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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Ines in Dezember 12, 2012, 11:47:53 VORMITTAG

Titel: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Ines in Dezember 12, 2012, 11:47:53 VORMITTAG
gerade mal vorgestellt und schon die ersten Fragen:  ???

Bin kein Mikroskopie-Neuling, aber Dunkelfeld und Kamera sind für mich neue Themen.

Ich habe ein Motic B1 mit Dunkelfeldausrüstung, scheitere aber an der Vergrößerung.
Für die Dunkelfeldmikroskopie sollte eine mindestens 1000-fache Vergrößerung möglich sein. Bis 400-fach funktioniert das bei mir gut, allerdings sehe ich mit Immersionsöl und 1000-facher Vergrößerung kein Dunkelfeld mehr sondern ein helles Bild. In der Beschreibung habe ich auch gefunden, dass die Dunkelfeldausrüstung nur bis 400-fache Vergrößerung geht - keine Ahnung warum das so ist!

Kann mir da irgendjemand von euch helfen?

Ich hätte mir auch gerne eine Videokamera (möglichst günstig) angeschafft, damit auch meine Patienten-Besitzer (bin Tierärztin) sehen können, was ich da so tue und damit ich auch einzelne Bilder archivieren kann. Kann mir jemand sagen, ob das mit meinem Mikroskop überhaupt alles möglich ist, und welche Kamera man da nehmen kann?

LG
Ines
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 12, 2012, 12:29:36 NACHMITTAGS
Hallo Ines,

ob Dunkelfeld geht oder nicht geht, hängt von der Apertur des Objektives und des Kondensors ab.
Wenn du von 1000-facher Vergrößerung schreibst, wird wohl ein 100er-Öl-Objektiv im Spiel sein, das eine Apertur von 1,25 oder mehr hat.
Für Dunkelfeld brauchst du also einen Kondensor einer noch höheren Apertur, also 1,2 oder 1,4.
Um dann aber Dunkelfeld erzeugen können, muß die Apertur des Objektives reduziert werden. Dazu bedarf es einer eingebauten Iris, die man schließen kann, bis das Dunkelfeld erzeugt wird. Auch der Kondensor hat dann entweder eine passende Zentralblende oder es ist gar ein Kardeoid-Kondensor mit eingebautem Hohlspiegel.
Mir ist nun nicht bekannt, ob es solche Komponenten für dein Motic-Mikroskop gibt.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Ines in Dezember 12, 2012, 12:56:04 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

vielen Dank für die erste Hilfe!
Ja ich hab ein 100er Öl-Objektiv, Apertur 1,25. Du sagst ich brauche

Zitat von: Nomarski in Dezember 12, 2012, 12:29:36 NACHMITTAGS
einen Kondensor einer noch höheren Apertur, also 1,2 oder 1,4.

Meiner sollte lt. Beschreibung 1,25 haben (hast du 1,3 oder 1,4 gemeint?)
Auch eine Irisblende habe ich. Trotzdem sehe ich mit diesem Objektiv alles hell - bin etwas ratlos!

LG
Ines
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 12, 2012, 13:06:24 NACHMITTAGS
Hallo Ines,

ZitatMeiner sollte lt. Beschreibung 1,25 haben (hast du 1,3 oder 1,4 gemeint?)
Auch eine Irisblende habe ich. Trotzdem sehe ich mit diesem Objektiv alles hell - bin etwas ratlos!

um Mißverständnissen vorzubeugen:
Die Irisblende muß im Objektiv sein!

Und der Kondensor muß mit einer Dunkelfeldblende ausgestattet sein. Falls es ein einfacher Hellfeldkondensor ist, könnte man ihn ggf. damit ausstatten.
Dazu müsste ich aber wissen, wie er aufgebaut ist.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Christian Linkenheld in Dezember 12, 2012, 13:10:33 NACHMITTAGS
Hallo Ines,

beim Motic B1 ist bezüglich Dunkelfeld beim Objektiv 40X definitiv Schluss. Das hat einfach den Grund, dass beim Dunkelfeldverfahren das Licht durch den Kondensor so gelenkt werden muss, dass das direkte Mikroskoplicht nicht ins Objektiv gelangt. Deshalb ist der Bilduntergrund dunkel, wenn sich kein Präparat im Strahlengang befindet. Es gelangt also nur das Licht ins Objektiv, welches von Präparatstrukturen abgelenkt wird. Nun ist es allerdings so, dass mit zunehmender Vergrößerung (genauer: Auflösung) eines Objektivs der Öffnungswinkel des Objektivs immer mehr zunimmt. Dies führt dazu, dass man bei Objektiven jenseits des Obejtivs 40X nicht mehr so einfach das Licht am Objektiv vorbeilenken kann, da bei hochauflösenden Objektiven selbst stark abgelenktes Licht noch in das Objektiv gelangt. Deshalb verwendet man beim Ölimmersionsobjektiv spezielle Kondensoren. Dies genügt aber immer noch nicht. Zusätzlich miuss das Objektiv noch über eine Blende verfügen, mit der sich das Auflösungsvermögen (Öffnungswinkel) des Objektivs verkleinern läßt. Für die Dunkelfeldmikroskopie mit dem Immersionsobjektiv 100X benötigt man somit spezielles Zubehör. Da das Dunkelfeldverfahren zumindest in der Durchlichtmikroskopie kaum noch eine Rolle spielt gibt es dieses spezielle Zubehör nur von einigen Herstellern für recht teures Geld.

Bezüglich der Adaption einer Dokumentationseinrichtung müsste man wissen, ob das Mikroskop über einen trinokularen Tubus verfügt.
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: wilfried48 in Dezember 12, 2012, 15:44:45 NACHMITTAGS


Lieber Bernd und Christian,

was ihr da redet ist doch alles "Schuloptik"

alternaiv nach Enderlein geht es trotzdem, man muss nur fest dran glauben  ;D

Gruss
Wilfried
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: purkinje in Dezember 12, 2012, 16:06:15 NACHMITTAGS
@ Wilfried  ;D
@ Ines: http://de.wikipedia.org/wiki/Günther_Enderlein, sehr erhellend, m.E. überstiegen die merkantilen Fähigkeiten die biologisch- medizinischen noch  ;)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 12, 2012, 17:06:08 NACHMITTAGS
Zitat von: wilfried48 in Dezember 12, 2012, 15:44:45 NACHMITTAGS


Lieber Bernd und Christian,

was ihr da redet ist doch alles "Schuloptik"

alternaiv nach Enderlein geht es trotzdem, man muss nur fest dran glauben  ;D

Gruss
Wilfried

Lieber Wilfried,

dann solltest du aber schleunigst das Lesen der Mikrofibel nachholen!  ;D

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Mikroman in Dezember 12, 2012, 17:12:13 NACHMITTAGS
Also die Frage mal ausgeklammert, ob Enderlein "Teufelswerk" ist oder nicht - ein Motic umzurüsten, scheint mir so schwierig nicht. Ich gehe mal davon aus, dass hier Endlichoptik verwendet wird. Wenn das so ist, so kann sich Ines ein preiswertes Öl-Irisö-Objektiv (z.B. von Carl Zeiss Jena, der Achromat mit 45mm Abgleichlänge u. TL=160) besorgen (Kostenpunkt < 50 €) und einen klassischen Dunkelfeldkondensor mit n.A. 1.20 - 1.40. Hier weiß ich allerdings nicht, wie die Kondensoraufnahme beim Motic gestaltet ist, sollte aber mechanisch machbar sein. Kostenpunkt dafür zw. 80 und 150 €.

Ines könnte dann entscheiden, ob sich das im Hinblick auf Fall&Klientel lohnt oder nicht. Machbar ist es allemal.

Gruß

Peter
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 12, 2012, 17:46:37 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Zitatdass hier Endlichoptik verwendet wird
dann solltest du mal nach dem Mikroskop googlen um zu sehen, dass hier unendlich gearbeitet wird!!

Aber machbar ist natürlich alles, wenn auch nicht ganz einfach! ;D
Ich würde sagen: wenn es denn unbedingt sein muss: das Motik gewinnbringend verkaufen und ein geeignetes Mikroskop kaufen! Mit einem Zeiss Standard kann man das wunderbar realisieren. ;)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Haus@Hund in Dezember 12, 2012, 17:51:42 NACHMITTAGS
Hallo Ines!

Ich spreche ja auch oft mit Anwendern der DF-Mikroskopie zur Blutuntersuchung und ganz ohne jede Wertung des Verfahrens ein Tipp von mir zum Thema Kamera:

Die DF-Mikroskopie ist wie die Fluoreszenzmikroskopie ein prinzipiell lichtschwaches Verfahren, und die Anwender möchten zudem sowohl die Erys und Leukos sehen, als auch schwach leuchtende Details im Plasma. Im Sinne des notwendigen Dynamikumfanges ist da vernünftigerweise nur eine CCD-Kamera zu empfehlen, so dass die "alten" CCD-Videokameras mit C-Mount-Anschluss und Analogausgang kein schlechter Tipp waren - trotz grottiger Auflösung. Die modernen CCD-Kameras mit C-Mount und USB-Anschluss sind zwar unkomplizierter in der Anwendung, kosten jedoch leicht an die 2000 EUR und schrecken schon damit viele Käufer ab. Entsprechende CMOS-Kameras sind zwar günstiger (knapp die Hälfte), können jedoch den Dynamikbereich nicht ab. Folge: Für die hellen Strukturen muss die Belichtungszeit reduziert werden, so dass schwach leuchtende Details nicht mehr dargestellt werden. Willst du die schwachen Details darstellen, muss die Belichtungszeit entsprechen erhöht werden, so dass die hellen Strukturen völlig überstrahlen.

Von irgendwelchen Consumer-Kameras kann ich für diese Anwendung nur abraten - die schaffen das nicht.

Ach ja: Dein Kondensor NA1,25 taugt für diese Anwendung nicht. Die Irisblende am Objektiv muss für ein akzeptables Dunkelfeld so weit geschlossen werden, dass du zu viel Auflösung verlierst. Wie die anderen schon schrieben, sollte es schon NA1,4 sein. Weitere Infos kann ich auf Wunsch per PN geben.

Gruß aus Wetzlar,
Jörg
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Muschelbluemchen in Dezember 12, 2012, 19:27:07 NACHMITTAGS
Hallo

Zitatdann solltest du mal nach dem Mikroskop googlen um zu sehen, dass hier unendlich gearbeitet wird!!
Motic produziert auch 160 Optik, und die B1-Serie hat keine unendlich Optik - so sind auch die Objektive beschriftet:
http://www.motic.com/upload/201209/20120917164605223.jpg

ZitatMit einem Zeiss Standard kann man das wunderbar realisiere
Hab mir den Luxus geleistet und mir ein Standard zugelegt - muss aber sagen "Es ist nicht alles Gold was glänzt"
bin eigentlich nach den Zeiss-Chauvinismus hier im Forum, der in mir eine hohe Erwartung geweckt hat entäuscht vom Standard.
Viel, zu viel Plastik, eigenartiges Design mit relativ viel Gefummel (um z.B. den Kondensor zu zentrieren, ..) die Objektive die nach vorne
geneigt sind (lustig wenn man eine Irisblende oder Stellrad am Objektiv bedienen muss und immer in die Nähe der Frontlinsen der anderen
Objektive vorbeiwischt).
Man sollte z.B. wenn der Kondensor nicht bis nach oben gestellt ist, nicht versuchen den Tisch nach unten zu kurbeln - was sowieso eine
Ewigkeit benötigt, den da könnte die Plastikzahnstange der Kondensorführung beschädigt werden und solche Postings werden
notwendig: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=14391.0
Objektive die nach 30 Jahren Delaminationen oder Ablagerungen auf den Linsen bekommen, so wie ich es auch von Lomo kenne
- nur sind da die Preise wesentlich moderater.
Die Beleuchtung ist auch nicht die hellste, zumindest bei meinem Model.
Ich möchte hier Zeiss nicht schlecht reden, ist doch auch sehr gut - aber man sollte die Kirche im Dorf lassen!
Um Dunkelfeldmikroskopie mit Kamera zu realisieren benötigt es spezielle Ausrüstung, und sowas mit gebrauchten Teilen um zu setzen
kann meiner Meinung auch sehr kostspielig werden.

Was Enderlein betrifft - ich halte auch nichts davon - aber man muss die Hilfesuchenden, was die Mikroskopie betrifft, nicht gleich ins Eck drängen.
Vielleicht entsteht aus dem Enderleinmikroskop des Vaters für den Sohn wieder ein neue Leidenschaft für die Mikroskopie.
Parallelen gibt es da für mich zu Computerspielen:
Ich halte nichts davon - für mich reine Zeitverschwendung - aber gerade die Computerspiele haben den Bedarf geweckt für immer
schnellere CPUs und dies hat wieder Entwicklungen ermöglicht, die man vor wenigen Jahren noch gar nicht erdenken konnte - wovon auch ich
jetzt profitiere!
Vielleicht bringt das Enderleininteresse einiger Mitbürger wieder etwas Wind in ein sterbendes Hobby?!

Aber wer viel Geld hat kann Enderlein ja auch mit Chinesen-Zeiss geniessen: http://www.ebay.at/itm/121032924083?ssPageName=STRK:MEWAX:IT&_trksid=p3984.m1423.l2649  ;)

liebe Mikrogrüße
Leo
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 12, 2012, 20:10:57 NACHMITTAGS
Hallo Leo,

ich hatte hier geschaut, da waren sie eine Stufe weiter:

http://www.meyerinst.com/motic/microscopes/BA210.pdf

Ich bin ja auch so ein Zeiss-Chauvi, aber das viele Plastik an einem Standard beschränkt sich - wenigstens bei meinen 4 Stück, die ich noch habe auf die Triebknöpfe.

Und eine nicht so helle Beleuchtung stimmt selbst bei der 15 W Leuchte nicht, wenn man sie richtig positioniert und die originalen Lampe dafür verwendet, Die Plastik-Zahnstangen der neueren Generation sind ein Ärgernis, besonders, wenn man versucht Glasabfälle drin zu zerkleinern.

Aber ich hatte auch ein Wild Stemi mit sehr stabilen Messing Zahnstangen die zerstört waren. Bernd hat sie neu gefertigt.

Ich habe sicher 4 Enderleins auf Basis von Standards realisiert immer mit Kardioid-Kondensoren 1,4 und entweder Planapos 63 mit Iris oder 100erter. Also so ganz schlecht war das wirklich nicht.  ;)

Aber was ist denn nun deine konkrete Alternative für diese spezielle Fragestellung? Und wer hat denn die Hilfe Suchende in die Ecke gedrängt?
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Peter V. in Dezember 12, 2012, 20:31:25 NACHMITTAGS
Hallo Leopold,

auch, wenn es jetzt im Sinne der eigentlich Fragestellung etwas OT ist und einThema für einen eigenen Thread wäre, möchte ich zur Deiner angerissenen Standard-Thematik Stellung nehmen. Weil Du mir in gewisser Weise aus dem Herzen sprichst und die Mängel schon recht gut subsumiert hast, obgleich auch ich Anfängern eigentlich immer das Standard empfehle.

Du hast völlig recht mit folgenden Punkten:

1) Nicht unbedingt wenig "Plastik", das auch zudem noch zum Teil recht unschön vergraut wie beispielsweise die Filterhalter und Hilfslinsenfassungen sowie die Kreeuztischtriebknöpfe. Aber der Plastikanteil hält sich noch in Grenzen....

2) Etwas komplizierter Strahlengang. An einem großen Orthoplan kann man weniger VERstellen und es leichter EINstellen als bei einem Standard. Letzteres - wenn verstellt - ordentlich zu justieren ist für einen völlig Unerfahrenen kaum möglich. Bekanntes "Hilfslinsenchaos". Und ich gebe zu: Wenn ich an einem völligen fremden Standard, das absolut verstellt ist, alles einstellen soll, muß ich auch erst etwas überlegen und ein wenig fummeln. Bei jedem Ortholux,- plan etc. ist das eine Sache von max. 30 Sekunden und alles ist tadellos zentriert.
Ein weiteres (un)schönes Beispiel ist der fummelige Phasen-Revolverkondensor - viel zunächst unüberschaubare Mechanik, hier ein Ring, dort ein weiterer Ring mit einer "Handhabe", ein Rädchen, ein Hebelchen, hinten noch so komische Metallflügel für die Vorklapplinse....nix für Grobmotoriker! Bei Leitzschen Pendant sieht man sofort auf den ersten Blick, wie alles steht. Bei Zeiss'schen Kondensor muß man sich erst mal "orientieren".
Seltsame Beschriftung (wieso eigentlich "J" für Hellfeld?), wobei der Einstellpunkt nicht - wie es logisch wäre - vorne, sondern schlecht lesbar an der rechten Seite ist...
Gerade dieser Kondensor ist für mich das klassische Beispiel für den Satz "Warum einfach, wenns auch kompliziert geht?"  ;)
Ich könnte noch viele weitere für meine Begriffe nicht so gut gelöste Details beim Standard anführen.

3) Viele Dinge sind "fummelig". Wie man auf die Idee kommen konnte, so eine abstruse Kondensoraufnahme wie beim Standard zu konstruieren, ist mit rätselhaft. Leitz hat's vorgemacht, wie man das ganz elegant und "logisch" löst (Schwalbenführung). Generell hat man den Eindruck, dass bei Zeiss alles etwas "umständlich" und "fummelig" konstruiert wurde, wobei man (wie bei Leitz) wesentlich simpler zum Ziel kommen kann.

4) Das Licht. Die eingebaute Halogenleuchte ich oft zu schwach, die alte Glühfunzel zeigt die Schönheit der Abendröte... Hier ist in der Regel der Umbau auf LED unumgänglich, wenn man zeitgemäß mikroskopieren möchte. Nun gut, das ist aber einfach der Zeit geschuldet und war bei anderen Mikroskop dieser Ära auch nicht besser.

5) Die Delaminationen....oh je, ein weites Feld (und bei Leitz und Olympus weitestgehend kein Thema!). KPLs, Planapos, ja sogar simple Optik von Zeiss aus der 160mm-Ära neigt dazu.

Aber warum empfehle ich dann trotzdem das Standard?  ???

Weil das Standard schlicht das verbreitetste Mikroskop schlechthin mit dem mit Abstand am besten bestückten Ersatz- und Ausbauteilmarkt ist. Und zwar auf allen Ebenen (privater Gebrauchtmarkt, Ebay, Fachhändler)Und gerade der Anfänger oft nicht weiß, wohin die Reise gehen soll.
Weil es gebraucht relativ preiswert ist.
Weil man bei praktisch keinem anderen Mikroskop - wenn man möchte - relativ schnell auf dem Gebaruchtmarkt mit einem guten bis sehr guten Preis-Leistungs-verhältnis praktisch ALLE mikroskopischen Verfahren realisieren kann, incl. Fluoreszenz und insbesondere DIC! Versucht mal, für Leitz oder Olympus "familienrattauglich" an DIK zu kommen... :-
Weil sich viele "Zeissianer" damit auskennen und Hilfestellung leisten können, wenn mal "was klemmt".
Weil es gute Möglichkeiten des LED-Umbaus beinahe "von der Stange" gibt, gerade hier im Forum (Nomarski, Bastian, Hiller, Klaus Herrmann etc.). Oder - wie letztens von Jürgen Stahlschmidt und mir praktiziert aus einem Standard mit eingebauter 20-W-Halogenlampe ein Standard mit 100 Watt Halogen im externen Lampenhaus wurde.

Ich denke, dass all diese Vorteile in ihrer Summe die durchaus auch von mir zugegebenen Nachteile des "Standard" aufwiegen.

Herzliche Grüße
Peter (relativ emotionslos, was die einzelnen Marken betrifft)

Nachtrag:

Zitatdie Objektive die nach vorne
geneigt sind (lustig wenn man eine Irisblende oder Stellrad am Objektiv bedienen muss und immer in die Nähe der Frontlinsen der anderen
Objektive vorbeiwischt).

Nun, das ist vermutlich auch eine Frage der Philosophie...das hat z.B. Reichert sehr pfiffig gelöst: Der Revolver ist beliebig umsteckbar, sodass jeder mit seiner "Lieblingsneigung" arbeiten kann.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/111985_13143889.jpg)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Jürgen Boschert in Dezember 12, 2012, 21:12:09 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Zitat...
Nun, das ist vermutlich auch eine Frage der Philosophie...das hat z.B. Reichert sehr pfiffig gelöst: Der Revolver ist beliebig umsteckbar, sodass jeder mit seiner "Lieblingsneigung" arbeiten kann. ...

das geht bei den Zeiss Universal und Phomis übrigens auch.

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Peter V. in Dezember 12, 2012, 21:21:04 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

Stimmt! An die "dicken Dinger" von Zeiss hatte ich jetzt gar nicht gedacht....

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: TPL in Dezember 12, 2012, 21:35:09 NACHMITTAGS
Zitat von: Muschelbluemchen in Dezember 12, 2012, 19:27:07 NACHMITTAGSHab mir den Luxus geleistet und mir ein Standard zugelegt - muss aber sagen "Es ist nicht alles Gold was glänzt"

Hallo Leo,
Deine Aussage ist - bei geschätzten 50-100 verschiedenen STANDARD-Modellen (je nach Definition vom STANDARD JUNIOR bis zum ULTRAPHOT) und einer Produktionszeit von rund 4 Jahrzehnten - ziemlich unspezifisch.
Über welches klagst Du denn so beredt... nicht?

Ich will nicht leugnen, dass es in der STANDARD-Baureihe einige Schrulligkeiten gibt und Vieles nach heutigen Maßstäben völlig unergonomisch ist. Aber man muss die damaligen technischen Lösungen eben auch aus ihrer Zeit heraus verstehen (z.B., dass es bis Ende der 1960er absolut üblich war, über den Stativhals ins Mikroskop zu schauen!) und dann einmal mit den Preisen vergleichen, die heute für ähnlich aufwändige und/oder hochwertige Lösungen verlangt werden. Ruckzuck relativieren sich dann so manche konstruktive Anachronismen und eigenwillige Lösungen. Zumal wenn man bedenkt, dass wir heute die absoluten Topp-Forschungsgeräte nur einer Generation vor uns praktisch "nach Wunsch" für einen Bruchteil der damaligen Kosten zusammenstellen können.

Und damit sind wir ein bischen näher am Thema: eines der STANDARD-Modelle für hochauflösende Dunkelfeld-Mikroskopie auszurüsten erfordert nur
- ein bisschen Geduld, aber ordentlich Riskobereitschaft in der Bucht,
- noch etwas mehr Geduld, dafür weniger Riskobereitschaft im hiesigen Mikromarkt oder aber
- gar kein Risiko, dafür aber ein etwas großzügigeres Budget bei der Wahl eines serösen Gebrauchthändlers.

Gruß
Thomas

PS: Die "dicken Dinger" (Universal, Photomikroskop, Ultraphot, u.a.) sind auch STANDARDs! Anfangs hießen sie teilweise auch mit 'vollem Namen' so.
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: TPL in Dezember 12, 2012, 22:03:33 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

zu 1) der Plastikanteil hängt stark von der Bauzeit und dem Modell ab. Eine Verallgemeinerung ist so sinnvoll wie "Alle Autos haben zu viele Spoiler".
zu 2) der Vergleich einer riesigen Baureihe (CZ STANDARD) mit einem einzigen, zudem eher in Forschungsabteilungen untergebrachten Topp-Modell (Leitz Orthoplan) ist müßig. Das Risiko einer Dejustage durch unsachgemäße Behandlung steigt natürlich durch die schiere Zahl der Geräte - erst recht an Standorten, an denen es rauher zugeht als in einem Forschungslabor (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Die Stellung 'I' (nicht 'J') am Phasen-Revolverkondensor steht für 'Iris', nicht für Hellfeld.
zu 3) was dem Einen fummelig vorkommt ist für den Anderen absolut intuitiv. Aber das ist - zugegeben - so subjektiv wie die angeblich so 'organischen Formen' der ursprünglichen STANDARD-Modelle.
zu 4) oh: gibt's gar nicht ;D.
zu 5) die übliche Einbauleuchte ist die Niedervoltleuchte 15. Wem dieses Licht für Hellfeld, Phako, ja selbst für Pol-Kontrast, nicht ausreicht, hat gar nicht so selten sein Mikroskop falsch eingestellt. Das sollte man prüfen, bevor man die Schuld auf eine zu schwache Beleuchtung schiebt.
zu 6) Ich hatte in rund 20 Jahren intensivem Kontakt mit rund 100 Zeiss Mikroskopen und entsprechend reichlich 500 Zeiss-Objektiven 6 (sechs!) mal Kontakt mit delaminierter Optik. Das sind runde 1%. na gut: vielleicht hatte ich Glück...

Herzliche Grüße
Thomas
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Henkel in Dezember 12, 2012, 22:05:29 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in Dezember 12, 2012, 20:31:25 NACHMITTAGS

Seltsame Beschriftung (wieso eigentlich "J" für Hellfeld?),

J für Jrisblende

wobei der Einstellpunkt nicht - wie es logisch wäre - vorne, sondern schlecht lesbar an der rechten Seite ist...

Es ist einfacher den Kopf etwas zur Seite zu neigen, als den Buckel krumm zu machen, um unter den Objekttisch zu linsen und evebtuell noch den Stuhl zur Seite zu rücken, damit man von vorne auf die Kondensorbeschriftung sehen kann.

Gruß KH
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Peter V. in Dezember 12, 2012, 22:21:41 NACHMITTAGS
Hallo Herr Henkel, lieber Thomas

Danke für die Aufklärung bzgl. "J" oder besser "I".
Aber ich muß doch widersprechen (ich muß Ihnen, Herr Henkel, immer widersprechen, das wissen Sie doch  ;)): Zumindest beim "großen" Kreuztisch sieht man problemlos den vorderen Teil des Phasenkondensors, die rechte Seite ist jedoch vollständig unter dem Tisch verschwunden. Aber - wie Thomas schon schrieb - es gab viiiiele Standard-Modelle in unterschiedlichster Ausführung, mag sein, dass es bei einer anderen Ausstattung ergnomischer ist, auf die rechte Seite zu linsen.

Aber ich wollte ja gar nicht in das Wespennest der "Zeiss-Chauvinisten" (wie Leopold Euch unentschuldbarerweise  ;) nannte) stechen. Ich habe doch auch Zeiss vom Standard bis Ultraphot III. Aber man muß auch zugeben können, das manche Dinge bei anderen Firmen vielleicht nicht "besser", aber doch "einfacher" gelöst wurden.

Zur Leuchte - dieses Thema habe ich jetzt nur angerissen und nicht in all seinen
Facetten "beleuchtet", deshalb zur Präzisierung: Natürlich reicht die Niedervoltleuchte aus. Aber wer mag noch mit dem verbreiteten Umstecktrafo arbeiten (der Stufentrafo ist schon seltener). Und woher bekommt man die Leuchtmittel? Selbstvertsändlich kann man damit arbeiten, und ich erwähnte ja auch, dass es bei anderen Herstellern zu der Zeit nicht anders aussah. ( Mit der eigenbauten Halogenbeleuchtung sieht es bei DIK aber schon anders aus). Vermutlich waren diese Modelle auch nicht für den Ausbau mit DIK vorgesehen.

Ich sehe durchaus alle Vorteile der umfangreichen Zeiss Unedlich-Palette und genau deshlab empfehle ja auch ich immer wieder den Anfängern das Standard. Ihr braucht also keine Eulen nach Athen.....

Aber eines muß ich zum Thema "Delamination" noch loswerden: KPLs (und auch CPLs, wenngleich weniger) sind wirklich in hohen Maße von Delaminationen betroffen, wie auch sicher der vermutlich sogar größere Teil der kursierenden 63/1,4er. Ich habe schon viele delaminierte KPLs in Händen gehabt. Aber bei "Standard-Standard-Objektiven" (Plan, Neofluare) ist das natürlich nicht so sehr verbreitet, zugegeben.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: TPL in Dezember 12, 2012, 23:25:57 NACHMITTAGS
Lieber Peter,
ich merke aus Deinen Antworten, dass Dir, trotz "enzyklopädischer Sammellust" Manches im STANDARD-Programm entgangen sein muss:

Wie beschrieben, war es weder für den Konstrukteur des STANDARD (entgegen allen Gerüchten war das nicht K. Henkel, sondern K. Michel ;)) noch für dessen Nutzer eine ausgemachte Sache, dass man ein Mikroskop von der Tischseite her benutzt!. Üblicherweise schaute der Mikroskopker der 1950-60er Jahre über den Stativhals in den Beobachtungstubus (mit dem ganzen Auflicht-Zubehör wäre das übrigens kaum anders gegangen!). Und dann ist es doch nur logisch, dass der Index des Revolver-Phako-Kondensors auf der Seite angebracht wird. Wäre der Index nämlich "vorne", auf der Tischseite, dann könnte man ihn in der jahrzehntelang üblichen Ausrichtung dieses Mikroskops überhaupt nicht ablesen! Ich finde das also ganz gut durchdacht...

Zur Leuchte: Es gab von Anfang an (mit Zeiss-Winkel-Logo) auch relativ einfache 30W-Transformatoren mit einem Drehregler. Da muss man weder stecken noch schalten. DIK gab es bei Carl Zeiss früher als bei den allerallermeisten anderen Herstellern, nämlich bereits Mitte der 1960er Jahre. Da hatten Françon & Nomarski den DIK erst wenige Jahre vorher erfunden (und an Zeiss lizensiert). Das war in seiner Zeit kein Verfahren für den Hobbyisten sondern letzter Stand der Forschung und (wenn ich es recht verstehe) ein echter Kracher in der Sichtbarmachung speziell biologisch-medizinischer Phänomene. Damit rüstete man also keine 08/15-Stative aus, sondern die damaligen höherwertigen Modelle. Bitte lasste es Zeiss nicht an, dass sich deren DIK-Einrichtung dank der universellen Kompatibilität des STANDARD-Programms sogar an einem popeligen Kursmikroskop montieren lassen, zumal es im STANDARD-Programm auch dafür absolut ausreichende Beleuchtungsmöglichkeiten gab.

Herzlichen Gruß
Thomas
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 12, 2012, 23:47:30 NACHMITTAGS
ZitatHab mir den Luxus geleistet und mir ein Standard zugelegt - muss aber sagen "Es ist nicht alles Gold was glänzt"
bin eigentlich nach den Zeiss-Chauvinismus hier im Forum, der in mir eine hohe Erwartung geweckt hat entäuscht vom Standard.
Viel, zu viel Plastik, eigenartiges Design mit relativ viel Gefummel (um z.B. den Kondensor zu zentrieren, ..) die Objektive die nach vorne
geneigt sind (lustig wenn man eine Irisblende oder Stellrad am Objektiv bedienen muss und immer in die Nähe der Frontlinsen der anderen
Objektive vorbeiwischt).
Man sollte z.B. wenn der Kondensor nicht bis nach oben gestellt ist, nicht versuchen den Tisch nach unten zu kurbeln - was sowieso eine
Ewigkeit benötigt, den da könnte die Plastikzahnstange der Kondensorführung beschädigt werden und solche Postings werden
notwendig: http://www.mikroskopie-fo...e/index.php?topic=14391.0
Manche Leute können sich eben mit nichts zufrieden geben und kriegen obendrein alles kaputt. Wahrscheinlich war mal wieder einiges festgeharzt, daß sich auch bei der Köhlerung nichts getan hat, nachdem an den Zentrierschrauben derart gewürgt wurde, daß diese nun Druckspuren von der Rohrzange haben oder gar abgebrochen sind.
Ähnlich wird es bei der Kondensorführung vonstatten gegangen sein. Die Zahnstange aus Kunststoff konnte den Ochsenkräften eben nicht mehr standhalten. Soll es aber bei Stahl und Messing auch schon gegeben haben.
Außerdem hat der Kondensortrieb eine Bremse, die so einzustellen ist, daß der Kondensor durch sein Eigengewicht gerade soeben nicht mehr von alleine absacken kann. Dann kann auch nichts passieren, wenn der Kondensortrieb bis zum Boden gefahren und der Tisch zusätzlich noch abgesenkt wird.
Aber eigentlich ging es um Dunkelfeld, das man sich bei diesen Mikroskopen wenigstens noch selber machen kann. Auch für Kameraadaptionen gibt es diverse Lösungen.

VG
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Muschelbluemchen in Dezember 13, 2012, 08:32:31 VORMITTAG
Hallo

Sorry, wegen der Standard-Zeiss Kritik.
Auch die Produkte anderer Hersteller aus diesen Tagen hatten(haben) ihre Schwächen und Zeiss ist wirklich okay.
Ich will hier auch nicht weiter Benzin ins Feuer gießen, wichtig ist das Mikro bereichert mein Leben und macht Spass!

Ich wollte eigentlich nur auf die hier Forum oft gegebene Standard-Antwort reagieren: wirf dein Mikro weg und besorge dir ein Standard.
Vergleichsweise klingt dies für mich wie wenn jemand fragt: Hallo, ich habe da so einen NoName-PC, ich kann ein 50Mpx Bild nicht bearbeiten, der Rechner ist zu langsam.
Antwort: Wirf ihn weg und kauf dir einen Neuen, aber nur von Dell!!

Also zurück zum Anfang dieses Thread:

Hier geht es um ein Mikroskop chinesischer Fertigung, mit 160Optik. Dies auf Dunkelfeld um zu rüsten, könnte einfach sein:
http://www.mueller-optronic.com/xtcommerce/Microscope-Accessories/Objective/Special-Objectives/Plan-Achromativ-Objektiv-100x-with-Iris-Diaphragm::359.html
http://www.mueller-optronic.com/xtcommerce/Microscope-Accessories/Darkfield-Condenser/Darkfield-Condensor-Oil::319.html

Ob der Dunkelfeldkondensor passt wäre dann wirklich interessant und sollte es funktionieren ob die Lösung auch befriedigend ist, sollte diskutiert werden.
Jörg hat da schon einige interessante Ansätze geliefert.
Aber vermutlich ist ein Dunkelfeldkondensor schon vorhanden und es scheitert nur am fehlendem Objektiv mit Irisblende?

Gerade auch die Helligkeit der Lichtquelle kann ein Problem werden.
Hier gäbe es vielleicht auch noch einen Ansatz für eine Lösung:
http://www.teleskop-austria.at/shop/index.php?m=2&kod=mikr-liv-upg-lba&lng=de

mit lieben Mikrogrüßen
Leo





Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: TPL in Dezember 13, 2012, 08:34:44 VORMITTAG
Hallo Leo,
werden wir denn noch erfahren, auf welches STANDRD sich Dein Beitrag überhaupt bezog?
Gruß, Thomas
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Muschelbluemchen in Dezember 13, 2012, 08:53:43 VORMITTAG
Hallo Thomas

Zitatwerden wir denn noch erfahren, auf welches STANDRD sich Dein Beitrag überhaupt bezog?
Auf ein Standard16 mit Halogenbeleuchtung.
Um z.B. mein PH Neofluar 100/1.3 nutzen zu können im Phasenkontrast, habe ich den externen Spannungswandler
auf der sekundären Seite von 6 Volt  auf 7.5 Volt hochgeschaltet (ich hoffe mich korrekt
ausgedrückt zu haben - ich bin kein Elektrotechniker), d.h. ab der Stellung 5 am Stellrad für die Helligkeit betreibe ich die Halogenbirne mit
Überspannung - da ich dies nicht so oft benötige und diese Art von Halogenbirnen noch leicht zu erhalten sind, sehe ich noch kein Problem damit.

Für Dunkelfeld im hohen Vergrößerungsbereich sehe ich aber Schwarz bei meinem Standardmodell (was für mich nicht so wichtig ist,
wenn DF dann nur bis zum 40er).

liebe Mikrogrüße
Leo

PS: Ich hoffe damit auch die Eintrittskarte zur Zeiss-Liga erworben zu haben! Bitte!!!!!!!
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Peter V. in Dezember 13, 2012, 10:09:24 VORMITTAG
Lieber Thomas,

ZitatLieber Peter,
ich merke aus Deinen Antworten, dass Dir, trotz "enzyklopädischer Sammellust" Manches im STANDARD-Programm entgangen sein muss:

Das ist ziemlich sicher so. Ich habe mich nie so extrem und speziell mit der Historie von Zeiss und jedem Detail der Zeiss-Mikroskope beschäftigt wie Du. Ich kann die Funktionalität nur unter dem Gesichtspunkt der "aktuellen" Verwendung beurteilen, natürlich kann es sein, dass heute etwas unfunktionnal anmutende technische Details durchaus zur Zeit ihrer Entwicklung absolut berechtigt und durchdacht waren. Umso wertvoller und interessanter sind ja Deine Hinweise und Erklärungen. Und genau dazu dient ja auch das Forum. Wüßten wir/ich alles, bräuchten wir kein Forum.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: wilfried48 in Dezember 13, 2012, 11:59:37 VORMITTAG
Zitat von: Muschelbluemchen in Dezember 13, 2012, 08:53:43 VORMITTAG
Hallo Thomas

Zitatwerden wir denn noch erfahren, auf welches STANDRD sich Dein Beitrag überhaupt bezog?
Auf ein Standard16 mit Halogenbeleuchtung.
Um z.B. mein PH Neofluar 100/1.3 nutzen zu können im Phasenkontrast, habe ich den externen Spannungswandler
auf der sekundären Seite von 6 Volt  auf 7.5 Volt hochgeschaltet (ich hoffe mich korrekt
ausgedrückt zu haben - ich bin kein Elektrotechniker), d.h. ab der Stellung 5 am Stellrad für die Helligkeit betreibe ich die Halogenbirne mit
Überspannung - da ich dies nicht so oft benötige und diese Art von Halogenbirnen noch leicht zu erhalten sind, sehe ich noch kein Problem damit.

Für Dunkelfeld im hohen Vergrößerungsbereich sehe ich aber Schwarz bei meinem Standardmodell (was für mich nicht so wichtig ist,
wenn DF dann nur bis zum 40er).

liebe Mikrogrüße
Leo

PS: Ich hoffe damit auch die Eintrittskarte zur Zeiss-Liga erworben zu haben! Bitte!!!!!!!

ja auch Zeiss hatte ein paar Ausreisser die dem "vermeintlichen" Fortschritt geschuldet waren. Dazu gehört das mit einer schwächlichen Halogenbeleuchtung und ein paar Kunststoffringen und Haltern "modernisierte" Standard.

Da hat man gemeint eine sauber geköhlerte Beleuchtung mit 15 W Glühlampe und speziell gewickelter Flachkernwendel durch eine "pseudo" geköhlerte Beleuchtung mit 10 W Halogenbirnchen (mit Ringwendel, aus dem Konsumermarktmarkt)

ersetzen zu können.

Daher, wenn schon Standard dann möglichst die etwas ältere Version mit Beleuchtungsrohr und 13 Lammellenblenden mit verchromten Metallringen.

viele Grüsse
Wilfried

P.S.: Zeiss West spielt nicht alleine in einer Zeiss-Liga auch die anderen Mütter (Leitz, Olympus, Nikon, Zeiss Jena hatten schöne Töchter) vor allem was die optische Abbildungsleistung betrifft. Was mich an der Zeiss Standard Serie jedoch gefällt ist, dass man vom Schüler bis zum Forschungsmikroskop sich über Jahrzehnte an genormte Maße gehalten hat so dass viele Zubehörteile austauschbar sind. Dem verdanken wir auch die extreme Verbreitung und die auch heute noch beste Verfügbarkeit von Zubehör und Ersatzteilen.
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 13, 2012, 12:01:54 NACHMITTAGS
ZitatAuf ein Standard16 mit Halogenbeleuchtung.
Um z.B. mein PH Neofluar 100/1.3 nutzen zu können im Phasenkontrast, habe ich den externen Spannungswandler
auf der sekundären Seite von 6 Volt  auf 7.5 Volt hochgeschaltet (ich hoffe mich korrekt
ausgedrückt zu haben - ich bin kein Elektrotechniker), d.h. ab der Stellung 5 am Stellrad für die Helligkeit betreibe ich die Halogenbirne mit
Überspannung - da ich dies nicht so oft benötige und diese Art von Halogenbirnen noch leicht zu erhalten sind, sehe ich noch kein Problem damit.

Für Dunkelfeld im hohen Vergrößerungsbereich sehe ich aber Schwarz bei meinem Standardmodell (was für mich nicht so wichtig ist,
wenn DF dann nur bis zum 40er).

liebe Mikrogrüße
Leo

Hallo Leo,

da scheint dein technischer Stand der Beleuchtung wahrlich noch um einige Jahrzehnte zurückzuliegen wie der Schmierstoff, der Triebe und Führungen zusammenbackt.  ;D
Erst kürzlich habe ich jemanden, der sich am alten GFL noch mit den Glühlampen rumgeplagt hat, zu einer LED-Beleuchtung verholfen, die aus 4 Mignonakkus gespeist wird. Als ich die Intensität von unten hochgedreht hatte, hat er vor Schreck den Kopf vom Bino-Einblick weggerissen. Ein Dunkelfeld wird dann zwar nicht zum Hellfeld, aber der Phasenkontrast wird ganz schön blass, als hätte man die Blenden nicht richtig zentriert.
Es besteht also kein Grund zur Verunglimpfung.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 13, 2012, 14:03:39 NACHMITTAGS
Hallo noch ungläubige,

es gab durchaus sehr schöne, gut durchkonstruierte und sehr solide Variationen  des Standard - na gut das Logo ist nicht aus Metall ;)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/112062_34419285.jpg)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Johannes Kropiunig in Dezember 13, 2012, 18:58:39 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

dass bei deinem Standard die Schrauben für die Kondensorzentrierung vorne sind, ist zwar sehr praktisch, aber Technisch weniger relevant.
Viel mehr bin ich über dem Umstand verwundert, das bei dir die Hilfslinse über dem Filterhalter ist.
Bei meinem 16er ist das andersherum.
Da bei deinem Bild auch ein paar Staubflankerln zu sehen sind, und bei mir Staub auf der Hilfslinse sehr störend ist, frage ich mich ob es bei deiner Konstruktion besser ist ?
Wie gehört es eigentlich wirklich ?

Viele Grüße,
Johannes
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 13, 2012, 19:44:13 NACHMITTAGS
Hallo Johannes,

ZitatWie gehört es eigentlich wirklich ?

gut beobachtet! Das ist genau falsch rum! Die Hilfslinse gehört bei dieser Art nach unten!
Das Stativ könnte mittlerweile meins sein. Das WL hat normalerweise keine silberne Leuchtfeldblende. ;D

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 13, 2012, 22:05:33 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

wo muss die Hilfslinse sitzen? das habe ich mich gestern beim Test eines St 18 auch gefragt, weil ich da irritiert war durch einen schwarzen Balken am Bildrand, den ich nach etwas probieren als die Fassung der 0,9er Klapplinse des Universalkondensors identifizierte. Objektiv war ein Planapo 4.

Dann hab ich mal in den Broschüren geforscht und habe dann die Position von unten nach oben gewechselt. Und der Balken ist weg!

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/112094_10977580.jpg)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 13, 2012, 22:26:34 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

das ist aber die frühere Ausführung der Hilfslinse I. Die muß nach oben, weil sie eine andere Brennweite hat als die in der dicken Fassung.
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 13, 2012, 22:29:53 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

und wie bekomm ich dann den störenden Balken weg wenn ich die Kondensorfrontlinse abklappe?
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 13, 2012, 23:54:01 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

indem du die Hilfslinse auch rausklappst. Aber dieses Balkenproblem beim 0.9er hatten wir schonmal. Ich lasse die Frontlinse lieber eingeklappt und stell dann den Laubfrosch drunter für die Ausleuchtung bei hoher Apertur.
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Henkel in Dezember 14, 2012, 11:46:24 VORMITTAG
Zitat von: Nomarski in Dezember 13, 2012, 23:54:01 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

indem du die Hilfslinse auch rausklappst. Aber dieses Balkenproblem beim 0.9er hatten wir schonmal. Ich lasse die Frontlinse lieber eingeklappt und stell dann den Laubfrosch drunter für die Ausleuchtung bei hoher Apertur.

Lieber "Nomarski"!

Für alle Leser, die nicht zu Eurem eingeweihten Geheimzirkel gehören, die aber auch hier etwas Nützliches lesen und lernen möchten, wäre es höchst begrüßenswert, wenn die Mitteilungen in für Normalbürger verständlichem Deutsch geschrieben würden, anstatt im Geheimjargon.
Nix für ungut.
KH
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 14, 2012, 12:28:44 NACHMITTAGS
ZitatLieber "Nomarski"!

Für alle Leser, die nicht zu Eurem eingeweihten Geheimzirkel gehören, die aber auch hier etwas Nützliches lesen und lernen möchten, wäre es höchst begrüßenswert, wenn die Mitteilungen in für Normalbürger verständlichem Deutsch geschrieben würden, anstatt im Geheimjargon.
Nix für ungut.
KH
Sehr geeherter Herr Henkel,

beim Laubfrosch, dessen Bezeichnung übrigens von ihrem Namensvetter verpasst wurde, handelt es sich um eine Plankonvexe Linse bestimmter Brennweite, die es bei Verwendung schwacher Objektive, z.B. einem Plan 2,5 und dem Kondensor der Apertur 0,9 ermöglicht, das Objektfeld bis zum Rand des Sehfeldes auszuleuchten. Das hat den Vorteil, daß die hohe Apertur des Kondensors beibehalten werden kann. Die geräteeigenen Hilfslinsen eignen sich leider nicht für diesen Zweck, es sind starke Helligkeitsabfälle zum Bildrand zu beobachten.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/112128_29262193.jpg)
So habe ich ein wenig improvisiert und mir diesen Linsenhalter aus Kunsstoff angefertigt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/112128_58899249.jpg)
Der Kunststoff hat den Vorteil, daß die Empfindlichen Lack- und Metalloberflächen nicht so leicht beschädigt werden können.
Ich hoffe nun wenigstens für ausreichende Aufklärung gesorgt zu haben. Um die Übersetzung ins Bayrische müßten Sie sich dann bitteschön selber kümmern.

Mit freundlichen Grüßen
"Nomarski"
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: -JS- in Dezember 14, 2012, 13:31:52 NACHMITTAGS
Hochgeschätzter Bernd,
wenn Du nun noch einen draufsetzen könntest und die ausnehmende Güte hättest, Deine Angabe
Zitat... handelt es sich um eine Plankonvexe Linse bestimmter Brennweite...
ebenfalls in verständliches Deutsch respektive in eine Zahlenangabe zu transferieren, könnte
die vorweihnachtliche Freude einfach nicht größer sein  ;D
Herzliche Grüße
Joachim
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Peter V. in Dezember 14, 2012, 13:42:38 NACHMITTAGS
Hallo,

ich hatte das "Ding" eigentlich unter der Bezeichnung "Polken" abgespeichert.... ???

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Nomarski in Dezember 14, 2012, 13:47:52 NACHMITTAGS
Zitat von: -JS- in Dezember 14, 2012, 13:31:52 NACHMITTAGS
Hochgeschätzter Bernd,
wenn Du nun noch einen draufsetzen könntest und die ausnehmende Güte hättest, Deine Angabe
Zitat... handelt es sich um eine Plankonvexe Linse bestimmter Brennweite...
ebenfalls in verständliches Deutsch respektive in eine Zahlenangabe zu transferieren, könnte
die vorweihnachtliche Freude einfach nicht größer sein  ;D
Herzliche Grüße
Joachim
Er nun wieder als Mensch verkleidet... ;D

Die Brennweite der Glasscherbe beträgt 37mm. Aber dem "eingeweihten Geheimzirkel" ist inzwischen auch bekannt, daß du dort Elmarite von Leicas reinkeilst. ;D

Schöne Grüße
Bernd
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Herrmann in Dezember 14, 2012, 14:39:26 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ich muss noch demütig gestehen und ergänzen, dass Bernd - wie so oft - ziemlich Recht hat: die neue, dicke Hilfslinse gehört tatsächlich unter den Filterhalter im Gegensatz zur alten, die ich in der Beschreibung gezeigt habe.

Ich habe beide Typen an 2 Standard 18 und habe es heute morgen überprüft. Es geht zwar auch anders rum, aber die PH-Blenden passen dann nicht mehr übereinander und PH ist folgerichtig dürftig!

Jetz stimmt alles wieder und den "Balken" (Fassung der abgeklappten Kondensorfrontlinse) seh ich, wenn der Kondensor ganz abgesenkt ist, auch nicht mehr - übrigens, auch nicht, wenn die jetzt richtig sitzende Hilfslinse eingeschwenkt bleibt.

  # Bernd hat das Laubfrosch-Thema übrigens perfekt erklärt - wenigstens aus meiner Sicht! :)
Titel: Re: Dunkelfeld und Kamera
Beitrag von: Klaus Henkel in Dezember 14, 2012, 15:57:50 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Herrmann in Dezember 14, 2012, 14:39:26 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

ich muss noch demütig gestehen und ergänzen, dass Bernd - wie so oft - ziemlich Recht hat: die neue, dicke Hilfslinse gehört tatsächlich unter den Filterhalter im Gegensatz zur alten, die ich in der Beschreibung gezeigt habe.

Lieber Klaus!
Ich glaube mich zu erinnern: Es gab zwei verschiedene ausschwenkbare Hilfslinsenträger, einen dickeren, der unter den Filterhalter gehört und einen "etwas" dünneren, der direkt unter dem Kondensor sitzt. Wenn man als Bastler das vewechselt, funktioniert die Hilfslinse dann nicht mehr richtig.
Gruß KH


Jetz stimmt alles wieder und den "Balken" (Fassung der abgeklappten Kondensorfrontlinse) seh ich, wenn der Kondensor ganz abgesenkt ist, auch nicht mehr - übrigens, auch nicht, wenn die jetzt richtig sitzende Hilfslinse eingeschwenkt bleibt.