Hallo liebe Forengemeinschaft,
mein Name ist David Hellendrung und bin Biologiestudent in der WWU Münster. Im Rahmen meiner Masterarbeit (Ökologische Studien von Montanchamäleons in Ruanda und Burundi) untersuche ich u.a. den Kot von Chamäleons. Betreut werde ich von Herrn Prof. Boehme (Uni Bonn) und habe mein Thema komplett selbst ausgesucht, geplant und finanziert. Daher muss ich auch bei der Auswertung vieles selbstständig organisieren und bekomme (leider) nicht alles "vorgesetzt".
Daher bin ich vor kurzem auf Ihr Internetportal gestoßen und wollte mich gerne über eine "gute Lösung" für eine solide Stereolupe mit Kamera informieren. Ich hoffe ich darf Euch hier direkt kontaktieren.
Da sich meine Forschung bisher mehr dem Verhalten, der Systematik und den morphologischen Fragenstellungen richtete, habe ich mich mit der Mikroskopie nur am Rande meines Studiums beschäftigt. Bei der Auswertung der einzelnen Proben (insgesamt habe ich ca. 300 in Ruanda und 150 in Burundi gesammelt) sollen nun die Parasitenfauna (Durchlicht) und die Reste der Futtertiere
(Auflicht) analysiert werden. In unserer Arbeitsgruppe haben wir zwar solide Stereolupen, leider keine guten Kameras, da ich die Insektenreste zwecks Bestimmung gerne fotografieren möchte/muss. Für die Parasitenanalyse steht mir ein gutes Gerät mit ordentlicher Kamera zur Verfügung. Da konnte ich bisher schon einige Proben auswerten. Die Qualität der Bilder reicht für die Bestimmung.
Da es jedoch einige Stereolupen mit Kamera! gibt, würde ich mich freuen, wenn Ihr einen Tipp, Ratschlag oder evtl. sogar einen Angebot für mich hättet, was sich im Rahmen bis 500 Euro (nicht viel Geld für wirklich gute Geräte, aber viel für mich:) bewegen würde. Auch an einem Durchlicht-Mikroskop (evtl. ein
Kombigerät) hätte ich Interesse, da ich dann einiges von zu Hause bearbeiten könnte.
Ich würde mich über eine Antwort freuen
David Hellendrung
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Zoophysiologie
Hindenburgplatz 55
D-48143 Münster
Hallo David,
der Rahmen von 500 € ist arg eng! Alleine eine vernünftige Kamera muss man mit 200 € ansetzen. In Frage käme wenn, dann sowieso nur ein gebrauchtes Gerät. Dazu braucht man aber Zeit. Hast Du die? Die Masterarbeit soll doch schließlich fertig werden!
Eines verstehe ich überhaupt nicht: warum kannst Du das "gute" Gerät nicht auch für die Kotanalysen verwenden? Dann wäre doch Dein Problem gelöst, oder verstehe ich da etwas falsch?
Eine preiswerte Lösung: Du nimmst eines der Institutsgeräte und fotografierst mit einer Kompaktkamera durch eines der Okulare. Da muss man ein wenig improvisieren und üben, aber das ergibt erstaunlich gute Ergebnisse. Das mal als Anregung!
Die Frage nach dem Durchlichtmikroskop kann man so nicht beantworten. Da wären auf jeden Fall nochmals 500 - 1000 € fällig, allerdings ist da der Gebrauchtmarkt ergiebiger.
Hast Du mal darüber nachgedacht, Dir die nötigen Gerätschaften für die Dauer der Arbeit zu mieten?
Herzliche Grüße
Detlef (ehem. wiss. Mitarb. an der TU Darmstadt)
Also, hier wird Dir mit Sicherheit gerne geholfen. Aber Du solltest die offenen Fragen klären.
Haloo David,
Detlef hat es ja schon alles sehr gut auf den Puinkt gebracht. 500 EUR ist natürlich ein sehr knappes Budget. Eine vernünftige Stereolupe mit Kamera (und womöglich separatem Fotoausgang) ist für diesen Preis sicher nicht zu realisieren, auch nicht auf dem Gebrauchtmarkt.
Was aber keinesfalls heißt, dass Du mit diesem Budget nicht auch mit guten Ergebnissen zum Ziel kommen könntest, wenn Du auf "Komfort" verzichtest.
Was Du ziemlich sicher für 500 EUR (vielleicht sogar weniger ) bekommst, ist eine gute Stereolupe. Sowohl neu (no name) als auch gebarucht als Markengerät. Dazu zwei Jansjö - Leuchten vom Schweden für zusammen 19,98 EUR.
Bleibt die Fotografie, und da würde auch ich - wie Detlef - Dir empfehlen, einfach freihändig oder mit einem selbst oder von einem "Befähigten" gebauten Adapter durch das Okular zu fototgrafieren. Auf diesem Wege lassen sich absolut brauchbare Ergebnisse für wenig Geld realisieren.
Bewährt haben sich hier z.B. kleine Kompakt-Digitalkameras, konkret einige kleine Rolleis. Hierbei ist allerdings darauf zu achten, dass die Eintrittspupille der Kamera nicht zu weit "innen" liegt, sodaß auch das Okularbild akzeptabel "eingefangen" werden kann.
Ich zeige gleich einmal ein Foto, das ich gerade quick and dirty freihändig mit einer Rollei compactline 424 (vor ca. eineinhalb Jahren f. 49 EUR im Media-Markt gekauft) an einem guten Stemi (Zeiss Jena GSZ Zoom-Stereomikroskop, gebraucht auch für 500 EUR erhältlich) angefertigt habe. Etwas eleganter wäre es noch, sich einen Adapter zu bauen, wie es z.B. Wilfried Nisch oder Bernd (Nomarski) gemacht haben. Wenn man das selbst nicht kann - für 'nen "Hunni" findet man vermutlich jemanden im Forum, der einem helfen und einen solchen Adapter bauen würde. Evtl. käme auch eine Okularkamera infrage, ich werde es nachher mal testen.
Nochmal weitere Fragen: Was genau benötigst Du denn?
1) Welchen Vergrößerungsbereich?
2) Reichen z.B. zwei feste Objektive (20x / 40x) oder benötigst Duz mehrere Vergrößerungsstufen oder gar Zoom?
3) Was meinst Du mit "Durchlicht"? Durchlicht am Stemi oder eine sepratates "richtiges" Durchlichtmikroskop?
Hier einmal ein Foto. Durch eiteres Hineinzoomen hätzte man auch die Vignettierung beseitigen können, da ich allerdings auf die Schnelle nur mit einer einzigen Jansjö beleuchet habe, wäre ich in einem zu kritischen Bereich mit zu langer Belichtungszeit und Verwacklung gekommen. Aber durch eine zweite Leuchte wäre auch dieses Problem in den Griff zu bekommen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117392_22260412.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117392_40261689.jpg)
Herzliche Grüße
Peter
Hallo David,
hir noch einmal Fotos, die mit dieser (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=12366.msg92186#msg92186) Kamera am Zeiss Jena GSDZ aufgenommen wurden. Die Fotos sind unbearbeitet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117396_40116532.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117396_34165111.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117396_58592307.jpg)
Bitte beachte, dass die Objekte nicht optimal beleuchtet sind (daher die Abschattungen). Und alle Fotos (auch die der Rollei) sind unbearbeitet. Es gibt natürlich zahlreiche Einstellmöglichkeiten in den Kameramenüs als auch durch Nachbearbeitung, sodass Du Dich nicht wundern sollest, dass beispielsweise die Münze bei beiden Kameras farblich sehr unterschiedlich erscheint.
Es ging mit nur darum, Dir einen Eindruck zu vermitteln, mit welchen Kosten man zu welchen Ergebnissen kommen kann.
Herzliche Grüße
Peter
Herzliche Grüße
Peter
Hallo David!
Hans-Jürgen Koch bietet gerade eines im Mikmromarkt an.
Gruß - Werner
Hallo David,
willkommen im Club!
Als erstes möchte ich dir sagen, dass du zu den wenigen Erstfragern gehörst, die sich und ihr Anliegen klar und verständlich und umfassend vorstellen! Vorbildlich! Schon deshalb sollte dir schnell geholfen werden!
Über die mitunter befremdlichen Ungereimtheiten an deutschen Forschungseinrichtungen über die Auswahl der Sachmittel, die man für vernünftiges Arbeiten benötigt will ich mich nicht weiter aufhalten - ich gehe davon aus, dass du nachdrücklich gefragt hast, ob man denn nicht eine Kamera für die vorhandenen Stemis anschaffen könnte. Aber wahrscheinlich tagt der Verwaltungsausschuß nur 1x pro Jahr und das war gerade. ;D
Also, das Budget ist eng, dann muss man das Wichtigste anschaffen und den Luxus weglassen! Luxus wäre: ein eigenes Mikroskop um auch am Wochenende und in den Nächten zu Hause arbeiten zu können. Ich war in der heißen Phase meiner Arbeit von morgens 6 bis abends 8 im Labor und das hat eigentlich gereicht. ;)
Ordentliches Durchlichtmikroskop mit Kamera ist vorhanden ebenso ordentliches Stemi aber ohne Kamera. Also muss man das Augenmerk auf die Kameraausrüstung des Stemis legen. Und das lässt sich für weniger, als 500.- machen. Habe ich gerade an der Uni Reutlingen für 2 Arbeitsgruppen realisiert. Man kauft sich in der Bucht eine gebrauchte Canon Powershot A 520 oder 540, wenn man es vornehm machen will nimmt man den kleinen Zeiss-Fotoadapter, der Steckdurchmesser 30 mm hat und für Unendlichoptik ausgelegt ist. Einstecken - fertig! Vom Rest finanziert man ein Laborfest.
Wenn man noch viel Geld übrig behalten will, dann verwendet man einen Astro-Adapter, wie auf dem Link und dazu einen Adapter 23,2 auf 30 mm, der kostet noch 10.- zusätzlich. Vom Rest kleine Städtereise machen, wenn die Arbeit abgeschlossen ist. :)
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?4,33431
Vielen Dank für die schnellen Antworten!
Ich bin heute nur kurz online, daher kann ich nur knapp auf die Fragen eingehen.
Eine Canon-Spiegelreflexkamera (genaue Typbezeichnung muss ich nachreichen, da sie gerade nicht zur Hand ist) und eine Panasonic DMC-TZ3 Digitalkamera besitze ich. Damit habe ich versucht, durch die Uni-Stemis ordentliche Bilder zu machen. Da ich durch eines der Okulare fotografiert habe, bin ich mit der Qualität nicht wirklich zufrieden, auch der Aufwand (ohne ordentliche Halterung) war für ein Bild zu hoch, wenn ich ca. 400 +- Insektenteile fotografieren muss.
Für die Parasitenanalysen ist das Unidurchlichtmikroskop + Kamera (Typbezeichnungen muss ich auch nachreichen) wohl ausreichend (die ersten beiden Testbilder einer positiven Kotprobe), nur bei größeren Insektenteile (Mandibeln, Krallen, Flügel etc.) bekam ich keine guten Bilder hin (Bild Nr.3). Es kann aber auch sehr gut an mir gelegen haben, das möchte ich nicht ausschließen...
lieben Gruß David
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117473_59464845.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-17994701/28.2.3.2.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117473_22139567.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-17994748/28.2.1.2.jpg.html)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/117473_35307052.jpg) (http://www.pic-upload.de/view-17994753/46.1.kralle1.jpg.html)
Hallo David,
ehrlich? Schön ist anders! ;)
Das "Insektenteil"-Bild ist wohl schlicht verwackelt, wie es aussieht.
Sind die tatsächlich mit dem Durchlichtmikroskop mit adaptierter Kamera im Institut angefertigt?
Du bist zwar - wie Klaus bereits anmerkte - schon ungewöhnlich präzise und auskunftsfreudig, aber wenn wir konkret helfen sollen, muß ich nochmal nachhaken.
Was GENAU benötigst Du denn nun wirklich?
Nur eine Kameraadaption für die Stereolupe im Institut oder wrkrlich eine eigene Stereolupe mit Kameraadaption?
Welche Anforderungen stellst Du an das Stemi?
Welche Durchlichtmikroskop-/Kamerakombination habt Ihr im Institut?
Das Problem ist, dass wir einfach einen genaus Anforderungsprofil und einen genauen Kostenrahmen für eine Empfehlung haben müssen, denn hier führen tausend Wege nach Rom!
Herzliche Grüße
Peter
Hallo David,
und vielleicht nochmal zusätzlich: hat die - wie ich verstehe - vorhandene Stereolupe = "Stemi" einen Tritubus oder nur einen Bitubus?
Ein paar aussagekräftige Bilder wären sicher hilfreich!
Hallo,
ich werde erst frühestens nächste Woche wieder im Institut sein, dann kann ich alle Daten (Durchlichtmikroskop-/Kamerakombination) euch nennen. Auch die dort vorhandenen Stemis (es handelt sich dort aber um Bitubus). Fotos werde ich dann auch machen. Ich denke, dass man danach entscheiden kann, ob eine Kameraadaption und eine zusätzliche Beleuchtung für die vorhandene Stemis ausreichen.
Habe schon per PN einige Tipps bekommen, die ich auch ausprobieren werde.
Danke schonmal....