Hallo,
ich spiele mit dem Gedanken, mir ein Mikrotom zu bauen.
Ich wurde in einem anderen Beitrag von mir, auf den Selbstbau eines Vibrationsmikrotom von CaDi aufmerksam gemacht.
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,25704,25704#msg-25704
Dabei viel mir auf, dass die Höhenverstellung an beiden Enden der Führung ist, dazu meine Frage, ist dies notwendig ?
Angenommen auf einer Seite wäre ein fixer Drehpunkt und auf der Anderen eben die Höhenverstellung, dass würde zwar Theoretisch einen keilförmigen Schnitt ergeben, aber wäre das überhaupt dem Schnitt anzusehen ?
Ich gehe dabei von einer Führung für den Schlitten mit ungefähr 50cm Länge aus.
Der Vorteil wäre eine höhere Stabilität der Führung und dass ich durch einfaches verändern der Position des Messers, die grobe Höhenverstellung mit Hilfe einer Gewindestange, zB. noch Halbieren, oder Vierteln könnte, natürlich wäre dies dann aber mit einem stärker keilförmigen Schnitt erkauft.
Jetzt hoffe ich, ich habe mich auch so Ausgedrückt, dass ihr mir folgen konntet, schlimmstenfalls liefere ich eine Skizze nach.
Viele Grüße,
Johannes
Lieber Johannes
Irgendwie hat mich das Mikrotomschneiden auch in den Bann gezogen.......tümpeln wäre so einfach.
Aktuell habe ich einen ersten selbstkonstruierten Klingenhalter für mein ersteigertes Studentenmikrotom - noch gat nicht zufriedenstellend....
Da dieses Mikrotom wohl noch "etwas länger" eine Baustelle bleiben wird, habe ich als "Zwischenlösung" inzwischen ein normales Hand-Zylindermikrotom und den berühmten SHK-Klingenhalter.
Deine Frage: auch ich gehe davon aus, dass die "Keilform" bei nur "einseitiger Verstellung" keinen nennenswerten Einfluss auf die Qualität des erzeugten Schnittes hat. Bei einem Radius der Verstellung > 500mm, einer Schnittdicke < 50 "müh" wäre der Dickenunterschied eines vielleicht 2-4 mm breiten Schnitts von der einen zur anderen Seite auf alle Fälle "im unteren einstelligen Prozentbereich".
Zum Vibrationsmikrotom: grundsätzlich halte ich Experimente ja für eine gute Sache. Allerdings zeigt der von Dir verlinkte Artikel, dass mit relativ großem Experimentieraufwand und Arbeit ein Ergebnis erzielt wurde, welches von einem selbstgebauten Handmikrotom (z.B. Muster Garnrollenmikrotom) mit einem "selbstgebauten SHK für Rasierklingen" wohl übertroffen wird.... ist das mechanische Experimentieren dein Ziel, dann bitte.
Ist jedoch der "Selbstbau eines funktionierende Mikrotoms" dein Ziel - evtl sogar für Schnittdicken < 10 müh (zoologische Histologie), dann ist ein Mikrotom auf "Holzgestellbasis" eher kein vernünftiger Ansatz. Hier im Forum war/ist ein selbstgebautes Schlittenmikrotom beschrieben, Grundgestell aus Beton gegossen, der Schlitten mit einer Linearführung aus ebay (diese ca 50 Euronen) - da kommt man dann auf gute Genauigkeiten. Ob dann mit einem festen vibrierenden Messer geschnitten wird und das Objekt auf dem Schlitten drüberfährt oder das Objekt feststeht und das Messer auf dem Schlitten drüber fährt ist dann eher zweitrangig. Bei einem Holzgestell und einer Führung mit normalen Aluschienen sind die Ungenauigkeiten durch Toleranzen und "Weichheit" wohl deutlich größer als die Keilform bei einseitiger Verstellung.
Wenn ich mal viel Zeit hab bau ich mir wohl mal dieses Betonschlittenmikrotom.
Grüße
Martin
hallo
hier ist es, das berühmte DIY-Schlittenmikrotom
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=11125.0
lG
Wolfgang
Guten Morgen,
ich habe das Ganze mal durchgerechnet.
Bei einer 50 cm langem Schiene, die an einer Seite um 10µm angehoben wird, ergibt das 0.001145915319632 Grad.
Okay, das würde nicht einmal einen ungedopten Lance Armstrong ins schwitzen bringen. ;D
An einer Probe von immerhin 10mm Durchmesser, hätte dies einen Dickenunterschied von ca. 0.2 µm zur Folge, vorausgesetzt ich habe mich nicht verrechnet.
Das Beton-Mikrotom ist tatsächlich beeindruckend, allerdings bin ich Tischler und kein Maurer. ;)
Bei einer Konfrontation mit einem Vorschlaghammer. würde ich tatsächlich auf einen gleich dimensionierten Buchenholz-Sockel wetten.
Bei den Schienen dachte ich auch eher an Niro und nicht an Alu.
Meine Intention ist tatsächlich das Experimentieren, weshalb ich gerne auf vorgefertigte Lösungen verzichten würde.
Außerdem, eine fertige Linearführung zu kaufen, wäre für mich, ein Schummeln wenn es um einen Selbstbau geht.
Viele Grüße,
Johannes
Johannes,
wenn Du Dir deine Führungen wirklich selber bauen willst (obwohl das teurer und qualitativ schlechter werden wird) solltest Du mal CNC und DIY in einer Suchmaschine Deiner Wahl eingeben. Es gibt unzählige Lösungen, wo beispielsweise Kugellager zweckentfremdet werden: Z.B. bei Holz CNC Fräsen, die üblicherweise von den Selberbauern aus MDF gefertigt werden.
Was den Sockel angeht: Vorschlaghammer? Ich weiß ja nicht was Du mit deinem Mikrotom vor hast, aber wenn der Selbstbau so enge Toleranzen hat das man einen Voschlaghammer braucht um den Schlitten zu bewegen... (:
Der Betonsockel soll in erster Linie schwer sein, weniger bruchsicher...
Dealvorschlag: Du baust ein schönes Holzmodell (Vorgaben zum Modellbau kann ich Dir per PN zu kommen lassen) und ich gieße Dir und mir einen Sockel aus Alu. Das wäre dann immer noch Selbstbau...
Bastian
Hallo Johannes,
willst Du Dir wirklich ein Mikroskop aus Holz bauen?!
Ich habe da drei Anleitungen aus verschiedenen Mikrokosmos-Heften zum Bau eines Mikrotomes aus Holz.
In der ältesten Bauanleitung (so um 1920) wird das zu schneidende Objekt auf einer schiefen Ebene,
Länge 250mm, Hebung 5mm bewegt: 1mm Verschiebung bewirkt eine Hebung um 20µ.
In einer Ergänzung beschreibt ein R.Bley: "Werden alle Teile sauber gearbeitet, so kann
man gut solche 2µ dicke Schnitte erhalten"
Wenn Du an den Anleitungen interessiert bist, schreib mir eine e-mail.
Viele Grüße
Herbert
Guten Tag
Hier noch mein Eigenbau. Fast ganz aus Holz.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/121657_35852605.jpg)
Es wurde durch ein Jung HM40 abgelöst.
Gruss in die Runde
Jürg
Hallo,
ich habe mal eine grobe Querschnitt-Skizze das Prinzip der Führung für den Tisch gemacht, wie sie mir vorschwebt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/121662_2754490.jpg)
Durch drehen der Flügelmutter lies sich der Reibungswiederstand von Vorschlaghammerfest bis Flutscht schon einstellen.
Die Reibungsflächen selbst wären aus Teflon machbar.
Dimensioniere ich das Andruckbrett so, das es in seiner Breite unterhalb des Abstandes der Niro-Stangen bleibt, kann durch einfaches Drehen um 90 Grad, der gesamte Tisch einfach abmontiert werden, für Reinigungszwecke und der Gleichen.
Ein Spiel kann ich da beim besten Willen nicht entdecken, meine aber, dass die Toleranz (und der Preis) selbst unter der von hochqualitativen Kugellagern liegen würde, oder Übersehe ich da etwas ?
Das Ursprungsproblem, weshalb ich hier überhaupt gefragt hatte, löse ich ganz simpel, das Messer wird gesenkt, dadurch verändert sich lediglich der Winkel des Messer um Bruchteile eine Grades und der Schnitt sollte Parallel sein.
@Herbert
Vielen Dank für dein Angebot, darauf werde ich auch gerne zurück kommen, allerdings erst wenn meines Fertig ist.
Ich möchte möglichst unvoreingenommen an die Sache herangehen, für mich ist das meine tägliche Denkaufgabe in der Straßenbahn.
Des weiteren soll es von der Ausführung, der Planung und der Lösung von den Problemen mein Bastelprojekt bleiben, weshalb ich auch Bastians Angebot ausschlagen muss. ;)
Somit bedanke ich mich recht herzlich für eure Hilfsbereitschaft bei euch und melde mich zu diesem Thema wieder, wenn das Mikrotom fertig ist, natürlich nur wenn es auch funktioniert.
Viele Grüße,
Johannes
Hallo Johannes,
da zeigt sich der richte Bastler und Erfinder! Super!
aber Du kannst später gerne auf mein Angebot zurückkommen.
Viele Grüße
Herbert
Zitatda zeigt sich der richte Bastler und Erfinder! Super!
Also ich weiß nicht so recht.. richtig selbst gebaut wäre das eigentlich erst, wenn auch die Kugeln selbst gegossen und rundgeschliffen wären! ;D
Hallo Johannes!
Deine Lösung ist überbestimmt, das heißt in diesem Fall, sie klemmt. Zwei Kerben sind zuviel (entweder die eine führt oder die andere).
Wenn Du die zweite Kerbe durch eine Planfläche ersetzt, ist alles fachgerecht.
Gruß - Werner
Zitat von: Klaus Herrmann in März 23, 2013, 13:37:22 NACHMITTAGS
Also ich weiß nicht so recht.. richtig selbst gebaut wäre das eigentlich erst, wenn auch die Kugeln selbst gegossen und rundgeschliffen wären! ;D
Lieber Klaus,
und was ist mit dem Mikrotommesser selbst ?
Müsste man das dann nicht auch konsequenterweise selbst giessen, härten und schleifen ? ;D
Und für Johannes als Tischler wäre doch auch hier Holz der angesagte Ausgangswerkstoff ?
Grob zuschleifen und dann härten durch pyrolysieren (unter Sauerstoffausschluss) und dann Mikrofeinschliff ? ;D
viele Grüsse
Wilfried
Zitat von: wilfried48 in März 23, 2013, 15:47:16 NACHMITTAGS
Lieber Klaus,
und was ist mit dem Mikrotommesser selbst ?
Müsste man das dann nicht auch konsequenterweise selbst giessen, härten und schleifen ? ;D
Und für Johannes als Tischler wäre doch auch hier Holz der angesagte Ausgangswerksoff ?
Grob zuschleifen und dann härten durch pyrolysieren (unter Sauerstoffausschluss) und dann Mikrofeinschliff ? ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried, hallo Klaus,
Zum Gießen:
Nein. Wenn dann in einem Fluß Eisensand oder eisensammelnde Organismen ernten,
in einem selbst gemauerten Rennofen aus selbst gebrannten Steinen sein eigenes Eisen verhütten und zu Stahl mit Hilfe von Strohasche aufkohlen und daraus die Schneide schmieden und härten.
(Habe mir so mal ein Messer gemacht).
Zum Holz:
Durchaus denkbar mit Eisenholz bzw Ebenholz, ...
Liebe Grüße Jorrit.
sorry ich wollte eigentlich nur in meinem obigen Beitrag einen Schreibfehler korrigieren
und habe wohl anstatt auf Ändern auf Zitat getippt. Zitat wieder gelöscht.
viele Grüsse
Wilfried
Zitat von: the_playstation in März 23, 2013, 16:05:06 NACHMITTAGS
Nein. Wenn dann in einem Fluß Eisensand oder eisensammelnde Organismen ernten,
in einem selbst gemauerten Rennofen aus selbst gebrannten Steinen sein eigenes Eisen verhütten und zu Stahl mit Hilfe von Strohasche aufkohlen und daraus die Schneide schmieden und härten.
Vorher sollte man allerdings erst die Steinzeit durchleben und erstmal Mikrotomklingen aus Feuerstein schlagen.... ;D
Grüße
Martin
Hallo Martin,
Nichts gegen Steinzeit-Klingen. ;D
Sie sind nicht sehr bruchfest aber dafür SEHR scharf.
Haa....lt,
Johannes ist Tischler und kein Steineklopfer ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo,
auf eure Lästereien gehe ich nicht näher ein, nur so viel.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/121713_855848.jpg)
Rohmaterial hätte ich sogar da. ;) ;)
Viele Grüße,
Johannes
Bitte wieder zurück zum Thema ....... niemand will ein flintstone-microtome zum Saurier-schneiden !!
Fakt ist, dass aktuelle (neue) deutsche Mikrotome im Preisbereich gößerer Motorräder liegen (also u.a. recht geringer WAF), und der vielgerühmte Gebrauchtmarkt von Markengeräten leergekauft und der Rest rar und ziemlich teuer ist (z.B. Tischmikrotom knapp 400 Euro). Im "botanischen" Bereich gibts noch was zu kaufen (u.a. beim Inder ein Handmikrotom, den Euromex-Nachbau, beiders evtl ergänzt mit dem detlevschem SHK-Klingenhalter.
Für den zoologischen Bereich und bei Botanik z.B. für Holzschnitte ist aktuell der Einstieg wohl sehr schwer - hier sind ja auch die Anforderungen höher.
Ich finde im Forum 2 Wege/2 Fragestellungen um doch zu einem "einigermaßen preisgünstigen, für zoologische Histologie geiegnetem" Mikrotom zu kommen: Selbstbau - gut gelöst mit dem "betoniertem Mikrotom" oder "ein Kauf vom Inder" - wobei die Inder-Lösung zwar als Fragestellung auftaucht, aber noch niemand scheint ein solches Rotationsmikrotom echt getestet zu haben für Paraffinschnitte ?? (zumindest habe ich noch nichts drüber gefunden)
Ich habe zuhause keine Drehbank, keine Ständerbohrmaschiene und schon gar keine CNC-Fräse. Ich habe keine Übung mehr im Feilen (das Feilen des "obligatorischen U-Stahls" im Praktikum liegt inzwischen 35 Jahre zurück). Von daher stellt sich die Frage: gibt es eine Möglichkeit, mit im allgemeinen Handel verfügbaren Einzelteilen (ebay, Baumarkt etc) und haushaltsüblichen Werkzeugen ein entsprechendes Mikrotom selber zu bauen ?? Was ist dafür der "minimale Einsatz" ??
Das mit Erfindungsgeist, Phantasie und "Mut" erstaunliche Möglichkeiten gefunden werden können ist meine Überzeugung. Ich besitze z.B. eine Bauanleitung für einen Seismographen, welcher Schwingungen im Bereich von Bruchteilen von Mikrometern messen und aufzeichnen kann, aufgebaut aus baumarktüblichen Teilen und etwas Elektronik (mit Anschluß an die Soundkarte des PC) mit einem Einkaufswert so zwischen 50 und 100 Euro.
Der Ansatz von Jürg (Braun) gefällt mir in dieser Richtung sehr gut !!
Soviel meine Gedanken zum Thema
Martin
Hallo,
als Erbauer des "berühmten Beton-Schlittenmikrotoms" ;) muss ich mich wohl hier kurz zu Wort melden.
Ich bin sicher, dass es mit etwas Findigkeit und Geschick auch ohne Drehbank und Säulenbohrmaschine möglich ist, etwas Ähnliches herzustellen, das seinen Zweck erfüllt (anstelle des Probenhalters liesse sich z.B. ein kleiner Schraubstock verwenden). Dabei sollte man keinen fundamentalistisch-selbstbauerischen Ansatz verfolgen und durchaus auf im Handel verfügbare Teile zurückgreifen. Wieviel Prozent des Geräts schliesslich "von Grund auf selbstgeschaffen" ist, ist doch egal, wenns nur funktioniert. Käufliche Teile bieten doch manchmal höhere Funktionssicherheit als irgendeine Bastelei. Ich habe inzwischen mit den vorhandenen Eigenheiten meines Geräts umgehen gelernt und freue mich immer, wenn ich damit arbeite (inzwischen Routine, da es sehr oft im Gebrauch steht). Ich vermute mal, dass auch teuer gekaufte Geräte ihre Eigenheiten haben, mit denen man sich erst vertraut machen muss, um gute Ergebnisse zu erzielen. Auch ein teuer gekauftes tolles Supergerät garantiert noch keine erstklassigen Resultate.
Soweit meine eher allgemeinen Überlegungen zum Selbstbau.
Herzliche Grüsse, Daniel
Hallo Johannes
Hast Du einmal Zeit gefunden um das Projekt weiter zu bringen?
Schnippelnde Grüsse
Jürg
Hallo Jürg,
nicht wirklich, im Moment steckt es, in etwa, in diesem Stadium fest.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/134099_55979973.jpg)
Durch die vielen, sicher nicht ganz unberechtigten, kritisches Zweifeln wurde mir auch, um ehrlich zu sein, etwas an Motivation genommen.
Viele Grüße,
Johannes
Liebe Mikrotom-Bauer,
Technisch am einfachsten zu realisieren wäre der Selbstbau eines 'rocking-microtoms' (=> http://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/38dinge/dinge19.html), welches schon Charles Darwin's Sohn als Geschäftsidee vermarktete (Cambridge scientific instruments). Es beruht auf der Selbstzentrierung von V-förmigen Lagern, einem genial einfachen Vorschub und einem konstruktiv wohl recht leicht umsetzbaren Konstruktionsprinzip,welches ohne komplizierte Gleitlager und Mikrometerspindel auskommt. Nachteil ist die geringere Schnittbreite und Tiefe.
Alfons
Hallo,
Ich werde meine Unimat SL Drehbank dafür benutzen.
http://www.flickr.com/photos/36445783@N07/4328721132/lightbox/
http://www.practicalmachinist.com/vb/attachments/f25/70862d1361832449-unimat-sl-db200-trade-soth-bend-mill-attachment-image.jpg
Motor, ... lassen sich sehr schnell und einfach mit 2 Schrauben für den Mikrotom-Einsatz demontieren.
In ca. 20-30 Sekunden.
Es lassen sich Rotationsschnitte durchführen durch Montage eines rotierenden Messers an der Spindel.
Oder man montiert ein Messer feststehend auf dem Tisch und schiebt den Schlitten ohne Leitspindel
am Messer vorbei. Über den Querschlitten läßt sich die Schnittdicke exakt einstellen.
Als Messer werde ich ein extrem scharfes ZDP198 oder Leo2 Damast Messer
(gehärtete und geschliffene Rohplatte) verwenden.
Die hält ewig, ist härter als Glas und bleibt schön scharf.
Alternativ wird das Messer auf dem Schlitten befestigt und das Schnittgut z.B. in einem daneben stehenden Schraubstock, Halterung, ...
Das Prinzip sollte auch mit jeder anderen Mini-Drehbank funktionieren.
Und eine Drehbank ist in der Regel recht präziese.
Die Anschaffung einer Mini-Drehbank ist zwar recht teuer (nur für ein Mikrotom).
Aber man kann Sie dann ja auch für andere Zwecke verwenden.
EDIT: Eine andere Alternative wäre eine Fliesenschneidemaschine.
Zumindest die Gleitbahn und der Schlitten sind verwendbar.
Ich dachte an ein solches Model:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Qg%2Bbi11lL.jpg
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo,
wenn es nicht gerade ein Schlittenmikrotom sein muss, kann man bei materialgerechter Konstruktion durchaus auch aus Holz ein brauchbares Mikrotom bauen:
Ich war auf der Suche nach einem einfachen, auch für Kinder geeigneten Mikrotom mit guter Zugänglichkeit der Objektklemmung und geführtem Messer. Ursprünglich wollte ich ein modifiziertes Hand-Zylindermikrotoms mit einem einarmigen Hebel zur Messerführung und einem ebenfalls durch ein Hebelsystem nachgeführten Objekthalter (wegen der Spielfreiheit) bauen. Nach weiteren Modifikationen des Konzeptes (Messer fest, Objekt geführt u.a.) entstand eine Konstruktion wie das folgende Foto zeigt. Die Funktion ist sehr ähnlich wie beim sog. Schaukel-Mikrotom bzw. dem "Cambridge rocking-microtome", aber einfacher im Aufbau und ohne automatischer Objektnachstellung.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/135641_59374400.jpg)
Das Mikrotom besteht im Wesentlichen aus Holzwerkstoff und einigen Schrauben, bei etwa 20 € Materialeinsatz. Das teuerste war die schwarze Farbe, aber die musste sein, damit es zu meinem etwas antiquierten schwarzen Mikroskop passt ;) . Einziger Nachteil ist nur, dass man konstruktionsbedingt keine "ziehenden Schnitte" machen kann.
Hubert