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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: felix in März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS

Titel: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: felix in März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS
Hallo,

ich habe vor ein paar Tagen einen Zeichenapparat für das Zeiss Standard ersteigert. Der Zeichenapparat ist ein Zwischentubus, der in die beim Standard üblichen Ringe eingesetzt wird. Im Ring gehalten wird der Tubus, wie auch ein Okularaufsatz durch drei Pinschrauben. Zwei sind davon sind starr, eine ist gefedert -- oder sollte es sein. Hier ist mein Problem:

<img src="http://a01-b01.mypicturetown.com:80/P2PwebCmdController/cache/WTrEDgpVU*as3G%25zx6-k%25GxFTaqmieA9ZhGv_2kAPELx5Ip8xKFr6-*oVF0GvwU/item.jpg?rot=1" title="" alt="" width="640"height="480">

Im Bild ist die gefederte Schraube zu sehen. Sie sollte eigentlich aus dem Ring herausfedern so, daß man den Abstand, mit dem sie in den Ring greift mit einer Außenschraube (ebenfalls zu sehen) einstellen kann. Meine Schraube war arg verharzt.  Aber auch nach Entharzung in Waschbenzin federt da nix. D.h. sie bleibt starr in der Position, in die man sie durch die Außenschraube schiebt.  Damit wird der Ein- und Ausbau des Zwischentubus' so aufwendig, daß keine rechte Zeichenlaune aufkommen will.

Soll ich es mit weiterem Entharzen versuchen? Womit? Oder muß ich die Schraube austauschen?  Gibt es die zu kaufen?  Wenn ja, wo? Und wie tausche ich die Schraube aus?

Dankbar für jede Hilfe! -- AF
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 06, 2009, 19:45:31 NACHMITTAGS
Hallo Felix,

diese Dinger können ganz schön verharzen, so, dass auch Waschbenzin da Schwierigkeiten hat. Eine Möglichkeit da besser beizukommen:
den Sprengring auf der Seite der Fixierunghutmutter abziehen. dann versuchen den Stift in Richtung Tubusinnenseite herauszudrücken. Da müssteeine Spiralfeder drüber sein. Dann kann man alles sorgfältig reinigen und wieder zusammensetzen. Als Fett tuts hier auch säurefreie Vaseline.

Gruß !

JB

P.S.: Wenn man die Schraube tauschen möchte, mal bei Zeiss nachfragen; ich habe solche Schrauben schon kostenlos von dort bekommen. Aber das Herausdrehen ist nicht ganz unkritisch !
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 06, 2009, 22:30:29 NACHMITTAGS
Hallo Felix,

wie Jürgen Boschert schon sagte: Sprengring abziehen - mit einer feinen spitzen Flachzange fassen. Den Pin nach innen durchdrücken. Die Feder wird dabei mit rausgedrückt; alles in Xylol entfetten; mit Ohrstäbchen innen reinigen (mit Xylol befeuchtet). Gut fetten; Pin durchdrücken und Sprengring mit Flachzange wieder aufdrücken.
Achtung: Sprengring neigt zum Springen: wenn er weg ist, kannst Du nur noch weinen. Zeiss hat keine mehr! Ich suche welche!

Viel Glück und Geschick!

Alles andere hilft nicht - das alte Fett muss raus. Ich hab die Operation sicher schon 20 mal gemacht - dabei 3 Sprengringe verloren.

Die Gewindehülse rausdrehen ist mir nur einmal geglückt. Sie sitzt meist so fest, dass man eher das Gewinde vermurkst, als dass man sie unbeschädigt herausdrehen kann. Manchmal ist sie auch zusätzlich von oben mit einer winzigen Madenschraube festgesetzt. Gehört verboten so feine Schrauben zu konstruieren!
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Frank D. in März 07, 2009, 10:02:16 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Herrmann in März 06, 2009, 22:30:29 NACHMITTAGS
Hallo Felix,

wie Jürgen Boschert schon sagte: Sprengring abziehen - mit einer feinen spitzen Flachzange fassen. Den Pin nach innen durchdrücken. Die Feder wird dabei mit rausgedrückt; alles in Xylol entfetten; mit Ohrstäbchen innen reinigen (mit Xylol befeuchtet). Gut fetten; Pin durchdrücken und Sprengring mit Flachzange wieder aufdrücken.
Achtung: Sprengring neigt zum Springen: wenn er weg ist, kannst Du nur noch weinen. Zeiss hat keine mehr! Ich suche welche!

Viel Glück und Geschick!

Alles andere hilft nicht - das alte Fett muss raus. Ich hab die Operation sicher schon 20 mal gemacht - dabei 3 Sprengringe verloren.

Die Gewindehülse rausdrehen ist mir nur einmal geglückt. Sie sitzt meist so fest, dass man eher das Gewinde vermurkst, als dass man sie unbeschädigt herausdrehen kann. Manchmal ist sie auch zusätzlich von oben mit einer winzigen Madenschraube festgesetzt. Gehört verboten so feine Schrauben zu konstruieren!

Hallo Felix, hallo Klaus,

wenn es sich um ein metrisches Gewinde handelt, sieht nach M2 aus, können 2 Muttern aufgeschraubt und gegeneinander festgesetzt werden. Danach immer die äußere Mutter ( in Schraubrichtung gesehen ) mit einem Schlüssel oder einer Zange drehen. (Bei Bedarf kann ich welche schicken, auch leihweise Gewindebohrer ab 0,6mm aufwärts )

Bremsenreiniger bewirkt eine sehr starke Entfettung und löst verharzte Fette in kleine Bestandteile auf. Je nach Dicke der Harzkörper kann eine mehrstündige Einweichzeit notwendig werden. Aus geschossenen Bereichen kriegt man das Zeug natürlich nicht heraus, der Bremsenreiniger hilft dann trotzdem für erste mech. Bewegungen.

Den Verlust eines Sprengringes vermeidet Ihr, wenn die Tätigkeit in einem großen durchsichtigen Gefrierbeutel stattfindet, besser einem durchsichtigen Beutel mit Kordelverschluss. Häufig kann eine Hand außen und eine im Beutel arbeiten. (gegen ein Beschlagen des Beutels hilft Puder oder ein OP-Handschuh)

Freundliche Grüße
Frank
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Hugo Halfmann in März 07, 2009, 11:03:15 VORMITTAG
Ohne das Teil näher zu kennen:

wenn möglich und nichts kaputt gehen kann, mach das Teil mal mit einem Heißluftgerät warm. Dicke Lederhandschuhe anziehen, sonst verbrennste Dir die Finger. In Verbindung mit Bremsenreiniger sollte sich das "Problem" dann lösen.
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 07, 2009, 11:48:45 VORMITTAG
Hallo,

bevor Du aber mit dem Heißluftgerät oder organischen Lösungsmitteln da dran gehst, die Telan-Optik herausschrauben; die neigt sonst zum Delaminieren !

Gruß !

JB
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: wilfried48 in März 07, 2009, 13:18:48 NACHMITTAGS
Zitat von: felix in März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS
......  Aber auch nach Entharzung in Waschbenzin federt da nix. D.h. sie bleibt starr in der Position, in die man sie durch die Außenschraube schiebt.  Damit wird der Ein- und Ausbau des Zwischentubus' so aufwendig, daß keine rechte Zeichenlaune aufkommen will.

Wieso so harte Massnahmen (Waschbenzin, Xylol oder gar Bremsenreiniger und Heissluft igitt ???).

Nach dem oben beschriebenen sitzt doch nichts fest, sondern lässt sich durch die Schraube verschieben und ich nehme an durch Drücken von innen auch wieder herausschieben (es federt halt nicht von selbst zurück).
Ein Tropfen WD 40 Öl auf jede Seite der Führung und hin und her schieben und nach einigem Warten diese Prozedur mehrmals wiederholen und man wird sehen, dass das Hin- und Herschieben immer leichter geht. Das habe ich bei vielen solcher Federbolzen an den Zeiss Mikroskopen schon so gemacht. Was anderes ist es bei Führungen- Lagern oder Iustierschrauben, wo man eine gewisse Zähigkeit beim Verstellen erreichen will. Da muss natürlich das alte verharzte fett unbedingt raus allerdings dann auch durch ein fett mit der entsprechenden Zähigkeit ersetzt werden. Aber Gängigmachen mit WD 40 zum Demontieren hilft auch da.

Gruss Wilfried

P.S.: Kein WD 40 Spray benutzen sondern Öl mit Pinsel an lokale Stelle auftragen und in Spalte einziehen lassen. Falls nur WD 40 Spray zu Hand, erst in in Gefäss sprühen und Treibmittel ausschütteln !
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: felix in März 07, 2009, 18:43:28 NACHMITTAGS
Ganz herzlichen Dank für die kompetenten und ausführlichen Hinweise. Nach der Rückkehr von einer Reise werde ich mit frischem Mut ans Werk gehen. -- AF
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 11:27:41 VORMITTAG
Ich habe ein ähnliches Problem: Wenn ich die Messingschraube mit der Feder bis zum Ende in die Aluminiumhülse drehe, ist die ganze Sache zu kurz um gegen den Tubus gedrückt werden zu können. Drehe ich die Messingschraube aber nicht bis zum Ende in die Aluhülse, so kann ich sie nicht in's Stativgewinde schrauben, denn eher schraubt sich die Hülse auf die Messingschraube als dass die Messingschraube sich in's Stativ dreht. Was geht hier verkehrt?
Gruß
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: T. Ebbinghaus in März 09, 2009, 12:36:33 NACHMITTAGS
Hallo Zusammen,

also erstmal vorsicht bei der Madenschraube im Stativkopf, diese bitte auf keinen Fall demontieren:
Es ist eine M5 x 0,5 Schraube (Feingewinde), sie ist hart eingeklebt, d.h. sie soll sich nicht mehr lösen lassen. Alle hier vorgeschlagenen Methoden funktioneren nicht, selbst ein Kontern mit zwei Mustern geht i.d.R. nicht (Feingewinde), es drehen sich beide Muttern vom Gewinder herunter (!). Eine Zange führt unwiederbringlichen zur Zerstörung des Gewindes (welches man evtl. noch nachschneiden könnte) oder - schlimmer - die Hülse wird zerdrückt - Werkstoff scheint Messing zu sein....

Ich habe bisher mit folgendem "Werkzeug" wiederholt erfolg gehabt, es ist im Prinzip eine formangepasste Quetschzange:

In ein Flacheisen - nicht zu hart, kein Werkzeugstahl!!! - ca. 12 x 12 mm im Quadrat; 4 mm stark wird mittig durchbohrt und anschliessend ein M5 x 0.5 Feingewinde eingeschnitten. Anschliessend mit einer Eisensäge durch eine der 12 mm Kanten einen Schlitz bis zum Gewinde einsägen und das Gewinde vorsichtig nachschneiden.

Dieses Werkzeug hat nun eine perfekte Passform, um auf die Schraube aufgedreht zu werden. Anschliessend wird mit einer Schwedenzange (!) über die beiden "Flügelseiten" auf die Schraube aufgequetscht und die Schraube aus oder eingedreht, bis der Kleber bricht.... Kratzer im Lack des Stativs sind vorprogrammierung fast unvermeidlich....

Sorry for the bad news, aber die obige Variante mit Stift herausnehmen, reinigen und neu einsetzen ist sicherer .... Ich kann nur dringend dazu raten, dies zuerst zu versuchen. Meine Version sollte man erst dann machen, wenn der Bolzen trotz reinigen nicht mehr geht und - und nur dann - wenn eine Ersatzschraube zur Verfügung steht. Im meine Fall habe war die Schraube verbogen und musste ausgetauscht werden...

Bei älteren Stativen (z.B. Phomi, Hammerschlaglack) ist die Schraube übrigens nicht eingeklebt, sondern von oben mit einer kleinen Madenschraube fixiert. Hier kann man ganz leicht an die Schraube kommen.

Viel Glück
Thorsten
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 13:26:36 NACHMITTAGS
Hallo Thorsten,
jetzt bin ich aber immer noch nicht schlauer. Mein Problem ist nicht, dass ich die Schraube nicht aus Aluhülse lösen könnte, sondern dass sie sich so leicht raus- und wieder reindrehen lässt. Ich entnehme deiner Bemerkung aber, dass die Messingschraube in die Aluhülse geklebt ist. Stimmt das? Und wenn ja, wie klebe ich meine wieder ein?
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: TPL in März 09, 2009, 14:09:21 NACHMITTAGS
Hallo Ole,
ich glaube, hier gibt es ein oder zwei Missverständnisse. Zumindest verstehe ich nicht, was Du mit der Aluhülse meinst. (Wo ist da eine Aluhülse?)

Was ich verstehe: bei Dir lässt sich die Messing-Madenschraube M5x0,5 mit dem federgespannten Bolzen leicht herausdrehen. Also ist entweder die harte Klebestelle bereits gebrochen oder die winzige Madenschaube, die von der Schwalbenaufnahme her die größere Madenschraube sichert ist locker oder weg.

Solltest Du mit der Aluhülse die Schraubhülse meinen, die auf der Messing-Madenschraube M5x0,5 sitzt (und an der man die Arretierung der Tuben löst, bzw. festzieht): die soll beim Ein- und Ausschrauben abgenommen werden. Alle Klarheiten beseitigt ???.

Schönen Gruß, Thomas
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 15:11:33 NACHMITTAGS
Alles wieder klar: Mit Aluhülse meine ich die Schraubhülse. Die Klebestelle war in der Tat bei mir gebrochen. Ich habe jetzt die Messingschraube und ihr Innenleben gereinigt und neu gefettet (säurefrei!), mit spitzen Fingern in den Stativkopf geschraubt (mit eingesetztem Tubus), ein wenig anaeroben Kleber auf die Messingschraube gegeben und zum Schluss die Aluhülse=Schraubhülse wieder aufgeschraubt. Und nun lasse ich die Chose bis morgen stehen ehe ich schaue wie gut die neue Klebung nun ist.
Schönen Gruß auch
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: T. Ebbinghaus in März 09, 2009, 15:48:11 NACHMITTAGS
Hallo Ole,

sorry, ich habe Dich vergessen: Es gibt div. Metall- und Schraubenkleber ins zwei Qualitäten, ich meine, meiner ist von Henkel (UHU): Hart (nicht lösbar) sowie mittel (mit Werkzeug lösbar). Weich ist wohl nur ein Originalitätslack. Ich habe das bisher mit "Mittel" eingeklebt.

Gruss
Thorsten
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Gerhard P. in März 09, 2009, 17:22:53 NACHMITTAGS
Zitat von: Miner in März 09, 2009, 11:27:41 VORMITTAG
Ich habe ein ähnliches Problem: Wenn ich die Messingschraube mit der Feder bis zum Ende in die Aluminiumhülse drehe, ist die ganze Sache zu kurz um gegen den Tubus gedrückt werden zu können. Drehe ich die Messingschraube aber nicht bis zum Ende in die Aluhülse, so kann ich sie nicht in's Stativgewinde schrauben, denn eher schraubt sich die Hülse auf die Messingschraube als dass die Messingschraube sich in's Stativ dreht. Was geht hier verkehrt?
Gruß
Ole
Hallo Ole,

die Beschreibung lässt darauf schließen, dass die Klemmschraube irgendwann mal durch eine zu kurze Version ersetzt worden ist.

Üblicherweise sollte der innere Bolzen mit dem abgerundeten Kopf gerade noch soweit in den Tubuskopf hineinragen, dass von der Messunghülse noch nichts zu sehen ist, aber sich andererseits die Rändelhülse noch mit etwa 1 mm Abstand zur Tubuskopf-Aussenseite festsetzen lässt.

Lösungsvorschlag: Klemmschraube herausdrehen, in einen Umschlag stecken und an mich schicken (meine E-Mail-Adresse für die Anschrift ist offen). Ich habe verschiedene Längen dieser Klemmschrauben vorrätig oder kann gegebenenfalls eine Neue anfertigen. Wichtig wären die Aussen- und Innenmaße bzw. die Wanddicke des Tubuskopfes, um die richtige Länge erkennen zu können.
Wenn ich die richtige Klemmschraube geschickt habe, auf diese vorsichtig und sehr dünn einen Zwei-Komponentenkleber (z.B. UHU-Plus) auf den Gewindeteil, der in der Tubuswand sitzt, auftragen. Dann eindrehen, endgültig justieren (solange der Kleber noch nicht ausgehärtet ist) und trocknen lassen.

Wenn es sich um ein kleineres Teil handelt (z.B. Zwischentubus) können Sie mir das komplette Teil auch gerne zuschicken, damit ich die Klemmschraube optimal anpassen kann.

Gruß,
Gerhard Preis 

Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 17:31:32 NACHMITTAGS
Tag Gerhard,
da bin ich mir nicht so sicher ob meine Messingschraube wirklich zu kurz ist. Wie ich ja schon schrieb, habe ich sie jetzt eingedreht und dann die Rändelhülse mit Kleber aufgeschraubt, und nun will ich die beiden Teile erstmal eine Weile alleine lassen. Morgen gucke ich wieder nach was passiert ist.
Ich habe die Messingschraube eingedreht bis sie scheints gegen den Tubus stieß und der Widerstand beim Schrauben merklich größer wurde. Und dann habe ich die Hülse aufgedreht und sie steht nun tatsächlich gut einen mm vom Stativkopf ab. So schlecht scheine ich es also nicht gemacht zu haben. Morgen folgt ein Update, ggf. mit Foto.
Grüße
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Gerhard P. in März 09, 2009, 17:48:17 NACHMITTAGS
Zitat von: felix in März 06, 2009, 19:37:17 NACHMITTAGS
Im Bild ist die gefederte Schraube zu sehen. Sie sollte eigentlich aus dem Ring herausfedern so, daß man den Abstand, mit dem sie in den Ring greift mit einer Außenschraube (ebenfalls zu sehen) einstellen kann. Meine Schraube war arg verharzt.  Aber auch nach Entharzung in Waschbenzin federt da nix. D.h. sie bleibt starr in der Position, in die man sie durch die Außenschraube schiebt.  Damit wird der Ein- und Ausbau des Zwischentubus' so aufwendig, daß keine rechte Zeichenlaune aufkommen will.

Soll ich es mit weiterem Entharzen versuchen? Womit? Oder muß ich die Schraube austauschen?  Gibt es die zu kaufen?  Wenn ja, wo? Und wie tausche ich die Schraube aus?

Dankbar für jede Hilfe! -- AF
Hallo Felix,

nach genauer Lektüre Ihres Problems liegt die Vermutung nahe, dass nicht allein verharztes Fett die Ursache für die Schwergängigkeit der Klemmschraube ist.
Es kommt bei diesen Klemmschrauben leider häufig vor, dass durch äussere Krafteinwirkung die Messing-Gewindehülse leicht verbogen wurde und der Stahlstift streift oder fast festsitzt (Zeiss hat diese Teile leider - oder glücklicherweise - mit sehr engen Toleranzen gefertigt, so dass schon eine leichte - nicht sichtbare - Durchbiegung der Messinghülse den Stahlstift klemmen lässt).

Die Lösung ist in einem solchen Fall ein Austausch oder ein Nacharbeiten der Klemmschraube. Wenn Sie es wünschen, können Sie sich gerne meinem Lösungsvorschlag in meinem vorherigen Kommentar an Miner (Ole) anschließen, also entweder mir die Klemmschraube in einem Umschlag schicken oder mir den kompletten Zeichenapparat einschicken (wenn Sie sich der Mühe des Verpackens unterziehen wollen und die Kosten für den Paketversand von Ihnen zu mir nicht scheuen).

Gruß,
Gerhard Preis   
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 09, 2009, 19:44:14 NACHMITTAGS
Antwort an Miner:

Hallo Ole,

mich beschleicht da jetzt aber eine Befürchtung:

Zitat... Wie ich ja schon schrieb, habe ich sie jetzt eingedreht und dann die Rändelhülse mit Kleber aufgeschraubt, und nun will ich die beiden Teile erstmal eine Weile alleine lassen. ...

Wenn Du die Rändelhülse wirklich auf der Messingschraube festgeklebt hast, ist die Funktion der Federung dahin. Bevor ich jetzt weiterschreibe, wäre diesbezüglich eine Klärung von Nöten.

Gruß !

JB
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 22:07:21 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen, ich hoffe und glaube dass die Sorge unberechtigt ist, denn wohlweisslich habe ich die Rändelhülse eben nicht bis zum Anschlag auf die Messingschraube geschraubt, sondern nur ein Stück weit. Ich hatte zuvor in der Tat festgestellt, dass die Feder blockiert ist, wenn die Hülse bis zum Ende aufgeschraubt wird. Geht man aber nicht ganz so weit, funktioniert die Federung (getestet!).
Gerhard, ob ich da nun Gebrauch von mache oder nicht, in jedem Fall danke für das Angebot!
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 09, 2009, 22:22:08 NACHMITTAGS
Hallo Ole,

nur der Klarheit halber: festgeklebt sollte die Messingschraube werden und zwar im Tubuskopf, natürlich in der richtigen Position. Die Rändelschraube dient dazu, den von der Feder Richtung Tubus gedrückten Klemmstift festzustellen, wenn der Tubus eingesetzt ist; denn die Feder alleine hat nicht genügend Kraft, einen Bino- oder gar Trino-Tubus sicher zu halten. Dreht man die Rändelschraube nur wenig auf, kann man den Tubus frei drehen. Will man ihn abnehmen, muss man die Rändelschraube weit aufdrehen, den Tubus gegen den Federstift drücken und kann ihn dann herausnehmen. Also die Rändelschraube sollte drehbar bleiben.

Gruß !

JB
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 09, 2009, 22:40:19 NACHMITTAGS
Aha, dann läuft es wohl gerade verkehrt. Zwar habe ich im Moment nur einen Monotubus, aber das wird sich bald ändern. Diesen Tubus hält die Feder aber in der Tat ganz gut, darum schien mir diese Lösung ganz gut. Das würde dann auch bedeuten, dass Gerhard recht hat und meine Messingschraube wirklich zu kurz ist. Könntest du bitte mal mit der Schieblehre nachmessen wie lang sie denn sein sollte?
Grüße
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Stephan Hiller in März 10, 2009, 00:18:23 VORMITTAG
Zitat von: Klaus Herrmann in März 06, 2009, 22:30:29 NACHMITTAGS

Achtung: Sprengring neigt zum Springen: wenn er weg ist, kannst Du nur noch weinen. Zeiss hat keine mehr! Ich suche welche!


Bei diesem "Sprengring" den man korrekterweise als "Wellen-Nabensicherungsscheibe" bezeichnet handelt es sich um DIN 6799 1,5 mm.
Im einschlägigen Fachhandel ist der ohne weiteres zu bekommen. Z.B. Schraubenladen in Villingen Schwennigen http://www.der-schraubenladen.de/deutsch/index2.php?url=home.htm oder auch bei GHW Modellbau http://www.modellbauershop.de/assets/s2dmain.html?http://www.modellbauershop.de/index2.html

Herr Herrmann 50 Stück kosten nur 1,25 € da lohnt das Porto nicht, dass ich Ihnen welche zusende. Und bei Zeiss gibt's die garantiert auch noch (nur nicht so günstig).

Grüße an die Mikroskopbastler

Stephan  Hiller
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 10, 2009, 12:44:14 NACHMITTAGS
Vielen Dank Herr Hiller, schon bestellt.

Jetzt kann ich Handel treiben! EK-Preis 1,25 Kleinmengenzuschlag 7,50  ;D

Aber ich bin ja froh, wenn ich welche bekomme!

Die Info stammte von einem gut bekannten CZ-MA! Offensichtlich weis der auch nicht alles. Aber bei CZ wäre der Stückpreis sicher so hoch gewesen ;)
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Gerhard P. in März 10, 2009, 14:28:15 NACHMITTAGS
Zitat von: Miner in März 09, 2009, 22:40:19 NACHMITTAGS
Aha, dann läuft es wohl gerade verkehrt. Zwar habe ich im Moment nur einen Monotubus, aber das wird sich bald ändern. Diesen Tubus hält die Feder aber in der Tat ganz gut, darum schien mir diese Lösung ganz gut. Das würde dann auch bedeuten, dass Gerhard recht hat und meine Messingschraube wirklich zu kurz ist. Könntest du bitte mal mit der Schieblehre nachmessen wie lang sie denn sein sollte?
Grüße
Ole

Hallo Ole,

aufgrund der vorangegangenen Diskussion bin ich meine Bestände an Klemmschrauben und Baugruppen mit Ringschwalben durchgegangen und je tiefer ich in dieses Thema eingestiegen bin, desto unübersichtlicher wurde die ganze Angelegenheít. Offenbar gab es im Verlauf der verschiedenen Modellreihen und Standardisierungen geringfügige Maßunterschiede der Ringschwalben und der Tubusköpfe, so dass die Längen der Klemmschrauben und deren Stahlbolzen verändert wurden.

Es gibt/gab mindestens 3 verschiedene Längen der Klemmschrauben, die je nach Dicke der Tubuskopf-Wände angepasst wurden. Es gibt/gab auch Klemmschrauben, bei denen der abgerundete Stahlbolzen deutlich länger aus der Messinghülse in den Raum des Tubuskopf ragte, um auch Ringschwalben mit etwas kleinerem Durchmesser zu berücksichtigen (z.B. beim Tessovar-Tubus usw.).

Mit anderen Worten: Wir benötigen Fotos, um den Grund des Problems herausfinden zu können. Vielleicht ist auch die Ringschwalbe Deines Monotubus aus einer anderen Epoche, so dass der Stahlbolzen in der Klemmschraube im Moment zu kurz ist, aber später beim geplanten Bino dann doch passen wird. Bitte nicht missverstehen, wir reden hier nicht über große Abweichungen der Dimensionen der Klemmschrauben, sondern um Unterschiede von 1....2 Millimeter.

Jetzt bist Du am Zug mit weiteren Detailinformationen....  :)

Gruß,

Gerhard Preis

Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 10, 2009, 15:33:06 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard,
Fotos und Abmessungen kommen im Laufe des Abends!
Jetzt ist es jedenfalls so, dass sich der Bolzen immerhin soweit festsetzen lässt, dass der Tubus nicht nur nicht mehr rausgeht, sondern auch nicht mehr wackelt. Das ist doch schon mal was. Die Rändelhülse stößt dann allerdings gegen den Stativkopf. Mein Techniker hat vorgeschlagen, einfach ein paar ganz kleine Stanzplättchen in die Rändelhülse zu legen, und so ihre Bohrung nachträglich weniger tief zu machen. Dann stößt sie beim Aufschrauben eher an den Bolzen als gegen das Stativ. Aber ich schreibe heute abend mehr.
Gruß
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 10, 2009, 22:08:11 NACHMITTAGS
Guten Abend.
Leider leider habe ich jetzt vergessen die Fotos mit nach Hause zu nehmen, aber die Zahlen habe ich alle:
Der äussere Durchmesser der Ringschwalbe beträgt 43,41 mm (alle Maßzahlen so wie sie die Schieblehre angezeigt hat). Der Aussendurchmesser des Stativkopfes betragt 62,00 mm, der Innendurchmesser 45,89 mm (na wird wohl in Wirklichkeit 46 mm sein), und die Wandstärke ist 8 mm. Die Länge über alles der Messingschraube mit Bolzen ist 18,97 mm, die Schraube selbst, ohne Bolzen, misst 13,85 mm. Die Bohrung in der Rändelhülse ist ca. 7,98 mm tief.
D.h. nun wenn die Hülse bis zum Anschlag auf die Messingschraube geschraubt wird, schaut die Spitze des Bolzens noch 18.97 mm - 7,98 mm = 11 mm aus der Hülse raus. Und wenn man diese beiden Vetreter nun in den Stativkopf bis zum Anschlag reinschraubt dann steht die Spitze des Bolzens noch 11 mm - 8 mm = 3 mm von der Innenwand des Stativkopfes ab. Tja, und wie tief die Kerbe in der Ringschwalbe des Tubus ist, das habe ich nicht gemessen. Alles klar oder soll ich besser morgen noch Fotos raufladen?
Ole
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Gerhard P. in März 11, 2009, 10:04:32 VORMITTAG
Hallo Ole,

danke für die Detailinformationen. Ich denke, dass die mehrfachen Gründe für das Problem mit der Klemmschraube jetzt klar sind, aber Fotos könnten trotzdem nicht schaden, zumal ich vermute, dass die Zentrierung und auch die Ringschwalbe des Tubus nicht ganz unbeteilgt sind.

Im Moment bin ich etwas unter Zeitdruck, so dass ich mich erst heute Spätnachmittag ausführlicher melden kann.

Eine Frage vorweg: Sollten wir unsere sehr spezifische Unterhaltung nicht per E-Mail fortsetzen, um das Lektorium hier nicht zu langweilen? Meine E-Mail ist offen.

Gruß

Gerhard Preis
Titel: Re: Bitte um Hilfe: Tubusschraube an Zeiss Standard
Beitrag von: Miner in März 11, 2009, 10:20:32 VORMITTAG
Hallo Gerhard,
abgesprochen, ab jetzt geht es per Email weiter (die Diskussion über mein Mikroskop).