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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Ronald Schulte in März 15, 2009, 12:12:07 NACHMITTAGS

Titel: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in März 15, 2009, 12:12:07 NACHMITTAGS
Das preparat ist ungefahr 1 jahr alt und beginnt zu reissen. Den letzten arbeitsgang war xylol und entellan.
Hat jemand erfahrung was hier nicht gut geht.

Grusse aus Franeker (Holland).


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/8327_39137468.jpg)
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: CaDi in März 15, 2009, 12:20:10 NACHMITTAGS
Hallo,

mit Entellan hatte ich auch so meine Probleme. Die Präparate gehen da wohl öfter kaputt.
Evtl. kann man das Präparat ja in Xylol einweichen und dann in Euparal eindecken.
Das wäre jetzt so meine Idee, aber evtl. löst sich der schöne Schnitt dabei ab, wäre sehr
schade wenn das passieren würde.

Ein Tipp wäre: Einige andere Präparate schnell mit Entellan erstellen, trocknen lassen (evt.
einige Tage oder jedenfalls Stunden im Wärmeschrank) und dann mal ausprobieren ob es funktioniert
mit dem Überführen in Euparal.

Viele Grüße,
Carsten
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Robert Götz in März 15, 2009, 12:24:06 NACHMITTAGS

Mit entellan habe ich keine Erfahrung, wir decken mit Eukitt ein.
Da ist es kein Problem, das Präparat so lange in Xylol zu stellen, bis das Deckglas abgeht (kann bei alten Präparaten sehr lange dauern)
und dann neu einzudecken. Dass der Schnitt abgeht, habe ich noch nicht erlebt.

Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: CaDi in März 15, 2009, 12:58:40 NACHMITTAGS
Ist das Präparat vom Wohldenberg?
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in März 15, 2009, 14:43:28 NACHMITTAGS
Cadi,

Das preparat habe ich selbst geschnitten und gefärbt siehe http://www.youtube.com/watch?v=aH54v3a4qNE.
Das block habe ich bekommen von ein microscopierfreund die es von der Universiteit van Stuttgart bekommen hat. Angefertigt von Dr. H.Streble.
Es hat mich sehr schone Schnitte ergeben.
Bin bereits beschäftigt um selbst ein babymaus zu fixieren aber das ist noch nicht so einfach. Das Fixiermittel, bouin, dringt nicht schnell genug ein und später dringt das Paraffin nicht genug ein.
Möglich muss ich noch viel langer eindringen lassen!

Grüße Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Jan Kros in März 15, 2009, 15:19:41 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

Dein Problem ist bekannt, entallan ist die Ursache.
Ich hätte auch mal Problem mit das Einschlussmittel.
am besten alles instellen in xylol und das Deckglas abschwimmen lassen und dan wie schon erwähnt eindecken in euparal.
Jan Kros
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 15, 2009, 15:21:02 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

die brühmte Inzigkofener Maus von Heinz Streble! Ich habe sie aus vielen Kursen mehrfach!

Dort haben wir immer in Euparal eingedeckt, die sind alle noch gut!

Mit Entellan habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht. Eine ganze Sammlung mit Pollen ist verdorben, weil total gerissen!

In Xylol stellen und warten! Der Schnitt ist doch sicher mit Eiweiss-Glycerin aufgeklebt? Dann sollte er kleben bleiben!

Viel Erfolg!

Klaus
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in März 15, 2009, 15:37:13 NACHMITTAGS
Zitat von: Jan Kros in März 15, 2009, 15:19:41 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

Dein Problem ist bekannt, entallan ist die Ursache.
Ich hätte auch mal Problem mit das Einschlussmittel.
am besten alles instellen in xylol und das Deckglas abschwimmen lassen und dan wie schon erwähnt eindecken in euparal.
Jan Kros



Jan,

Euparal habe ich im schrank und wird das xylolversuch machen. Kann ich dann das euparal in xylol anbringen oder muss mann zuerst wider von xylol nach isopropanol gehen?

Grusse Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in März 15, 2009, 15:49:11 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Herrmann in März 15, 2009, 15:21:02 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

die brühmte Inzigkofener Maus von Heinz Streble! Ich habe sie aus vielen Kursen mehrfach!

Dort haben wir immer in Euparal eingedeckt, die sind alle noch gut!

Mit Entellan habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht. Eine ganze Sammlung mit Pollen ist verdorben, weil total gerissen!

In Xylol stellen und warten! Der Schnitt ist doch sicher mit Eiweiss-Glycerin aufgeklebt? Dann sollte er kleben bleiben!

Viel Erfolg!


Klaus

Klaus,

Dank fur die antwort. Es habe jetzt schon reue das ich entellan gebraucht habe. Hoffe das ich das deckglas abschwimmen kann.
Eiweiss-Glycerin ist hier nicht gebraucht. Fruher klebte ich alles auf mit Eiweiss-Glycerin aber rat von Jan Kros hat mich gelernt das mit sehr sauberen gläsern kein klebemittel notig ist und das ist absolut war.
Das grose vorteil ist das farbstoffe nicht verkleben an das Eiweiss und es spart wider ein arbeitsgang.
Saubermachen erfolgt dann in ein gemisch von ethanol (95%) und aceton (100%).

Grusse Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Klaus Henkel in März 15, 2009, 15:54:34 NACHMITTAGS
Zum Thema Eischlußmittel:

http://www.mikroskopie-muenchen.de/balsame.html

Gruß
KH
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Jan Kros in März 15, 2009, 15:57:28 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,
Wenn das Deckglas abgeschwommen ist kannst du direkt in Euparal eindecken.
Normalerweise braucht man für Euparal keine Xylolstufe, aber geht auch mit eine Xylolstufe.
Viel Erfolg und herzlichen Gruss
Jan
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in Mai 09, 2009, 17:13:00 NACHMITTAGS
Alle, die Ratschläge gegeben haben. Es ist schon ein paar Wochen später und die ersten dekgläser haben sich gelöst mit Xylol. Sie wurden neu vergossen mit Euparal und das funktioniert perfekt. Es gibt keine änderungen in die Geweben. Nochmals dank fur die tips.

Grusse Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in Mai 09, 2009, 17:19:37 NACHMITTAGS
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/11169_20390146.jpg)

Zum beispiel.  Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Klaus Herrmann in Mai 09, 2009, 22:06:47 NACHMITTAGS
Schönes Ergebnis Ronald!

Ich glaube, du hast es nicht erwähnt.

Was ist das für eine Färbung? Sieht fast wie Azan aus so wie die Farben leuchten!
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in Mai 09, 2009, 22:57:58 NACHMITTAGS
Klaus,

Diese Farbung is eine van Mallory 1900 wie beschrieben auf die website von Armin Eisner http://www.aeisner.de/index.html

Arbeitsablauf :
Kernfärbung in 0.1%igem Säurefuchsin    5-10 min.
Spülen in Aqua dest.
Fixieren und differenzieren in 2%iger Molybdatophosphorsäure    3 min.
Waschen in Aqua dest.
Mallory-Lösung    3 min.
Spülen in Aqua dest.
Differenzieren in 96%igem Ethanol
Entwässern, Xylol, Einschlußharz


Functioniert perfect und ist nicht swierig durch zu fuhren.

Als erganzung fur AZAN gebrauche ich gerne die Kernechtrubinfarbung von Chroma.de

Kernechtrubin
Bindegewebe

Dieser neu entwickelte Farbstoff entspricht in der Einfachheit seiner Anwendung und der Licht-echtheit dem vorstehend erwähnten Kernechtrot, er färbt aber die Kerne intensiver rot, etwa im Farbton des früher verwendeten Azokarmins.
 
Erforderliche Lösungen:

A. Kernechtrubin 0,1 g ohne Erwärmen in 100 ml dest. Wasser
lösen und 1 ml Eisessig zufügen. Die Lösung ist unbegrenzt haltbar.
B. Anilinblau-Orange nach Halmi-Konecny =

0,1 g Anilinblau

0,3 g Orange G

0,5 g Phosphorwolframsäure

1 ml Eisessig

100 ml dest. Wasser, kochen, erkalten lassen, filtrieren

Formolfixiertes Material

Färbevorschrift:
1. Färben in A für 5 Minuten.
2. Abspülen in dest. Wasser.
3. 5 Minuten einlegen in Phosphorwolframsäure 5 %ig.
4. Abspülen in dest. Wasser.
5. Übertragen in B für 8 Minuten.
6. Abspülen in dest. Wasser.
7. Kurz differenzieren in 96 %igem Alkohol, aufhellen in Xylol, einbetten in

Balsam oder Malinol.

Färbeergebnis:

Kerne intensiv rot, Collagenes Bindegewebe blau, Erythrocyten orange, Gliafasern rot, Protoplasma und Muskulatur rotorange gefärbt.

Anm.: Statt B kann auch Azan-Lösung Heidenhain mit gleichem Erfolg verwendet werden.


Wie geschrieben gebrauche ich die AZAN-lösung von Heidenhain.


Schone grusse aus Franeker (Friesland),  Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Holger Adelmann in November 04, 2010, 16:26:41 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

Du schreibst:
"Bin bereits beschäftigt um selbst ein babymaus zu fixieren aber das ist noch nicht so einfach. Das Fixiermittel, bouin, dringt nicht schnell genug ein und später dringt das Paraffin nicht genug ein.
Möglich muss ich noch viel langer eindringen lassen!"


Hier wäre es vermutlich besser, einfach mit neutralem Formol zu fixieren. Ich denke, dass Gemische wie Bouin und Susa eine sehr starke Eiweissfällung machen und damit ihr eigenes Eindringen behindern. Gut wäre auch eine Kombo aus Formol und Tetrachloressigsäure, die auch rasch eindringt und gleichzeitig entkalkt, was bei einer ganzen Maus ja auch von Vorteil ist - auch wenn sie noch jung ist ...

Herzliche Gruesse
Holger
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Dieter Stoffels in November 04, 2010, 19:22:21 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

wie ja bereits von Vielen geschrieben, neigt Entellan zur Schwindungsrissbildung. Trotz vieler Hinweise zum Gebrauch von Euparal, rate ich Dir bei Deinen tollen Präparaten vom dauerhaften Gebrauch des Euparals ab. Soweit ich mich errinnere, arbeitest Du auch mit apochromatischer Optik. Histologisch-zoologische Schnitte verlieren nach Euparaleinschluss häufig ihre Farbbrillanz. Das Problem der Schwindungsrissbildung zeigt sich vor allem dann, wenn das Einschlussmittel mit Xylol zu hoch verdünnt wurde. Zwar fließt das Einschlussmittel besser beim Auflegen des Deckglases, die Gefahr einer Schwindungsrissbildung steigt aber erheblich an. Dies besonders dann, wenn das Deckglas zusätzlich noch beschwert wurde. Wenn Du die Möglichkeit hast, auf Dauer auf DePeX von Serva umzusteigen und einen geringeren Verdünnungsgrad wählst, tritt das Problem nicht mehr auf. Um einen Fluss des Einschlussmittels zu beschleunigen hilft auch ein kurzes Auflegen des Objektträgers auf eine 50 Grad heiße Wärmeplatte. Es wäre schade, wenn Deine tollen Präparate auf Dauer verderben würden.

Herzliche Grüße!

Dieter
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Ronald Schulte in November 05, 2010, 00:02:13 VORMITTAG
@Dieter,

Danke für dein Beitrag. Ich habe mich gerade eine Flasche 'Malinol' besorgt. Kennen Sie auch die Zuverlässigkeit von Malinol?
Dpex werde ich mich später noch besorgen.

@Holger,

In mein letzter versuch habe ich die Extremitäten abgenommen und einige Schnitte im Bauchregion gemacht. Das war die Losung um das Bouin fixier gut rein zu bekommen.
Mein nächstes Plan ist Mauser fixieren von einige Tagen alt (4-5 Tagen) und werde auch mal Formol-TCA probieren.
Ziel mit altere Mauser ist um mehr ausdifferentierung zu bekommen von Geweben.
In Dezember reden wir nochmals um die genaue Technik und Mischung zu bekommen.

grüße Ronald
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Dieter Stoffels in November 05, 2010, 08:34:00 VORMITTAG
Hallo Ronald,

in Hinblick auf das optische Verhalten, würde ich das Malinol dem Euparal gleichstellen. Malinol besitzt von sich aus eine relativ hohe Viskosität, so dass es Probleme beim Fluss mit großen Deckgläsern geben könnte. Malinol oder Kanadabalsam bietet sich besonders für schichtdicke Objekte an (botanische Histologie). Für Deine histologisch-zoologischen Präparate ist sicher nur ein Kunstharz auf Polyacrylsäureesterbasis wirklich geeignet. Solltest Du Problem bei der Beschaffung von DePeX haben, so melde Dich bitte bei mir.

Herzliche Grüße!

Dieter
Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Jürgen H. in November 05, 2010, 17:49:38 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

ich decke meine Präparate seit einigen Jahren mit Malinol ein. Nachträgliche Probleme haben sich bisher nicht ergeben.

Ich verwende für meine Serienschnitte ausschließlich große Deckgläser. Die Wahl der richtigen Menge und das blasenfreie Ablegen des Deckglases kann sich schon einmal etwas schwierig gestalten, ein bisschen Erfahrung hilft.

Ich bin gespannt, wie Du urteilst, wenn Du den Vergleich zwischen Depex und Malinol hast.



Gruß

Jürgen

Titel: Re: Preparat risse! Wer kann mich helfen
Beitrag von: Dieter Stoffels in November 05, 2010, 19:08:14 NACHMITTAGS
Hallo Ronald,

noch ein kleiner Nachtrag zum Thema "Entkalken". Eine Säureentkalkung mit kurzkettigen organischen Säuren oder Trichloressigsäure würde ich Dir nicht empfehlen. Diese Entkalkungsmethoden besitzen sicher ihre Berechtigung wenn innerhalb kurzer Zeit eingebettet und geschnitten werden muss (histologische Routinediagnostik). Den Preis den man hierfür bezahlt ist eine schlechte Färbbarkeit (vor allem der Kerne) und häufig auch strukturelle Veränderungen im Gewebe. Am geeignesten ist eine Entkalkung mit einer bei pH 7,2 gesättigten EDTA-Lösung. Hierin schwimmen die Objekte zunächst auf, sedimentieren aber nach einiger Zeit zu Boden (beachte Dichte der gesättigten EDTA-Lösung). Mit EDTA kann am schonensten entkalkt werden. Das gilt nicht nur für embryologisches Material, sondern auch für Hartgewebe (Knochen, Zähne, usw.). Wichtig ist nur, das EDTA nach der Entkalkung wieder vollständig auszuwaschen. Das kann einige Tage dauern. Das Waschwasser sollte einen pH-Wert von 7,O bis 7,2 besitzen und mit einer Spur Formol stabilisiert sein um eine Verpilzung zu verhindern.

Viele Grüße!

Dieter