Hallo
Ich habe folgende Frage zum Hilfsobjekt Quarz Rot 1
für das Poladun 4
Ich habe ein solches.
Im Buch von Müller / Raith, wird ein Rot 1 Hilfsobjekt auf Seite 133 gezeigt.
Die Richtung von n gamma ist auf dem in diesem Buch dargestellten Schieber quer zum Schieber.
Das Quarz Rot 1 vom Poladun hat einen n gamma Pfeil, der in die Längsseite zeigt, und zwar in die Richtung des Zapfens, mit dem man es einschiebt, also nach außen.
Kann man beim Poladun die Anweisungen für das Bestimmen des optischen Charakters von Müller/ Raith übernehmen, oder hat sich durch die ungleichen N gamma Pfeile etwas in der Herangehensweise verändert.
Für Antworten wäre ich dankbar
Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
grundsätzlich müssen die Schwingungsrichtungen des Kompensators unter 45° zu denen der Polarisatoren stehen. Das kannst Du sehr einfach testen. Lege Deinen Kompensator Quarz Rot I auf den Objekttisch und drehe diesen so lange, bis der Kompensator in Dunkelstellung ist. Dann drehe den Tisch um 45° - liegt der Kompensator dann parallel zum Schlitz im Tubus (oder senkrecht dazu wenn Du in der falschen Richtung um 45° gedreht hast) dann ist alles in Ordnung.
Ob nun n gamma parallel oder senkrecht zum Schieber steht ist egal, nur für spätere Diagnosen (Addition oder Subtraktion) muss dies berücksichtigt werden.
Übrigens solltest Du auch einmal die Orientierung der Polarisatoren überprüfen wenn Du symmetrische Auslöschung beim Plagioklas testest. Wenn die nämlich nicht parallel zu den Fäden des Fadenkreuzes stehen, geht gar nichts.
Herzliche Grüße,
Olaf
Hallo das Rot 1 -Handling Besprechende,
Folgendes passt natürlich nicht direkt zu Ihrem Thema, aber die Erwähnung des hier selten behandelten Objektes Rot 1 verführt mich dazu, es an diesen kurzen, schon leicht "abwärts" gewandelten Thread einfach noch mal dran zu hängen. So völlig OT ist es ja auch wohl nicht. Es soll eben nur zeigen, welches "Spektralgemisch" wir als Rot 1 empfinden.
Aufgenommen habe ich das Spektrum (und habe es hier im Forum schon mal vor einigen Jahren gezeigt) etwas freihändig durch mein (recht) altes Handspektoskop; ein Relikt aus meiner (etwas weit) zurückliegenden Studienzeit, wo es mir bei der Ausführung qualitativer chemischer Analysen nützlich war.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/118625_37343997.jpg)
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann
Tag Herr Husemann,
sehr interessant. Können Sie noch an ein paar Stellen die dazugehörige Wellenlänge angeben? Damit man sich ein wenig orientieren kann?
Viele Grüße
Ole
Hallo Olaf
Ja zu erst muß alles überprüft sein, das ist schon richtig.
Werde ich in den nächsten Tagen daran gehen.
Wenn ich mit einem positiven Ergebniss wieder auftauche, hoffe ich das Du mir dann auch die weitere Vorgehensweise für addition und Subtraktion erläuterst
Hallo Herr Husemann
Bedeutet das, das Rot 1 aus all den hier sichtbaren Farben zusammengesetzt ist, oder ist es das vorne sichtbare Rot.
Ich habe von sowas keine Ahnung.
Hallo Miner
Grüße
Gerd
Hallo,
mein altes, einfaches Spektroskop hat leider keine Wellenlängen-Skala; die hätte ich auch sonst natürlich mitfotografiert. Etwa in der Mitte des "Dunklen" wäre Grün von 550 nm; dieses und seine nähere beidseitige Umgebung werden - wie hier nicht näher erklärt - gelöscht bzw. intensitätsmäßig (nach außen abnehmend) geschwächt (eine schmale Spektral-Linie, wie z.B. die Fraunhoferschen Linien im Sonnenspektrum, würde für die wahrgenommene Farbänderung nicht ausreichen). Für den Seheindruck wirkt alles nicht Gelöschte im sichtbaren Bereich. Da weitgehend Grün gelöscht ist, empfinden wir praktisch seine Komplementärfarbe Rot.
Am linken Rande des Spektrums sollte die Grenze etwa bei höchstens 750 nm, rechts etwa bei 400 nm liegen (wie weit das unter den einfachen Bedingungen des beschriebenen Versuchs im Foto erfasst wird, sei dahingestellt).
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann
Hallo Olaf
Ich habe jetzt erst mal die Vorarbeiten hinter mir.
Mit einem Turmalindünnschliff wollte ich zuerst die Einstellung des Polarisators testen oder erneuern.
Allerdings hat sich dann herausgestellt, das dieser fest eingebaut ist, ich habe an der Einstellung nicht gerührt.
Danach habe ich mit Anhydrit welches ich von einer Grube bei Groß - Almerade ( liegt vor dem Harz ) habe, den Analysator getestet.
Die Linie von Nullmarkierung zu 180 Grad liegt im 45 Grad Winkel zum " Mikroskopkörper" , und dunkel werden sowohl das Blickfeld , wie auch das von mir benutze Mineral ( es ist ja kein zertfizierters Anhydritstreupräparat) in dieser Stellung.
Also scheinen die Polarisatoren richtig eingestellt zu sein.
Genauso verhält es sich mit dem Quarz Rot eins.
Damit komme ich zurück auf meine ursprüngliche Frage:
wie verändert jetzt der unterschiedliche n gamma Pfeil die weiter Vorgehensweise bei der Bestimmung des optisch positiven oder negativen Charakters. Wie unterscheidet sich das, was zu Beachten ist, von der Darstellung bei Müller Raith Kapitel 5. 4 Bestimmung des optischen Charakters
Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
das klingt ja schon alles ganz prima, d.h. die Grundeinstellung Deines Mikroskops bzgl. der Kreuzung der Polarisatoren ist in Ordnung. Vielleicht kannst Du aber auch einmal eine kleine Skizze (oder Foto) machen, damit es noch klarer wird. Wie ich es aus Deiner Schilderung verstanden habe ist die Auslöschungslage des Anhydrits so, dass die Spaltrisse unter 45° zur Nord-Süd-Richtung (zum Grundkörper des Mikroskops und des Fadenkreuzes?) liegen. Das wäre sehr ungewöhnlich.
Also präzise:
Anhydrit bei gekreuzten Poarisatoren in Dunkelstellung stellen. Analysator raus, Skizze des Gesichtsfelds mit Anhydrit UND Fadenkreuz UND Richtung des Tubusschlitz anfertigen, dazu einfache Skizze des Kompensators mit Lage von nZ' oder ngamma. Auf der Basis können wir dann bestens kommunizieren. Den Müller-Raith habe ich hier z.Zt. nicht verfügbar, da es mittlerweile Besseres gibt. Du kannst Dir ja mal eine moderne freie Version herunterladen, z.B. hier:
http://ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Mineraloptik/
die pdf-Datei Mikroskopie Leitfaden.
Herzliche Grüße,
Olaf
Zitat von: olaf.med in Februar 17, 2013, 11:21:14 VORMITTAG
Du kannst Dir ja mal eine moderne freie Version herunterladen, z.B. hier:
http://ftp://
die pdf-Datei Mikroskopie Leitfaden.
Herzliche Grüße,
Olaf
Hallo Olaf
ich glaube, da ist etwas doppelt bzw schließt einander aus :
ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Mineraloptik/Mikroskopie-Leitfaden.pdf
lG
Wolfgang
Danke Wolfgang, so klappt's.
Gruß, Olaf
Hallo Olaf
Ich glaube da hast Du schon recht.
Man ist halt froh wenn das Mineral, was man vor 20 bis 30 Jahren als Anhydrit ( damit man später mal was zum Einstellen hat), einsammelte, auch wirklich im Dunkelfeld auslöscht, und übersieht, das ja auch der Spalt für die Hilfsobjekte in der besagten Richtung liegt.
Dann werde ich mich eben an den Polarisator wagen.
Übrigens diese PDF ist schon was sehr besonderes, wirklich vielseitig
Grüße
Gerd
Halt Gerd!!!!!
Keine übereilten Aktionen. Poste doch erst einmal eine einfache Skizze in der beschriebenen Art - kein Kunstwerk wie sonst, sondern nur ein paar Striche, dann können wir weiter diskutieren.
Danke, Olaf
Hallo Olaf
Ich mache keine unüberlegten Aktionen, und schrotte etwas werkseitig eingestelltes, ( wenn es das noch ist)
Ich plane einen zweiten Polschieber anzufertigen, mit drehbarem Polarisator, in der Art meines hier schon mal gezeigten Lambdaschiebers, dann kann ich von Grund an die Einstellung testen.
Eine Skizze kriegst Du.
Ich bin nur lieber am Zeichnen und nutzte das Tageslicht soviel ich kann
Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
ich meine eine 3-Minuten Skizze, gerne auch im Kunstlicht, und kein Kunstwerk.
Gruß, OLaf
Hallo Olaf.
Eine Skizze ist gezeichnet
Nur mein Scanner sagt nein.
Er will zuerst mal schwarz aufgefüllt haben und streikt.
Daneben habe ich meinen Drehschieber mit der Polarisatorfolie vom anderen Mikroskop bestückt, auf einer Pappe in den Schieberspalt geschoben, und herausgefunden, was mir vorher schon Spanisch vorkam:
z. B die Olivine in einen Pikrit werden im LPL hier farbig, während andere Olivine wie sie sein sollen: farblos.
Drehen des Polfilters läßt dann die Bunten ihre Farbe verlieren, während die Farblosen bunt werden.
Das entspricht nicht dem LpL Bild in meinem anderen Mikroskop, wo LPL farblos bleibt, ( bis auf den Pleochroismus)
Drehen des Analysators um 90 Grad ändert an diesem Bild überhaupt nichts.
Darf ich jetzt wahrscheinlich den Analysator tauschen!
Man kriegt eben nicht nur auf Ebay Schrott.
Grüße
Gerd
Nochmals Hallo
das muß ich natürlich ändern, was oben stand.
Erklärung:
Vom Aufbau her ist das Poladun grundlegend anders gestaltet, als die Mikroskope welche ich sonst kenne, und wie sie im Müller Raith beschrieben sind.
Dort - und wie ich es auch in meinem anderen Mikroskop nachgemacht habe - ist wohl der Analysator herauszuziehen( auszuschalten), und der Polarisator drehbar.
Anders läßt sich für mich der Satz : man bringe eine Turmalinadel mit ihrer c- Achse zur Deckung mit dem N-S Faden und dreht den Polarisator bis zur maximalen Auslöschung.
Für jeden der es nicht weiß, der Polarisator ist der erste Polfilter nach dem Spiegel Richtung Irisblende und Kondensor.
Beim Poladun ist dieser Polfilter ein - und ausschiebbar, aber nicht drehbar. dafür ist der obere Filter , der Analysator um 90 Grad schwenkbar.
Will man jetzt den Anweisungen von Müller Raith, oder Müller .... wie auf Olaf Med´s Homepage ( ich weiß jetzt im Moment den zweiten Namem nicht), folgen, geht das nicht.
Bringt man jetzt einen drehbaren Filter in den unteren Schieberspalt, in der Hoffnung das man , wenn man den unteren mit dem oberen in Parallelstellung bringt, das man dann auch linear polarisiertes Licht erhält, dann geht das wohl nicht.
Es werden dann wohl Minerale welche mit ihrem Gitter ebenfalls parallel liegen hell bleiben, während bei anderen mit zum LPL abweichender Lage des Gitters , diese doppelbrechend und farbig werden.
Langsam muß
ich den ganzen Thread wohl umbenennen, von" Quarz Rot 1 " zu " wie überprüft man Polarisatoren beim Poladun".
Das da jetzt auch Umbauten am MIkroskop fällig werden scheint mir zwingend.
Grüße
Gerd
Lieber Gerd,
erst mal eine klare und eindeutige Definition:
Linear polarisiertes Licht erhält man bei der Verwendung von nur einem Polarisator. Da ist es gleichgültig ob es der Polarisator oder der Analysator ist!
Gekreuzte Polarisatoren hat man bei Verwendung von zwei Polarisatoren, deren Schwingungsrichtungen senkrecht zueinander stehen. Ohne doppelbrechendes Objekt ist das Gesichtsfeld nun dunkel, doppelbrechende Objekte in Normalstellung (Schwingungsrichtungen parallel zu denen der Polarisatoren) sind gleichfalls dunkel, doppelbrechende Objekte in Diagonalsstellung (Schwingungsrichtungen unter 45° zu denen der Polarisatoren) zeigen eine Interferenzfarbe.
Parallele Polarisatoren hat man bei Verwendung von zwei Polarisatoren, wenn deren Schwingungsrichtungen parallel zueinander stehen. Das Gesichtsfeld ist hell, doppelbrechende Objekte in Normalstellung sind gleichfalls hell, doppelbrechende Objekte in Diagonalsstellung zeigen eine Interferenzfarbe, die nun aber die Komplementärfarbe zu der bei gekreuzten Polarisatoren ist!
Ich glaube dass Dein Mikroskop völlig in Ordnung ist und würde doch sehr gerne eine Skizze in der von mir früher beschriebenen Art sehen.
Herzliche Grüße,
Olaf