Liebes Forum,
seit ein paar Tagen bin ich stolzer Besitzer eines Zeiss DRC Stereomikroskops mit Foto-Tubus aus der Bucht. Anscheinend hatte ich, was den Zustand des Gerätes betrifft, ziemliches Glück - die Optiken und der äussere Zustand sind wirklich sehr gut zu nennen. Jedenfalls haben mich die ersten Eindrücke beim Betrachten eines Rosenkäfers und einer Wespe, die ich beide im Sommer im Garten gefunden und "archiviert" habe, fast umgehauen - knackig scharf und detailreich, wie es sein soll.
Der Fototubus (476005) beinhaltet als Optik das Okular S-PL 8x/18 und trägt oben einen Adapter von Ringschwalbe auf ein Gewinde. Im mitgelieferten Prospekt habe ich gesehen, dass die Spiegelreflexkamera mit dem entsprechenden Normalobjektiv mittels dieses Adapters mit dem Mikroskop verbunden werden soll (ich habe derzeit zwei Kameragehäuse - eine Nikon D300 und seit kurzem die EOS 60D) An mein Nikon-Objektiv passt der mitgelieferte Adapter nicht - woher kann ich denn einen entsprechenden Adapterring (Ringschwalbe auf 52mm Filtergewinde) bekommen?
Besteht die Möglichkeit, die Canon mittels eines Adapters (?)auch OHNE Normalobjektiv anzuschliessen? Ich denke, so wenig Glas wie möglich im Strahlengang zu haben ist qualitätsfördernd - kann das mit der vorliegenden Optik des S-PL 8x/18 überhaupt funktionieren? Zeiss empfiehlt ja ursprünglich als Fotookular das 10x/25 Weitwinkelokular (464002-9901)...
Begeisterte und zugleich recht ratlose Grüße
Bernd
Hallo Bernd
Zitatwoher kann ich denn einen entsprechenden Adapterring (Ringschwalbe auf 52mm Filtergewinde) bekommen?
;)
ZitatDer Fototubus (476005) beinhaltet als Optik das Okular S-PL 8x/18 und trägt oben einen Adapter von Ringschwalbe auf ein Gewinde.
Und was für ein Gewinde ist es denn?
VG
Bernd
Hallo Bernd,
ZitatBesteht die Möglichkeit, die Canon mittels eines Adapters (?)auch OHNE Normalobjektiv anzuschliessen?
Im von Dir geschilderten Fall leider nein.
Das vom Okular kommende Lichtbündel wird ja bei visueller Betrachtung von der Augenlinse auf die Netzhaut projiziert und dann als Bild wahrgenommen.
Ersetzt man nun 'Netzhaut' durch 'Chip', ist eine projizierende Optik zwischen Okular und Chip notwendig ('Augenlinse' - ersetzt durch z.B. 'Normalobjektiv' der Kamera).
Könntest Du einmal den Durchmesser des Gewindes der bei Dir vorhandenen Adapterplatte mit der unterwärts befindlichen Ringschwalbe ausmessen?
Es gibt hierfür mit Sicherheit die Möglichkeit, mittels eines Step-Down resp. Step-Up Filtergewindeadapters eine passende Verbindung zu erstellen.
Das verwendete Normalobjektiv sollte aber möglichst kein ZOOM-Objektiv sein, sondern eine Festbrennweite mit einem auf die Größe des Chips angepasstem Fokus.
Viele Grüße und herzlichen Glückwunsch zu Deinem DRC !
Joachim
Hallo Bernd, hallo Joachim,
vielen Dank für die raschen Reaktionen :)
Das Aussengewinde der Adapterplatte hat - soweit ich das ohne Schieblehre ermitteln kann - 54mm. Das Nikon Normalobjektiv - (Festbrennweite) hat 52mm.
Die Ringschwalbe sollte 44mm sein...
Dem wissend lächelnden Smiley von Bernd entnehme ich, dass er weiß, woher ich so einen Adapter bekäme...
(Ich habe ja als stiller Mitleser schon mitbekommen, dass Du der "Mechanikus" des Forums schlechthin bist.)
weiteres evtl. als PN?
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/113356_47038374.jpg)
den Ring unten rechts wirst du haben(55mm), den oben in der Mitte wirst du brauchen(52mm).
Es gibt zwar von 55mm auf 52mm auch Filteradapterringe zu kaufen, aber die kosten meist ein paar Millimeter, so daß die Pupillen nicht dicht genug zusammenkommen und Vignettierungen auftreten können.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
die Öffnung innerhalb des Ringes ist bei mir etwa 38mm - bei Dir auf dem Bild sieht das kleiner aus - aber evtl. spielt das ja gar keine Rolle...
Vielen Dank schonmal.
VG
Bernd
Hallo Bernd,
bei mir ist die Öffnung 20mm, so daß sich der Ring auf dem Okularring um die Augenlinse herum abstützen kann. Aber ich bin da auch flexibel. Jedenfalls sollte der Sicherheitsabstand zwischen den Linsen erhalten bleiben.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernds -
je nach Okular-/Objektivkombination/-typ könnte es nützlich sein das Loch in der Mitte so groß zu machen, dass es über das Okular passt um Vignettierung vorzubeugen.
Ja - ich weiß! Sicherheit für die Frontlinse der Fotooptik muss dann andersartig gewährleistet werden ::)
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
ich habe Bernd schon angewiesen, den Durchmesser seiner Augenlinse mal nachzumessen. ;)
Bei meinen Okularen für das 23,2mm Steckmaß bin ich jedenfalls auf keins gestoßen, wo 20mm zu klein wäre. Aber bei Stemi-Okularen kann das wieder anders sein.
Viele Grüße
Bernd
Hallo,
das Zeiss DRC liefert 10 mm unter der Okularauflage ein auskorrigiertes Zwischenbild von 25 mm !! Durchmesser.
Das ist in etwa gerade die Chipdiagonale des APS Chips der Canon 60 D. Ich würde also versuchen den Fototubus
um diese 10 mm plus dem Auflagemass eines T2 Adapters von 55mm also insgesamt um 65 mm zu kürzen und dort
einen T2 Adapter anzubringen (für unseren Mechanikus Nomarski ist das sicher kein Problem).
Dann kannst du alle Okulare und Kameralinsen weglassen und hast ein grosses Gesichtsfeld, das nicht auf die 18mm
vorhandenen Okulars eingeschränkt ist (genügend Megapixel für dieses Gesichtfeld hat die Kamera ja).
Die originale Adaption von Zeiss war ja für Kleinbildformat bei der man ja vergrössern musste. Bei den heutigen APS
Chips würde Zeiss sicher auch direkt auf das Zwischenbild gehen.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Rolf, Wilfried und Bernd,
Vielen Dank für euere Tipps! Am liebsten wäre mir natürlich ein Konstrukt, so wie Wilfried es vorgeschlagen hat - das hätte den unbestreitbaren Vorteil, dass ich keine Linsen im Strahlengang hätte - und somit wahrscheinlich einen deutlichen (?) Qualitätsgewinn.
Andererseits muss ich zugeben, dass es mir schon etwas wiederstrebt, dieses altehrwürdige Gerät "zersägen" zu lassen (ich weiß, das wird mit diversen Stativen hin und wieder auch schon mal getan ;) )
Aber was ist z.B., wenn ich mal eine andere Kamera adaptieren will / muss? "Zurück" ist dann vielleict nicht merh so einfach möglich (ich muss leider sagen, das ich handwerklich eher zu den minderbemittelten Zeitgenossen zähle...)
Zunächst werde ich mir einen entsprechenden Adapter besorgen (Im Voraus schon mal herzlichen Dank an Bernd "Nomarski") und die Qualität der Bilder dann in Ruhe beurteilen. Soweit ich gelesen habe, wurden mit dem DRC auch schon ganz tolle Aufnahmen (z.B. von Moostierchen ) bewerkstelligt - sicher auch eine Frage der Routine und Fingerfertigkeit.
Ein weitere Thema wäre dann sicherlich, ob das entsprechend modifizierte ("abgesägte") DRC besser zum Stacken geeignet ist, als mit Okular und Normalobjektiv. Beim Stacken müssten sich ja Bildfehler (auch solche die durch zusätzliche Glasflächen im Strahlengang hervorgerufen werden) aufsummieren... - also vermutlich "ja".
Vielleicht gibt es noch den ein oder anderen Benutzer eines DRC hier im Forum, der seine Meinung / Konfiguration preisgeben möchte...
Vielen Dank euch allen.
Bernd
Hallo Bernd,
wir können auch nach der Wilfried'schen-Methode verfahren und das Zwischenbild direkt nutzen für die Fotografie. Den Tubus deswegen absägen würde ich auch höchst ungerne, aber das ist womöglich auch gar nicht notwendig, wenn man diesen abnehmen und durch einen kürzeren Tubus ersetzen kann. Der Rückbau wäre dann jederzeit möglich. Dazu müsste ich mir aber mal die konstruktiven Gegebenheiten näher anschauen, deswegen wäre es ganz hilfreich, wenn du von dem Aufbau mal ein Foto posten oder schicken könntest.
Viele Grüße
Bernd
Hallo zusammen,
bei Zeiss war "Wilfrieds Methode" sogar explizit zum Anschluss von Videokameras vorgesehen. Dazu konnte am Phototubus zum DRC ( 47 50 84 ) der Anschluss-Tubus für die Kleinbildkamera entfernt und gegen ein entsprechend kürzeres Anpassteil ( 43 50 30 ) ausgetauscht werden.
Beste Grüße !
JB
Hallo zusammen,
anscheinend habt ihr die Lösung gefunden! Nun klingt das "Absägen" für mich nicht mehr so schlimm :D
@ Bernd Nomarski : ich mache Bilder vom Stereomikroskop und den entsprechenden Anschlüssen, versuche sie hier einzustellen und dann könnten wir die Wilfried'sche Methode gerne umsetzen.
Super, wenn Du mir dabei hilfst, das Mikroskop für die Fotografie "umzubauen" !
Vielen lieben Dank an alle, die geantwortet haben. Wenn der "Umbau" vorüber ist, werde ich mit Fotografieren loslegen - evtl. sind die Ergebnisse ja dann auch hier vorzeigbar ;)
Bernd
Hallo zusammen,
als Ergänzung hier noch der Link zu einem entsprechenden Beitrag auf Herrn Woitziks HP:
http://www.mikroskop-online.de/Mikroskop%20BDA%20Zeiss%20West%20Scan%20Cabalja/Zeiss%20Stereomikroskope%20D,%20DR,%20DRC,%20DV4.pdf
Seite 18 ist hier interessant.
Beste Grüße !
JB
Hauptsache, die Okularstutzen sind nicht auf einmal im Wege, wenn die DSLR tiefer gelegt wird. Denn dann hätten wir mit Zitronen gehandelt. ;D
Lieber Bernd,
ich freue mich sehr über Deine Hilfe! Die EOS 60D passt super an den Tubusträger, wenn Du mir den entsprechenden Adapter wie besprochen "zurechtschmiedest" ;)
Die Okularstutzen sind zum Glück nicht im Weg!
Viele Grüße
Bernd
Hallo zusammen,
heute möchte ich gerne die Adaption einer Canon EOS 60D an das in der Bucht erstandene Zeiss DRC nochmals im "Schnelldurchlauf" und mit Bildern beschreiben.
Das erstandene DRC kam in gutem Zustand und hervorragend verpackt bei mir an.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/116618_64997087.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Da ich die EOS nicht mit einer Lösung, die ein Kameraobjektiv erfordert adaptieren wollte, bat ich hier im Forum um Hilfe. Dank Wilfrieds Hinweis (Wilfried 48), dass das DRC 10mm unterhalb des Fototubusrandes ein vollständig auskorrigiertes Bild liefert, stand mir Bernd Nomarski mit Rat und vor allem Tat hilfreich zur Seite (an dieser Stelle nochmals vielen Dank dafür!!!)
er hat den Schneckentubus so modifiziert, dass ich nun mittels eines von ihm gefertigten Drehteils und einem T2-Adapter die EOS am Fotostutzen des DRC fixieren kann.
Hier die innere Fotohülse, die abgenommen werden musste:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/116618_47634891.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Hier der modifizierte Schneckentubus mit dem von Bernd angefertigten Verbindungsstück
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/116618_6873496.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/116618_13377886.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
und das DRC mit adaptierter Kamera.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/116618_11622431.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Mit den ersten Bildern bin ich noch nicht so ganz zufrieden - Verwackelung durch das Auslöserdrücken (ein Fernauslöser wird beschafft).
Und dann muss ich wohl noch durch Variation der Höhe der Kamera am Fotostutzen versuchen, die Parfokalität einzustellen.
Vielen Dank für die Hilfsbereitschaft hier im Forum!
Vielleicht gelingt es mir ja, mit dem DRC Bilder zu machen, die ich mich auch mal hochladen traue ;)
VG
Bernd