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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Michael Schulze in März 11, 2009, 12:41:54 NACHMITTAGS

Titel: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: Michael Schulze in März 11, 2009, 12:41:54 NACHMITTAGS
Hallo,

ich habe immer Hotspots im Bild, die sich meiner Meinung nach im Kondensor befinden müssen.
Bevor ich daran gehe und diesen zum Reinigen auseinaderbaue, möchte ich mich gerne informieren, ob ich auf bestimmte Sachern gefassst sein muss, oder auf bestimmte Sachen achten muss, mit denen man normalerweise nicht rechnet. Vielleicht irgenwelche Federn o.ä.
Vielleicht hat ja jemand diesen Kondensor schon einmal auseinander gebaut und kann mir Tips geben.
Viele Dank und mit freundlichen Grüßen
M.Schulze
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: fraureuter in März 11, 2009, 18:19:34 NACHMITTAGS
Hallo Michael,
das wichtigste ist wohl, daß Du nicht aus Versehen die Irisblende aufschraubst/zerlegst. Die ist wahrlich schwer wieder zusammenzusetzen.
Ich kenne Deinen Kondensor nicht, daher habe ich keine Ahnung, wie z.B. die Linse(n) gehalten werden. Bei Lomo sind sie oft eingeklebt - wenn sie rausfallen, muß man sie halt wieder reinkleben. Wundersamerweise funktioniert das meist ohne wichtige Justagen. Du wirst schnell erkennen, auf welche Weise bei Dir die Linsen gehalten werden und höchstwahrscheinlich entsprechend sorgsam versuchen, sie zu lösen. Man kann da wirklich nicht viel verkehrt machen, ein Wecker ist schwieriger zerlegt und vor allem zusammengebaut. Ich gehe davon aus, daß du den HotSpot OHNE Kondensor NICHT hast, sonst kämest Du nicht auf den Gedanken, ihn zu zerlegen, richtig?? Ich hätte die Ursache des Spots stets oberhalb des Objektivs gesucht, aber das hast Du sicher schon alles überprüft.
Ich hoffe, ich konnte Dir wenigstens die Angst nehmen, den Kondensor zu zerlegen....
Schöne Grüße
Martin

Ach herrje - es ist ja ein pankratischer einer, ich lese es erst jetzt.
Dann solltest Du auf alle Fälle acht geben, daß Du den Variator, also die verschiebbaren Linsengruppen, ordnungsgemäß auseinandernimmst und dir genau merkst, wo welches Teil war. Ich würde mit einer Digitalknipse jedes Teil in seiner Einbaulage fotografieren. Man denkt immer, ach, das merke ich mir leicht, ist ja klar, daß das nachher so oder so reingehört - ich hab es aber nach 10 Minuten stets doch vergessen. Aufzeichnen oder knipsen - dann bist Du auf der sicheren Seite!

Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: derda in März 11, 2009, 18:31:07 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

Als erstes: nimm den Kondensor wirklich nur auseinander, wenn du dir sicher bist, daß er gereinigt werden muss oder er verharzt ist. Am besten prüfst du das mit einem Einstellfernrohr.

Beim Zerlegen gibt es eigentlich nur eine Sache die eine Hürde sein könnte: die untere Hülse (wo die Aperturblende aufgesteckt wird) ist mit einer Lacksicherung versehen. Diese lässt sich nach einem leichten Erwärmen mit einem Föhn losdrehen.

Der Rest ist selbsterklärend und nicht weiter kompliziert (zumindest beim Zerlegen).

Zeitraubend ist nur der Zusammenbau und wer eine optische Bank sein Eigen nennt, ist sicher im Vorteil. Aber nur Mut, denn wenn der Kondensor nicht verharzt ist, hat schon mal einer vor dir den Schritt gewagt.

VG

Erik

Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: Michael Schulze in März 11, 2009, 21:03:54 NACHMITTAGS
Hallo,
vielen Dank erst einmal.
Wie prüfe ich das mit einem Einstellfernrohr?

Ich habe bereits alle Beleuchtungskomponenten gereinigt, auf dem spiegel kann ich nichts erkennen und am Obkektiv liegt es auch nicht. Da sich sich der Hotspot nicht bei Bewegung des Tubus' bewegt, sondern bei Bewegung des Kondensors schließe ich auf den Kondensor.
Aber das mit dem Einstellfernrohr hätte ich gerne gewusst. ich hab ja eins.

Freundliche Grüße
Michael Schulze
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: derda in März 11, 2009, 21:19:43 NACHMITTAGS
Hallo Michael,

mit meinem Einstellfernrohr kann ich von der Lichtaustrittsöffnung im Fuss angefangen, bis zur Austrittslinse des Objektives, alle Schmutzpartikel anschauen.

VG

Erik
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: Manfred Rath in März 11, 2009, 21:34:29 NACHMITTAGS
Hallo Michael,
auch ich hatte mit "Hotspots" auf meinen "Mikrofotos" zu kämpfen >:(
Ich hab das Problem gelöst/minimiert,indem ich den Fototubus innen mit schwarzem Papier ausgekleidet hab und somit Spiegelungen bzw. Reflexionen vermeide bzw. so gut wie möglich reduziere...versuchs einfach ;)
Gruß
Manfred
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: Michael Schulze in März 12, 2009, 19:13:04 NACHMITTAGS
Hallo,
das ist ja noch eine sehr gute Idee.
Mein Fotoubus hat nur einen Durchmesser von 23mm, ich stelle ich mir das Auskleiden mit Papier schwer vor, matter Sprühlack wäre da wohl einfacher.
Muss ich da wieder etwas beachten hinsichtlich schädlichen Ausdünstungen für die optischen Komponenten?

Freundliche Grüße
Michael Schulze
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: fraureuter in März 12, 2009, 21:05:20 NACHMITTAGS
Hallo Michael,
das mit dem Lack würde ich sein lassen. Wer weiß wo der überall hingast. Ich habe gerade ein altes Eschenbach Mikroskop auseinandergebaut und in dem Tubus war - serienmäßig - schwarzes Tonpapier, oder zumindest was ähnliches. Du mußt ja nichts basteln, sondern einfach ein viereckiges Stück zusammenrollen und, die richtige Länge vorausgesetzt, die Rolle reinstecken. Durch ihr Bestreben, sich in ein gerades Blatt zurückzurollen, passt sie sich wunderbar der Tubusform an. Funktioniert garantiert, saut nicht rum und kostet ein paar Cent.
Gruß
Martin
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: Jürgen Boschert in März 12, 2009, 22:37:45 NACHMITTAGS
Hallo,

seit mir nicht böse: aber Papier und Pappe haben m. E. in einem optischen Gerät nichts verloren. Diese Materialien sind vergleichsweise kurzlebeig, zerbröseln bzw. geben Partikel ab, die sich dann auf den optischen Oberflächen festsetzen. Wenn ich mich recht erinnere gibt es von Tetenal Totschwarz-Lack. Natürlich sind die Lacklösungsmittel potentiell kritisch für optischen Kitt. Dann muss man den Lack nach dem Auftragen halt lange genug ausgasen lassen oder die Trocknung im Wärmeofen durchführen. Es versteht sich natürlich von selbst, dass in den zu lackierenden Teilen keine optischen Teile belassen werden sollten.

Gruß !

JB
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: fraureuter in März 12, 2009, 23:47:28 NACHMITTAGS
Hallo Herr Boschert,
hochwertiges Tonpapier hält erfahrungsgemäß länger als die meisten für uns zugänglichen Lacke. Es fusselt nicht, blättert nicht ab, dünstet NICHT aus und ist blitzschnell plaziert bzw. wieder entfernt. Gute Pappen finden sie in elektronischen und optischen Gerätschaften in der Raumfahrt ebenso wie in der Medizin. Bei Siemens haben wie sie in Röntgengeräten "verbaut" und bei späteren Demontagen war ihnen - im Gegensatz zu manch anderem Material - ihr Alter nicht anzusehen. In alten Synthesizern (30-40 Jahre alt) finde ich regelmäßig Pappe als Isolator oder Staubschutz, die besser erhalten ist als das an gleicher Stelle verbaute Aluminium. Ich liebe Pappe. Zu Weihnachten bastel ich mit meinem Sohn sogar Sterne daraus.
Nein, ich bin Ihnen nicht böse. Ich würde Pappe nehmen, bevor ich anfange, mit Farbe rumzupanschen.
Gut´s Nächtle
Martin
Titel: Re: Reinigung Pankratischer Kondensor CZJ Amplival
Beitrag von: cicindela in November 27, 2010, 20:06:36 NACHMITTAGS
Hallo,

da ich ein ähnliches Problem habe (schwergängiger Pankratius) möchte ich hier noch einmal nachhaken:
Zitat von: Erik W. in März 11, 2009, 18:31:07 NACHMITTAGS
Beim Zerlegen gibt es eigentlich nur eine Sache die eine Hürde sein könnte: die untere Hülse (wo die Aperturblende aufgesteckt wird) ist mit einer Lacksicherung versehen. Diese lässt sich nach einem leichten Erwärmen mit einem Föhn losdrehen.
heißt das, der untere Teil kann einfach abgeschraubt werden und ist die einzige Hürde,
die vor der Höhle des Löwen liegt?
Die anderen Schrauben können drinbleiben?
Zitat
Zeitraubend ist nur der Zusammenbau und wer eine optische Bank sein Eigen nennt, ist sicher im Vorteil. Aber nur Mut, denn wenn der Kondensor nicht verharzt ist, hat schon mal einer vor dir den Schritt gewagt.
Was genau ist beim Zusammenbau zu beachten?
Gibt es etwas, was nicht von selbst wieder in die richtige Position rutscht?

schöne Grüße
Franz