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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Guy Marson in November 23, 2012, 10:30:36 VORMITTAG

Titel: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Guy Marson in November 23, 2012, 10:30:36 VORMITTAG
Hallo´le,

Das hier könnte jemand(en) interessieren:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Holographische-Mikroskopie-fuer-wenig-Geld-1748285.html
Der WAF (siehe  http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=14333.msg109935#msg109935 ) ist wohl ok ;-)).
Und noch der hier:
http://www.heise.de/tr/artikel/Kostenguenstiges-Mega-Mikroskop-1747962.html
.. s.a. weitere Links auf jener URL..

Ciao,
Guy

PS: Sorry Mila, der SAF  :-[
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 23, 2012, 15:20:40 NACHMITTAGS
Hallo Guy,

danke für den Hinweis. Das ist in meiner Spielwiese  schon eingetaktet, nachdem ich diese Presseverlautbarung gestern auch gefunden hatte.

Auf die Qualität digital aufgenommener Hologramme bin ich mal gespannt.

Gruß Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Guy Marson in November 23, 2012, 20:28:43 NACHMITTAGS
Hallo Lothar,

ZitatAuf die Qualität digital aufgenommener Hologramme bin ich mal gespannt.

Ich auch. Und ob das wirklich so einfach ist..?!

Ciao,
Guy
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 23, 2012, 20:36:16 NACHMITTAGS
Hallo Zusammen,

hier der Link zum englischen Original-Artikel als pdf: http://arxiv.org/pdf/1211.0336v1

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 23, 2012, 22:21:26 NACHMITTAGS
Hallo Stefan,

danke für den link. Der führte letztendlich zu der Software, die als Minimalvoraussetzung für Versuche nötig ist. Ist downloadbar aber keine Freeware.

Schönes Wochenende

Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Gerd Schmahl in November 26, 2012, 17:28:51 NACHMITTAGS
Hallo liebe holografischen Mikroskopiker,
hier gibts das Holomikroskop, das diesen Namen zu Recht trägt:
http://www.lynceetec.com/

Zugegeben, das ist nix für Bastler.
Grüße
Gerd
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: wilfried48 in November 26, 2012, 18:19:43 NACHMITTAGS
Naja ich will ja nicht immer den Motzer spielen,

aber für die Hobbymikroskopiker doch folgende Veröffentlichung die in Zusammenarbeit mit der Firma und diesem Mikroskop entstanden ist zeigen:

http://www.lynceetec.com/downloads/ScientPubli/200608_OX14_Charriere.pdf

Man vergleiche einfach mal das Hellfeldbild in einem normalen Lichtmikroskop der Schalenamöbe in Fig. 1

mit dem was der Rechner aus dem Hologramm rekonstruiert Fig.4 und beurteile selbst.

Ergebnis: Das Vergleichsbild (Lichtmikrosko Hellfeld) Fig 1. würde hier im forum als einigermassen ordentliches Bild gerade noch akzeptiert.

Fig. 4 rekonstruiertes Hologramm ist dagegen so schlecht, dass es sich auch ein Anfänger hier kaum im forum kaum zu zeigen trauen würde.

Und dann vergleiche man das ganze mit den Spitzenbildern die hier von Eckhard, Plewka, Fox ... hier im forum von Schalenamöben gezeigt wurden ( mit dem ganz konventionellen Lichtmikroskop).

Und dann vergisst ,man das ganze schnell wieder, auch wenn man damit angeblich quantitative Tomografie machen kann.

Die auf der Internetseite der Fa. gezeigten werkstoffkundlichen Anwendungen sind zwar besser, hauen mich aber auch nicht um, wenn man es mit den konfokalen Laserscanningmikroskopen von Zeiss, Leica, Olympus, Nikon, Keyence etc. vergleicht, mit denen ja auch 3D Tomogramme möglich sind.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: alferillu in November 27, 2012, 19:15:46 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

für schöne Bilder ist das wohl wirklich nicht gedacht.

Wenn man aber auf Ästhetik pfeift und exakte Größen-, Höhen- und Bewegungsdaten mit einem kleinen Paar-Hundet-Dollar-Gerät erfassen kann, statt mit dem von Gerd und Dir ins Spiel gebrachten Holographie- oder Laserscanequippment...

Schöne Grüße,
     Uwe
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: wilfried48 in November 27, 2012, 19:37:32 NACHMITTAGS
Zitat von: alferillu in November 27, 2012, 19:15:46 NACHMITTAGS
Wenn man aber auf Ästhetik pfeift und exakte Größen-, Höhen- und Bewegungsdaten mit einem kleinen Paar-Hundet-Dollar-Gerät erfassen kann, statt mit dem von Gerd und Dir ins Spiel gebrachten Holographie- oder Laserscanequippment...

warum sollen die Grössen und Höhendaten denn exakt sein wenn das rekonsturierte Holgrafische Bild so unscharf wird. Und wir reden hier nicht von einem paar hundert dollar Gerät, sondern bei dem Gerät in der von mir zitierten Veröffentlichung
geht es sicher um einige Zehntausend dollar.

Dieses eingangs erwähnte ein paar hundert Dollar Bastelfixdingens hat nur eine Auflösung um 50 µm, da würde man die Schalenamöbe noch nicht mal als solche identifizieren können und schon gar keine exakten Grössen- und Höhendaten erhalten.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 27, 2012, 20:18:57 NACHMITTAGS
Hallo  Uwe,

wir sprechen da inzwischen von zwei verschiedenen Dingen. Das "250 $ Mikroskop" und das von Gerd ins Spiel gebrachte  >>den Namen angeblich zu recht verdiente<< haben wirklich nur in so fern miteinander zu tun, daß die erwähnte Firma versucht die Einfachheit der low cost Idee auf die konventionelle Aufbauart von Holografievorrichtungen zu transponieren.

Hier sage ich aus der praktischen Erfahrung mit einem von mir in den 80,er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten low cost Verfahrens heraus: "Weniger ist mehr". Ich habe damals mit einem Crowfon- fasergeführten Einstrahlverfahren gezeigt, daß man mit hoher Auflösung holografieren kann ohne ein einziges optisch aktives Teil im Sinne von Strahlteilung,auffächern etcetera zu benötigen.

Ich habe vor, das damals gezeigte Verfahren neu aufleben zu lassen und darüber hinaus, wenn die digitale Auswertung des Amplitudenholograms per Software erschwinglich ist diese Technik darauf zu übertragen.

Man sollte hier nicht Äpfel mit Birnen verwechseln / vergleichen.

Gruß Lothar

Sehe gerade Wilfried hat noch mal geantwortet. Aber meine Antwort passt ja noch

Schönen Abend
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 27, 2012, 21:18:34 NACHMITTAGS
Das Anfangs erwähnte hat eine Auflösung von 17.5 µm für 240 US$ und zitiert ein ähnliches für 1000 US$ mit einer lateralen Auflösung von 2.8 um. Wilfried, ich meine auch, Du vergleichst nicht ganz fair Äpfel und Birnen. Weder die von dir zitierten Herren, noch ein konfokales Laserscanningmikroskop schafft 15 Messung pro Sekunde wie die zweite zitierte Quelle (http://www.lynceetec.com) als 3D Aufnahme. Zudem wären 10k im Vergleich zu einem konfokales Laserscanningmikroskop sehr günstig, abgesehen vom ohnhin unterschiedlichem Anwenderkreis.

ZitatUnd dann vergisst ,man das ganze schnell wieder, auch wenn man damit angeblich quantitative Tomografie machen kann.
Hätte das einer zum ersten Laserscanningmikroskop gesagt, gäbe es heute keine guten Systeme auf dem Markt.

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: wilfried48 in November 27, 2012, 22:14:33 NACHMITTAGS
Hallo Stefan,

Entschuldigung ich die 17,5 µm hatte ich falsch in Erinnerung. Aber glaubst du wirklich, dass es bisher am Preiss liegt, dass sich das ganze nicht durchsetzt. In jedem Institut, das sich in der  3D Rekonstruktion z.B. in der Zellbiologie beschäftigt steht doch mittlerweile ein Laserscan Gerät für mehrere 100 tausend Euro. Da wären doch auch hunderttausend kein Problem, wenn die Holografiemethode auch nur annähernd an die 3D Rekonstruktion mit dem Laserscan heranreichen würde. Die Konkurrenz bewegt sich im Auflösungsbereich von Zehntel Mikrometer und kann darüber hinaus noch funktionellen Kontrast über Fluoreszenzmarker.

warten wir mal ab, was sich weiter tut, vielleicht werde ich auch noch ganz reumütig und kaufe bei Lothar eines seiner ersten Wundermikroskope  ;D

Gruss
Wilfried

Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 27, 2012, 23:38:12 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

bist vorgemerkt. ;D

Hier kämpfe ich allerdings wie nie zuvor auf der "Suchen - Wiederfinden-Schiene" Ein Umzug im Umzug wegen neu dazu gekauften Arbeitstischen hat mir sozusagen den Rest gegeben.

Von daher mein Rat, bleibt im Land und nähret euch redlich !  ;D


Guts Nächtle

Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 28, 2012, 07:03:08 VORMITTAG
Hallo Wilfried,

nein, glaube ich nicht. Das heisst aber nicht, dass dabei nicht eine nützliche und interessante Entwicklung stattfindet. Mehrere 100 tausend Euro kann sich vielleicht -noch- ein Institut in Deutschland leisten. Bereits 5000km weiter sieht es ganz anders aus. Und bedenke, die 17.5 µm wurden mit einer Lochblende als "Optik" erreicht, für den Preis eines alten verharzten Zeiss Standard. Das sollte man zu recht würdigen und warten, was daraus wird.

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 28, 2012, 08:27:16 VORMITTAG
Hallo Stefan,

Einspruch !

Die Holografie ist von Haus aus eine linsenlose Abbildungsmethode. das Pinhole (Lochblende) wird in Verbindung mit einem Linsensystem in den klassischen Holografieaufbauten mit Strahlteilerwürfel , Linsen, Spiegeln und Prismen etc. verwendet um einen Lichtstrahl zu reinigen.

Das heißt Verschmutzungen und Ungenauigkeiten bei den genannten Bauelementen bringen unerwünschte Interferenzerscheinungen zu Stande, welche man mit so einem "Raumfilter" wieder beseitigen muß.
In meinem Aufbau befanden sich außer einer am Ende der Faser angeschmolzenen sphärischen Fläche keine Optikelemente und von daher auch kein entsprechendes "Reinigungsgerät". Ich vermute mal, daß man bei den verwendeten Diodenlasern noch die zur Strahlgeometriekorrektur übliche Kunststofflinse belassen hat und deren "Dreck" wegfiltern muß. Ups, fällt mir gerade wieder ein, die Verwendung von LED in Verbindung mit dem Pinhole war ja erwähnt. Da machen die mit dem Pinhole einen Kegelausschnitt aus einer Kugelwelle oder ähnlich. Das muß ich mir genauer anschauen. Aber zur Abbildungserzeugung wird das Pinhole nicht benötigt.

Gruß Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 28, 2012, 08:48:21 VORMITTAG
ZitatEinspruch !
:)  Stattgegeben.....

Hier noch etwas Lektüre zum Thema:

Kanka, Mario: Bildrekonstruktion in der digitalen inline-holografischen Mikroskopie

Zitat aus der Zusammenfassung: In Experimenten wurden Hologramme von 1 μm großen Polymethylmethacrylat-Kugeln (PMMA) ohne abbildende Optik detektiert und Bilder dieser Kugeln mit einer NA von 0.7 rekonstruiert, wobei das lichtübertragende Medium Luft war (Brechungsindex n = 1). Das dabei rekonstruierte, erweiterte Bildfeld hatte einen Durchmesser von etwa 260 μm.

http://www.db-thueringen.de/servlets/DocumentServlet?id=18986

und ein Beispiel einer praktischen Anwendung beim "Institut für Funktionelle Grenzflächen":

"Viele Biofoulingassays erfassen Schnappschüsse der Biomasse auf einer Oberfläche zu einem bestimmten Zeitpunkt. Da ein vollständiges mechanistisches Verständnis der Oberflächenkolonialisierungskinetik ein Verständnis der Besiedlung auf individueller Zellebene erfordert, entwickeln wir 3D Tracking Techniken wie die digitale in-line Holographie und Stereoskopie um schwimmende Mikroorganismen in vier Dimensionen (drei räumliche und eine zeitliche Dimension) verfolgen zu können.

Mit den so erhaltenen Trajektorien können Explorationsmuster analysiert und beschichtungsinduzierte Verhaltensänderungen quantitativ analysiert werden. Die statistische Auswertung von Geschwindigkeits- und Winkelverteilungen erlaubt es Wechselwirkungen quantitativ zu beschreiben. Unsere 4D Tracking Techniken finden auch in der Medizin und in den Lebenswissenschaften Anwendung."

http://www.ifg.kit.edu/1739.php

und zuletzt ein Spiegel-Video

Hirnzellen in 3-D: Einzigartige Mikroskopie-Aufnahmen
http://www.spiegel.de/video/hirnzellen-in-3-d-einzigartige-mikroskopie-aufnahmen-video-1143809.html

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Holger Adelmann in November 28, 2012, 09:47:07 VORMITTAG
Hallo Lothar,

Zitat von: Lothar Gutjahr in November 27, 2012, 20:18:57 NACHMITTAGS
Hier sage ich aus der praktischen Erfahrung mit einem von mir in den 80,er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten low cost Verfahrens heraus: "Weniger ist mehr". Ich habe damals mit einem Crowfon- fasergeführten Einstrahlverfahren gezeigt, daß man mit hoher Auflösung holografieren kann ohne ein einziges optisch aktives Teil im Sinne von Strahlteilung,auffächern etcetera zu benötigen.

Du hast doch hierzu betimmt einige Publikationen, diese Anwendung wuerde mich sehr interessieren.

Herzliche Gruesse
Holger
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: wilfried48 in November 28, 2012, 10:20:39 VORMITTAG
Hallo Stefan,

nicht dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Ich bin durchaus nicht fortschrittsfeindlich und finde (als Physiker) die Holografie ist ein faszinierendes Verfahren (schliesslich gab es hierfür auch mal den Physik-Nobelpreis an Gabor).

Was mich stört ist die Ansicht dass, wenn das Verfahren auf die Mikroskopie angewendet mit 2,8 µm Auflösung sich bei 1000 Dollar nicht durchsetzt, plötzlich die Bastelfixlösung bei 17 µm Auflösung sich nur wegen des geringeren Preises von 250 Dollar durchsetzen soll.

Daran ändern auch geschickt gemachte  Interviews und Videos in Printmedien wie Heise, Spiegel-online etc. nichts.

Was gut ist darf auch seinen Preis haben.

viele Grüsse
Wilfried

Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Horst Wörmann in November 28, 2012, 20:52:17 NACHMITTAGS
Hallo Lothar,

das interessiert mich aber jetzt mächtig, weil ich da auch schon vergebens rumprobiert habe:

Hier sage ich aus der praktischen Erfahrung mit einem von mir in den 80,er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten low cost Verfahrens heraus: "Weniger ist mehr". Ich habe damals mit einem Crowfon- fasergeführten Einstrahlverfahren gezeigt, daß man mit hoher Auflösung holografieren kann ohne ein einziges optisch aktives Teil im Sinne von Strahlteilung,auffächern etcetera zu benötigen.

Von Crowfon-Faser habe ich noch nichts gehört, vielleicht kann ich ein bißchen mehr erfahren?
Viele Grüße,
Horst
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 28, 2012, 23:46:06 NACHMITTAGS
Hallo Holger, hallo Horst,

mit einer Publikation sieht es mau aus, da dies a) noch vor der Zeit privater webs und überhaupt vor der Zeit des Internets geschah und b) außerhalb des Interessenbereichs des Kunststoffmaschinenbaues lag.

Wegen der verblüffenden Einfachheit ist das aber schnell erzählt. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade eine Weile von einem kurzen Praktikum bei S & H zurück, wo ich bei Dr. Lessing vom der Picke auf an stabilen für einen Laien kaum zugänglichem Gerät holografieren lernte. Ich schiebe  das ein  um zu beleuchten, daß mir der hohe Aufwand zum holgrafieren sehr wohl klar ist und war. Also zurück in die 80.er:

Ein 7,5 mW HeNe Laser war meine Lichtquelle. Den damals von AGFA hergestellten Holografiefilm habe ich bei Spindler und Hoyer kennengelernt und mir besorgt.Crofon Fasern 1 mm D hatte ich von der aus der Not geborenen optischen Übertragungsstrecke einer seriellen Schnittstelle übrig. Dann kam die Idee, einfach mal mit einer Küvette, welche zwei 6cm Kantenlänge quadratische Glasscheiben fasst, einen Versuch zu machen und dabei auf die Aufteilung von Objektlicht und Refferenzlicht zu verzichten. Also ein Stückchen Film zwischen die beiden Platten zu klemmen, welches dann auf  der Rückseite ein Objekt mit dem Abstand der Glasdicke ( ca. 4-5 mm genau weiß ich es nicht mehr) mit Tesafilm befestigt bekam. Also Referenzlicht von Vorn und Objektlicht durch Reflektion von hinten. Mein Versuchsaufbau sollte  zunächst einen klassischen Weißlichtaufbau bekommen, sprich den Strahl mit einem Mikroskopobjektiv auffächern, mit dem Pinhole filtern, um dann mit einer Sammellinse paralellisieren.

Aus einem sagen wir mal Anfall "schöpferischer Faulheit" entstand aber die Sparlösung mit der Crofonfaser. Ein etwa 60 cm  langes  Stück 1 mm Crofon wurde am einen Ende mit einer nicht ganz genau 90° betragenden Planfläche versehen ( anschmelzen und gegen eine kalte Planglasfläche drücken), welche dem HeNe Laser ins Maul gesteckt wurde. Das andere Ende wurde etwa 3 bis 4 mal angeschmolzen und wieder abgeschnitten, bis sich eine Sphäre gebildet hatte, welche eine Fläche von etwa 9 cm Durchmesser einigermaßen homogen ausleuchtete.
Damit wurde dann die Anordnung belichtet ( ca 2 bis 3 Sekunden) , der Film entwickelt und das entstandene Amplitudenhologram begutachtet. ( geht nur im Laserlicht) Den Film nun zu ätzen um ein Phasenhologramm zu bekommen, machte zwar keinen Sinn, da ja kein paralelles Licht verwendet wurde. Ich tat es aber trotzdem und nach dem trocknen kam zu meiner imensen Überraschung das Weißlichtholgramm zum Vorschein.

Einer der Hauptvorteile dieser Art zu beleuchten war auch der, daß keine unnütz langen Wege im Strahlengang entstanden und die Kohärenzlänge des Lasers fast keine Rolle mehr spielt. Hier wage ich die Vermutung auszusprechen, daß damit die Verwendung von Hochleistungsleds anstatt von Laserdioden möglich wird. das hat mich am Anfang, wie ich das gelesen habe überrascht.

Wenn man also einen Film oder was für mich auch erst der Gewöhnung bedarf,  den Sensor einer Kamera mit Objekt und Referenzlicht bestrahlt gibt es nur ein Hologram, wenn das Licht monochrom und kohärent ist und die Anordnung in der Zeit nicht wackelt. Das LED-licht  entspricht dem nur bedingt und würde sich nicht in einem normalen Aufbau verwenden lassen.
Die Verwendung von Laserdioden ist für mich auch noch Neuland. Aber diese haben den Vorteil über gleich mehrere Meter köhärent zu sein. Der bekannte Nachteil, sie ändern mit dem Temperaturanstieg die Frequenz. Hier ist die Verwendung von guter Kühlung und vielleicht ein einlaufen um zu einem Temperaturgleichgewicht zu kommen angesagt. Die hohe Leistung solcher Dioden erlaubt dann recht kurze Belichtungszeiten, was wiederum dem Weglaufen entgegenkommt. 200 mW sind da schon gefährlich viel Licht.

Die derzeitige Situation ist die, daß es keinen deutschen Hersteller für Holografiefilme und Platten mehr gibt. Bevor ich zur digitalen Aufzeichnung übergehe werde ich mit Film arbeiten, den ich aus Litauen bezogen habe und meine früheren  Versuche verifizieren. Es geht jetzt nur noch darum in meinem neuen Domizil wieder arbeitsfähig zu werden. Ich hoffe ich habe das einigermaßen verständlich rübergebracht.   Zu den damaligen Aufnahmen gerne später mehr.

Gruß Lothar

PS.: Die Crofonfaser wurde von Dupont bereits Ende der 60.er in den Markt gebracht und ist eine Plexiglasfaser, welche mit einer Lackschicht mit anderem Brechungsindex versehen wurde um das faserinterne Refexionsverhalten zu ermöglichen. (bei Glasfasern zwei unterschiedliche Glasarten)

Edit: bischen überarbeitet
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Horst Wörmann in November 29, 2012, 09:29:57 VORMITTAG
Hallo Lothar,

vielen Dank für die Info. Der Trick ist wohl das Anschmelzen der Faser zu einem linsenförmigen Ende. Crofon ist mir jetzt auch klar, bin
auf den Tippfehler Crowfon hereingefallen.
Viele Grüße,
Horst

Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 29, 2012, 12:14:35 NACHMITTAGS
Hallo Horst,

ja da hatte ich mich verschrieben, sorry. Was ich noch zum Verhalten von Fasern erwähnen wollte. Wenn man die Speckles am Faserende  projeziert und sie stehen nicht  ruhig, ist das ein Zeichen daß sich die Faser irgendwo bewegt.  Dabei ist es egal ob es so eine Einzelfaser oder ein Glafaserbündel, ist. Sozusagen mit Sandsäcken abdecken, grins. Desweiteren ist es interessant zu beobachten, daß je nach Einstrahlwinkel in die Faser am anderen Ende ein sich im Durchmesser ändernder Ring projeziert wird. ( Winkelmessung aus der Ferne) Ansonsten war aus der Erinnerung heraus das wirr anmutende Specklebild wiederholgenau. Idee: Das könnte ich mal testen, so eine Faser über einen Piezzoschwinger zu legen um die Speckles durcheinanderzuschütteln, ( Laserlicht als Beleuchtung, specklefrei )

Nun geht es aber erst mal wieder ans Aus-Um- Einräumen.

Gruß Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 29, 2012, 17:52:33 NACHMITTAGS
Hier noch eine extrem interessante Vorlesung auf YouTube zum Thema, wirklich sehenswert:

http://www.youtube.com/watch?v=q4-y77SrFiA

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 29, 2012, 18:05:44 NACHMITTAGS
Hallo Stefan,

danke für den Link. Der hat mir gerade klar gemacht, daß ich noch keine Lautsprecher montiert habe. Meine die aber schon gesehen zu haben. Somit eine kleinere Übung.

Gruß Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Stefan_O in November 29, 2012, 18:49:02 NACHMITTAGS
Hallo Lothar, habe das Ganze gerade auch als Text/Buchkapitel gefunden, für alle ohne Lautsprecher:

http://www.springer.com/cda/content/document/cda_downloaddocument/9783642158124-c1.pdf

Allein die geeignete Software fehlt....

Gruss,
Stefan
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 29, 2012, 20:28:40 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

dadurch, daß ich jahrelang raus bin, kann ich das auch nicht aus dem Stehgreif beantworten. Mir scheint fast, daß das Produkt zumindest unter diesem Namen eingestellt ist. Man sollte aber bei manchem Distributor unter Kunststoff Lichtleiter oder ähnlich fündig werden.

Auch könntest du mal im Sortiment der Firma Hirschmann  schauen. Die hatten viele Jahre optische Übertragungen für serielle Schnittstellen mit solchen Leitungen im Programm. Das war eine in schwarzem Kunststoff eingebettete 1 mm Zwillingsleitung.

Gruß Lothar
Titel: Re: Spielwiese für Bastler
Beitrag von: Lothar Gutjahr in November 29, 2012, 21:00:54 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

in ebay habe ich neulich ein Set gekauft von 0,5 bis 2 mm Durchmesser je 2 m. Das wird dort für Modelleisenbahner angeboten und sind nackte Einzelfasern. Da der Umschlag noch vor dem Umzug kam ist er momentan erst mal unauffindbar.  ;D

In 1,5 mm habe ich noch ein paar Stücke Quarzfasern liegen. Die stammen aus einem ausgeschlachteten Atomabsoptionsspektrometer und wären UV-fähig. Da sieht es aber schlecht aus mit dem konfektionieren. Die sollten ja planpoliert sein. 1 mm isoliert als Einzelleitung habe ich vor Jahren bei Konrad mit C gekauft und habe noch etwa 15 m .

Gruß Lothar