Stacken die Kamera anheben, also von Nah zu Fern stacken.
Die CASTEL Schlitten eignen sich dazu wenig. Eine Umdrehung des schönen blauen Drehknopfes macht etwa einen Weg von 2,5mm ( nach meiner Erinnerung).
Der billige Manfrotto 454 Schlitten bewegt sich bei einer Umdrehung ca. 1mm.
Der Manfrotto Schlitten hat beim Drehknopf einen Inbus, leimt man da einen Schlüssel hinein, lassen sich 50 Einstellungen pro Umdrehung (mm) leicht verwirklichen.
Kauft man zwei billige Manfrotto 454 Schlitten und montiert einen Schlitten auf zwei Halterungen dann wackelt absolut nix.
Siehe Bild:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/109772_427658.jpg)

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Kurt Wirz in November 21, 2012, 00:01:19 VORMITTAG
Hallo Safari
Nun zum Stack Shot, ich verwende ihn folgendermassen!
Ich bewege damit nicht die schwere Kamera, sondern das leichte Objekt!
(Eigentlich logisch)

Siehe Bild:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/109773_17533994.jpg)

Gut Stack

Kurt

P.S.
Da ich zur Zeit am Umsiedeln bin, ist alles in Kisten verpackt.
Verzeih mir deshalb, wenn eine Antwort etwas länger dauert.
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Rawfoto in November 21, 2012, 06:54:07 VORMITTAG
Guten Morgen Wolfgang

Der Stackshot ist die optimalste Loesung wenn Du die USB Variante kaufst ==> dann kannst Du aus dem Zerene Stacker Pro gleich den Motor steuern und die Bilder automatisch machen lassen ...

Ich kenne sehr viele Einstellschlitten, die sind alle ungeeignet, daher habe ich mir meinen eigenen gabaut. Den habe ich hier schon vorgestellt und im kommenden Mikrokosmos erscheint der erste Teil einer zweiteiligen Serie genau zu diesem Thema ...

Aber vorweg, bei mir haben auch zwei Mikroskope dran glauben muessen, ein Olympus BH und ein Zeiss Messmikroskop fuer den manuellen Betrieb ... Der Feintrieb ist gut geeignet, wenn man dort noch das Einstellrad vergroessert hat man den irren Bedienungskonfort!

Das Zeiss wird in Bulgarien 2013 auch in den Outdoor-Einsatz gehen :-)

Liebe Gruesse

Gerhard
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Stuessi in November 21, 2012, 10:05:00 VORMITTAG
Hallo Safari,

mein zersägtes Mikroskop ist hier zu sehen:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=13949.msg107823#msg107823

Das Fokussieren klappt damit hervorragend, auch das manuelle Stacken. Gut ist auch die Möglichkeit der Durchlichtbeleuchtung, die bei anderen Aufbauten oft nicht möglich ist.
Zum Scannen von Dias nehme ich aber meist statt des Mikroskopstativs einen Leuchtkasten mit dem Ringblitz als Aufnahmebeleuchtung. Die Scharfstellung erfolgt dann durch Abstandveränderung mit dem Novoflex-Balgen.

Gruß,
Stuessi
Titel: Re: Wilfrieds Test-Target
Beitrag von: Bob in November 21, 2012, 20:02:05 NACHMITTAGS
Hallo Safari,

ich habe eine Sony NEX 5, deren kerniger Verschluss-Schlag sie zur idealen Test-Kamera für Fotoaufbauten macht. Die Olympus E-PL1 meiner Frau hat da schon einen sanfteren Verschluss.
Ein Weg, mit dem ich begonnen habe zu experimentieren: Nicht die Verschlusszeit steuern, sondern die Dauer der Beleuchtung. Für meine LED-Lampe habe ich mir eine kleine Elektronik-Box gebaut, mit der ich die LED im Bereich typischer Verschlusszeiten timen kann. Erste Versuche waren ganz vielversprechend.
Für nicht allzu kurze Zeiten eignet sich auch eine Zeitschaltuhr für Fotovergrößerer.

Gruß

Bob