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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Paul in März 29, 2013, 21:34:20 NACHMITTAGS

Titel: Präparationstechnisches Problem
Beitrag von: Paul in März 29, 2013, 21:34:20 NACHMITTAGS
Guten Abend!

Vorne weg möchte ich mich entschuldigen, wenn ich den Namen des Forums missachte und mit etwas größeren Lebewesen beginne und hoffe auf ein klein wenig Nachsicht und (selbstverständlich) ein paar fachkundige Personen, die vielleicht die passende Lösung parat haben.

Ich habe vor einiger Zeit zwei Krebse bekommen. Die liegen "schön" in Formol konserviert in einem Kunststofftöpfchen mit Schraubdeckel. Da liegen sie sichtlich gut, jedoch nicht sonderlich ansehnlich.
Ich möchte gerne die Tiere als schönes Schaupräparat anordnen, jedoch konnte ich mir auf die Schnelle ein paar Fragen nicht zufriedenstellend beantworten.

1.) Das Gefäß: Es gibt zwar eine Reihe an Anbietern für Präparategläser, jedoch sind diese zu meinem Missfallen zylindrisch und verzerren das Ganze sicherlich optisch, je nach Glasdicke. Wenn man nach fertigen Präparaten sucht, findet man sehr viele in eckigen Behältern. Hat jemand eine Idee, wo man solche bekommen kann? Ich habe zwar etwas unter dem Begriff "Präparatekasten" gefunden, jedoch ist eine einfache (wenn auch eingelschliffene) Glasplatte nicht ganz meinen Vorstellungen entsprechend, was die Sicherheit betrifft. Das Präparat soll nunmal hier im Zimmer bleiben und auch wenn es hier keine kleinen Kinder gibt, die Unfug machen könnten, möchte ich es ungern darauf anlegen beim Staubwischen o.ä. bei einer unvorsichtigen Bewegung Formol in der Gegend zu verteilen. Da es sich um ein reines Schaustück handelt, kann ich gerne auf eine "regelmäßige" Öffnung des Behälters verzichten. Womit könnte ich diesen auch komplett zukleben, damit auch keine Flüssigkeit mehr verdunstet?

2.) Befestigung: Wenn denn mal das Wunder geschehen sollte, dass ich ein passendes Gefäß in die Finger kriege, stellt sich die noch etwas schwierigere Frage der Befestigung. "Kleinere" Präparate wie z.B. Embronalentwicklungsreihen diverser Tiere sind ja in den Präparategläsern aufgeklebt, jedoch nicht direkt auf das Glas, sondern auf eine Platte. Weiß jemand aus was für einem Material diese besteht bzw. kennt jemand sogar Bezugsquellen dafür? Die andere Frage zur Befestigung ist: womit werden die Präparate festgeklebt? Vor allem sind die Tiere relativ groß (ca. 8-9cm lang, 4-4,5cm beit, 2,5-3cm dick ... ohne Beine gemessen) und sollten dann auch ordentlich halten. Die Schwierigkeit beim umbetten dürfte dann noch zusätzlich sein, dass der Klebstoff eben die formol-nassen Tiere kleben muss, da ich bezweifle, dass ein Austrocknen den Tieren und die unnötig vielen Dämpfe mir sonderlich gut tun.

Ich hoffe ich verärgere niemanden mit den Fragen hier, da sie nunmal wenig mit Mikroskopie zu tun haben. Ich hoffe, dass der eine oder andere eventuell selber schonmal sowas gemacht hat oder Literatur zur Hand hat, weil Präparate im Allgemeinen für die Mikroskopie nun auch keine neue Erfindung darstellen.

Freundlichen Gruß, Paul
Titel: Re: Präparationstechnisches Problem
Beitrag von: JB in März 29, 2013, 22:33:05 NACHMITTAGS
Hi Paul,

1) Traditionell verwendet man dafuer rechteckige Behaelter aus massivem Glas. Als Deckel dient eine passende Glasscheibe die oben aufgeklebt wird. Ganz wartungsfrei ist das aber auch nicht; alle paar Jahrzehnte muss in den Sammlungen die Konservierungsfluessigkeit aufgefuellt werden. Auf Englisch heissen diese Gehaelter battery jars (https://www.google.co.uk/search?q=Battery+Jar&hl=en&client=firefox-beta&hs=Qc2&rls=org.mozilla:en-GB:official&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=3QJWUYfIKLOo0wX0woGgCQ&ved=0CAoQ_AUoAQ&biw=1280&bih=834).

Da diese Behaelter teuer sind koennten Sie alternativ mit etwas Geschick auch "Miniaquarien" aus zugeschnittenen Glasscheiben oder Plexiglas passend zu den Krebsen zusammenkleben.


2) Zur Montierung koennen Sie ebenfalls eine Glasscheibe nehmen. Montieren Sie die Krebse mit Nadel und (fast unsichtbarer) Angelsehne und verknoten Sie die Faeden ueber die Rueckseite der Glasplatte. Kleine Einkerbungen an der Seite der Glasplatte halten die Faeden auf Hoehe.

Benutzen Sie Gummihandschuhe und arbeiten Sie mit dem Formol im Freien, dann sind die Daempfe kein Problem.

Krebse bleichen im Laufe der Jahre unweigerlich aus. Machen Sie Farbphotos der noch frischen Tiere; so haben Sie spaeter die Option Trockenpraeparate zu machen (die verlieren auch die Farbe; man kann sie aber per Hand bemalen).

Literaturtip:
Piechocki, Händel (2007): Makroskopische Präparationstechnik. Wirbellose. Leitfaden für das Sammeln, Präparieren und Konservieren. 5. Auflage ISBN 978-3-510-65231-0
http://www.schweizerbart.de/publications/detail/isbn/9783510652310/Makroskopische_Praparationstechnik

Beste Gruesse,

Jon




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