Hallo,
bin neu hier im Forum und bin auf der Suche nach einem neuen Stereo-Mikroskop und bitte dafür um Ratschläge.
Das Stereo-Mikroskop soll zum zum Bestimmenn von Spinnen und Käfern verwendet werden. Bisher benutze ich dafür ein Stereomikroskop GSZ von Zeiss Jena. Dabei arbeite ich zumeist im Vergrößerungsbereich zwischen 10- und 50-fach, ausnahmsweise bis ca. 80-fach.
Aufgrund gestiegener Ansprüche möchte ich das GSZ ersetzen durch eines, das in der Abbildungsqualität eine Stufe bessser ist. Kann gerne wieder eins von Zeiss sein, denkbar wäre auch ein gutes gebrauchtes.
Dazu nun folgende Fragen:
Welche Modelle können für diesen Zweck empfohlen werden?
Wo findet man gute gebrauchte Exemplare?
Früher scheint es ja hier im Forum einen Gebrauchtmarkt gegeben zu haben (als Unterforum), diesen finde ich jetzt nicht mehr. Gibt es dafür einen Ersatz?
viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
das war dir verschlossen, bis du hier Beiträge schreibst. Wenn du jetzt mal auf "Übersicht" klickst, dann scrollst du etwas nach unten und schon taucht auch der "Mikro-Markt" auf. Da gibt es die Rubriken Suche und Biete. Wenn das nicht funktioniert, poste hier noch eine Antwort und probier noch mal
Gruß Lothar
Hallo,
das GSZ ist aber schon ein ziemliches gutes Stereomikroskop! Was genau stört Dich daran bzw. in welchem Punkt erwartest Du einen Qualitätssprung?
Ich sage mal so: Wenn Dir das GSZ nicht reicht, wird es sicher schwer, hier einen allgemeinen Rat zu geben, weil es dann doch so um den persönlichen Seheindruck geht und es dann doch schon wirklich ein sehr hochklassiges Stemi sein muss.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Sebastian,
Eine weitere Verbesserungsmoeglichkeit ist die Beleuchtung. Eine gut eingestellte diffuse Beleuchtung bringt bei Insekten oft mehr als ein neues Mikroskop!
Beste Gruesse,
Jon
Hallo,
ja, das GSZ ist schon ganz o.k., es hat mir nun auch schon seit 15 Jahren gute Dienste geleistet. Reicht mir aber doch inzwischen nicht mehr ganz aus. Vor allem im Hinblick auf die Schärfentiefe und auf die Klarheit/Gleichmäßigkeit des Bildes über das gesamte Sehfeld kann ich eine Verbesserung gebrauchen.
Hab inzwischen auch weiter recherchiert und gewinne den Eindruck, dass es in Richtung Stemi2000 gehen könnte. Kann aber bisher noch nicht beurteilen, ob es wirklich wesentlich besser ist als das GSZ. Und mir fehlt auch ncoh der Überblick, was es sonst noch Gutes gibt.
Und ja, die Beleuchtung muss auf jeden Fall auch verbessert werden; die soll zusammen mit dem Mikroskop ebenfalls erneuert werden. Das ist aber der 2. Schritt, wenn ich das passende Mikroskop gefunden habe.
viele Grüße
Sebastian
Zitat von: Saalenix in Dezember 22, 2012, 21:57:01 NACHMITTAGS
ja, das GSZ ist schon ganz o.k., es hat mir nun auch schon seit 15 Jahren gute Dienste geleistet. Reicht mir aber doch inzwischen nicht mehr ganz aus. Vor allem im Hinblick auf die Schärfentiefe und auf die Klarheit/Gleichmäßigkeit des Bildes über das gesamte Sehfeld kann ich eine Verbesserung gebrauchen.
Sebastian
Hallo Sebastian!
Nur damit es später keine Enttäuschung gibt: Die Schärfentiefe ist eine Funktion des Abbildungsmaßstabs. Das gilt für alle Objektive, für jedes Mikroskop, aller Hersteller. Ohne Ausnahme. Bei gleicher Apertur und gleicher Brennweite.
Auch der freie Arbeitsabstand ist eine Funktion des Abbildungsmaßstabs.
Apertur: Ist das Mikroskop abblendbar, dann erhöht sich die S.tiefe beim Abblenden, aber die Auflösung sinkt.
Gruß KH
Hallo Sebastian
Im Laufe der Jahre steigen die Ansprüche. Das kenne ich auch. Ich selber bin eigentlich ein absoluter Zeiss Fan aber wenn ich mir das STEMI 2000
anschaue so habe ich als alter Werkzeugmacher doch so meine Bauchschmerzen.
Das STEMI 2000 hat eine sehr gute Optik, keine Frage. Bei dem Preis dieses Stereo-Mikroskops erwarte ich allerdings auch eine entsprechende
Qualität des Gehäuses.
Wenn man einmal mit der Fingerkuppe gegen das Gehäuse dieses Stemis klopft, dann erscheint einem das Bild einer Tupperdose vor dem geistigen Auge.
Ich habe mich damals deshalb für ein Motic SMZ 168 mit Trinotubus und Leucht-Tisch entschieden. Die Verarbeitungsqualität und die Optik dieses Stemi
überrascht mich immer wieder, wenn ich mal durch andere Geräte schaue und einen gedanklichen Vergleich anstellen kann.
Ich denke dass man in der Preisklasse bis 4000.- kaum ein Gerät findet dass von der Verarbeitung, Stabilität und Abbildungsqualität dieses Stemi deutlich übertrumpfen kann.
Schritt-Motor Steuerung, PC Anbindung und elektronische Bedienung benötige ich bei einem Stemi nicht, wenn ich es zur Bestimmung von Insekten verwende
oder hin und wieder mal ein paar schöne Übersichtsaufnahmen machen möchte.
Herzliche Grüße
Horst-Dieter
Hallo Sebastian,
Eine Verbesserung hinsichtlich der Schärfentiefe lässt sich auch über eine Aperturblende realisieren. Ich glaube, dass es für das GSZ auch eine solche bei Askania gibt und knappe 300 Euro kostet.
Viele Grüße
Erik
Hallo Sebastian,
natürlich ist Dein Tätigkeitsfeld von meinem ein gutes Stück weit entfernt, sodass ich Deine Anforderungen sicherlich nicht in allen Belangen beurteilen kann, aber viellecht solltest Du eine Sache im Auge behalten:
Wenn es um die reine Bestimmung geht, ist es natürlich eine Geschmacksfrage, welche Asprüche man an die Optik stellt, sofern man sieht, was man sehen muss.
Wenn es aber (auch) um die Fotografie geht, würde ich über ein Makroskop (z.B das Wild Fotomakroskop M400/420) nachdenken. Das liefert Dir zwar kein dreidimensionales Bild, dafür verfügt es über eine eingebaute Iris, und Du hast, sollstest Du einmal Bilder stacken wollen, keinen seitlichen Versatz der Bildebenen. Das Wild-Modell gibt es sogar mit apochomatischem Zoom-Objektiv - viel mehr geht nicht.
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Florian,
wenn ich Sebastian richtig verstehe ("Vor allem im Hinblick auf die Schärfentiefe und auf die Klarheit/Gleichmäßigkeit des Bildes über das gesamte Sehfeld") hat er an der fotografischen Leistung seines GSZ aber nichts auszusetzen - von daher käme ein Makroskop wohl eher nicht in Frage, mal ganz abgesehen vom Preis. Das MOTIC SMZ-168-TL macht auf dem Papier einen guten Eindruck - und das bei einem Preis um die 1000 €.
Was die Schärfentiefe betrifft, wurde ja das meiste schon gesagt: entweder stacken oder ein Abblendmodul anschaffen. Übrig bleiben "Klarheit/Gleichmäßigkeit" des Bildes. In diesem Fall wäre ein Vergleich bei einem Händler, z.B. bei Optovid/Iserlohn angeraten, hieße also: eigenes Stemi mit Probe mitbringen und mal direkt vergleichen.
Gruß
Peter
Zitat von: HDD in Dezember 23, 2012, 09:15:58 VORMITTAG
Im Laufe der Jahre steigen die Ansprüche. Das kenne ich auch. Ich selber bin eigentlich ein absoluter Zeiss Fan aber wenn ich mir das STEMI 2000 anschaue so habe ich als alter Werkzeugmacher doch so meine Bauchschmerzen.
Das STEMI 2000 hat eine sehr gute Optik, keine Frage. Bei dem Preis dieses Stereo-Mikroskops erwarte ich allerdings auch eine entsprechende Qualität des Gehäuses.
Wenn man einmal mit der Fingerkuppe gegen das Gehäuse dieses Stemis klopft, dann erscheint einem das Bild einer Tupperdose vor dem geistigen Auge.
Horst-Dieter
Aber aber! Es ist doch dem alten Werkzeugmacher sicherlich nicht entgangen, daß er mit seiner Fingerkuppe nur an die Außenhaut aus Kunststoff gekopft hat? Und daß sich darunter ein sehr solides und stabiles Metallgehäuse aus hochpräzisem Magnesiumdruckguß befindet? So eine Fingerkuppe kann sich da auch mal täuschen.
Mit einem Fingerkuppenwink
KH
Hallo Sebastian, wir haben das gleiche Interessengebiet. Das Stemi2000 ist sicherlich ein hervorragendes Gerät. Ich hatte einmal die Gelegenheit, es neben anderen Stemis zu testen. Wenn es Dir nur um die Bestimmung
der Tiere geht, bist Du damit bestens bedient. Anders sieht es mit der Fotografie aus. Das Stemi2000 arbeitet nach dem Greenough-Prinzip, d.h.,es besitzt 2 gegeneinander abgewinkelte Strahlengänge, sodaß Du immer
von schräg oben fotografierst, was besonders beim Stacken extrem störend ist. Daher wohl auch der Rat von Florian zu einem Makroskop. Wenn Du beides haben willst, bleibt Dir nur ein Stemi, das nach dem Teleskop-
Prinzip gebaut ist. Dazu benötigst Du dann noch als Zusatz einen Objektivschieber (oder einen entsprechend codierten Revolver), um einen Strahlengang wie beim Makroskop zu erhalten. Allerdings bewegst Du Dich da
preislich (z.B. Zeiss Discovery) jenseits der 10 000 Euro.
Gruß
Willi
Hallo,
danke für die nützlichen Hinweise.
Es geht mir tatsächlich nur um das Bestimmen, nicht um Fotos. Und richtig: Motor Steuerung, PC Anbindung und elektronische Bedienung brauch ich ebenfalls nicht.
Was noch zu ergänzen wäre: mein Budget reicht bis ca. 5.000 Euro. Dafür müsste es aber wirklich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem GSZ geben, sonst lohnt sich das nicht.
viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
dann schau mal nach einem Olympus BX 12 mit Planapo oder einem Leica MZ 12,5 mit Planapo.
Aber mit Planapo könnte das Budget schon an der Grenze sein.
Erfolgreiche Jagd!
Hallo Sebastian,
Die von Klaus erwaehnten Olympus SZX12 (hat eine Aperturblende fest eingebaut) und Leica MZ 12,5 (oder auch Modell mit geringerem Zoomfaktor) kann ich ebenfalls empfehlen. Mit Planapo-Objektiven und den grossen Sehfeldzahlen der Okulare geben diese Mikroskope ein tolles Bild! Mit Ihrem Budget ist einiges machbar.
Die Planapo-Objektive haben eine hohe Aufloesung, allerdings sinkt damit gleichzeitig die Tiefenschaerfe. Wenn Sie primaer an einer hoeheren Tiefenschaerfe interesiert sind, dann ist die Nachruestung einer Aperturblende fuer das vorhandene GSZ bei weitem die einfachste Loesung.
Aber noch einmal zurueck zur Beleuchtung. Erfahrungsgemaess ist dies der Knackpunkt fuer die Insektenbestimmung. Wichtig ist, das Insekt diffus zu beleuchten und Spitzlichter (!?) zu vermeiden. Ist das bei Ihnen ein Problem? Ich habe mal ein Beispiel dafuer gefunden:
http://myrmecos.net/2012/02/18/better-microscope-lighting-in-20-seconds/
and link therein: http://www.notesfromunderground.org/archive/vol912/photos/longino/cup1.jpg
Ein Blatt Papier, ein Joghurt-Becher oder ein Stueck Styropor vor der Lichtquelle wirken wunder! Wenn Ihr Problem dort liegt, dann koennen Sie sich fuer 10 min Bastelaufwand 2000 Euro fuer ein neues Mikroskop sparen. Im Vergleich von Zeiss GSZ und abgeblendetem Olympus SZX12 im Auflicht sehen Sie mit dem Auge fast keine Unterschiede, abgesehen vom deutlich groesseren Gesichtsfeld (22er und hoeher beim SZX12).
Beste Gruesse,
Jon
Hallo Saalenix,
liest Du eigentlich auch Deine Privaten Nachrichten ???
Herzliche Grüße
Peter
Hier wird mehrfach der Rat gegeben, ein "Aperturblendenmodul" zu erwerben und einzubauen. Das GSZ ist jedoch ein Greenough-Mikroskop (daher das "G" im Namen), wofür es so ein Modul grundsätzlich nicht gibt. Das geht nur bei den Fernrohr-Typen, z.B. dem Technival. Es gibt lediglich eine trinikulare Version des GSZ (= "GST 2T"), beider der der Fotoausgang und die Blende bereits von vornherein fest eingebaut ist => askania.de. Ansonsten schließe ich mich den Vorrednern an, und Bezweifel, das ein anderes Mikroskop bessere Ergebnisse bringen wird. Von Leica gibt es allerdings Stereomikroskope, bei denen einer der beiden Strahlengänge, um das Gehirn des Beobachters zu überlisten, und so scheinbar die Tiefenschärfe zu erhöhen, abgeblendet ist. Das ganze nennt sich auf kauderenglisch "fusion optics" oder so ähnlich. Ob sich der finanzielle Mehraufwand für solch ein Plastemikroskop lohnt sei dahingestellt. - Viele Grüße vom Dünschliffbohrer
Nachtrag:
1) Greenough-Mikroskope sind von der Abbildungsqualität systembedingt grundsätzllich immer besser, als die Fernrohrtypen, deshalb würde ich lieber beim GSZ bleiben. Die Fernrohr-Typen sind lediglich leichter ausbaufähig => Wikipedia: "Stereomikroskop".
2) Planoptik ist bei Grenough-Typen nicht erforderlich, ein flaches Objekt wird von vorn herein auch flach abgebildet. Ob allerdings die Bildfeldwölbung besonders bei kleinen Insekten bei den Fernrohr-Stemi´s wirklich stört, ist natürlich von den eigenen Ansprüchen abhängig. - Dsb.